Papa wird 70

Hallo Gemeinde,

mein Papa wird 70 und ich würde ihm gerne etwas „basteln“. Was zu kaufen, macht wenig Sinn - er ist einer von denen, die alles haben und was sie gerne hätten, sich selbst kaufen. Außerdem möchte was persönliches von und evtl. mit mir selbst schenken. Evtl. einen Event oder was mit Fotos (wobei das in unserer Familie schon recht ausgelutscht ist…). Papas Interessen liegen bei USA, München/Biergarten/Oktoberfest, Politik, Geschichte, Kinofilme (besonders die Alten mit Cary Grant, Kathrin Hepburn etc.) Musik von Jonny Mattis, Frank Sinatra, Rat Pack etc., er hat mal in einem GhospelChor gesungen, Pianobar-Musik, Cocktails (klassische)… als Sport fährt er ein wenig Rad.

Bin für Anregungen und Ideen dankbar.

Viele Grüße und vielen Dank im Vorraus
Tania

Servus Tanja,

das ist ein „runder“, zu dem viele Leute beginnen, Rückblick zu halten. Tatsächlich ist es dann überraschend, wie viel Geschichte und Zeitgeschichte in einem Leben schon Platz gehabt hat. Denkbar wäre also, in Zehnerschritten 1995-1985-1975 etc. z.B. in Charts, Zeitungsarchiven etc. zurückzugehen. Man kann das mehr oder weniger aufwändig gestalten, auf der Kante Musik ist nach oben keine Grenze gesetzt. Etwa ein guter Pianist, der in der Lage ist, irgendein Thema im Stil der jeweiligen Dezennien zu variieren? Oder die Titelblätter mit Schlagzeilen, gescannt und dann jeweils mit einem fingierten passenden Artikelchen & Porträt des Festochsen in der jeweiligen Lebensphase angereichert?

Wenns was kosten darf: Wenigstens bis 1945 zurück dürften zu diesen Zehnerabschnitten auch noch Jahrgänge von Wein und Cognac frei erhältlich sein.

Schöne Grüße

MM
auch bald soweit…

Hallo Martin,

vielen Dank für Deine Antwort.

das ist ein „runder“, zu dem viele Leute beginnen, Rückblick
zu halten. Tatsächlich ist es dann überraschend, wie viel
Geschichte und Zeitgeschichte in einem Leben schon Platz
gehabt hat. Denkbar wäre also, in Zehnerschritten
1995-1985-1975 etc. z.B. in Charts, Zeitungsarchiven etc.
zurückzugehen.

leider hat er diverse Chronik-Bücher und von seinem Bruder zum 65´sten schonmal sowas in der Art bekommen.

Man kann das mehr oder weniger aufwändig
gestalten, auf der Kante Musik ist nach oben keine Grenze
gesetzt. Etwa ein guter Pianist, der in der Lage ist,
irgendein Thema im Stil der jeweiligen Dezennien zu variieren?

Ich weiß noch nicht, wo und in welchem Rahmen die Feier stattfindet - keine Ahnung, ob da ein Klavier steht…

Oder die Titelblätter mit Schlagzeilen, gescannt und dann
jeweils mit einem fingierten passenden Artikelchen & Porträt
des Festochsen in der jeweiligen Lebensphase angereichert?

Sowas hab ich mir auch schon gedacht - und dann am Abend der Feier als „Diashow“ mit Endlosschleife per Beamer an die Wand werfen… macht ein schönes Licht und gibt was zum Lachen.

Wenns was kosten darf: Wenigstens bis 1945 zurück dürften zu
diesen Zehnerabschnitten auch noch Jahrgänge von Wein und
Cognac frei erhältlich sein.

Puh… ich glaub, das übersteigt das Geburtstagsbudget doch etwas… zumal auch Bourbon besser wäre :wink:

Schöne Grüße

zurück

MM
auch bald soweit…

wie weit? dann ist aber Deine Vika gefaket… ???

Vielen DAnk für Deine Ideen - falls Dir noch was einfällt, kannst Du Dich ja nochmal melden.

