Papa hat Komplexe -lang-

Hallo zusammen,
ich hoffe der ein oder andere kann mir einen Rat geben wie ich mit dieser Situation umgehen soll/kann: Ich lebe in Hamburg, meine Familie in Osnabrück. Mein Vater ist für eine Speditionsfirma sehr viel in Deutschland mit seinem LKW unterwegs und ist früher häufig bei mir vorbei gekommen, hat mich besucht und mir in der Wohnung geholfen (Regale, Lampen aufhängen usw.)
Seit ich meinen Mann kenne ist er nicht mehr bei mir gewesen. Auf meine Nachfragen hies es immer er hätte keine Hamburg Touren mehr und wenig Zeit. Nun gut, kann sein. Von meiner Mutter höre ich aber das er öfters durch HH fährt.
Ich habe das eine ganze Zeit jetzt so laufen lassen und seine Ausreden akzeptiert, nur so langsam finde ich das sehr merkwürdig und bin auch ein bißchen traurig, weil wir im Grunde ein gutes Verhältnis hatten.
Da ich annehme es hat irgendwas mit meinem Mann zu tun habe ich nun mal meine Mutter angesprochen (ergab sich gerade so) ob Papa mal was gesagt hätte und hab ihr meine Sorgen geschildert.
Sie meinte er hätte wohl Komplexe und mein Papa hätte wohl mal gesagt das ich mich schämen würde wenn er in Arbeitskleidung zu mir kommen würde. Was natürlich völliger Quatsch ist!!! Er würde sich komisch vorkommen da mein Mann so viel verdient und hätte Angst bei uns was kaputt zu machen.
Nun muss man dazu sagen das meine Eltern (und natürlich auch ich vormals) in normal bürgerlichen Verhältnissen leben. Mein Mann, seine Familie und natürlich jetzt auch ich gehören eher zur gehobenen Mittelklasse (mir viel kein besserer Ausdruck ein). Wir haben ein schönes großzügiges Haus, Angestellte und mehrere Fahrzeuge der Luxusklasse. Meine Mutter meint er würde da vielleicht nicht so gut mit klar kommen das es uns so „gut“ geht. Davon mal abgesehen fällt uns auch nichts in den Schoß. Mein Mann ist genauso wie Papa die ganze Woche unterwegs und arbeitet hard. Der einzige dem was in den Schoß fällt bin ich … :frowning:
Nur wie kann ich jetzt meinem Papa vermitteln das ich doch immer noch ich bin. Das ich ihn liebe und mich freue wenn er mich besucht?
Ich will doch nicht das er denkt ich würde mich für ihn schämen! Ich war richtig geschockt …
Mein Mann verhält sich im Übrigen auch völlig normal und in keiner Weise irgendwie herablassend. Ich kann mir nicht erklären wie er auf sowas kommt.
Für Rat dankt, Cora

hi Cora

Nur wie kann ich jetzt meinem Papa vermitteln das ich doch
immer noch ich bin. Das ich ihn liebe und mich freue wenn er
mich besucht?
Ich will doch nicht das er denkt ich würde mich für ihn
schämen! Ich war richtig geschockt …
Mein Mann verhält sich im Übrigen auch völlig normal und in
keiner Weise irgendwie herablassend. Ich kann mir nicht
erklären wie er auf sowas kommt.
Für Rat dankt, Cora

schick ihm genau deinen Beitrag, den du hier geschrieben hast als Brief :o) Dann kann er sich das noch mal in Ruhe im Kopf herumgehen lassen ohne sich dazu gezwungen zu fühlen dir direkt darauf antworten zu müssen ;o)

Kommt denn deine Mutter dich besuchen ? Waren sie beide mal da ? deine Mutter scheint ja mit deiner „persönlichen Situation“ keine Probleme zu haben ;o) Evtl. kann sie ja bei der Klärung behilflich sein :o)

Gruß H.

vertrauen verloren
hi cora,

vielleicht fuehlt sich dein papa auch einfach unwohl in so einer luxurioesen umgebung mit bediensteten? vielleicht will er sich dem gar nicht ‚aussetzen‘? (irgendwie auch verstaendlich…)

schlag ihm doch mal vor, dass du gerne mit ihm einen trinken gehen wuerdest, wenn er wieder mal in der stadt ist. in einem stinknormalen und bezahlbaren restaurant. vielleicht anfangs auch ohne deinen mann. damit kriegst du zeit, in dem du sein vertrauen wieder gewinnen kannst.

ich wuensch dir viel erfolg.

liebe gruesse
coco

Papa scheint ‚unsicher‘ zu sein
Hi Cora,

ich kann Dich verstehen - und Deinen Vater auch.

