Kennt ihr das auch? meine 3,5-jährige tochter liebt es, ihren papa darauf hinzuweisen, dass nur ihre mama für sie die tollste ist, und papa absolut nichts zu melden hat (zitate: du stinkst, geh weg, du hast gepupst, bah usw.).
Ich schätze, dass sie auch merkt, wie sehr er sich darüber ärgert und sie gibt dann nur noch umso mehr gas.
Ich versuche dann meist zu sagen, dass mama und papa sie aber beide gleich lieb haben, und sie für beide gleich wichtig ist, aber da reden wir dann irgendwie völlig aneinander vorbei, weil sie dann immer nur sinngemäß betont, dass der papa doch eigentlich nur stört. Was macht Ihr denn in solchen Situationen?
Ich verstehe sie z.T. sogar, da ich ein viel emotionaleres verhältnis zu ihr habe als ihr vater und wir z.B. wunderbar abends schmusen können, was ihr papa aber niemals darf (nein, will ich nicht, der kann das nicht o-ä.), d.h. sie lässt ihren Vater da auch gar nicht hinein. Bin ich hier gefordert etwas zu tun, oder gibt sich das wieder?
Hallo erstmal,
zitate: du stinkst, geh weg, du hast gepupst, bah usw.)
Das würde ich als Kindergartenwortschatz deuten. Sie testet grad, wie weit sie gehen kann. Zeigt ihr eine Grenze - bis hierhin und nicht weiter. Wenn die Wörter verletzend werden, dann ist Schluss.
Ich schätze, dass sie auch merkt, wie sehr er sich darüber
ärgert und sie gibt dann nur noch umso mehr gas.
Ja klar, das macht doch richtig Spaß…
weil sie dann immer nur sinngemäß betont, dass der papa doch
eigentlich nur stört.
Vielleicht ist das nur ein Ausdruck von einem anderen Wunsch. Mit 3,5 kann man Bedürfnisse noch nicht gut vermitteln. Möchte sie mehr Zeit mit ihm verbringen? Etwas am Tagesablauf passt ihr nicht oder er „verhält sich falsch“, wie auch immer man das interpretieren kann…
Kinder sind kritisch. Mama zieht mir immer die Socken an…der Teddy gehört auf die linke Seite im Bett…ich will nur ganz dünn Butter auf mein Brot…die Haarspange sitzt nicht…er verbessert mich immer…Mama denkt sich immer Geschichten aus…
was ihr papa aber niemals darf (nein,
will ich nicht, der kann das nicht o-ä.), d.h. sie lässt ihren
Vater da auch gar nicht hinein. Bin ich hier gefordert etwas
zu tun, oder gibt sich das wieder?
Wie ist das Verhältnis sonst? Gibt es Dinge, die nur Papa darf?
Welche Rollenverteilung gibt es bei euch? Bist du Hausfrau und er arbeitet? Kommt er zu spät nach Hause? Kann er (aus diversen Gründen) nicht so viel kümmern?
Vielleicht hilft es, wenn der Papa mehr mit dem Kind macht. Machen nicht im Sinne von großen Unternehmungen, sondern von Alltag. Es soll ja auch Dinge geben, die der Papa besser kann, macht euch auf die Suche…
Nutze die Gelegenheit und gehe mal weg, während Papa sich um die Kleine kümmert. Wenn er sich gerade um sie kümmert, funke nicht dazwischen. Trösten, zur Toilette bringen und Brot schmieren kann jeder. Kann es auch sein, dass du ihm die Kleine abgenommen hast „das mach ich schon“ oder die Arbeit an dich reißt?
Könnten ein paar Überlegungen zutreffen?
Ansonsten gibt es immer mal wieder Phasen, in denen das Kind zu Mama oder zu Papa tendiert. Das ist nicht schlimm, sondern normal.
Gruß
Tato
Moin,
Bin ich hier gefordert etwas
zu tun, oder gibt sich das wieder?
Lass die beiden doch mal für ein Wochenende alleine.
Gruß
Marion
Lass die beiden doch mal für ein Wochenende alleine.
Gruß, Marion
Liebe Marion, ich denke, der Wochenend-Tipp begegnet nicht wiklich dem dahinter liegenden Problem.
Denn Zweisamkeit ohne mama kennen „meine beiden“ durchaus. Jede Woche mittwochs holt mein Mann meine tochter abends von einer Freundin von mir ab (mit der ich mich wöchtlich treffe) und die beiden beschließen den Abend, absolut mit dem kompletter Einschlafprogramm - d.h. nur Kuscheln darf er nicht mit ihr, das möchte sie stets nur mit mir in meinem Bett. D.h. unsere Fam-beziehung untereinander ist normalerweise gut und entspannt.
Wenngleich ich die erziehrische Hauptfunktion in jeder Hinsicht übernehme (da er seit 3 Monaten leider auch noch sehr weit weg arbeitet und daher noch vor 6 das Haus verläßt und abends grad noch die Gutenachgeschichte der Tochter erzählen kann. Denn die halten wir als Rital extra lebend.
