Papa, can you hear me?

Also, jetzt haben die Katholiken ihren neuen Papa…
Oder wir alle haben ihn, schließlich sind wir ja alle Schwestern und Brüder… oder?
Ich glaube, wer nicht einen konservativen Bewahrer des Glaubens erwartet hat war nicht realistisch. Aber was bedeutet er für die Welt? Für den Rest der Menschheit?
Dazu ein kleiner Rückblick auf den vorigen Papst.
Vieles war er nicht, Reformer z. B.
Aber eines war er ganz sicher, ein Mann des Friedens. Und ein Mann der Menschlichkeit. Und einer der Aussöhnung z. B. mit den Juden.
Ein Bild hat mir mehr gesagt als tausend Worte: Er betet vor der Klagemauer wie ein Jude, oder falls man mir das gestattet ALS Jude. Großer Mann: Oberhaupt der Katholiken, einfacher Jude.
Ich selbst bin ja irgendwo zwischen Judentum und Katholizismus aufgewachsen. Nur hat mich die Geschichte der katholischen Kirche ein wenig abgeschreckt. Was hat sie nicht alles den Juden angetan. Bis hin zu Pius XII der zu den Nazis geschwiegen hat.
Aber JPII hat mich wieder versöhnt. Ich finde es wieder ganz in Ordnung zwischen Judentum und Katholizismus zu sein. Wer das nicht in Ordnung findet, naja ich kanns ja nicht jedem recht machen…
Achja noch was: Ich bin ja nicht gerade glaubensstark: Nicht alles was in der Bibel/Thora steht glaube ich: Nur Beispiele: die Erschaffung der Welt in 7 Tagen und überhaupt die Ewigkeit Gottes. Als Kind konnte ich mir nichts unter Ewigkeit vorstellen und so fragte ich einen Pfarrer und einen Rabbiner. Keiner von ihnen konnte eine (mir) ausreichende Erklärung bieten. Mein Freund Joseffele zwar auch nicht aber eine die mir gefiel: Ewigkeit ist zwei mal unendlich plus drei Tage. Die Erklärung: Gott hat bis gestern unendlich viele Tage gelebt. Ab morgen wird er unendlich viele Tage leben. Das plus gestern, heute und morgen ergibt zwei mal unendlich plus drei Tage. (Schreibt man in diesem Fall unendlich groß oder klein? Nach der neuen oder alten Rechtschreib(un)ordnung?)
Allerdings bin ich auch ganz schwach im Nicht-Glauben. Die Wissenschafter können schon erklären was Bruchteile von Sekunden nach dem Urknall war. Aber was war davor?
Glaube oder Unglaube, ich glaube man kann es sich nicht aussuchen, oder sich selbst zum Glauben zu bewegen. Entweder man glaubt oder auch nicht.
Aber, was ist es jetzt was mich an Religion fasziniert? Es sind die Menschen die sie leben. Historisch: Jesus und Buddha.
In der Jetztzeit: der letzte Papst, Wiens Oberrabbiner Eisenberg und der Dalai Lama. Und natürlich viele andere. (Vielleicht (k)ein gutes Beispiel für den Islam: Yussuf Islam / Cat Stevens.)
Sie haben etwas gemeinsam: Sie zeigen den Weg wie man das Leben leben kann wenn einem die Konsum- und Spaßgesellschaft nicht genug bietet (nicht genug bieten kann) und das mit Weisheit, Menschlichkeit und Güte.

Hmmm ich hoffe dieser neue Papst ist aus dem selben Holz geschnitzt. Was diese Welt braucht ist Versöhnung, ist Friede.

Der Papst als Oberhaupt von 1 Milliarde Katholiken kann viel dazu beitragen. Wenn er es tut ist er auch mein Papa, da kann er konservativ sein wie er will.

Servus
Herbert

nur ne ganz kurze Frage:

Kennst Du ‚Schiffbruch mit Tiger‘ von Yann Martel?

iz.

Hallo Herbert,
wollen wir hoffen, dass Papst Benedikt Deine schönen Gedanken gelesen hat oder noch lesen wird.

Tage. (Schreibt man in diesem Fall unendlich groß oder klein?

unendlich klein, Unendlichkeit groß
Gut, dass Du Dich für die neue Rechtschreibung interessierst. Joseph alias Benedikt als Freund der präzisen Sätze wird das zu schätzen wissen.

geschnitzt. Was diese Welt braucht ist Versöhnung, ist Friede.

außerdem Humor, Sinn für Gerechtigkeit, Kampf gegen Kapitalismus

Hmmm ich hoffe dieser neue Papst ist aus dem selben Holz
geschnitzt. Was diese Welt braucht ist Versöhnung, ist Friede.

Der Papst als Oberhaupt von 1 Milliarde Katholiken kann viel
dazu beitragen. Wenn er es tut ist er auch mein Papa, da kann
er konservativ sein wie er will.

Hallo Herbert,

freut mich immer wieder Leute zu sehen die dem neuen Papst Kredit einräumen. Es wird vielzuviel auf ihm rumgehackt. Egal wie er wahrgenommen wird z. Zt., an seinen Taten wird man ihn erst messen können und da bin ich Optimist denn er macht einen guten Eindruck, jedenfalls auf mich.
Warten wirs ab und hoffen das Beste.

mfg,oK

Wir sind Papst! :frowning:
hallo Herbert,
es ist immer wieder ein Genuss von Dir was zu lesen.

Doch nun zum Papst.
Er hat heute gezeigt, dass er den Weg von JPII weiter gehen oder sogar noch forcieren will.
Ich glaube, dass sich sämtliche Kritiker noch sehr wundern werden, wozu er fähig ist.
Denn ein Teil der Politik JPII´ war sein Werk, hat er geplant und geformt.
Hoffen wir, dass er diesen Weg recht lange gehen kann!

