Hallo Andrea,
Man sagt doch, dass die Kardinäle den Papst nach göttlicher
Eingabe wählen.
Eeeeeeigentlich heißt es, daß den Kardinälen der Heilige Geist was ins Ohr flüstert… 
Wieso darf man sich nicht selbst wählen? wenn Gott den
Kardinal X zum Papst haben will, dann bekommt doch der
Kardinal x die gleiche Eingebung. Oder?
Weil es auch im sekulären Welt so ist (das beste Beispiel ist das Gesellschaftsrecht: der betroffene Gesellschafter einer GmbH darf für gewöhnlich nicht mitstimmen) und außerdem hat JPII die Abstimmungsregeln für das Konklave verschärft. Das von Dir erwähnte Beispiel ‚Kardinal X hat eine Eingebung und schlägt Kardinal Y zum Papst vor‘ ist nicht mehr zulässig.
Dann wird mit weltlichen Regeln gewählt - wie zB der Papst
darf nicht älter als 80 sein. Gottes Wege sind unergründlich,
dann spielt doch ein Alter keine Rolle. WEnn Gott meint, dass
kein älterer Herr dieses Amt übernimmt, dann gibt er doch
nicht diese Eingebung.
Wahlberechtigt sind Kardinäle bis 75, insofern kann auch kein Papst erst mit 80 gewählt werden. Warum? Nun… Nach dem Codex Iuris Canonici (Canon 354) sind Kardinäle angehalten, mit Vollendung des 75 Lebensjahres ihren Amtsverzicht - die sog. Renuntiatio - anzubieten. Zu diesem Thema empfehle ich gerne noch einmal die Lektüre dieser Seite: http://www.zdf.de/ZDFheute/inhalt/19/0,3672,2019283,…. Ich für meinen Teil halte die Wahl eines 80jährigen Papstes für ebenso schwachsinnig wie die im Mittelalter durchaus übliche Einsetzung von Hosenscheißerles als Papst.
Dann hat schon ein Kardinal (75 J.) die Wahl abgelehnt? Warum?
Stellt man sich dann gegen Gottes Wunsch? Da er diese
„Eingabe“ gab?
Die Frage verstehe ich nicht ganz… Ich denke aber, daß sich ein Kardinal schlicht nicht traut, eine solche Ehre abzulehnen. Denke nur an Albino Luciani (Papst Johannes Paul I). Er war krank und wollte das Amt nicht, aber darauf hat kein Mensch Rücksicht genommen. Er selbst hatte nicht den Mut, das Amt - Du wirst ja gefragt, ob Du die Wahl annehmen möchtest und da steht auch niemand mit 'ner Knarre hinter Dir - abzulehnen. Es hat ihn das Leben gekostet.
Gott lässt keine Zweifel zu, aber hier scheint man dies
einzuräumen.
Wer sagt das?
Dann geht die Presse u div. Personen der Kirche hin und
sprechen über „Favoriten“. Wie kann man denn davon Reden?
Laß mich noch einmal das berühmte vatikanische Sprichwort wiederholen:
‚Wer in das Konklave als Papst reingeht, geht als Kardinal wieder raus.‘
Es scheint wirklich so zu sein, daß niemals die Favoriten gewählt werden.
Dann sprach der Herr bei Jauch darüber, dass zB ein
lateinischer, afrikanischer oder ein asiatischer Papst die
kathol. Kirche voranbringen würde - wieso wird hier von Kirche
gesprochen und nicht über die Christen?
Du meinst lateinamerikanischer, gelle? Ob ein solcher Papst die Kirche voranbringen würde, weiß ich nicht (ist mir als Atheistin auch schnurzpiepegal *fg*), aber Fakt ist, daß in Lateinamerika ein Großteil der Katholiken dieser Welt lebt. Also: why not? Mit einem Polen als Papst hat damals auch kein Mensch gerechnet.
Also für mich sind diese ganzen Aussagen allesamt
widersprüchlich und ein Beweis dafür, dass weder der Papst
noch die katholische Kirche von Gott „begleitet“ wird.
Laß das bloß nicht die im Vatikan hören, sonst wirst Du - so Du denn katholisch bist - womöglich noch exkommuniziert… *lach*
Viele Grüße
Renee