Papst überwand den kalten Krieg?

Hallo Experten,
das Fernsehen erwähnt jeden Tag, dass Johannes Paul II bei dem erfolgreichen Kampf gegen den (dikatorischen) Kommunismus Polens eine Schlüsselrolle gespielt habe. Daraus folgt: Ohne Johannes Paul gäbe es immer noch die DDR, die UdssR und den kalten Krieg?
Gruß!
Christian

Hallo,

so pauschal kann man darüber keine Aussagen machen.

Ohne dem Zutun des Papstes hätte es die polnische Demokratiebewegung mit Sicherheit sehr viel schwerer gehabt.
Ob das aber auch Auswirkungen auf die Grenzöffnungen in Ungarn und schließlich auch in der DDR gehabt hätte, ist sehr fragwürdig.

Geschichte setzt sich immer aus enorm vielen Details zusammen. Rückbesinnend kann man meistens eine Logik in der Abfolge der Ereignisse feststellen, die wirklich ausschlaggebenden Handlungen bleiben aber oft unbekannt.

Was wäre wenn Bismarck als Pelikan geboren worden wäre? :wink:

Hallo, Christian,

mich wundert, dass ohne diesen Herrn die Sonne immer noch aufgeht!

Fritz

Wie man es auch macht, ist falsch.
Hallo Fritz,

mich wundert, dass ohne diesen Herrn die Sonne immer noch
aufgeht!

Schreit ein Papst nicht lautstark gegen die Vernichtung der Juden, dann hat er moralische Schuld.
Setzt er er als Vertreter einer moralischen Grossmacht ein ZEichen, dass er gewisse Tendenzen im Heimatland im Auge hat und dadurch das Nanogramm beisteuert, welche die Waage von einer ‚tschech. Lösung‘ in eine friedl. Lösung lenkt, ist es auch nicht recht bzw. darf ihm nicht angerechnet werden.

Ciao maxet.

Hallo, maxet,

so ist er halt auch ein „am meisten verkanntester Mensch“ aus Polen. Ich bin trotzdem froh, dass die Sonne auch ohne ihn aufgeht.

Fritz

hallo chtristian,

ja genau: wenn man den medien glaubt, waren das genau 3 leute, die den kommunismus besiegten und immerwährenden frieden auf erden schufen.
ronald reagan, helmut kohl und schüttelpaule.
von wegen brügerrechtler, pah!

strubbel
E:open_mouth:)

OT: Drei Wünsche

ronald reagan, helmut kohl und schüttelpaule.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du niemals so eine schwere Krankheit wie
Parkinson bekommst, ganz ehrlich… Und dann wünsche ich Dir noch, dass Du
irgendwann mal darüber nachdenkst, wie Du über andere Menschen redest.

von wegen brügerrechtler, pah!

Und noch ein dritter Wunsch… Guck die Sendungen doch einfach aufmerksam, dann
verstehst Du sie vielleicht auch. Die Dokus pauschalisieren nämlich nicht, im
Gegensatz zu Dir.

Christian

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hi christian,

es geht hier nicht um krankheit, sondern um üblen personenkult und gleichschaltung der medien.
olle karol war nicht gegen den kommunismus weil er menschenfeindlich war, sondern weil dieser sich atheistisch gebärdete.
oh doch, wenn ich die spiegelsonderuasgabe vom „jahrtausendpapst“ sehe, erinnert mich das an elogen auf väterchen stalin.

strubbel
=:open_mouth:/

Mein Güte! (o.T.)

gleichschaltung der medien.

wenn ich die spiegelsonderuasgabe vom
„jahrtausendpapst“ sehe, erinnert mich das an elogen auf
väterchen stalin.

Hallo Christian,

da Du eine neutrale Frage gestellt hast, sollten wir doch versuchen, sie ohne Pöbeleien zu beantworten. Jeder Historiker wird Dir bestätigen, dass es sehr, sehr selten monokausale Erklärungen gibt.

Im Falle des Zusammenbruch des Ostblocks ist z.B. neben dem polnischen Papst zu nennen, dass die NATO-Nachrüstung die Sowjetunion zu Veränderungen zwang. Das Politbüro wusste, dass es im Rüstungswettlauf nicht mithalten konnen. Also mussten Reformen her, die die Leistungsfähigkeit des Systems erhöhten. DAS brachte Gorbatschow an die Macht, weil er ein Konzept zu haben schien, dass die alten Wachstumsraten aus den 60er Jahren bringen sollte. Unter Chruschtschow glaubte man, den Westen bald überholt zu haben. Unter Breschnew erwies sich dies als illusion.

Zum Papst: wie will ein Historiker psychologische Faktoren quantifizieren? Aber man kann vielleicht die Menschen zählen, die eine Papstmesse besuchen. Damit war ja der augenscheinliche Beweis erbracht, dass der totale Anspruch der kommunistischen Partei ins Leere ging. So etwas war im System einfach nicht vorgesehen.

Und wie will ein System gegen Oppositionelle vorgehen, die vom Papst gestützt werden und damit jederzeit Öffentlichkeit herstellen können? Letztendlich kommt man dann wieder an die Glaubensfrage: die polnische Opposition glaubte an ihre Sache, die Kommunisten nicht.

Gruß,
Andreas

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das Fernsehen erwähnt jeden Tag, dass Johannes Paul II bei dem
erfolgreichen Kampf gegen den (dikatorischen) Kommunismus
Polens eine Schlüsselrolle gespielt habe. Daraus folgt: Ohne
Johannes Paul gäbe es immer noch die DDR, die UdssR und den
kalten Krieg?

Hallo Christian,
der zweite Satz ist mit Sicherheit maßlos übertrieben. Was Deinen ersten Satz angeht - das mit der ‚Schlüsselrolle‘ trifft es wohl ganz gut. Die CIA finanzierte die Solidarnosc (mit), wobei der Vatikan die Gelder schleuste. Dafür (so ist zumindest stark anzunehmen) durfte sich die CIA der Informationsquellen des Vatikan bedienen, deren Informantennetzwerk jedenfalls in Polen nicht zu toppen war. Ein ganz gewöhnliches Joint Venture.

Freundliche Grüße,
Ralf