Aber manchmal kommt meine Tochter halt so richtig vom Weg ab und es macht echt keinen Spass mehr, weil man denkt, man handelt durchweg falsch? Schwierig beizukommen finde ich vor allem, wenn das kind provoziert und abwertende Urteile abschießt
@Tato… herzlichen dank für deine ausführliche und sehr einfühlende Antwort.
Ja es ist tatsächlich so, dass Papa jobwechselbedingt seit 3 Monaten wochentags kaum noch zuhause sichtbar ist, außer besagte 1-2h am tag zu ihrer Schlafenszeit. Wir sind inzwischen auch wieder beide berufstätig, aber ich nur in teilzeit. Aber dieses mama-papa-thema hatten wir eigentlich schon von anbeginn.
Und Töchterchens Schlafenszeit ist leider nunmal genau dann, wenn der ausgehungerte daddy nach hause kommt, und eigentlich am liebsten sein Fleisch anbraten will oder erstmal nur entspannen würde (ja, das würden wir Frauen auch gern mal, aber wann?)
Das Zubettgeh-Ritual teilen wir uns übrigens so auf, dasss ich sie bettfertig mache und er ihr danach eine Gutenachtgeschichte erzählt.
Aber in letzter Zeit nimmt es zu, dass sie versucht, dass nur ich eine Geschichte und nicht der papa erzählen soll - „denn der kann das gar nicht so schön!“. Aber das möchte ich nicht, denn dann darf er bald gar nichts mehr, fürchte ich.
Hallo,
Kennt ihr das auch?
Mit umgekehrten Vorzeichen, ja. 
meine 3,5-jährige tochter
OK, bei mir ist es der Sohn, der ist inzwischen 11, sonst aber wie beschrieben.
liebt es, ihren
papa darauf hinzuweisen, dass nur ihre mama für sie die
tollste ist, und papa absolut nichts zu melden hat (zitate: du
stinkst, geh weg, du hast gepupst, bah usw.).
Bei mir gibt es noch eine älteren Bruder, was die Situation erschwert. Für ein Eis bekommt die Mama schon mal 30 Sekunden drücken …
Ich muß da schon heftig gegensteuern, damit alles im Rahmen bleibt. Das Problem hast Du mit Deiner Frau!!!
Ich schätze, dass sie auch merkt, wie sehr er sich darüber
ärgert und sie gibt dann nur noch umso mehr gas.
Ich versuche dann meist zu sagen, dass mama und papa sie aber
beide gleich lieb haben, und sie für beide gleich wichtig ist,
aber da reden wir dann irgendwie völlig aneinander vorbei,
weil sie dann immer nur sinngemäß betont, dass der papa doch
eigentlich nur stört. Was macht Ihr denn in solchen
Situationen?
Was Du da machen sollst? Gar nichts! Deine Frau ist da gefordert! Wie reagiert die in dem Moment? Nichts sagen bedeutet dann Zustimmunmg, Verfestigung.
Ich verstehe sie z.T. sogar, da ich ein viel emotionaleres
verhältnis zu ihr habe als ihr vater und wir z.B. wunderbar
abends schmusen können, was ihr papa aber niemals darf (nein,
will ich nicht, der kann das nicht o-ä.), d.h. sie lässt ihren
Vater da auch gar nicht hinein. Bin ich hier gefordert etwas
zu tun, oder gibt sich das wieder?
Nein, das gibt sich nicht von selbst wieder. Du kannst direkt auch nichts mehr tun, das liegt bei Deiner Frau. Die mußt Du überzeugen, da gegenzusteuern.
Zurück zu meinem Beispiel und heute Morgen.
Mine Frau: ‚drück mich mal‘ … der Kleine: ‚nö, Du nicht, Brudr oder Papa!‘ … Ich: ‚Komm, die Mama ist doch auch lieb und kuschlig.‘ … Der Kleine: ‚na gut. …‘ … dann bin ich mit dem ‚Großen‘ zum Einkauf gefahren. …
Wenn Du mit Deiner rau darüber redest ist ds in einen halben Jahr vergessen und Du mußt aufpassen, daß es nicht in das Gegenteil umschlägt. Ohne Deine Frau kannst Du nichts bewegen.
Gruß, Rainer
Ergänzung
ich habe das Fettnäpfchen gettroffen? Ich steh dazu!
Inzwischen habe ich weitere Beiträge gelesen und weiß jetzt, daß Du die Mama bist und nicht der verschmähte Papa. An meinem statement ändert das nichts, Du mußt das in ordnung bringen und das ist auch nicht schwer. Einfache Einwürfe wie: 'der Papa kann das nicht!. … ‚doch, kann er, ich weiß das‘ reichen da schon. Meine Frau hat ähnliches vermutet, weil ständig zu Hause ist und ich erst nach feierabend und hat dabei scheinbar übertreiben. Vorfreude signalisiert, bevor ich nach Hause gekommen bin u.s.w. Nun bemühe ich mich wiederum um die Korrektur.
Es ist beeindruckend, mit welchen plumpen Tricks die Kids beeinflußbar sind. Man muß es nur tun.
Wenn Du meinst. ‚das geht nicht, das ist zu leicht durchschsubar‘, mach’s trotzdem, das funktioniert! Kinder sind nicht so kompliziert. Die nehmen Dich wörtlich!
