heute wende ich mich an euch, um mir ein paar Meinungen einzuholen.
Wahrscheinlich steht bei mir in nächster Zeit eine Darmspiegelung an. Wie man so hört und liest, wird diese unter Einfluss eines hypnotikums durchgeführt um Schmerzfreiheit zu gewährleisten. Nun ist es so, dass ich weder Angst vor derSpiegelung, noch vor dem vorherigen abführen habe, sondern mich diese Narkose regelrecht in Panik versetzt. Ich hatte bisher einmal etwas ähnliches mit meiner damaligen Magenspiegelung erlebt.Dieses kurze Gefühl des Wirkens der Spritze ruft schon beim Gedanken daran regelrechte Anfälle bei mir hervor. Das Gefühl ohnmächtig über seinen Körper zu sein…keine Kontrolle mehr zu haben…dieses schwummerige Gefühl nachdem die Spritze gesetzt wurde… ich darf garnicht daran denken, sonst fängt mein Herz total schnell an zu klopfen und ich bekomme Schweißausbrüche. Da Gefühl, die Kontrolle über sich selbst zu verlieren treibt mich in den Wahnsinn. Kann man gegen solche Ängste irgendetwas unternehmen? Gibt es Alternativen zur Darmspiegelung? (dient zur Abklärung eines Reizdarmsyndroms- wobei ich noch nicht weiß, ob der Doc überheupt den Darm spiegelt. Ich bin dort zur Erstvorstellung, aber man liest das überall!)
meine Kollegin lässt sich auch regelmäßig den Darmspiegeln zur Krebsvorsorge. Sie lässt sich grundsätzlich nie unter Dormicum oder welches Medikament dazu genutzt wird setzen. Sie meinte, das wäre auch ohne Medikation echt super auszuhalten und nicht wirklich schmerzhaft. Wenn diese Kurznarkose so ein Problem für dich darstellt, dann lass sie doch weg. Ist ja nicht zwingend notwendig!
Bei ner Darmspiegelung findet keine Narkose statt.
Man kriegt bein Schmerzmittel und eine Beruhigungsmittel, gewöhnlich Dormicum oder Propofol
Nach Abschluß der Untersuchung wird die Wirkung dieser Medikamente abgebrochen
Ohne Medikamente geht es manchmal bei jüngeren Leuten, jeälter man wird, desto änger und verschlungener ist der Darm.
Ohne die Medikation kann es passieren, daß man plötzlich so einen zappelnden Fisch auf der Liege hat. Dann ist alles umsonst gewesen - die gesamte Vorbereitung.
Alternative: Röntgen Colon. Das können aber heute nur noch wenige Leute.
Und sollte dabei ein Polyp gefunden werden, gibt es zwei, nein drei Möglichkeiten:
a) Darmspiegelung, um das Ding heraus zu holen
b) große Operation mit Bauchschnitt (und dann richtigr Narkose)
c) Das Ding sitzen lassen und in Ruhe auf den Krebs warten.
Ängste und Vermeidung
Hallo!
Etwas grundsätzliches über derlei Ängste: Wenn man immer wieder vermeidet, wovor man Angst hat, wird die Angst mit jedem Mal größer. Wer sich ihr stellt, wird feststellen, dass all die schrecklichen Dinge, die sich die Angstfantasien ausmalen, nicht eintreffen. Die Angst wird kleiner.
Das gilt natürlich für irrationale Ängste, die Angst davor, ohne Fallschirm aus dem Flugzeug zu springen ist ja ganz sinnvoll…
Wenn die Angst wirklich stark ist, sollte man sowas nicht tun, ohne vorher mit jemandem gesprochen zu haben, der sich damit auskennt. Der 1. Schritt wäre, mit dem Arzt zu sprechen, der die Spiegelung mit Dir machen will. Du wirst sehen, Du bist mit deinem Problem sicher nicht allein und es gibt bestimmt Lösungen dafür. Evtl. gibt es Medikamente oder andere Narkosemittel, die dir ein unangenehmes Erlebnis wie bei der Magenspiegelung ersparen.
Hast Du noch mehr so unerklärliche Ängste? Bei manchen Menschen häuft sich das, da sollte man doch vielleicht mal einen Psychologenbesuch in Betracht ziehen. Die Lebensqualität ist ohne solche Ängste doch wesentlich größer.
