Hallo,
mein Vater (68) wird in den letzten Jahren immer seltsamer. Er schläft ca. 16 Stunden täglich, vieles, was ihm früher Spaß gemacht hat, empfindet er nur noch als störend. Besucher (selbst Kinder / Enkelkinder) empfindet er als Störung. Außerdem haben wir das gefühl, dass er ein weng verwirrt wird (kennt am Telefon die Stimmen der nächsten Verwandten nicht(hört aber gut), gibt unsinnige Antworten („Papa, kannst du mir bitte mal die Telefonnummer von XY geben?“ „Die Mama ist nicht da, da musst du später nochmal anrufen.“ - obwohl er die Nummer selbst hat und das auch weiß). Unsere Mama traut sich schon gar nicht mehr, ihn allein zu lassen. Dazu kommt, dass er seit einigene Jahren zunehmend ins Wirtshaus geht. Früher ging er einmal die Woche, heute geht er täglich (das ist das Einzige, was er noch regelmäßig macht). Er säuft sich nicht total zudsammen, sondern trinkt täglich so seine 2 bis 3 Halben. Wenn man ihn auf das alles anspricht, sieht er überhaupt kein Problem. Mama hat schon mit der hausärztin gesprochen (Depressionen und Demenz liegen bei uns in der Familie, bei papas Vater fing es genauso an). Die Ärztin sieht keinerlei Handlungsbedarf. Blöd ist, das unser Papa das auch so sieht - hat vielleicht jemand einen Tipp, was man da tun kann? Ich meine, ein guter Neurologe / Psychiater könnte da sicher was machen/finden, aber wenn der Patient keinen Leidensdruck verspürt und nichts machen will…?
Danke schon mal für eure hilfreichen Tipps!
Liebe Grüße
Felicia
besser ins medizinbrett damit
hallo,
nur ein schuß ins blaue jetzt, aber war dein vater in letzter zeit mal beim kardiologen? bei gewissen herzkranzgefäßkrankheiten wird man sehr müde, verliert die lust an allem, mitunter weiß man sogar, daß „da was nicht stimmt“ und zieht sich zurück z.b. von allem, was einem vorher spaß gemacht hat. oder ins wirtshaus…
nur eine möglichleit. das solltet ihr aber abklären lassen (ein normales EKG reicht da nicht!)
schöne grüße
ann
Blöd ist, das unser Papa das auch
so sieht - hat vielleicht jemand einen Tipp, was man da tun
kann? Ich meine, ein guter Neurologe / Psychiater könnte da
sicher was machen/finden, aber wenn der Patient keinen
Leidensdruck verspürt und nichts machen will…?
Auf den Leidensdruck wartet man nur bei bloßen Verhaltensauffälligkeiten.
In diesem Fall liegt mit der Hypersomnie eine klare Symptomatik vor, die auf Depressionen hinweisen kann, wenn organische Ursachen ausgeschlossen sind. Die Fehlwahrnehmung von Gesprächssituationen, auf die die unsinigen Antworten hindeuten, verstärken diesen Eindruck. Dabei verdient weniger das Übergehen einer Frage Beachtung (was aus geistiger Abwesenheit geschehen kann), sondern mehr die Tatsache, dass er anstatt einer Rückfrage eine falsche Antwort liefert. Dadurch versucht er eine virtuelle Gesprächssituation aufzubauen, die er mit ihm vertrauten Sätzen fortführen und dominieren kann. Aus meiner beruflichen Tätigkeit (psychologisch nur geschult, nicht ausgebildet) erinnere ich mich an ähnliche Fälle, die von meinen medizinischen Kollegen als behandlungsbedürftig eingestuft wurden.
Ich würde mich zunächst von der Ärztin verabschieden. Regelmäßig 16h Schlaf sind in keinem Alter normal, ihre Untätigkeit ist mir daher völlig unverständlich.
Natürlich muss auch er davon überzeugt werden. Da kann ich Dir nur den Rat geben, dich nicht entmutigen zu lassen. Ich glaube, dass viele zu schnell aufgeben, weil man dem Betroffenen „seinen Willen lassen“ möchten.
Klar, es bleibt seine Entscheidung, aber ihm muss auch das Maß der Sorge seiner Mitmenschen verdeutlicht werden.