Viele Grüße
Tania

Servus Tania,

wie weit? dann ist aber Deine Vika gefaket… ???

neenee, stimmt schon. Das ist bloß das Lebensgefühl „ab 40“: Die erste Mondlandung hab ich live am TV verfolgt, und den „offiziell“ letzten US-Bombenangriff auf Vietnam in „heute“. Den Besuch vom frisch Reisen dürfenden Onkel, der erzählte, wie nachts die Panzer der Roten Armee durch Walddorf rollten, die Richtung Eibau/Grenzübergang in die CSSR unterwegs waren. Das WM-Spiel Deutschland gegen Deutschland, der Held hieß damals Sparwasser. Den Eilzug 16:10 von der Schule nach Hause, wenn er mit weithin krachendem Auspuffschlag der 03er Dampflok die Wattenweiler Steige hinauffuhr. Den letzten Einsatz des bespannten Leichenwagens, als die jungen Rappen Max und Moritz mit ihm (leer) die Hauptstraße hinunter durchgegangen sind. Den Probealarm am Samstag, aber mit dem vollen Programm Marke „Kalter Krieg“: Entwarnung - ABC-Jaulen - dann erst Feuer. Räumung des Dreisamecks; „Ratten und Schmeißfliegen“ von Herrn Stoiber; Umrechnen von Shilling in Pfund im Zwölfersystem beim ersten Besuch in England…

Soweit einige wild durchmischte Splitter betreffend die Verbindungen von eigener Biographie und Zeitgeschichte, die natürlich bei jedem anders aussieht.

Wenn zwischen einem selber und der Grube niemand mehr kommt, sind 40, 50, 70 auch bloß Zahlen, die mehr oder weniger nah beieinander liegen.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,

für diesen Satz:

Wenn zwischen einem selber und der Grube niemand mehr kommt,
sind 40, 50, 70 auch bloß Zahlen, die mehr oder weniger nah
beieinander liegen.

bekommst Du den Geigerschen Preis für angewandte Lebensweisheit.
Einlösen kannst Du den Preis bei einem Besuch in Nürnberger Gefilden, ich verspreche zu diesem bedeutsamen Anlaß tief in meinen Keller zu steigen!

Beste Grüße

mhg

Hallo Martin!

wie weit? dann ist aber Deine Vika gefaket… ???

neenee, stimmt schon. Das ist bloß das Lebensgefühl „ab 40“:
Die erste Mondlandung hab ich live am TV verfolgt, und den
„offiziell“ letzten US-Bombenangriff auf Vietnam in „heute“.

ich auch … Erstere auf dem Schoß meiner Mutter

Den Besuch vom frisch Reisen dürfenden Onkel, der erzählte,
wie nachts die Panzer der Roten Armee durch Walddorf rollten,
die Richtung Eibau/Grenzübergang in die CSSR unterwegs waren.

… oder der beim Anblick der „Metro“ von innen beinahe umgefallen wäre und den Rest des Tages paralysiert war. Oder Prager Botschaftsflüchtlinge, die meine Mutter in meinem Zimmer einquatiert hat und ich mußte dann halt beim meinem Freund schlafen.

Das WM-Spiel Deutschland gegen Deutschland, der Held hieß
damals Sparwasser.

naja - Fußball…

Den Eilzug 16:10 von der Schule nach Hause,
wenn er mit weithin krachendem Auspuffschlag der 03er Dampflok
die Wattenweiler Steige hinauffuhr.

Bei uns war´s der Bus, der - total überladen - am Kilianstädter Berg immer anhalten mußte und alle, die keinen Sitzplatz hatten, aussteigen ließ. Die mußten dann zu Fuß hinter dem, bergauf im ersten Gang dröhnenden Bus, laufen und durften erst oben wieder einsteigen.

Den letzten Einsatz des
bespannten Leichenwagens, als die jungen Rappen Max und Moritz
mit ihm (leer) die Hauptstraße hinunter durchgegangen sind.

Pu - dann hattet ihr die aber auch lange. Ich kenne nur den alten überlangen Mercedes-Kombi

Den Probealarm am Samstag, aber mit dem vollen Programm Marke
„Kalter Krieg“: Entwarnung - ABC-Jaulen - dann erst Feuer.

Oh ja - „spaßige“ Zeitgenossen riefen immer ganz begeistert „die Russen kommen“ (hahaha!!!)