Grüße
Babalou

der kuschelpapst

Es wird vielzuviel auf ihm rumgehackt.

ok,
finde ich auch.
weltweit sollte solch kreidefresserei gewürdigt werden, denn einfach
ist diplomatisches verrenken sicher nicht.

ich gebe dir recht:
warten wir mal ab und schauen auf die politischen schachzüge, die
nach der medienhysterie ganz sinnig das tagesgeschäft fortsetzen.

neuerdings wird ja auch von bekannten politischen stimmen die
„überlegenheit“ des katholizismus öffentlich propagiert.

zufall? bestimmung? dummes zeug?

der herr weiß um die antwort, oder das kartoffelpendel.

alles gute,
f.

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@ Babalou, Oudekas, Franz und Isabel
Danke für die netten Worte an Babalou, Oudekas, Franz und Isabel. Und natürlich die *Sternchen* :smile: auch wenn ich nicht weiß wie ich sie verdient hab.
Wie so oft bin ich durch eigenes Verschulden (exzessives Trödeln) wieder mal in Zeitnot, deswegen antworte ich nicht jedem einzeln.
Fragen hätte ich auch noch, aber keine Zeit sie zu formulieren.

bis ich sie habe…
Servus, und liebe Grüße
Herbert

Hallo Herbert!

Schon alleine die Diskussion um seine Person (Stichwort: Panzerkardinal) kotzt mich an. Wenn alles so stimmt, wie das die katholische Kirche beschreibt, dann war es ja Gottes Wille, daß Joseph Ratzinger Papst wurde. Wer erlaubt sich, dies in Frage zu stellen?
Wie kann eine Diskussion darüber entflammen, die etwa meint; Herr XY wäre ein besserer Papst als Ratzinger, weil er vielleicht den Zölibat abschaffen wolle?
Der Papst als politische Figur? Selbstverständlich ist er eine, aber ist das seine Aufgabe?
Egal, ob Juden, Christen, Islamisten, Buddhisten und sonstige -isten
Die Frage lautet doch IMHO: Was ist die Wahrheit? Und die Antwort darauf ist uns Gott bis heute schuldig geblieben, sodaß die Menschen auf unterschiedlichen Wegen danach such(t)en und sie zu finden glaub(t)en.

Diese Einsicht wird Benedikt XVI auch nicht haben (können), daher ist es müßig, darüber zu diskutieren, ob er nun ein guter Papst oder ein schlechter Papst ist; Tatsache ist, daß er Papst ist.

Ich halte ihn für einen klügeren Menschen als mich, aber trotzdem glaube ich ihm nicht alles.

my 2 cents

Gollum

Danke für die netten Worte an Babalou, Oudekas, Franz und
Isabel. Und natürlich die *Sternchen* :smile: auch wenn ich nicht
weiß wie ich sie verdient hab.

wie unser Papst Benedikt
Habemus papam, We have the pope, Nous avons le pape

Servus Franz Josef,

ich könnte jetzt sagen, der Vergleich ist wohl zu viel des Guten :smile:
(und entschuldige die Verspätung)
Aber ich nutze gleich mein Antwortposting um eine Frage zu stellen.
Vielleicht nicht an Theologen sondern an Menschen die es sich gestatten einen Schritt zurückzutreten und über folgendes nachzudenken:
Was hat das Juden/Christentum bewirkt? Positives und negatives? Negatives gab es ja genug, Stichworte: Kreuzzüge und die Inquisition. Aber natürlich so viel mehr positives. Das Judentum war ja von Anfang an ein Modell der sozialen Gesellschaft – von unten, und nicht von oben. Jesus hat es mit seiner Bergpredigt genial auf den Punkt gebracht. Wollte er damit nur das Judentum erneuern?
Wie wirkt es sich auf unsere moderne Gesellschaft aus? Demokratie/Menschenrechte bestimmen ja !Gottseidank! einen guten Teil unserer Erde. Sie haben sich von der Religion teilweise abgekoppelt (was ich ganz gut finde) und viele Demokraten sehen den Zusammenhang nicht (mehr). Was wäre aber, hätte es das Juden/Christentum nie gegeben?
Über etwas musste ich lächeln. Ein Rotkreuzmitarbeiter war sich nicht bewusst wie sehr das Rote Kreuz etwas mit dem Christentum zu tun hat (denkt nur an das Symbol). Ich glaube, auch wenn er Atheist ist, er handelt mehr nach dem Juden/Christentum als so mancher Gottesdiener. Und wie wirken sich die positiven Einflüsse aus dem Buddhismus aus? Geht vieles ganz knapp unter der Bewusstseinschwelle und wird oft nicht in Zusammenhang gebracht.
Ich habe bisher vom Juden/Christentum als Einheit gesprochen (war meine Absicht). Da gibt es theologisch natürlich große Unterschiede. In der Moral ganz feine. Ich glaube immer mehr von den feinen Unterschieden werden erkannt und sie werden in die Moral (tut mir leid, ich finde kein anderes Wort) der jeweils anderen Religion/Gesellschaft bewusst oder unbewusst mithineinbezogen. (Was mich natürlich auch freut.) Wobei das mehr ein Gefühl ist, Beweise dafür habe ich nicht.

Servus
Herbert

Danke für die netten Worte an Babalou, Oudekas, Franz und
Isabel. Und natürlich die *Sternchen* :smile: auch wenn ich nicht
weiß wie ich sie verdient hab.

wie unser Papst Benedikt
Habemus papam, We have the pope, Nous avons le pape