Liebe Freunde,
das Herz schlägt bis zum Hals, der Mund wird trocken, man atmet schwer. Der Kopf drückt, die Beine werden Pudding, aber die Unruhe lässt einen keine Sekunde ruhig sitzen. Fast wahnsinng macht einen diese Situation. Schließlich ist man doch nur auf dem Weg zur Agentur um was abzuholen.
Naja man ist es gewöhnt, es ist nicht das erste mal. Und Gott sei Dank weiß man, dass nichts passiert, dass es wieder vorbei geht. So wie jedesmal. Die juckende Allergie am Kopf ist in dieser Phase besonders schlimm, aber das ist auch normal, auch wenn man sich daran einfach nicht gewöhnen will. Hoffentlich ist alles vorbei bevor ich ins Büro zurückkomme, sonst gucken alle wieder so seltsam, weil man wie ein Besoffener wirkt.
Endlich mein Büro hat mich wieder. Völlig erledigt falle ich auf meinen Bürostuhl. Der Schreibtisch ist leer. Was soll auch da liegen, schon lange bekommt man keine Aufgaben mehr, schließlich hat man zu oft Flüchtigkeitsfehler gemacht, weil einem das klare Denken und die Konzentration fehlt. OK, das ist keine Panikattacke, das liegt am ADHS, diesem Zappelphillipsyndrom, welches nach neusten Erkenntnissen auch bei Erwachsenen auftritt.
Tja, ich bin eben hyperkreativ und habe ständig neue Ideen. Da ist eine Reizfilterschwäche, was ADHS ja darstellt nicht gerade förderlich. Ständig fast man neue Dinge auf und sofort fängt der Kopf an daraus Aktionen, Websiten, Bücher und andere Dinge zu basteln. Normal ist das nicht, aber dafür ist es ja auch als Syndrom bekannt.
Wie schön wäre es, wenn man sein eigener Chef wäre, wenn man mit einer dieser Aktionen Geld verdienen könnte. Dann bräuchte man keine Angst zu haben, die nächste Panikattacke wieder in Anwesendheit verdutzer Kollegen durchzustehen. Man bräcuchte auch keine Angst zu haben, dass wieder Fehler entdeckt werden die einem selbst nicht auffallen.
Man müsste nicht in einem Büro hocken vor leerem Schreibtisch. Man könnte draussen sein an der frischen Liuft und könnte sich um sein Wohlbefinden kümmern. Sport soll gut sein bei Panik. Aber wenn man abends vor lauter Anstrengung diese qualfolle Zeit im Büro zu überstehen kaum noch auf den Beinen stehen kann, wird das schwierig.
Das klingt für Laien unverständlich, aber diese Anspannung die im Büro auftritt durch eben diese Panikstörung ist nur schwer zu beschreiben und eben wirklich sehr anstrengend. Entspannungsübungen helfen kurzfristig, beheben aber auf Dauer das Problem nicht.
Was soll nur nächstes jahr werden, wenn mein Chef in Rente geht? Bis dahin muss eine lösung gefdunden sein, sonst hocke ich sicher bald auf der Straße. 3 jahre geht das nun schon so, dass der Arbeitgeber mich „durchschleppt“. Tja mein Vater ist eben ein wichtiger mann für sie. Aber der ist auch jetzt in Rente und so wird es sehr schwer werden für mich.
In meiner Kur damals hat man mir wertvolle Tipps gegeben. Aber eher mehr in dem man mich bestärkte mein Leben zu ändern. Ich sei jung genug. Und auch meine Psychologin sagt immer. „Sie können doch soviel sind so kreativ und haben so viele Ideen. Auch wenn das so unterschiedliche Sachen sind, dass es in kein Berufsbild passt, werden Sie es schon schaffen“
Und wie?
Es muss langsam was apssieren, denn langsam wird das leben sehr beschwerlich. Auch wenn es mir nicht an Lebensfreude fehlt, so merke ich doch, wie es mir zunehmend schwerer fällt mit alle dem zurechzukommen. Ok, suizidgefährdet bin ich nicht, aber in Depressionen verfalle ich immer öfter und das macht mir Sorgen.
Ich habe mir vorgenommen Badminton regelmäässig zu spielen und jeden Tag etwas spazieren zu gehen. Gestern war auch Wetter dazu und es tat gut, aber das ist nur der Anfang.
Besonders beruflich muss ich was tun, sonst macht mich das alles noch kränker.
Danke, dass Ihr zugehört habt.