Auch nochmal Hallo,
da sind anscheinend ein paar Dinge falsch rübergekommen.
Ich bin im Speditionsbereich tätig und versuche mal ein paar
Erfahrungswerte zu erläutern.
Üblicherweise hinter die erste verschliessbare Tür.
In einem Mietshaus wäre das der Haustürbereich.
Aber auch der 3. Stcok ist ja „hinter der Haustür“. Dass er
das Paket jemandem auf den Küchentisch legt erwartet wohl kaum
jemand.
Im Speditionswesen bedeutet die erste abschliessbare Tür die
Haustür und nicht die Wohnungstür.
Das hatte ich auch so verstanden.
Das aucuh nur, wenn es
möglich ist die Ware dorthin zu verfrachten. Deswegen ist
davon auszugehen, das der Empfänger der Ware sich dahin
begeben und die Ware dort annehmen muß.
Auch nicht das Problem, nur in diesem Fall wurde dem Empfänger ja nicht mal mitgeteilt, dass er Ware bekommt. Vom Empfänger ist wohl kaum zu erwaten, dass er von morgens 8 bis nachmittag 16 Uhr am Fenster (oder vor der Haustür) steht und auf den Paketwagen wartet, oder?
Man muß da allerdings zwischen Paketdienst (Päckchen und
Pakete bis max.ca.40 kg) und Spedition (von 5 kg bis 1000kg
und mehr) unterscheiden, obwohl auch Paketdienste als
Speditionen gelten.
Ich habe bisher nur Erfahrungen mit Hermes und DHL gemacht (wo ich selbst Auftraggeber war, bekommen habe ich auch schon Sachen von DPD - die kommen immer hoch!).
Speditionen haben da ihre Richtlinien, die sich immer mehr
angegleicht haben.
Ausnahme ist die Post und deren Transporteure, wie DHL.
Ob sie die Päckchen einfach ablegen dürfen weiß ich nicht,
wird aber oft so gehandhabt. Offensichtlich gibt es da andere
Richtlinien als bei den Spediteuren.
Ja, offensichtlich. Hängt wahrscheinlich schlicht mit der Versicherung zusammen. Päckchen (DHL) sind nicht versichert und ob die nun im Paketwagen oder im Treppenhaus verschwinden ist ja nicht nachvollziehbar… 
Ist es einem Zusteller zuzumuten, zu Fuß in den 3. Stock hoch
zu laufen?
Natürlich kann man es ihm zumuten. Ist es einem Warenempfänger
zuzumuten, sein Paket an der Haustür abzuholen?
Danke! Das mein ich nämlich auch.
Falsch verstanden. Zumuten kann man es dem Boten, ob er es muß
ist eine andere Frage. Da gibt es dann Fahrer, die wissen, das
sie es laut ihren Speditionsrichtlinien und Fahrerweisungen
nicht müssen, die sich auch daran halten. Die warten dann
unten und wenn dann keiner erscheint, schreiben sie eine
Benachrichtigung oder wie im Falle der Post, sie legen die
Ware in dem Hausflur ab.
Wenn der Empfänger weiß, dass ein Bote unten wartet ist es auch kein problem nach unten zu gehen. Bei „meinem“ Boten geht es jedoch darum, dass er generell nicht bei der Partei klingelt für die die Ware bestimmt ist und somit der Empfänger auch nicht unten erscheinen kann.
In manchen Fällen ist es nicht verwunderlich, wenn man
bedenkt, das ein Paketdienstfahrer 100 und mehr
Anlieferstellen hat und nicht die Zeit hat, großartig auf
jemanden zu warten oder die Treppen hoch zu steigen.
Habe ich durchaus Verständnis für, aber ist es Kunden zuzumuten zu Hause auf den Boten zu warten (extra nichts zu tun, damit man ihn ja nicht verpasst) und dann trotzdem zur Abholstelle zu fahren, weil der Bote einfach nicht beim Empfänger klingelt? Wie gesagt wäre es kein Problem eben runter zu laufen um das Paket entgegenzunehmen aber dazu bekommt der Kunde in diesem Fall ja nicht einmal die Chance.
Beispiel: Einer der Fahrer bringt zu einem Privatkunden eine
Palette Wein mit 30 Kartons. Der Empfänger bestimmt nun, das
die Kartons in die Wohnung getragen werden sollen. Der Fahrer
kann nun mit dem Hubwagen die Palette nicht zur Tür bringen,
weil sich dazwischen eine Stufe befindet. Das bedeutet also
abpacken der Kartons. Der Fahrer sagt, nö, mach ich nicht,
muss ich auch nicht. Und damit hat er Recht.
Das ist ja auch vollkommen ok. Aber diesem Boten (und auch einigen Leuten von Hermes) ist es schon zu anstrengend, das Paket aus dem Auto zu holen und bis zur Tür zu bringen. Die nehmen dann nur die Karte mit - die ist ja leichter.
Es heisst zwar hinter die erste verschliessbare Tür,
aber nur wenn es möglich ist und abpacken muß er nicht,
auch wenn viele Privatleute es glauben.
Nein, das habe ich auch nicht geglaubt. Habe ich ehrlich gesagt aber auch noch nie so drüber nachgedacht, ich bestelle so selten „große“ Sachen.
Was ich eigentlich damit sagen will, der Kunde weiß im Prinzip
nichts, denkt aber er wüsste alles und dürfte damit über die
Arbeitskraft der Fahrer verfügen.
Das tun oft genug auch die Verkäufer. ZB Otto (Hermes Versand) wirbt damit, dass sie alles bis in die Wohnung bringen. Dann geht der Kunde automatisch davon aus, dass er es bis in die Wohnung bekommt und nach den versprechen des Händlers stimmt es auch. Dass ein armer Hermes - Fahrer dabei ganz schön strapaziert wird steht denke ich außer Frage.
Wie kommst du eigentlich darauf, das der Bote das Paket zu dir
nach oben tragen muß?
Es geht ja nicht mal ums hochtragen. Es geht darum, dass der Bote prinzipiell nie bei der Partei klingelt für die das Paket bestimmt ist, denn der Kunde könnte ja zu Hause sein und eventuell eben nicht herunterkommen. Der Bote gibt dem Kunden keine Chance sein Paket in Empfang zu nehmen, er wirft nur die Karte ein. Somit kann der Kunde warten bis er schwarz wird und muss sich sein Paket am nächsten Tag doch wieder abholen. Das finde ich eben nicht ok. Ich erwarte einfach, dass bei mir geklingelt wird, wenn für mich etwas abzugeben ist (oder das Paket beim Nachbarn abgegeben wird, falls ich nicht da bin. Das muss nicht der Nachbar neben mir sein, das kann auch der sein, der ganz unten wohnt), es wäre dann auch kein Problem für den Fahrer zu rufen, dass man bitte runterkommen soll, wenn er keine Treppen steigen will. Aber eben das passiert ja alles nicht, es kommt nur die Karte in den Kasten und der Kunde ist der Gear***te.
Liebe Grüße
Timi