Du lebst jetzt „in einer anderen Welt“, hast die „Stufe“, auf der Du mit Deinen Eltern bisher gemeinsam gelebt hast, verlassen und es geht Dir (was Dein Vater sich vermutlich immer gewünscht hat) besser als ihm jemals im Leben. Und doch scheint er mit Deiner neuen Welt nicht so recht klar zu kommen, fühlt sich dort irgenwie verkehrt und unwohl/unpassend. Vielleicht ist ihm der Schritt in diese andere Gesellschaftsschicht einfach zu groß - und Du musst ihm ein wenig entgegenkommen.

Wenn Dein Vater Fernfahrer ist, könntest Du Dich mit ihm z. B. an einer BAB-Raststätte in Deiner Nähe treffen und erst einmal wieder Nähe und Vertraut-sein aufbauen. Ihm würde vielleicht auch helfen, wenn Du ihm „gestehst“, dass auch Dich Dein neues Umfeld anfangs befremdet hat und Du unsicher warst und dass Du erst nach und nach erkannt hast, dass die Menschen trotz Reichtum und Luxus „ganz normal“ und nett sind. Mach´ ihm die Schritte auf Dich zu kleiner und leichter, dann wird er (wieder) zu Dir kommen.

Hallo Cora,

sehr rücksichtsvoll, Dein Vater.
ehrlich gesagt hört sich das für mich an, wie eine von Dir versäumte „offizielle“ Einladung.
Ich kenne das aus meiner Familie.
Meine Mutter beklagte sich einmal lang und breit, dass ich sie ja nie zu mir kommen dürfe, weil ich sie niemals einlade.

Wir wohnen ungefähr 20Meter von einander entfernt …
kommen und einfach mal klingeln wäre also nicht das Problem.

Aber kommt man denn als Mutter immer recht???
(So ihre Antwort)

Also: lade Deinen alten Herrn/Deine Eltern ab und zu offziell zu Dir ein.
Sie müssen wohl ausdrücklich wissen, dass sie herzlich willkommen sind.
Vielleicht kommt Dein Vater dann im Lauf der Zeit auch ab und zu „einfach mal so“.

viele grüße
geli

Hallo,

jetzt weisst Du ja, dass es bei Dir zu Hause nicht gemütlich genug ist für Deinen Papa und kannst daran etwas ändern, oder eben nicht. Wer weiss, wie es bei Dir zu Hause im Vergleich zu Deinen Eltern aussieht. Dass er eventuell Angst hat etwas kaputt zu machen, läßt darauf schliessen, dass ihr Euer Haus auch als Repräsentanz verwendet und nicht hauptsächlich als Heim.

Falls es sich wirklich um einen Klassenkomplex handeln sollte, dann ist das anscheinend gar nicht so selten anzutreffen.

Meiner Mutter schreibt meinen Namen auch mit allen möglichen Titeln anstatt einfach nur meinen Namen zu verwenden, weil sie das toll findet, dass ich es „geschafft“ habe, vor allem im Vergleich zu den Kindern ihrer Geschwister. Dabei hat sie nämlich in ihren Augen weniger geschafft als ihre Brüder und das hat ihr immer zu knabbern gegeben und tut es noch.

Aber es könnte auch gar kein Klassenkomplex sein!
Warum soll er Dich auch so viel spontan besuchen, wenn Du verheiratet bist. Das ist sicher abhängig von der Familie, aber ich würde mir komisch vorkommen, wenn meine Eltern anfingen Spontanbesuche zu tätigen. Das wäre ja noch schöner! :wink:

Der einzige dem was in den Schoß fällt bin ich
:frowning:

Glückwunsch! Ich muss leider arbeiten.

Eencockniedo

Hallo Cora,

sehr rücksichtsvoll, Dein Vater.
ehrlich gesagt hört sich das für mich an, wie eine von Dir
versäumte „offizielle“ Einladung.
Ich kenne das aus meiner Familie.
Meine Mutter beklagte sich einmal lang und breit, dass ich sie
ja nie zu mir kommen dürfe, weil ich sie niemals einlade.

Weiß nicht, ich hab ihn so oft eingeladen - auch zusammen mit meiner Mutter mal über ein Wochenende. Immer heißt es keine Zeit, keine Lust, zu aufwendig. Daran kann es also nicht liegen.
Früher hat mein Vater auch keine offiziele Einladung gebraucht.