… Nicht übertreiben, sonst mußt Du erst wieder gegensteuern, so wie ich im Moment. 
Gruß, Rainer
Hallo mediamobil,
Ja es ist tatsächlich so, dass Papa jobwechselbedingt seit 3
Monaten wochentags kaum noch zuhause sichtbar ist, außer
besagte 1-2h am tag zu ihrer Schlafenszeit.
Das wird wahrscheinlich der Grund für ihr Verhalten sein. Wie sieht es denn morgens aus? Sehen die beiden sich?
Vielleicht ist es auch möglich, dass ihr zusammen Abendbrot isst, und sie schon vorher bettfertig gemacht wurde. Dann hätte Papa noch ein paar Minuten, um mit ihr zu spielen und sie dann ins Bett zu bringen.
ja, das würden wir Frauen auch gern mal, aber wann?
Das ist eine Sache zwischen dir und deinem Mann. Setzt euch mal zusammen und macht einen Tagesplan. Vielleicht hat der Papa auch mal einen Tag in der Woche frei. Oder du nimmst dir den Samstagnachmittag als Entspannung.
Das Zubettgeh-Ritual teilen wir uns übrigens so auf, dass ich
sie bettfertig mache und er ihr danach eine
Gutenachtgeschichte erzählt.
Aber in letzter Zeit nimmt es zu, dass sie versucht, dass nur
ich eine Geschichte und nicht der papa erzählen soll - „denn
der kann das gar nicht so schön!“.
Sonst tauscht ihr - er macht sie Bettfertig und du erzählst. Oder ihr macht zu dritt eine Kuschelrunde im Bett.
Gruß
Tato
Hallo,
Kinder haben immer das Recht zu sagen, mit wem sie schmusen wollen und mit wem nicht. Wenn das in der Phase eben du bist und nicht der Papa, dann ist das so, sie hat ihre Bedürfnisse und wird sich ganz sicher melden, wenn sie wieder mal mehr mit dem Papa kuscheln will.
Und so sehr er sich möglicherweise darüber ärgert - der Ärger ist unangebracht, ihr habt kein Stofftier, das zu kuscheln hat wann und mit wem ihr wollt, sondern ein eigenständiger kleiner Mensch, der sehr wohl weiß, was sie gerade will. Grenzen setzen ja, ihr euren Willen oder den ihres Papas aufzwingen, niemals.
lieben Gruß,
Anna
Hi,
so eine Frage zu beantworten ohne zu wissen wie es bei euch aussieht (zeitlicher Tagesablauf, Aufteilung was macht Mama was Papa, etc.) ist es schwer etwas gezieltes zu antworten. Bei uns ist es so, dass ich wohl der „Beste Freund“ unseres Grossen (fast vier) bin aber auch wir beide hatten eine Phase von … geh weg, du bist blablabla.
Meine Frau und ich wechseln uns jeden Abend ab, wenn es zum Beispiel ums Bettfertig machen geht. Dieses schließt Zähne putzen und Gute Nacht Geschichte mit ein. Egal ob ich dran bin oder nicht, wenn ich abends nach Hause komme versuche ich noch eine Stunde mit den (mittlerweile) beiden Kleinen zu verbringen. Alles in allem halte ich mich für einen tollen Papa. Um so mehr hat es mich verwundert, dass er eines Tages, es mag auch so mit 3 ½ gewesen sein, anfing mit diesem Papa geht weg.
Man war ich enttäuscht und es tat mir in der Seele weh. Bis unser Rocker das verstanden hat, was es (mir) bedeutet wenn er so etwas sagt hat duzende von Gesprächen gekostet. Was ganz hilfreich war, war als ich ihm einmal das gleiche sagte. Er kam an zu mir und wollte etwas kurz nachdem er wieder seinen Spruch losgelassen hatte und da sagte ich nur er solle weg gehen, ich bin jetzt traurig. Meine Frau tat so als würde sie mich trösten und somit stand er ganz alleine im Raum und wusste nicht so recht wo hin mit seinem Frust.
Wichtig ist, glaube ich, dass die Eltern zusammenhalten. Diese Geschichte mit ich bin traurig und meine Frau tröstet mich und hat somit keine Zeit für Ihn war wohl dann auch der Punkt der ihn zur Einsicht gebracht hat.
Jetzt kommt zwar auch noch hin und wider der Spruch „du bist nicht mehr mein Freund“ aber es ist so selten und meist auch nur wenn er nicht seinen süssen Dickkopf durchsetzen konnte, dass wir beide damit gut leben können.
Viel Glück
Me
Kinder haben immer das Recht zu sagen, mit wem sie
schmusen wollen und mit wem nicht. Wenn das in der Phase eben
du bist und nicht der Papa, dann ist das so, sie hat ihre
Bedürfnisse und wird sich ganz sicher melden, wenn sie wieder
mal mehr mit dem Papa kuscheln will.
