Panick Attacke am Arbeitsplatz

Hallo!

Ich bin schon seit 2-3 Jahren nicht mehr sehr gluecklich mit meinem Chef. Bin sehr im Stress und viel unter Druck (von ihm). Das hat sich in den letzten Wochen und Monaten fuer mich drastisch verschlimmert, da ich zum Ende des Jahres ausscheiden werde.

Am Donnerstag bekam ich eine sehr heftige Email von ihm. Nach dem Lesen der Email hatte ich ein Panickattacke, die zu kurzzeitiger Ohnmacht gefuehrt hat (ich hatte so etwas noch nie). Nach einigen Minuten ruhen bin ich auf Anraten der Kollegen ins Krankenhaus und habe mich ambulant untersuchen lassen. Alle Werte sind OK. Die Ohnmacht war wohl das Ergebnis einer ungluecklichen Kombination von niedrigem Zucker, Dehydrierung, Stress und Panick. Auf Anraten der Aertze bin ich am Freitag zu Hause geblieben.

Geschlafen habe ich die letzten beiden Naechte nicht viel. Der Gedanke an Arbeit (und auch diesen Text zu schreiben) loest heftiges Herzrasen aus und Heiss-und Kalt-Schauder. Ich habe im Moment auch keine Motivation zu irgendwas. Ich muss mich zwingen aufzustehen um zu essen, da ich zwar Hunger aber keinen Appetit habe.

Am Montag muss ich wohl wieder zurueck zur Arbeit. Ich bin nun auf der Suche nach Ratschlaegen, wie ich das am Montag am Besten hinbekomme und mich motiviere. Jeder weiss, dass ich sehr unter Druck bin, aber dennoch ist mir der Vorfall auch peinlich. Wie trete ich meinem Chef gegenueber? Ich nehme an, dass ihm bewusst ist, dass seine Email der Ausloeser war.

Danke fuer’s Lesen und fuer jeden Ratschlag.

Marcus

Hallo Marcus,

manchmal hilft die Flucht nach vorn.

Also versuchen mit dem Chef ein offenes Gespräch zu führen, da (er)klärt sich in der Regel erstaunlich viel.

Ob das für Dich in Frage kommt, kannst aber nur Du Dir beantworten.

Viel Erfolg

Joschi

Hallo,

: Wie trete ich meinem Chef gegenueber? Ich nehme

an, dass ihm bewusst ist, dass seine Email der Ausloeser war.

Na hör mal warum machst du dir da Gedanken!? Dein Chef hats doch verbockt: Warum schreibt der eigentlich Mails wenn er seine Mitarbeiter anschei… will? Kopf hoch, Schultern zurück: Menschen machen nunmal Fehler und dass dein Chef dich so unter Druck setzt macht das nu auch nicht einfacher! Du hast schliesslich auch nur 2 Hände also lass dich nicht hetzen! Was willst du dem denn noch beweisen? Das wird nix mehr - also warum der ganze Stress!?

LG

Hi,

was heißt das Du wirst zum Ende des Jahres ausscheiden?
Hast Du eine neue Stelle? Oder wirst Du dann arbeitslos sein?

Gruß Anna

Hallo Anna,

was heißt das Du wirst zum Ende des Jahres ausscheiden?
Hast Du eine neue Stelle? Oder wirst Du dann arbeitslos sein?

Das traegt leider zum Stress bei. Ich werde zum 31.12. mit der Arbeit aufhoeren und an dem Tag laeuft auch mein Visum aus. Ohne neuen Job muss ich bis ca. 15. Januar das Land verlassen haben und nach Deutschland zurueckkehren (wo ich keinen Job und keine Wohnung mehr habe).

Ich habe am Mittwoch ein Vorstellungsgespraech bei dem ich einen Vortrag halten muss. Das erzeugt auch etwas Nervoesitaet und die Vorbereitungen darauf tragen zum Stress bei. Meine Bewerbungen in Europa blieben bisher leider ohne Erfolg.

Ich weiss, dass ich auf hohem Niveau jammere, aber fuer mich erscheinen diese Probleme (und was da noch alles dranhaengt) riesengross zu sein. Am Donnerstag kam dann wohl einfach alles zusammen.

Viele Gruesse,

Marcus

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Hallo Marcus,

um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin kein Experte, sondern nur ein einfacher Laie :o) und teilweise selbst Betroffene. Trotzdem wage ich einen Versuch, Dir zu helfen.

Ich bin schon seit 2-3 Jahren nicht mehr sehr gluecklich mit
meinem Chef. Bin sehr im Stress und viel unter Druck (von
ihm).