Wir wohnen ungefähr 20Meter von einander entfernt …
kommen und einfach mal klingeln wäre also nicht das Problem.

Aber kommt man denn als Mutter immer recht???
(So ihre Antwort)

Also: lade Deinen alten Herrn/Deine Eltern ab und zu offziell
zu Dir ein.
Sie müssen wohl ausdrücklich wissen, dass sie herzlich
willkommen sind.
Vielleicht kommt Dein Vater dann im Lauf der Zeit auch ab und
zu „einfach mal so“.

Wär mal wieder schön …

viele grüße
geli

Hi Cora,

ich kann Dich verstehen - und Deinen Vater auch.

Du lebst jetzt „in einer anderen Welt“, hast die „Stufe“, auf
der Du mit Deinen Eltern bisher gemeinsam gelebt hast,
verlassen und es geht Dir (was Dein Vater sich vermutlich
immer gewünscht hat) besser als ihm jemals im Leben. Und doch
scheint er mit Deiner neuen Welt nicht so recht klar zu
kommen, fühlt sich dort irgenwie verkehrt und
unwohl/unpassend. Vielleicht ist ihm der Schritt in diese
andere Gesellschaftsschicht einfach zu groß - und Du musst ihm
ein wenig entgegenkommen.

Ich weiß dass das nicht so einfach ist. Musste da schließlich auch durch. Von daher kann ich auch verstehen wenn man sich fehl am Patz fühlt - aber ich wüßte nicht wie ich ihm noch entgegenkommen kann.
Was ich schon sagte, ich bin ja immer noch ich und wenn er in HH ist gehen wir meist in irgendeine Fernfahrerkneipe, was auch ok ist. Die Jungs sind ja meist ganz unterhaltsam und wir hatten auch viel Spaß.

Wenn Dein Vater Fernfahrer ist, könntest Du Dich mit ihm z. B.
an einer BAB-Raststätte in Deiner Nähe treffen und erst einmal
wieder Nähe und Vertraut-sein aufbauen. Ihm würde vielleicht
auch helfen, wenn Du ihm „gestehst“, dass auch Dich Dein neues
Umfeld anfangs befremdet hat und Du unsicher warst und dass Du
erst nach und nach erkannt hast, dass die Menschen trotz
Reichtum und Luxus „ganz normal“ und nett sind. Mach´ ihm die
Schritte auf Dich zu kleiner und leichter, dann wird er
(wieder) zu Dir kommen.

Ich geb mein bestes, nur komm ich nicht weiter. Trotzdem danke für die Ratschläge.

hi cora,

vielleicht fuehlt sich dein papa auch einfach unwohl in so
einer luxurioesen umgebung mit bediensteten? vielleicht will
er sich dem gar nicht ‚aussetzen‘? (irgendwie auch
verstaendlich…)

? „aussetzen“ das hört sich ja an als würde ich ihn die Hölle schicken … Es ist schließlich mein zu Hause. Aber wie ich weiter oben schon geschrieben habe, sind wir auch früher nie in meiner Wohnung gewesen. Ich habe ihn immer abgeholt und dann sind wir in irgendeine Kneipe. Von daher würde er gar nicht in Berührung kommen.

schlag ihm doch mal vor, dass du gerne mit ihm einen trinken
gehen wuerdest, wenn er wieder mal in der stadt ist. in einem
stinknormalen und bezahlbaren restaurant. vielleicht anfangs
auch ohne deinen mann. damit kriegst du zeit, in dem du sein
vertrauen wieder gewinnen kannst.

Mein Mann ist eh die ganze Woche unterwegs und nur am WE zu Hause. Das kann es also nicht sein. Und das ich mit ihm nicht in Schicki-Micki Schuppen gehe ist auch klar. Ist eh nicht meine Welt - aber notgedrungen (Gruppenzwang) muss ich manchmal. Könnte dann jedesmal kotzen wenn ich für ne Flasche Wasser 16,- bezahlen soll …
Was mir gerade einfällt - meine Freunde haben diese „Berührungsängste“ nicht. Sind ja immer noch die gleichen, inden es alle toll und freuen sich für mich …
Warum mein Papa nicht ? :frowning:

ich wuensch dir viel erfolg.

liebe gruesse
coco

Moin,

vermutlich hat sich nicht nur dein Umfeld verändert. Vermutlich hast du dich durch das veränderte Umfeld ebenfalls verändert und dein Vater mag dich „so“ einfach nicht mehr so sehr wie früher.