Sehe ich nicht ganz so. Klar haben Kinder das Recht, zu sagen, was sie wollen. Aber sie sollten sich nicht immer mit ihren vermeindlichen „Bedürfnissen“ durchsetzen können. Besonders, wenn es sich um Unsicherheit, ein Austesten des Elternteils oder eine Trotzreaktion handelt oder darum, einfach mal an jemand Vertrautem (bei dem man sich sicher fühlt, es tun zu können - was eigentlich schon wieder ein kleines Kompliment ist) seinen Frust auszulassen. Auch die Erwachsenen haben Bedürfnisse und Gefühle, die verletzt werden können und ich finde, dass sollte man seinen Kindern vermitteln. Es ist extrem falsch, als Erwachsener gute Miene zum bösen Spiel zu machen, allen Kummer in sich hineinzufressen und sich nichts anmerken zu lassen. Im Gegenteil, ich halte es für äußerst wichtig, dem Kind seine verletzten Gefühle zu zeigen - sogar übertrieben - da kleine Kinder mit versteckten verbalen Andeutungen nicht viel anfangen können. Nur so lernt ein Kind, Empathie und soziales Verhalten. Deshalb gibt es auch einen Stern für MeeToo von mir, denn ich finde, dass seine Umgang mit der Situation ganz richtig und wichtig ist.
Nur wenn Kinder lernen, auch auf die Bedürfnisse anderer Menschen zu achten und einzugehen, werden sie sich geistig und seelisch gut entwickeln. Ich halte das für ganz wichtig. Kinder wie rohe Eier zu behandeln und sich von ihren Launen den gegenseitigen Umgang miteinander aufzwingen zu lassen (übertrieben gesagt: unsoziales Verhalten zu entwickeln) ist für mich gleichbedeutend damit, ihnen keine Grenzen zu setzen.
Und so sehr er sich möglicherweise darüber ärgert - der Ärger
ist unangebracht, ihr habt kein Stofftier, das zu kuscheln hat
wann und mit wem ihr wollt, sondern ein eigenständiger kleiner
Mensch, der sehr wohl weiß, was sie gerade will.
Das mag sein, entscheidend ist die Motivation. Wenn sich ein Kind im Supermarkt vor dem Regal mit den Süßigkeiten auf den Boden wirft und epilepsieartige Anfälle kriegt, sein Mittagessen gegen die Wand schmeißt oder ein anderes Kind in den Sandkasten schubst, weil es das schönere Spielzeug hat, weiß es auch sehr wohl, was es will.
Wenn ein Kind sehr sensibel ist und (nach einem erlittenen Trauma?) wirklich kein Bedürfnis nach Nähe hat, würde ich das auch respektieren und behutsam vorgehen. Aber bei einem 3jährigen Kind ist so etwas IMHO wirklich die krasse Ausnahme. Meist stecken da andere Dinge dahinter: Unsicherheit des Kindes - eben weil es das Elternteil lange nicht gesehen hat und es ihm nicht mehr vertraut ist - oder das Bedürfniss, eigene negative Gefühle abzubauen, indem auf den Gefühlen anderer herumgetrampelt wird oder eben auch einfach das Austesten von Grenzen. Nur wird ein Kleinkind vermutlich nicht wirklich glücklich darüber sein, wenn es sich damit durchsetzt, dann in Wirklichkeit braucht es viel Nähe und Zärtlichkeit. Gerade im ersten Fall - Unsicherheit - will sich ein Kleinkind meist gar nicht durchsetzen, sondern eigene Zweifel an der Liebe und Beständigkeit des Elternteils ausräumen. Erst dann, wenn man sich durch das Kind verunsichern lässt und sich selbst zurückzieht, entsteht ein Problem, da das Kind seine Zweifel bestätigt sieht.
Ich lebe von meiner Ex-Lebenspartnerin getrennt und wir haben einen gemeinsamen Sohn (2 3/4), der je nachdem, wer gerade Zeit hat, abwechselnd bei ihr und mir ist. Der sagt auch oft, wenn er ein Elternteil mal ein paar Tage nicht gesehen hat, dass er bei demjenigen bleiben will, wo er gerade ist. Er hat auch schon nach einer Woche bei der Mama behauptet, das der Papa ihn nicht mehr lieb hat und ihr würdet es nicht glauben, wie weh ihm dann ein Kuss auf die Wange tut. *g* Ich muss zugeben, dass ich dann ein starkes Bedürfnis verspüre seine „Schmerzfähigkeit“ mit weiteren Küsschen auszutesten und diesem Bedürfnis auch hemmungslos nachgebe. Spätestens wenn ich meine kleine Zicke dann nach einer wilden Jagd durch die Wohnung eingefangen habe und ihn mal so richtig geknuddelt und durchgekrabbelt habe, srahlt er dann aber auch wieder und nimmt mich in den Arm.
Ich denke, gerade wenn man einmal wenig Kontakt zu seinem Kind hat und es deshalb aus Unsicherheit ein vermeidendes Verhalten an den Tag legt, sollte man sich offensiv, ungezwungen und normal verhalten. Wenn man sich statt dessen zurücknimmt und seinerseits vermeidend reagiert, bestätigt man die Ängste des Kindes und riskiert damit wirklich ein gestörtes Verhältnis.
LG, Jesse
Hallo!
