Paradoxe Wirkungen

Hallo,

manche Medikamente haben ja gelegentlich (oder unter besonderen Umständen verstärkt) sog. paradoxe Wirkungen, wirken also genau entgegengesetzt. Gibt es für diese Tatsache in medizinischer, bio-chemischer, neurophysiologischer oder anderer Forschung eigentlich Erklärungen für diese Fakten, also Regeln, nach denen man paradoxes Verhalten erklären kann bzw. Ursachen, auf die man dies zurückführt (im Einzelfall und auch generell vielleicht)?

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas,

ich kenne das aus der Praxis, das bei Säuglingen oder bei älteren Menschen Medikamente eine paradoxe Wirkung haben können. Bei den alten Menschen ist es oft so, dass sie auf Beruhigungsmittel wie Diazepam oder andere Valiumabkömlinge genau entgegengesetzt reagieren.
Warum das aber so ist und was das für Gründe hat kann ich nicht genau sagen. Hat wohl auch was mit dem Dopaminspiegel zu tun, aber ganz genau weiß ich das leider auch nicht :frowning:(

Gruß

Makea

Ich kann es als Zahni nicht 100 protzentig erklären aber z. B. bei Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätssyndrom) gibt man ja bekanntlich Ritalin ein Amphetamin. Diese putschen den Körper normalerweise auf, deshalb nehmen viele Discobesucher leider so etwas. Normalerweise verfügen wir über Hirnfunktionen, die äußerliche Reize selektieren. Dies geschieht über sogenannte Neurotransmitter, das sind informationsverarbeitende Stoffe. ADS-Betroffene leiden unter einer Störung des Neurotransmitterhaushaltes, darum können die von außen einwirkenden Reize nicht mehr problemlos geordnet werden.Durch Einnahme von Ritalin werden die Kinder ruhiger, denn das Medikament wirkt auf den Stoffwechsel des Gehirns ein und sorgt so für Ausgewogenheit. Tatsächlich sind die genauen Vorgänge der Wissenschaft bislang verborgen geblieben. Lg Christian

Hallo Makea,

ich kenne das aus der Praxis, das bei Säuglingen oder bei
älteren Menschen Medikamente eine paradoxe Wirkung haben
können. Bei den alten Menschen ist es oft so, dass sie auf
Beruhigungsmittel wie Diazepam oder andere Valiumabkömlinge
genau entgegengesetzt reagieren.

ja, solche Beispiele finden sich recht häufig in den Beschreibungen von paradoxen Wirkungen.

Warum das aber so ist und was das für Gründe hat kann ich
nicht genau sagen. Hat wohl auch was mit dem Dopaminspiegel zu
tun, aber ganz genau weiß ich das leider auch nicht :frowning:(

Aber immerhin: Für diesen einen Fall ist das ein Ansatz, den ich weiter verfolgen kann.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Christian,

Ich kann es als Zahni nicht 100 protzentig erklären aber z. B.
bei Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit und
Hyperaktivitätssyndrom) gibt man ja bekanntlich Ritalin ein
Amphetamin. Diese putschen den Körper normalerweise auf,
deshalb nehmen viele Discobesucher leider so etwas.
Normalerweise verfügen wir über Hirnfunktionen, die äußerliche
Reize selektieren. Dies geschieht über sogenannte
Neurotransmitter, das sind informationsverarbeitende Stoffe.
ADS-Betroffene leiden unter einer Störung des
Neurotransmitterhaushaltes, darum können die von außen
einwirkenden Reize nicht mehr problemlos geordnet werden.Durch
Einnahme von Ritalin werden die Kinder ruhiger, denn das
Medikament wirkt auf den Stoffwechsel des Gehirns ein und
sorgt so für Ausgewogenheit.

sehr interessant, danke.

Tatsächlich sind die genauen Vorgänge der Wissenschaft bislang
verborgen geblieben.

Das ist für mich noch interessanter, weil mich eigentlich nicht das Problem selbst, sondern der medizinische Kausalbegriff interessiert.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo,
ein Erklärungversuch für diesen paradoxen Effekt bei Amphetaminen & ADHS geht davon aus, daß der Normlevel bestimmter durch Amphetamine positiv beeinflußter Neurotransmitter beim ADHS Kind prinzipiell unter der Norm liegen würde. Das Kind kompensiert dieses Defizit durch seine Hyperaktivität, was die vermehrte Ausschüttung dieser Botenstoffe zur Folge hat. Wird nun „von außen“ durch ein Amphetamin der „Pegel“ dieser Botenstoffe erhöht, kann der Körper dies durch herunterfahren der Hyperaktivität wieder kompensieren.
Wenn man den Kern dieser Theorie etwas abstrakter faßt, müßte er auch auf andere Botenstoffe, Verhaltensweisen und Rezeptoren anwendbar sein.

Gruss
Enno

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Hallo Enno,

ein Erklärungversuch für diesen paradoxen Effekt bei
Amphetaminen & ADHS geht davon aus, daß der Normlevel
bestimmter durch Amphetamine positiv beeinflußter
Neurotransmitter beim ADHS Kind prinzipiell unter der Norm
liegen würde. Das Kind kompensiert dieses Defizit durch seine
Hyperaktivität, was die vermehrte Ausschüttung dieser
Botenstoffe zur Folge hat. Wird nun „von außen“ durch ein
Amphetamin der „Pegel“ dieser Botenstoffe erhöht, kann der
Körper dies durch herunterfahren der Hyperaktivität wieder
kompensieren.
Wenn man den Kern dieser Theorie etwas abstrakter faßt, müßte
er auch auf andere Botenstoffe, Verhaltensweisen und
Rezeptoren anwendbar sein.

nützlich und erhellend, gerade auch bezüglich der in der Medizin verwendeten Kausaltechnik, die mich ja hieran interessiert. Danke sehr.

Herzliche Grüße

Thomas Miller