woher kann es kommen, daß man große Angst vor Gewittern hat? Diese Angst geht soweit, daß ich alle Fenster schliesse, niemals rausgehe wenn es gewittert oder auch nur den Anschein hat. Heute morgen hat sich bspw. eine dunkle Wolkendecke genähert, ich hatte große Angst, daß ein Blitz herausfährt und exakt mich trifft. Hatte bisher schon 4 Erlebnisse, wo der Blitz in unmittelbarer Nähe (ca. 30 Meter) einschlug. 30 Meter sind nah.
Aber schon als Kind war diese Angst da. Woher kann das rühren?
bei Kindern ist Angst vor Gewittern normal. Kurzzeitig helles, zuckendes Licht (Blitz) und plötzliche laute grollende Geräusche (Donner) führen zum Erschrecken. Das ist uns Menschen in die Wiege gelegt.
Im Laufe unseres Lebens lernen die meisten von uns dann, daß wir uns vor Gewittern normalerweise nicht so sehr fürchten müssen und die Angst tritt nicht mehr so stark in Erscheinung. Bei manchen Menschen kann sie aber bestehen bleiben, z.B. wenn man tatsächlich einmal während eines Gewitters etwas Schlimmes erlebt hat. Bei Dir waren es sehr wahrscheinlich die 4 Blitzeinschläge in der Nähe.
Auch sonst ist es möglich, wenn man in der Kindheit einen nahestehenden Erwachsenen erlebt hat, der große Angst vor Gewittern hatte oder der sehr besorgt um einen war, wenn es gewittert hat.
Auf diese Arten könnte sich die Angst sozusagen festgesetzt haben.
danke. Möchte noch anmerken, daß diese 4 Einschläge in einem relativ kurzem Zeitraum stattfanden. Zwischen 1998-2006.
Von meinen Eltern wüsste ich niemanden, der besonders Angst davor gehabt hätte. Es sind eher die 4 Einschläge, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Statistisch gesehen ist es nämlich sehr unwahrscheinlich, daß man so oft in der Nähe von Einschlägen sich befindet.
woher kann es kommen, daß man große Angst vor Gewittern hat?
Bei deinen Erlebnissen scheint mir das völlig normal.
Ich hatte einen Kollegen, dem ähnliches passiert ist.
Der hat in seinem Arbeitsvertrag festschreiben lassen,
dass er während eines Gewitters nicht zur Arbeit kommen
muss, bzw. nicht nach Hause geht!
Auch bei ihm war es das traumatische Erlebnis eines
direkt erlebten Blitzschlags.
Ich weiss nicht ob dir das hilft, jedenfalls bist du
nicht allein.
das hilft ein wenig, sozusagen ein Tropfen auf den heissen Stein.
Aber es ist schon ein wenig eigenartig, dass es manche so gut wie nie „trifft“, andere dafür umso öfter. Das muss doch einen Grund haben?
Aber es ist schon ein wenig eigenartig, dass es manche so gut
wie nie „trifft“, andere dafür umso öfter. Das muss doch einen
Grund haben?
meinst du nun die erfahrung näherer blitzeinschläge oder die angst davor?
ersteres könnte unter „selektiver wahrnehmung“ durchaus zu einer gewissen egozentrischen
wichtigkeitsannahme verleiten, zweitere annahme ist eher eine instinktive „urangst“, die sich
durch information über den vorgang zumindest relativieren läßt.
meinst du nun die erfahrung näherer blitzeinschläge oder die
angst davor?
das ist jedenfalls eine wichtige Frage, die nach der
Kausalität.
ersteres könnte unter „selektiver wahrnehmung“ durchaus zu
einer gewissen egozentrischen
wichtigkeitsannahme verleiten, zweitere annahme ist eher eine
instinktive „urangst“, die sich
durch information über den vorgang zumindest relativieren
läßt.
Die rationalen Erwägungen sind der erste Schritt, dem stimme
ich zu. Viele Probleme lassen sich durch Vernunft klären.
Was aber hat es mit der „Selbsterfüllende Prophezeiung“,
oder der „selbstzerstörerischen P.“, die du offenbar
fürchtest auf sich?
Trifft es nicht zu, bist du aus dem Schneider, trifft sie
zu brauchst du dich lediglich „umprogrammieren“, lediglich
ist natürlich einfach gesagt! Wenn du wirklich leidest
kannst du eventuell auch professionelle Hilfe in Anspruch
nehmen. Auf jeden Fall schadet „positives Denken“ nicht
und kostet auch nix!
meinst du nun die erfahrung näherer blitzeinschläge oder die
angst davor?
Die Erfahrung sowie die Angst vor den Erfahrungen.
ersteres könnte unter „selektiver wahrnehmung“ durchaus zu
einer gewissen egozentrischen
wichtigkeitsannahme verleiten, zweitere annahme ist eher eine
instinktive „urangst“, die sich
durch information über den vorgang zumindest relativieren
läßt.
Das „Wichtigkeitssyndrom“ hatt ich in einer „religiösen Phase“ meines Lebens, jetzt nicht mehr, da ich mich nicht wichtig nehme:smile:
ein gewitter ist eine naturgewalt: stark. mächtig. laut. potentiell gefährlich. man ist ihr eventuell hilflos gegenübergestellt, man kann sie nicht verhindern, man ist nicht in der lage, es zu unterbinden, man muss warten, bis es vorbei ist. man ist als mensch ohnmächtig gegenüber der naturgewaltigen erscheinung.
das alles kann der situation von kindern gegenüber eltern ähneln, die bedingungen o.g. charakteristik verursachen.
später kann man dann stellvertretend für die angst vor den eltern eine angst vor naturgewalten bekommen.
wer mal vom blitzschlag stark erschreckt wurde, kann sich auch ohne solche kindheitserfahrungen vor gewitter ängstigen, die angst hat dann aber eine andere charakteristik, ist weniger „tief“.