Bei uns war das zum Glück nicht so extrem. Aber (bzw. zumal) dazu kommt, dass wir schon getrennt gelebat hatten, als unsere tochter 3 1/2 war. Aber vom Alter kommt es etwa hin, dass das die Phase war, wo sie oft nicht mit zu mir wollte, wenn ich sie zum Wochenende abgeholt hatte (damals hatten wir noch die Regel 1 Tag pro Wochenende bei mir, jetzt mit 8 Jahren alle zwei Wochen das ganze Wochenende).
Wenn ich sie abholte, hieß es oft „ich will nicht mit“, „will bei Mama bleiben“, „keine Lust“. Und dabei suchte sie Schutz hinter ihrer Mutter. Die hat ihr aber immer gut zugeredet, so dass sie dann wiederwillig doch mitging.
Und jetzt kommt der Punkt: Kaum waren wir außer Sichtweite, keine 50m von Haus entfernt, wurde sie „zutraulich“. Den Rest der Zeit bei mir ebenfalls KEINE Anzeichen dieser Distanz.
Inwiefern sich das auf zusammenlebende Eltern übertragen lässt, weiss ich nicht. Aber wenn ich nochmal ein Kind mit einer Frau hätte, mit der ich zusammenlebe, würde ich auf jeden Fall ab und zu mal dafür sorgen, dass ich für mindestens 24h alleine mit dem Kind bin. Und zwar bevor es zu spät ist. Ich glaube, es tut zudem auch der Mutter gut, wenn sie mal Kurzurlaub von Mann und Kind hat.
Alles Gute wüscht
Michael
Hallo Jesse,
Kinder haben immer das Recht zu sagen, mit wem sie
schmusen wollen und mit wem nicht. Wenn das in der Phase eben
du bist und nicht der Papa, dann ist das so, sie hat ihre
Bedürfnisse und wird sich ganz sicher melden, wenn sie wieder
mal mehr mit dem Papa kuscheln will.Sehe ich nicht ganz so. Klar haben Kinder das Recht, zu sagen,
was sie wollen. Aber sie sollten sich nicht immer mit ihren
vermeindlichen „Bedürfnissen“ durchsetzen können. Besonders,
wenn es sich um Unsicherheit, ein Austesten des Elternteils
oder eine Trotzreaktion handelt oder darum, einfach mal an
jemand Vertrautem (bei dem man sich sicher fühlt, es tun zu
können - was eigentlich schon wieder ein kleines Kompliment
ist) seinen Frust auszulassen. Auch die Erwachsenen haben
Bedürfnisse und Gefühle, die verletzt werden können und ich
finde, dass sollte man seinen Kindern vermitteln. Es ist
extrem falsch, als Erwachsener gute Miene zum bösen Spiel zu
machen, allen Kummer in sich hineinzufressen und sich nichts
anmerken zu lassen. Im Gegenteil, ich halte es für äußerst
wichtig, dem Kind seine verletzten Gefühle zu zeigen - sogar
übertrieben - da kleine Kinder mit versteckten verbalen
Andeutungen nicht viel anfangen können. Nur so lernt ein Kind,
Empathie und soziales Verhalten.
Im allgemeinen sehe ich das ganz genauso wie du. In diesem Fall habe ich besonders auf den Schluss von mediamobils Posting Bezug genommen:
wir z.B. wunderbar abends schmusen können, was ihr papa aber
niemals darf (nein, will ich nicht, der kann das nicht o-ä.),
d.h. sie lässt ihren Vater da auch gar nicht hinein.
Und hier geht es meiner Ansicht nach eben überhaupt nicht um eine vermeintliche Verletzung ihres Vaters, sondern um eine Grenzverletzung für die Kleine, wenn sie deutlich sagt „will ich nicht.“ Und das gilt es denke ich IMMER und jedem Menschen gegenüber zu respektieren.
Nur wenn Kinder lernen, auch auf die Bedürfnisse anderer
Menschen zu achten und einzugehen, werden sie sich geistig und
seelisch gut entwickeln. Ich halte das für ganz wichtig.
Kinder wie rohe Eier zu behandeln und sich von ihren Launen
den gegenseitigen Umgang miteinander aufzwingen zu lassen
(übertrieben gesagt: unsoziales Verhalten zu entwickeln) ist
für mich gleichbedeutend damit, ihnen keine Grenzen zu setzen.
Auch ich halte es für enorm wichtig für Kinder, dieses soziale Verhalten zu lernen. Aber ich will auch unterscheiden: geht es darum, ihnen Grenzen zu zeigen, ihnen zu vermitteln, schau, das verletzt mich o.ä., stimme ich völlig mit dir überein. Aber ich bin der Meinung, dass Kinder gerade dadurch, dass sie ihre Eltern unbedingt und ohne jede Einschränkung lieben und selbst geliebt werden wollen, besonders schützenswert sind: wenn einem Kind vermittelt wird „wenn du den Papi nicht umarmst, hast du ihn ja gar nicht lieb“, dann wird es ihn umarmen, obwohl es das in dem Moment eventuell gar nicht wollte. Und das ist eine Grenzverletzung für mich.
