Wenn ich meine Tochter in den über´s
Wochenende in den Händen einer anderen
Frau weiß, ist es mir tausendmal lieber,
sie nimmt mein Kind auch als ihres an.
Denn nur dann weiß ich sie liebevoll
aufgehoben. Vorrausgesetzt sie ist sonst
auch eine liebevolle Mutter.
Das Anya das Mädchen nicht liebevoll
aufnehmen würde halte ich für eine böse
Unterstellung. Auch ein Kind, dass nicht
das eigene ist, und das man auch nicht als
solches betrachtet, kann man liebevoll
aufnehmen.
Da ich Anya ja gar nicht kenne, unterstelle ich ihr einmal gar nichts. Vielleicht hätte ich besser: WIE ihr eigenes und nicht ALS ihr eigenes schreiben sollen.
Sicher sollten sich alle Erwachsenen Mühe
geben, aber gerade das Anya hier postet
zeigt doch, dass sich sich wirklich
Gedanken macht und um das Kind bemüht.
Ich
finde es erstaunlich, wie sie hier von
anderen Leuten gleich als die Schuldige
ausgemacht wird, die das erste Kind ihres
Mannes nicht richtig annehmen kann. Es
gibt absolut nichts in dem Text, was
darauf hindeutet. Frag doch mal die
Mutter
der Tochter, wie sie zu dem ganzen steht.
Ich habe Anya in keiner Weise als
Schuldige hingestellt. Daß sie sich
Gedanken macht steht außer Zweifel. Ich
würde nur Raymonds Gedanken nicht
ausschließen, und sie haben doch den
Sinn,
daß sich Anya auch mit diesem Aspekt
auseinandersetzen kann. Trifft er auf
ihre
Situation nicht zu, kann sie ihn
ausschließen. Wo ist da das Schlechte
daran?
Das Schlechte daran ist, dass manche
Menschen sich schnell Schuldgefühle
einreden lassen, insbesondere in einer
heiklen Familienangelegenheit wie dieser.
Aber gilt es nicht trotzdem, alle Aspekte zu beleuchten, die zur Verfügung stehen? Soll ja dem Wohle des Kindes dienen, oder doch nicht?
Ich denke schon, daß die Aussage
2. Kind etwas bedeutet.
Ja, es bedeutet, dass sie und ihr Mann
ihr
zweites Kind erwarten, und das ist ja
auch
völlig korrekt so. Es wird das zweite
Kind
in ihrem Haushalt sein und das dritte
Kind
ihres Mannes, das das erste Kind der
eigenen Mutter ist. Hätte sie es so
ausdrücken sollen ?
Ich möchte keine Haarspaltereien. Die
Tochter gehört trotzdem zu ihrem LEBEN,
also ist sie das 2. Kind, da es das erste
Kind des VATERS ist.
Wie jetzt ?
Es IST das 2. Kind
Ich glaube es geht hier eher darum,
herauszufinden, warum sich das Kind so
verhält. Ich hab auch nichts dazu
gepostet, weil ich solch eine Situation
aus eigener Erfahrung nicht kenne. Wenn
das Kind bei seiner eigenen Mutter viel
„herumgeschubst“ wird, wie Anya schreibt,
dann kann auch Neid dahinterstecken, dass
Papas „neue“ Kinder ein „richtiges“
zuhause haben. Das Anya (und die
Halbgeschwister) in diesem Fall als
Sündenbock angesehen werden, würd mich
nicht wundern.
Und selbst wenn das so wäre, dann nicht
mit gutem Grund? Aber auf dem Rücken der
Kinder wird eben viel ausgetragen. Die
Kinder haben sich halt einzufügen, was
bilden sie sich auch ein! Intaktes
Familienleben?? Die sollen bloß nicht so
egoistisch sein. Bekommen doch eh´alles,
was sie sich wünschen! Dann noch
undankbar
sein. Haben Eltern denn kein Anrecht auf
ihr Glück?
Haben Kinder Anrecht auf IHR Glück?
Kinder geht materiell oft nichts ab - wie
steht es mit Stabilität, Zeit für sie und
Kontinuität? Gar nicht so wichtig? Sollen
sie halt flexibel sein?
Eltern haben Anrecht auf ihr Glück -
aber auch eine riesengroße Verantwortung.
ja, das ist die wünschenswerte Theorie:
alle mögen glücklich und zufrieden sein.
In diesem Fall ist es ja wohl so, dass die
Tochet es ablehnt, in der neuen Familie
ihres Vaters ein zweites Zuhause und neue
Halbgeschwister zu finden. Da muss man
sich doch zwangsläufig fragen: warum ?
Ja eben - warum denn? Dazu wissen wir aber viel, viel zu wenig! Mir geht es ja bei der ganzen Geschichte nur darum, Raymond´s Aspekt nicht unberücksichtigt zu lassen. Nicht mehr und nicht weniger. Ein Aspekt und vielen Möglichen. Ich traue mich in so einer Sache ja gar kein eigens Urteil abzugeben, aber Raymond KÖNNTE recht haben. Darum geht´s mir.
Vielleicht sollte man mal bei der Mutter
des Mädchens nachhaken, die doch
sicherlich den grösten Einfluß auf das
Kind hat.
Jetzt unterstellst Du wiederum.
Man sollte auch nicht vergessen, dass die
Besuchsregelung für die Wochenende eine
Standardregelung bei Trennungsfällen ist.
Da haben sich ein paar Erwachsene
ausgedacht, dass dies wohl das Beste für
alle ist. Aber was, wenn das Kind darauf
keinen Wert legt ? Wenn ihr die Besuche
unangenehm sind ? Muss man das Kind denn
da zu diesen Besuchen hindrängeln oder
kann man den Wunsch des Kindes nicht
einfach auch mal respektieren und sich was
anderes überlegen ?
Natürlich sollte man dem Wunsch des Kindes nachkommen. Wir kennen diesen aber nicht.
In unserem jetzigen Urlaub war ein
14-jähriges Mädchen dabei, deren Eltern
sich trennen wollen. Obwohl so groß, war
es am Boden zerstört. Wirklich.
Wenn sich also Eltern trennen, dann muß
man auch damit rechnen, daß es mit den
Kindern Probleme gibt.
Du scheinst zu vergessen, daß es auch
Probleme mit den Kindern geben kann, wenn
sich die Eltern aus falsch verstandener
Verantwortung heraus NICHT trennen. Ich
kenne Familien, in denen die Kinder sich
wünschen würden, die Eltern würden sich
endlich trennen, damit wieder Ruhe
einkehrt. Kinder merken sehr wohl, wenn
etwas in der Familie nicht stimmt, und nur
nach Aussen hin immer den Schein wahren zu
wollen, hat sicher auch noch keinem Kind
geholfen.
Da hast Du recht. Wobei wir bei dem Kapitel: Zu früh, unüberlegt geheiratet? Zu schnell aufgegeben? angelangt wären. Und das ist eben ein anderes Thema.
Gruss
Susanne