Paket erhalten - trotzdem Zollgebühren zahlen?

Hallo,

hab n Paket aus den USA bekommen (mit UPS). Das Paket wurde inzwischen bei meinen Schwiegereltern abgegeben. Mein Schiwegerpapa musste auch nichts außergewöhnliches unterschreiben. Einen Tag später fanden sie im Briefkasten noch eine Karte von UPS mit der Aufforderung die Zollgebühren von ca 45€ zu zahlen (Leider habe ich die Karte noch nicht gesehen, weil das Paket wie gesagt bei meinen Schwiegereltern abgegeben wurde.). Auf der Karte ist als erste Zustelltermin „Montag“ angekreuzt, was aber gar nicht sein kann, weil es da erst versendet wurde.

Nun bin ich etwas irritiert, weil ich das Paket ja schon habe und diese komische Karte ist für mich auch nicht wirklich eine richtige Rechnung. Habt ihr sowas schon mal erlebt? Bekomme ich noch eine Rechnung? Was ist an den Gerüchten dran, dass man eigentlich gar nix zahlen muss, weil man die Verzollung ja nicht „in Auftrag“ gegeben hat?

Wäre für jeden Hinweis dankbar.

Liebe Grüße

Julee

Hallo,

jede Ware, die in die EU eingeführt wird, muss beim Zoll angemeldet und von diesem freigegeben werden. Fallen Einfuhrgebühren an, müssen auch diese erst beglichen werden bevor der Zoll die Ware passieren lässt.

Normalerweise läuft es dann so, dass UPS den Warenempfänger kontaktiert und von diesem eine Verzollungsvollmacht einholt, wobei du UPS einerseits ermächtigst die Zollanmeldung durchzuführen und andererseits die Bereitschaft zur Zahlung der Einfuhrgebühren erklärst.

Nun hat UPS dich in diesem Fall offenbar nicht vorher gefragt sondern die Ware ohne Rücksprache abgefertigt. Das wird manchmal gemacht weil es bei Importgebühren unter 50 EUR teurer wäre, einem nicht erreichbaren Warenempfänger „hinterherzulaufen“ um eine Verzollungsvollmacht zu bekommen. Das Paket muss dann nämlich am Airport mit erheblichem logistischen Aufwand aus der normalen Abfertigung genommen werden und ein Mitarbeiter verbringt Zeit damit, dich erreichen zu wollen.

Es rechnet sich für UPS mitunter mehr, die Ware einfach abzufertigen und das Risiko einzugehen, dass der Warenempfänger sich später aufgrund der fehlenden Rücksprache vor der Verzollung weigert die Importgebühren zu tragen.

Rein rechtlich kann UPS von dir jetzt also keine Begleichung der Gebühren verlangen weil du nicht vorher gefragt wurdest. Du kannst es also einfach auf sich beruhen lassen, dann hat UPS Pech gehabt. Sollten Nachfragen kommen verweist du darauf, dass es UPS eigenes Verschulden ist wenn sie ohne Vollmacht verzollen und deine Gebühren beim Zoll auslegen sowie das Paket abliefern.

Ein fairer Mensch würde allerdings bezahlen weil du die Gebühren ja normalerweise hättest tragen müssen und es war seitens UPS kundenfreundlich (und nebenbei für sie auch billiger), die Ware nicht am Airport liegen zu lassen oder ggf. zurück in die USA zu schicken weil deine Verzollungsvollmacht fehlte, sondern sie zu deinen Gunsten anzumelden und zuzustellen.

Gruß,

MecFleih