Und so sehr er sich möglicherweise darüber ärgert - der Ärger
ist unangebracht, ihr habt kein Stofftier, das zu kuscheln hat
wann und mit wem ihr wollt, sondern ein eigenständiger kleiner
Mensch, der sehr wohl weiß, was sie gerade will.Das mag sein, entscheidend ist die Motivation. Wenn sich ein
Kind im Supermarkt vor dem Regal mit den Süßigkeiten auf den
Boden wirft und epilepsieartige Anfälle kriegt, sein
Mittagessen gegen die Wand schmeißt oder ein anderes Kind in
den Sandkasten schubst, weil es das schönere Spielzeug hat,
weiß es auch sehr wohl, was es will.
ganz deiner Meinung.
Wenn ein Kind sehr sensibel ist und (nach einem erlittenen
Trauma?) wirklich kein Bedürfnis nach Nähe hat, würde ich das
auch respektieren und behutsam vorgehen. Aber bei einem
3jährigen Kind ist so etwas IMHO wirklich die krasse Ausnahme.
Da stimme ich dir gar nicht zu. Es ist kein erlittenes Trauma „nötig“, um sich mal mehr, mal weniger Körperkontakt zu wünschen. Und um eben dieses Recht jedes Menschen, egal wie alt, selbst zu bestimmen, was ihr/ihm gerade guttut, wieviel körperliche Zuwendung man sich gerade wünscht, ging und geht es mir.
Meist stecken da andere Dinge dahinter: Unsicherheit des
Kindes - eben weil es das Elternteil lange nicht gesehen hat
und es ihm nicht mehr vertraut ist - oder das Bedürfniss,
eigene negative Gefühle abzubauen, indem auf den Gefühlen
anderer herumgetrampelt wird oder eben auch einfach das
Austesten von Grenzen.
Wie gesagt, es ist kein Austesten von den Grenzen der Eltern, wenn ein Kind sagt, es wolle gerade nicht in den Arm genommen werden. Das ist ein klares Aufzeigen der eigenen Grenzen, an die sich alle zu halten haben.
Erst dann, wenn man sich durch das Kind
verunsichern lässt und sich selbst zurückzieht, entsteht ein
Problem, da das Kind seine Zweifel bestätigt sieht.
Meiner Ansicht nach muss man sich da gar nicht zurückziehen. Zuwendung kann man doch nicht nur über die körperliche Seite ausdrücken, man kann zusammen spielen, ein Buch vorlesen, singen, basteln, und ich glaube, dann hat ein Gedanke an Unsicherheit auch gar keinen Platz mehr, und die beiderseitigen Kuscheleinheiten können bald folgen.
liebe Grüße,
Anna
Hallo Anna,
zunächst mal danke für deine ausführliche Autwort!
Im allgemeinen sehe ich das ganz genauso wie du. In diesem
Fall habe ich besonders auf den Schluss von mediamobils
Posting Bezug genommen:wir z.B. wunderbar abends schmusen können, was ihr papa aber
niemals darf (nein, will ich nicht, der kann das nicht o-ä.),
d.h. sie lässt ihren Vater da auch gar nicht hinein.Und hier geht es meiner Ansicht nach eben überhaupt nicht um
eine vermeintliche Verletzung ihres Vaters, sondern um eine
Grenzverletzung für die Kleine, wenn sie deutlich sagt „will
ich nicht.“ Und das gilt es denke ich IMMER und jedem Menschen
gegenüber zu respektieren.
Hmmm, eben da bin ich mir nicht so sicher. Bei einem 12jährigen Kind würde ich dir sofort zustimmen. Aber bei einem 3jährigen Kind resultiert (nur meiner Meinung nach) so eine Haltung eben oft aus dem Gefühl eigener Verletztheit (Ich bin Papa nicht mehr wichtig) bzw. der damit verbundenen Unsicherheit, noch bedingungslos geliebt zu werden. Besonders in der Situation, dass das betroffene Elternteil wenig Zeit mit dem Kind verbringt, liegt für mich der Schluss sehr nahe, dass das Kind sich vernachlässigt fühlt und auf diese Weise (unterbewusst) austesten will, ob die Beziehung von Seiten des Elternteil noch in Ordnung ist. Die dabei verwendete Vorgehensweise ("will ich nicht/ bäh, geh weg, du kannst das nicht) kopieren Kleinkindern meist von anderen, wenn sie sehen, dass sie wirksam ist. Das ist emotionales Agieren, den wirklichen Sinn des Gesagten begreifen 3jährige nicht in vollem Umfang und meinen es dementsprechend auch nicht so. Sie merken nur, das sie mit der entsprechenden Wortwahl eine starke Reaktion auslösen können. Die reale Botschaft bzw. den Grund für das Verhalten herauszufinden ist oft nicht einfach und (vor allem für Außenstehende) schwer zu beurteilen.