Ich bin eigentlich meist gegen dauerhafte Vermeidung von solchen Angstauslösern. Mal den Teufel an die Wand gemalt: Deine Angst vor Narkosen bleibt und weitet sich aus. Dir passiert mal etwas Schlimmeres und Du brauchst eine Narkose und drehst dann völlig am Rad… Dann lieber jetzt unter halbwegs zu kontrollierenden und planbaren Bedingungen.
in der Tat kann man bei der Untersuchung auf Beruhigungsmittel oder eine Kurznarkose verzichten, wenn man das möchte.
Aber -nur der Vollständigkeit halber- eine solche Koloskopie kann bei manchen Menschen durchaus als recht schmerzhaft empfunden werden.
Besprich das am besten mit dem Arzt, der die Untersuchung durchführen wird und berichte ihm auch von Deinen Ängsten.
Da bekmmst Du ohnehin zuerst einen Termin für ein Vorgespräch.
Naja die Angst meinen Körper nicht unter Kontrolle zu haben, habe ich schon immer! Ich war noch nie ernsthaft betrunken, wenn ich irgendeine Krankheit habem welche mit Brechreiz einhergeht, habe ich diesen immer bis zum letzten unterdrückt und ohnmächtig war ich noch nie. Keine Ahnung weswegen das so ist, aber ich gebe dir recht- das belastet mich schon sehr! Aber Narkose ist natürlich der absolute Supergau für jemanden, der sowieso solche Probleme hat…
Bei Vorsorgen ist die Darmspiegelung auch leichter auszuhalten. Wenn du aber eine Darmerkrankung hast wie Reizdarm, Morbus Crohn etc.und alles was den Darm empfindlich macht, dann ist der ja von sich aus schon gereizt (und vom Abführen vorher) da macht die Spiegelung schon weniger Spass.
Nicht schlimm…
… dass Du noch nie ernsthaft betrunken warst
Ich hatte einmal in meinem Leben einen „Filmriss“ wegen Alkohol und ich kann Dir sagen: Ich werde es ganz sicher nicht wiederholen! Unter anderem aus dem gleichen Grund, den Du auch nennst.
Man kann natürlich spekulieren, warum Dir die Kontrolle über Deinen Körper so extrem wichtig ist. (Lies mal Homo faber von Max Frisch, das am Rande). Das Bedürfnis nach Kontrolle hat irgendwie sicher jeder. Bei einer Entbindung kann frau das schön üben: Der Körper übernimmt vollständig die Steuerung und je früher man das schafft, sich dem zu „ergeben“, umso besser eigentlich. Auch bei medizinisch notwendigen Eingriffen sollte es einen Punkt geben, an dem man denken kann: Ok liebe Ärzte: übernehmen sie. Man kann ja eh nichts anderes machen, objektiv betrachtet.
Im konkreten Fall ist es natürlich schon eine Alternative, das ohne Narkose oder ähnlichem zu machen.
das belastet mich schon sehr!
Und das ist der Punkt, warum ich Dir noch einmal nahe legen möchte, Dir da Hilfe zu suchen. Das hat nichts mit „irre“ oder „verrückt“ zu tun. Aber wenn Dich das einschränkt, solltest Du auf jeden Fall etwas dagegen unternehmen.
Aber Narkose ist natürlich der absolute Supergau für jemanden,
der sowieso solche Probleme hat…
Arbeitest du auch viel? Kannst du keine Verantwortwung abgeben? Bist du so ein richtiger workaholic? Sowas hängt nämlich oft mit der Angst vor Kontrollverlust zusammen und dabei hilft das selbe, wie beim Stressabbau, nämlich Entspannungstechniken, autogenes Training u.ä.
Hallo Leibit,
eine Darmspiegelung ist enorm wichtig, und sollte nicht wegen der Angst vor der Narkose gemieden werden!!! Es geht auch ohne Narkose. Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen; die erste Darmspiegelung wurde nur vorsorglich vorgenommen - mit Narkose, danach wacht man auf, als hätte man einen geruhsamen Erholungsschlaf hinter sich. Es wurden weitere nötig, davon schon DREI MAL OHNE Narkose, das ist total unkompliziert verlaufen und war hochinteressant. Und das tolle ist, ich habe einen Arzt kennengelernt, der mein vollstes Vertrauen gewonnen hat.
Nur Mut, BGGMW