Räumung des Dreisamecks; „Ratten und Schmeißfliegen“ von Herrn
Stoiber;

Hä?

Soweit einige wild durchmischte Splitter betreffend die
Verbindungen von eigener Biographie und Zeitgeschichte, die
natürlich bei jedem anders aussieht.

In der Tat.

Wenn zwischen einem selber und der Grube niemand mehr kommt,
sind 40, 50, 70 auch bloß Zahlen, die mehr oder weniger nah
beieinander liegen.

Uiuiui … MÖNSCH! Ich glaub, da klingt die Midlifecrisis durch. Nicht den Kopf hängen lassen! Ist doch erst Halbzeit! Ist alles noch möglich, alles noch drin.

Also - reiß Dich zusammen. Alles wird gut. :wink:))

Tania

Hallo Tania:wink:,

da meine Mutter auch demnächst 70 wird,stellte sich mir grade auch das Problem.
Und die Idee mit dem Rückblick (auf ihr Leben) fand ich ganz schön.

Ich habe es so gemacht,dass mein Vater und ich viele alte Fotos aus verschiedenen Zeiten und allen möglichen Stationen ihres Lebens ausgegraben haben. Die hab ich dann eingescannt werde sie in Form einer PowerPoint Presentation (im Stil eines alten Fotoalbums)zeigen ,dazu vielleicht noch die ein oder andere kurze Anekdote einwerfen.

Bin mal gespannt,wie es ankommt!

viele Grüsse und viel Spass beim Planen
Tanja (die auch noch Bastelarbeiten vor sich hat und gar nicht mehr viel Zeit!)

Hallo Martin,

„Ratten und Schmeißfliegen“ von Herrn Stoiber;

das war immer noch Herr Strauß, wenn ich mich nicht irre.

Gruß, Karin

Servus Karin,

FJS war da vorsichtiger. Von ihm stammt aus ähnlicher Zeit der „Saustall“, der ziemlich geschickt gewählt war, weil sich hinterher alle süddeutsch Schimpfenden und um die harmlose Bedeutung des Begriffes wissenden über die unangemessenen Reaktionen der „ignoranten Nordlichter“ amüsieren konnten.

R/S als Bezeichnung für intellektuelle „Krypto-Sympathisanten“ stammen entweder von der genannten Adresse oder von Goppel (das will ich weder sorum noch sorum beschwören).

Schöne Grüße

MM

Hallo, Martin,
Karin hat recht, es war FJS:
„Gegen Ratten und Schmeißfliegen führt man keine Prozesse.“ ist das korrekte Zitat und bezog sich auf den Schriftsteller Bernt Engelmann. (SZ, 28.2.2002, S.11)

Was allerdings Äh-Äh-Ähdmund in dieser Hinsicht ins Spiel bringt, ist eine Rede, in der er diese Straußsche Entgleisung verteidigte. (SZ, 14.1.2002, S.3)

Aber der Allerchristsozialste Große Vorsitzende hat sich auch noch andere verbale Klöpse geleistet:

„Diese Personen … benehmen sich wie Tiere, auf die die Anwendung der für Menschen gemachten Gesetze nicht möglich ist …“
Strauß über Bamberger Demonstranten in einem Telegramm an Bayerns Ministerpräsident Goppel 1969

„Ich habe ja immer erklärt, dass ich die NPD-Wähler nicht schlechthin für Nazis halte.“ (Spiegel, 26.10.1970)

u.v.a.m.
Gruß
Eckard

Dankeschön, Eckard -

so entstehen historische Fälschungen ganz ohne Absicht…
Nagutt, ich war ziemlich jung damals.

Schöne Grüße

MM

Hallo ihr zwei,

so entstehen historische Fälschungen ganz ohne Absicht…
Nagutt, ich war ziemlich jung damals.

so habt ihr ja euch schon geeinigt. Zur Dekoration möchte ich noch sagen, dass ich eine Karikatur gesehen habe, in der Strauß auch mit ebendiesem Zitat abgebildet war. Und das hätte er nicht auf sich sitzen lassen.

Aber ich bin ja auch so ca 9 Jahre älter gewesen damals…

Gruß, Karin