Der Ausdruck „Grenzverletzung“ ist m.E. sehr ambivalent. Was ist eine Grenze, die nicht überschritten werden darf? Muss ich jeden irrationalen Willen oder jede Verweigerung des Kindes akzeptieren? Wo sind seine wirklichen (emotionalen) Grenzen - mit den verbalen Äußerungen eines 3jährigen decken sich diese m.E. in vielen Fällen nicht. Es ist daher IMO sehr, sehr schwer, wirklich im Gedankenexperiment herauszufinden, wie weit man gehen darf und es ist auch für Erwachsene legitim und unerlässlich, die Grenzen des Kindes auszutesten - wie ja umgekehrt auch. Ich denke, wenn man eine Vermutung hat, welche Motivation hinter dem Verhalten des Kindes steckt, sollte man dieser auch nachgehen, anstatt sich nur über das Pro und Contra den Kopf zu zerbrechen. Und ich kann mir in diesem Fall recht gut vorstellen, dass das Kind eigentlich nach der Bestätigung sucht, noch geliebt zu werden. Dementsprechend würde ich meine Gefühle (auch körperlich) nicht verbergen. *g* Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht, dass das schadet - selbst wenn man falsch lag und es zu einer Konfrontation kommt. Aus eigenen Zweifeln heraus unklare Signale an das Kind zu senden (indem man es vermeidet zu handeln, weil man eben nicht weiß, wo die grenzen des Kindes sind und ob man diese verletzen könnte) halte ich für schädlicher.
Ich sollte wahrscheinlich noch hinzufügen, dass mein Posting eher als Anregung zum Nachdenken gedacht war und keine Gebrauchsanleitung für den Umgang mit Kleinkindern darstellen sollte. Die eigenen Eltern sollten eigentlich am besten in der Lage sein, herauszufinden, was in ihrem Kind vorgeht. Nur würde ich, wenn ich da einen bestimmten Verdacht habe, auch unverkrampft handeln und mich nicht zurückziehen (und das tue ich bei meinem Kind auch).
Aber ich bin der Meinung, dass Kinder gerade dadurch, dass sie
ihre Eltern unbedingt und ohne jede Einschränkung lieben und
selbst geliebt werden wollen, besonders schützenswert sind:
wenn einem Kind vermittelt wird „wenn du den Papi nicht
umarmst, hast du ihn ja gar nicht lieb“, dann wird es ihn
umarmen, obwohl es das in dem Moment eventuell gar nicht
wollte. Und das ist eine Grenzverletzung für mich.
Das halte ich auch für ganz extrem wichtig. Man sollte niemals solche Forderungen an das Kind stellen oder es sogar versuchen, dazu zu erpressen, etwas zu tun, was es nicht tun will. Da stimme ich dir voll und ganz zu.
Aber ich halte es nicht für falsch, von sich aus sein Kind zu umarmen, fest zu drücken und ihm zu sagen, dass man es ganz doll lieb hat - auch wenn es signalisiert, dass es dies nicht möchte.
Da stimme ich dir gar nicht zu. Es ist kein erlittenes Trauma
„nötig“, um sich mal mehr, mal weniger Körperkontakt zu
wünschen. Und um eben dieses Recht jedes Menschen, egal wie
alt, selbst zu bestimmen, was ihr/ihm gerade guttut, wieviel
körperliche Zuwendung man sich gerade wünscht, ging und geht
es mir.
Da eben liegt meiner Ansicht nach der Knackpunkt. Ich hab es ja schon oben versucht, meine Gedanken diesbezüglich verständlich zu machen. Es hängt sicher prinzipiell nicht vom Alter eines Kindes ab, das Recht zu haben, über sich selbst zu bestimmen - aber es ist sehr kompliziert, zu entscheiden, inwiefern ein Kind das schon kann. Kleine Kinder sind eben oft nicht in der Lage, ihre Gefühle rational zu erklären und entsprechend zu reagieren. Deshalb besteht zwischen dem Wunsch (oder besser Bedürfnis) eines Kindes und seiner daraus resultierenden Äußerung/Handlung oft eine gravierende Differenz. Und wenn man dem nachkommt, was das Kind äußert, heißt es eben noch lange nicht, dass man seine Bedürfnisse befriedigt. Darum ist es sehr, sehr schwer (eigentlich unmöglich) immer das richtige zu tun…
Aber man sollte den Mut haben, seinen Vermutungen über die Bedürfnisse nachzugehen, auch wenn man dabei mal etwas falsch macht. Das gehört dazu und Kinder verlangen auch nicht, dass man immer alles richtig macht - im Gegenteil.
Fehler zu machen ist okay, solange man sich authentisch und offensiv miteinander beschäftigt - mit lavieren, Rückzug, vermeidendem Verhalten und Unsicherheit haben Kinder viel größere Probleme.
Wie gesagt, es ist kein Austesten von den Grenzen der Eltern,
wenn ein Kind sagt, es wolle gerade nicht in den Arm genommen
werden. Das ist ein klares Aufzeigen der eigenen Grenzen, an
die sich alle zu halten haben.
Das dürfte m.E. eben leider nicht so einfach zu sagen sein… Und ich bin mir sehr sicher, dass es bei meinem Kind schon oft ein sehr gezieltes Austesten der Grenzen der Eltern ist (z.B. wenn ich ihn zu seiner Mutter bringe und er erst verlangt, dass diese uns zur Begrüßung entgegen kommt, um ihr dann zu sagen, dass sie weggehen soll, ihr demonstrativ eine Umarmung zu verweigern und statt dessen wieder zu mir zu laufen, mir an den Hals zu springen, mich abzuküssen und Mama danach hämisch anzugrinsen
.
Erst dann, wenn man sich durch das Kind
verunsichern lässt und sich selbst zurückzieht, entsteht ein
Problem, da das Kind seine Zweifel bestätigt sieht.Meiner Ansicht nach muss man sich da gar nicht zurückziehen.