Das tut mir leid. Warum lässt Du Dich von ihm stressen und unter Druck setzen??? Stress und Druck sind denkbar ungünstige Voraussetzungen für produktives Arbeiten. Das sollte Deinem Chef eigentlich bewusst sein. Oft macht man sich den Stress auch selbst (das weiß ich aus eigener Erfahrung), aber das ist bei Dir nicht der Fall, oder?!

Am Donnerstag bekam ich eine sehr heftige Email von ihm. Nach
dem Lesen der Email hatte ich ein Panickattacke, die zu
kurzzeitiger Ohnmacht gefuehrt hat (…) Die Ohnmacht war wohl das
Ergebnis einer ungluecklichen Kombination von niedrigem
Zucker, Dehydrierung, Stress und Panick. Auf Anraten der
Aertze bin ich am Freitag zu Hause geblieben.

Oh, das hört sich nicht gut an… Hattest Du so was schon öfter? Und geht es Dir denn jetzt wieder besser?

Geschlafen habe ich die letzten beiden Naechte nicht viel. Der
Gedanke an Arbeit (und auch diesen Text zu schreiben) loest
heftiges Herzrasen aus und Heiss-und Kalt-Schauder. Ich habe
im Moment auch keine Motivation zu irgendwas. Ich muss mich
zwingen aufzustehen um zu essen, da ich zwar Hunger aber
keinen Appetit habe.

Du hast es geschafft, diesen Text zu schreiben! Obwohl es Dich Überwindung gekostet hat, oder?! Und genauso wirst Du es auch schaffen, morgen zur Arbeit zu gehen.

Schlafstörungen kenne ich auch. Kannst Du nicht einschlafen oder nicht durchschlafen? Mir persönlich hilft es, zu lesen oder wie auch immer aktiv zu sein (bügeln, putzen etc.) und einen Tee zu trinken und irgendwann bin ich dann schon müde genug, um (weiter) zu schlafen. Hoffe, Dir hilft das auch.

Was Deine Gedanken bezüglich der Arbeit betrifft, schlage ich vor, zu versuchen, Dich abzulenken (mit etwas, das Dir Freude macht), auch wenn ich aus eigener Erfahrung weiß wie schwer das ist. Was mir immer hilft ist das Joggen. Wenn’s mir nicht gut geht (aus welchen Gründen auch immer), gehe ich in den Wald und laufe zwischen 1 und 1,5 Stunden, d. h. ich verausgabe mich so richtig. Danach geht es mir immer besser.

Hast Du schon mal versucht, Dich zu entspannen? Da gibt es z. B. die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder Autogenes Training. Beides hat mir selbst schon mehrfach geholfen. Ich hoffe, Dir auch.

Am Montag muss ich wohl wieder zurueck zur Arbeit. Ich bin nun
auf der Suche nach Ratschlaegen, wie ich das am Montag am
Besten hinbekomme und mich motiviere. Jeder weiss, dass ich
sehr unter Druck bin, aber dennoch ist mir der Vorfall auch
peinlich. Wie trete ich meinem Chef gegenueber? Ich nehme
an, dass ihm bewusst ist, dass seine Email der Ausloeser war.

Das braucht Dir doch nicht peinlich zu sein! Im Gegenteil: Wenn Dein Chef kein Unmensch und sich bewusst ist, dass seine Mail der Auslöser für Deine Panikattacke war, wird er sich über’s Wochenende bestimmt Gedanken gemacht haben… Grundsätzlich führt meines Erachtens kein Weg daran vorbei, Dich mit Deinem Chef auszusprechen. Nur so wirst bzw. kannst Du erfahren, was ihn dazu bewegt hat, Dich derart unter Druck zu setzen. Jeder Mensch hat Gründe für sein Verhalten. Ob diese nun gerechtfertigt sind oder nicht sei dahingestellt. Du wirst sehen, dass es Dir nach einem klärenden Gespräch besser gehen wird. Natürlich muss auch Dein Chef dazu bereit sein. Wenn Du ihn höflich darum bittest und ihm sagst wie wichtig Dir das ist, wird er darauf eingehen.

Auf jeden Fall wünsch ich Dir viel Erfolg und gute Besserung!

Liebe Grüße

P. S.: Eine Kollegin von mir hatte auch eine Zeitlang Panikattacken. Aufzüge und Tunnels waren für sie tabu. Aber eine kurzzeitige Therapie konnte ihr so gut helfen, dass sie heute keine Probleme mehr damit hat. Was ich damit sagen möchte ist: Dir kann geholfen werden.

