Panikpatientin?

Ein liebes Hallo zusammen!

Ich bräuchte ganz dringenden Rat und / oder die Möglichkeit mich mit Leuten austauschen zu können, denen es ähnlich ging oder geht!!

Ich glaube ich bin soetwas, was man Panikpatientin nennt.
Mir stehen Untersuchungen bevor, vor denen ich panische Angst habe und auf die darauf folgenden Diagnosen wohl noch mehr. Das hört sich jetzt wahrscheinlich so an, als wäre ich sterbenskrank, bin ich gottseidank! wohl nicht (man hat ein Loch im Herzen festgestellt und ich habe grade eine Augen-Laser-OP hinter mir, die nicht so ganz gut verlief wg. einem Loch in der Netzhaut/ich hatte bei der Behandlung tierische Schmerzen, die Behandlung musste abgebrochen werden, obwohl der Arzt vorher sagte, es wäre kein großer Eingriff und es würde auch nicht weh tun! Jetzt habe ich Probleme an diesem Auge!!!) Ich kann ich mich kaum ruhig halten. Ich nehme mir fest vor, vor den Terminen / Untersuchungen ruhig zu bleiben, wenn es jedoch soweit ist, bekomme ich kaum Luft, weil ich so schnell atme, ich verkrampfe total, zittere am ganzen Körper und habe das überhaupt nicht mehr unter Kontrolle! Das habe ich erlebt, als ich meine Augen-OP hatte. Nicht nur, dass ich mich dafür sehr schäme, ich mache die Ärzte und alle um mich herum mit verrückt.
Bitte, bitte kann mir jemand hier helfen mit einem guten Rat oder einer Technik oder vielleicht Hypnose??!!
Gibt es hier vielleicht jemanden, dem es ähnlich geht?
Ich weiß wirklich nicht mehr weiter! Ich steiger mich scheinbar unaufhaltsam immer mehr in negative Gedanken hinein. Was kann ich tun???

Vorab schon einmal ein von herzen kommendes Dankeschön!

Panikpatientin?

Ich glaube ich bin soetwas, was man Panikpatientin nennt.

Das glaube ich nicht, nach dem, was du geschrieben hast :wink:

Wenngleich dir passieren kann, dass du auf Ärzte oder Therapeuten triffst, die dich zu so einem Patienten machen. (Warum das so ist, ist ein wenig komplexer und hat mit deinem Problem nur sehr indirekt zu tun)

Mir stehen Untersuchungen bevor, vor denen ich panische Angst
habe und auf die darauf folgenden Diagnosen wohl noch mehr.
Das hört sich jetzt wahrscheinlich so an, als wäre ich
sterbenskrank, bin ich gottseidank! wohl nicht (man hat ein
Loch im Herzen festgestellt und ich habe grade eine
Augen-Laser-OP hinter mir, die nicht so ganz gut verlief

So, wie du das beschreibst, hast du diese Angst also nicht einfach nur so, sondern weil du ganz konkrete, sehr negative Erfahrungen gemacht hast. Damit ist deine Angst nicht unbegründet. Im Gegenteil: Es wäre eher unvernünftig, wenn du aufgrund deiner Erfahrungen wie vorher reagieren würdest.

Allerdings bist du durch deine Angst eingeschränkt. Es besteht also Handlungsbedarf.

Nicht nur, dass ich mich dafür sehr schäme,

Das brauchst du nicht.

ich mache die Ärzte und alle um mich herum mit verrückt.

Das ist allerdings eine Folge, die eintreten kann. Du solltest in jedem Fall dein Problem vorher ansprechen, damit die Mitarbeiter Möglichkeit haben, sich darauf einzustellen!

Bitte, bitte kann mir jemand hier helfen mit einem guten Rat
oder einer Technik oder vielleicht Hypnose??!!

Du solltest dir einen guten Therapeuten suchen. Auch, wenn ich damit ausdrücklich keine Aussage darüber treffen will, die auch im weiteren Sinne als Versuch einer Diagnose missverstanden werden kann, schadet es aufgrund deiner Schilderung nicht, wenn du nach einen Psychotraumatologen guckst.

Hallo famamic,

ich möchte mich der vorangegangenen Antwort von JaninaG anschließen, dass es sehr gut nachvollziehbar ist, in dieser Situation Angst zu haben. Ich erinnere mich selber noch gut an das mehr als mulmige Gefühl vor einer medizinischen Untersuchung oder Operation.

Aber panische Angst zu haben ist noch viel unangenehmer, weil man das Gefühl haben könnte, die Kontrolle zu verlieren - wodurch sich die Angst oft noch verstärkt.

Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, ist es hilfreich bei aufkommender Panik gleich gegenzusteuern. Viele meiner Klienten berichten mir, dass ihnen in akuten Situationen Entspannungstechniken geholfen haben (z.B. die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson*).

Oder auch „gedankliche“ Techniken, z.B. sich vorher angenehme Vorstellungen (schöne Erinnerungen, eigene Erfolgsmomente ect.) zurecht zu legen und vielleicht aufzuschreiben, an die du bewusst und intensiv denkst wenn das ängstliche Gefühl kommt.

Gedanken an die beängstigende Situation lösen leider oft noch mehr Angst aus, und der Versuch absichtlich nicht daran zu denken wird vermutlich nicht klappen. Einige berichten mir von guten Erfahrungen mit der Technik, das gedankliche Bild von der Situation in der Vorstellung kleiner und farbloser werden zu lassen, um es dann irgendwo hin „weg zu packen“.

Vielleicht hilft dir eine der Möglichkeiten weiter, ich wünsche dir jedenfalls alles Gute!

Shel

* die Anleitung zur PMR nach Jacobson lässt sich sicher leicht im Internet finden. Falls nicht, können wir sie hier im Forum bestimmt noch mal anfügen.

Hallo.

Wenn es nicht der bevorstehenden Untersuchung, bzw. Operation widerspricht, so hilft in solchen Situationen ganz ungemein vernünftig dosiertes Valium oder Ähnliches.

Die berühmte L.m.a.A-Pille, die man im Krankenhaus meist am Abend vor einer Operation bekommt.

Du solltest mal mit deinem Hausarzt darüber sprechen.

Es bricht häufig auch den Teufelskreis der Angst vor der Angst, so dass man beim nächsten Mal. wenn alles gar nicht so schlimm war, vielleicht schon ohne aus kommt.

Gruß, Nemo.

Ganz lieben Dank für Eure Antworten! Bzgl. der Muskelentspannung werde ich mal im Netz schauen, das ist wirklich eine gute Idee und ich werde es probieren!! An „etwas schönes Denken“ geht bei mir völlig nach hinten los. Ich habe eine nicht ganz so schöne Vergangenheit und kämpfe gegen viele Ängste. Als ich z.B. „Eine Phantasiereise“ zur entspannung mal mitgemacht habe, sagte die Kursleiterin auch „wir denken jetzt an etwas ganz schönes, was wir schon erlebt haben…“ Dann musste ich anfangen zu weinen und die Tränen hörten einfach nicht mehr auf zu kullern, das hatte ich gar nicht mehr unter Kontrolle, das war mir sehr unangenehm den anderen gegenüber…Daher scheint das wohl nicht das richtige für mich zu sein…danke jedenfalls nochmal für die hilfreichen Antworten!
Liebe Grüße

Wenn du so grundlegend Probleme mit Ängsten hast, dann sieht die Sache ein wenig anders aus. Die Empfehlung, das therapeutisch aufzuarbeiten, gilt aber weiterhin.