Zuwendung kann man doch nicht nur über die körperliche Seite
ausdrücken, man kann zusammen spielen, ein Buch vorlesen,
singen, basteln, und ich glaube, dann hat ein Gedanke an
Unsicherheit auch gar keinen Platz mehr, und die
beiderseitigen Kuscheleinheiten können bald folgen.
Ja, dass ist eine gute Vorgehensweise, hängt aber sicher auch stark von den Vorlieben/ Interessen des Kindes ab. Man kann sich natürlich auch beim gemeinsamen Spiel, Toben oder Vorlesen emotional nahesein. Meist ist da ja sogar auch eine körperliche Komponente dabei. Auch die Vorschläge von anderen Leuten, sich mehr in die Handlungen des normalen Tagesablaufs einzubringen, kann einem Kind wieder mehr Nähe zu einem selten gesehenen Elternteil vermitteln. Man muss natürlich nicht immer über sein Kind herfallen und es zu Boden schmatzen. Aber irgendwie gehört das für mich auch dazu. 
Am wichtigsten ist letztlich wirkich, dass man dem Kind zu jeder Zeit ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit vermittelt - auch wenn es sagt, man könne sich das sparen. Bei größeren Kindern kann man das verbal machen, bei kleinen Kindern läuft da nunmal extrem viel über Körperlichkeit.
Ebenso wichtig ist m.E., dass man sich vom Kind nicht verbal abschrecken lässt und unsicher wird oder sich zurückzieht. Kleinkinder sind nun mal nicht rational und manche Kinder können schon ganz schön hartnäckig (und auch - unbewusst - gemein) sein und halten das auch unglaublich lange durch - gerade wenn sie sehen, dass sie damit einen Effekt erzielen. Dem muss man ungezwungen und offensiv entgegentreten, auch wenn es schwer fällt. Und man muss auch seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse geltend machen.
LG, Jesse
Hallo,
kann es sein, dass deine Tochter glaubt, ihr Papa habe sie nicht mehr richtig lieb, weil er neuerdings kaum noch zu Hause ist? Lenke das Gespräch mal vorsichtig in die Richtung. Ich denke, dass deine Tochter ihren Papa lieber selbst wegschickt und ihm wehtut, bevor er es bei ihr tun kann (aus ihrer Sicht).
Bevor du dic nun auch noch abseilst, stärkt sie eure Bindung.
Hier könnten exklusive Papa-Tochter-Aktivitäten sowie Gespräche helfen. Kuschelt auch mal als Eltern sowie zu dritt, bekunde Vorfreude auf die Heimkehr deines Mannes, dann wird das schon wieder. Vor allem: erklärt ihr, wieso der Papa jetzt so selten da ist, erklärt ihr ihren praktischen Nutzen davon.
Viele Grüße, Heike
Hi,
Wenn ich sie abholte, hieß es oft „ich will nicht mit“, „will
bei Mama bleiben“, „keine Lust“. Und dabei suchte sie Schutz
hinter ihrer Mutter. Die hat ihr aber immer gut zugeredet, so
dass sie dann wiederwillig doch mitging.
Und jetzt kommt der Punkt: Kaum waren wir außer Sichtweite,
keine 50m von Haus entfernt, wurde sie „zutraulich“. Den Rest
der Zeit bei mir ebenfalls KEINE Anzeichen dieser Distanz.
das erinnert mich daran, wie ich reagiert habe, als mein Vater uns damals (seit ich fünf war) abholte - ich hatte immer das Gefühl, „die Mama alleine zu lassen“ und dachte, sie wäre jetzt furchtbar traurig, wenn wir nicht da sind. Darum fiel es unendlich schwer und ich wollte gar nicht weg. Das gleiche Spiel dann aber auch, wenn wir wieder zurück gebracht wurden - jetzt blieb ja der Papa alleine, das ging doch auch nicht…
Nur so ein Gedanke, aber vielleicht geht es hier tatsächlich nicht darum, dass das Kind den Vater nicht „mag“ sondern darum, dass sie Angst hat, die Mama könnte traurig sein, wenn plötzlich der Papa (mehr) Aufmerksamkeit bekommt? Da muss keiner der beiden Eltern was dazu getan haben, Kinder kommen auf die wildesten Ideen, was das angeht…
LG,
Cess
Hi Cess,
das erinnert mich daran, wie ich reagiert habe, als mein Vater
uns damals (seit ich fünf war) abholte - ich hatte immer das
Gefühl, „die Mama alleine zu lassen“ und dachte, sie wäre
jetzt furchtbar traurig, wenn wir nicht da sind. Darum fiel es
unendlich schwer und ich wollte gar nicht weg. Das gleiche
Spiel dann aber auch, wenn wir wieder zurück gebracht wurden -
jetzt blieb ja der Papa alleine, das ging doch auch nicht…
ja, das ist es! Dieser Loyalitäts-Konflikt war uns damals schon klar.
Ob das auch in dem Fall, um den es hier eigentlich geht, auch so ist, kann ich natürlich nicht sagen, ist aber in Betracht zu ziehen.
Alles Gute wünscht
Michael