Hallo Marcus,

Erstmal empfehle ich Dir, Dein Problem und Deine Ängste ernst zu nehmen. Geh weg von:

Ich weiss, dass ich auf hohem Niveau jammere…

Du hast reale Existenzängste, das hat nichts mit Jammern zu tun.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für Dich in dieser Situation. Ich und einige Bekannte in ähnlichen Situationen haben gute Erfolge mit der Visualisierung der Maximalmisere gemacht.
Dabei führst Du Dir in einer geführten Meditation Dein persönliches Worst Case Szenario buchstäblich vor Augen. Sich das einfach mal so nebenbei vorstellen bringt nicht wirklich was. Die Meditation - bei mir dauerte sie zwei Stunden - ist anstrengend aber wirkungsvoll, vorausgesetzt sie wird von einem fähigen Therapeuten durchgeführt und Du kannst Dich generell auf so etwas einlassen.
Die Ängste lösen sich dadurch nicht in Luft auf, aber entsprechende Schlüsselsituationen oder Personen lösten bei uns keine Panik mehr aus.

Manchmal kann auch die kurzfristige Einnahme eines Medikaments sinnvoll sein, um wieder handlungsfähig zu werden. Sprich sehr bald mit einem Arzt, der kann das Für und Wider abwägen.

Rock on!
Andrea

I’ll keep my fingers crossed for you! Good luck!
;o)

hi,

du stehst objektiv überhaupt nicht unter druck:

-du verlässt die firma sowieso, daher musst du keine konsequenzen deines verhaltens mehr befürchten

-du bist momentan erkrankt und dann lässt man sich krankschreiben

kümmere dich um deinen gesundheitszustand in vertrauenvoller zusammenarbeit und beratung mit deinem arzt. nutze anschliessend die phase der arbeitslosigkeit, um dich mit den gründen für die beendigung des arbeitsverhältnisses auseinanderzusetzen und beachte beides dabei: die faktoren der umwelt (z.b. mieser chef) und die faktoren bei dir (individuelle belastbarkeit, vielleicht psychische labilität oder störung). das kannst du im gespräch mit einem therapeuten machen, zur abklärung reichen 3-5 stunden, das kann man einfach mal machen.

Hi Marcus,

es ist immer schwer sich in eine Situation am Arbeitsplatz zu versetzen, die von Leuten unterschiedlich erlebt wird. In deinem Fall hast du zum Glueck nur noch ein paar Wochen vor dir. Waehrend Krankschreiben hier naheliegt, stehen auf der anderen Seite natuerlich auch die Referenzen. Die duerfen dir zwar keine schlechten geben, aber Krankschreiben auf laengere Dauer koennte sich schon negativ auswirken. Zudem stellt sich auch die Frage, wie das finanziell gehandhabt wird, wenn krank. Vielleicht kannst du es dir finanziell/vertraglich leisten, die Firma vor dem derzeitigen Ende zu verlassen?

Ich nehme an, dass du schon erfolglose Gespraeche mit der Personalabteilung hinter dir hast und auch ggf. um eine Versetzung gebeten hast, da deine Situation immer noch unertraeglich ist. Habe ich auch schon erlebt und mir hat der Gedanke an die (ebenfalls ungewisse) Zukunft weg von der Firma geholfen, nach dem Motto “alles besser als das”. Helfen koennte auch etwas mehr Selbstbewusstsein. Mir waere es z. B. voellig egal was der Chef von meiner Ohnmacht haelt oder was Kollegen davon halten oder was die ueberhaupt von mir denken. Eine emotionale Losloesung koennte helfen, die Sache etwas sachlicher zu betrachten und kann sich auch positiv auf dein Allgemeinbefinden auswirken. Du wirst diese Leute vermutlich nie wieder sehen und deine Ohnmacht wird eine koerperliche Reaktion auf den Stress gewesen sein und daran ist absolut nichts peinlich.

Ich wuerde versuchen, mich auf die Zukunft zu konzentrieren. Falls du es nicht schon gemacht hast, versuche moeglichst viel ueber ARGE etc. herauszufinden, so dass du weisst, was auf dich zukommt falls du zurueck nach D musst. Das lenkt auch ab.

Ich bin uebrigens auch in einer Situation, dass ich voraussichtlich bald wieder nach D ziehe und es auch fuer unwahrscheinlich halte, dass dort ein Job auf mich wartet. Ich hasse nicht meinen Chef aber das Land in dem ich lebe und das einzige was mich haelt, ist der Job. Ich rege mich jeden Tag ueber was anderes auf und was hilft, ist der Gedanke an die Heimat, die im Vergleich zu hier das Paradies ist.

Viel Glueck mit deinem Vorstellungsgespraech! Es wird sich alles fuegen.

Kris