Gruß
Marion

Hab ich auch schon mal drüber nachgedacht, aber das denke ich im Grunde eigentlich nicht. Denn auch meine Freunde sind nach wie vor die Gleichen und von denen hat sich auch niemand zurück gezogen. Ich bin ziemlich sicher das meine beste Freundin mir verraten hätte wenn ich eine arrogante Ziege geworden wäre :wink:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin,

Hab ich auch schon mal drüber nachgedacht, aber das denke ich
im Grunde eigentlich nicht.

Das wäre allerdings ein Wunder. In deinem Leben scheint sich ja in lezter Zeit einiges getan zu haben. Du hast geheiratet, lebst in einem anderen Umfeld, pflegst einen anderen Lebensstil etc. Natürlich verändert das einen, jedoch vielleicht nicht unbedingt in die Richtung, die du vermutest.

Natürlich ist es nicht so, dass jemand zwangsläufig zur „arroganten Zicke“ wird, wenn sie in einer anderen Vermögensschicht landet und natürlich ist es nicht so, dass jemand anders dann zwangsläufig „Minderwertigkeitskomplexe“ bekommt. Ich finde es allerdings interessant, dass viele hier (einschließlich dir) dieses in diesem Fall vermuten. Das sagt immerhin einiges über die eigene Einstelung zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten aus.

Es gibt überall Zicken und es gibt überall Leute mit Minderwertigkeitskomplexen. Das ist von der gesellschaftlichen Schicht völlig unabhängig. Also frag dich doch mal, inwiefern du dich tatsächlich verändet hast?

Du sagst, das geht schon, seit du deinen Mann kennengelernt hast. Vielleicht hängt das Verhalten deines Vaters also eher damit zusammen, DASS du jetzt einen Mann hast und verheiratet bist und nicht unbedingt damit, WEN du geheiratet hast. Vielleich bist du jetzt für deinen Vater nicht mehr „sein Mädchen“, dem er Lampen aufgehängt hat etc. sondern eben die Frau eines anderen Mannes. Je nachdem wie sein Rollenverständnis in der Familie ist, könnte sich allein durch deine Heirat hier etwas Entscheidendes für ihn verändert haben. Dies könnte auch mit ein Grund sein, warum das Verhältnis zu deiner Mutter (die ja nun ebenfalls einer anderen gesellschaftlichen Schicht angehört) durch die Heirat offenbar weniger belastet ist.

Als Lösungsvorschlag würde ich an deiner Stelle nicht mehr in dieser Minderwertigkeitskiste rumstochern. Selbst wenn es zutrifft, kommst du dort nicht weiter. Statt dessen komm deinem Vater lieber entgegen. Wenn du ein gutes Verhältnis zu ihm möchtest, dann geh du auf ihn zu. Besuch du ihn bei sich zu hause und geh mit ihm aus. Zeig ihm, dass er für dich als Vater immer noch wichtig ist, trotz „neuem“ Mann in deinem Leben. Finde für ihn und für euch beide ein neues Rollenverhältnis, in dem ihr euch beide wohlfühlt.

Denn auch meine Freunde sind nach
wie vor die Gleichen und von denen hat sich auch niemand
zurück gezogen. Ich bin ziemlich sicher das meine beste
Freundin mir verraten hätte wenn ich eine arrogante Ziege
geworden wäre :wink:

Warum hättest du das werden sollen? Geld macht aus niemandem einen besseren Menschen, aber auch keinen schlechteren.

Gruß
Marion

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Moin,

Hab ich auch schon mal drüber nachgedacht, aber das denke ich
im Grunde eigentlich nicht.

Das wäre allerdings ein Wunder. In deinem Leben scheint sich
ja in lezter Zeit einiges getan zu haben. Du hast geheiratet,
lebst in einem anderen Umfeld, pflegst einen anderen
Lebensstil etc. Natürlich verändert das einen, jedoch
vielleicht nicht unbedingt in die Richtung, die du vermutest.

Natürlich ist es nicht so, dass jemand zwangsläufig zur
„arroganten Zicke“ wird, wenn sie in einer anderen
Vermögensschicht landet und natürlich ist es nicht so,
dass jemand anders dann zwangsläufig
„Minderwertigkeitskomplexe“ bekommt. Ich finde es allerdings
interessant, dass viele hier (einschließlich dir) dieses in
diesem Fall vermuten. Das sagt immerhin einiges über die
eigene Einstelung zu unterschiedlichen gesellschaftlichen
Schichten aus.

Es gibt überall Zicken und es gibt überall Leute mit
Minderwertigkeitskomplexen. Das ist von der gesellschaftlichen
Schicht völlig unabhängig. Also frag dich doch mal, inwiefern
du dich tatsächlich verändet hast?

Du das mit den Komplexen kommt nicht von mir. Ich wäre da im Leben nicht drauf gekommen. Meine Mutter hat mir gesagt das Papa ein Problem damit hat das mein Mann soviel verdient. Daher bin ich auf diesen Zug aufgesprungen und hatte ja nur gefragt wie ich im begegnen soll um sein ungutens Gefühl auszuräumen.

Du sagst, das geht schon, seit du deinen Mann kennengelernt
hast. Vielleicht hängt das Verhalten deines Vaters also eher
damit zusammen, DASS du jetzt einen Mann hast und verheiratet
bist und nicht unbedingt damit, WEN du geheiratet hast.
Vielleich bist du jetzt für deinen Vater nicht mehr „sein
Mädchen“, dem er Lampen aufgehängt hat etc. sondern eben die
Frau eines anderen Mannes. Je nachdem wie sein
Rollenverständnis in der Familie ist, könnte sich allein durch
deine Heirat hier etwas Entscheidendes für ihn verändert
haben. Dies könnte auch mit ein Grund sein, warum das
Verhältnis zu deiner Mutter (die ja nun ebenfalls einer
anderen gesellschaftlichen Schicht angehört) durch die Heirat
offenbar weniger belastet ist.

Normalerweise würde ich Dir mit dieser Aussage Recht geben. Aber ich bin zum zweiten Mal verheiratet und in meiner ersten Ehe war das kein Problem. Da war er auch öfter zu Besuch und hat bei uns geschlafen usw. Jetzt fährt er einfach durch HH durch und behauptet er hätte keine Zeit …
Ich finde es alles schwierig - danke Dir aber trotzdem für Deine Anregungen und Ratschläge die schon in Teilen hilfreich sind.

Als Lösungsvorschlag würde ich an deiner Stelle nicht mehr in
dieser Minderwertigkeitskiste rumstochern. Selbst wenn es
zutrifft, kommst du dort nicht weiter. Statt dessen komm
deinem Vater lieber entgegen. Wenn du ein gutes Verhältnis zu
ihm möchtest, dann geh du auf ihn zu. Besuch du ihn bei sich
zu hause und geh mit ihm aus. Zeig ihm, dass er für dich als
Vater immer noch wichtig ist, trotz „neuem“ Mann in deinem
Leben. Finde für ihn und für euch beide ein neues
Rollenverhältnis, in dem ihr euch beide wohlfühlt.

Ich werd das mal versuchen. Hatte eh vor nach OS zu fahren und schau dann mal wie weit ich komme…

Denn auch meine Freunde sind nach
wie vor die Gleichen und von denen hat sich auch niemand
zurück gezogen. Ich bin ziemlich sicher das meine beste
Freundin mir verraten hätte wenn ich eine arrogante Ziege
geworden wäre :wink:

Warum hättest du das werden sollen? Geld macht aus niemandem
einen besseren Menschen, aber auch keinen schlechteren.

Gruß
Marion

meine Mutter auch
Hallo Cora,
meine Mutter hat immer Angst, mir alles kaputt zu machen. Und zwar einfach dadurch, dass sie dort anwesend ist, wo ich mir etwas geschaffen habe: Freunde, Anerkennung, ein Zuhause…
Sie ist ein sehr, sehr unsicherer, ängstlicher Mensch.

Mein Mann und ich leben auch in einer anderen „Klasse“ als meine Mutter (und ich früher). Wenn vielleicht auch nicht in solch extremen Unterschied, wie bei Euch.

Vor meinem Mann hat meine Mutter natürlich auch Angst. (Man muß vor ihm bestimmt keine Angst haben…) Sie denkt, er mag sie nicht.
Nachdem es nicht gelungen ist, die beiden zusammenzubringen, versuche ich es immer so einzurichten, dass meine Mutter dann zu Besuch ist, wenn mein Mann ein, zwei Tage nicht da ist (meine Mutter ist er Entferung wegen Übernachtungsgast).
Damit sind wir alle zufrieden (mein Mann auch, der der Angst meiner Mutter letztlich hilflos gegenüber ist).

Vielleicht gibt es bei Euch Zeiten, wo Dein Mann und die Bediensteten mal nicht da sind? Dann könnte Dein Vater mal reinschnuppern - und mit der Zeit vielleicht sicherer werden?

Ansonsten: besuch Du ihn doch einfach bei ihm zu Hause, wenn sonst gar nichts geht. Hab ihn weiter lieb und akzeptier sein Unbehagen.

Bestes Gelingen
Claudia