Hallo nochmal,
alldieweil die paar Splitter Dir oder wem auch immer nützlich schienen, noch ein Nachschlag:
Grundsätzliche Orientierung gibt ein wöchentlich aufgelegtes Verzeichnis von sehr vielen Veranstaltungen, Kinos, Diskotheken, Restaurants, Museen etc., „le Pariscope“, erhältlich für weniger als 1€ an praktisch allen Kiosken. Wenn man sich eine Idee von einem Viertel machen will, kann man z.B. dort in das Kapitel „Spezialitätenlokale“ gehen, das nach Vierteln geordnet ist: Wo die Chinalokale sind, wohnen Chinesen etc. Oder auch die Kinoprogramme heranziehen: Wo ein Programmkino ist, findet sich normalerweise auch sonst eine interessante Umgebung…
le Pariscope hilft auch, wenn es um Öffnungszeiten um die Feiertage rum geht. Bei Museen, Kinos, Restaus auch die Telefonnummern wegen Reservierungen.
Sehr bekannt der Père Lachaise, meiner persönlichen (romantisch geprägten) Meinung aber mindestens genauso besuchenswert der kleine und ein bissel verträumte Montmartre-Friedhof (Freund Heine liegt da u.a.) und der Montparnasse-Friedhof, dessen „Bewohner“ ein wenig Paris-Metropole zeigen: Soviel ich weiß, war Montparnasse der erste nicht konfessionsgebundene Friedhof, was seinen „Horizont“ sehr erweitert.
Auch wenn wir hinsichtlich Flohmärkten ein wenig überfüttert sind - der Flohmarkt, der außerhalb der Porte de Clignancourt ein ganzes Viertel einnimmt, sucht seinesgleichen. Zügig durch den Randbereich mit dem Touri-Nepp durchgehen und dann bloß noch wundern.
Wenn man die Montmartre-Treppe hinaufgeht, rechter Hand ein gutes Stück (auch hier gibts einen Touri-Speckgürtel) ins Quartier vordringen zum Marché St. Pierre, wo man ein in bester mittelalterlicher Tradition kompakt zusammengefasstes Tuchhändlerviertel findet, vom Acetat-Fähnchen bis zum schweren Gobelin gibts da alles, vor allem Deko, Posamenten, Möbelbezugs- und Vorhangstoffe. In den neben den Buden fest etablierten Handelshäusern auch Baumwolldrucke, Wollstoffe etc. für die häusliche Nähmaschine. Montagvormittag haben die meisten Buden zu, sonst fast immer auf.
Bei der Metro (möglichst Gare de l’Est, wo einzelne Schaltermenschen Englisch oder gar Deutsch sprechen) erkundigen, wie man zu den „Neuen Hallen“ nach Rungis kommt (erfordert paar Umsteiger, aber eigentlich easy). Dort in den frühen Morgenstunden (ca. 3h - ca. 8h, genau weiß ichs nicht)der zentrale Lebensmittelmarkt Frankreichs, es ist aus der Tradition der „Halles“ übernommen worden, dass man an vielen Ständen die Produkte auch einfach zubereitet haben kann: Unten der Kuttler, auf der Galerie ein Teller tripes usw.
- Vergnügungen à l’ancienne:
Die früheren Vorstadt-Tanzbuden im Marnetal, les Guingettes, haben in den letzten zehn Jahren eine Art Renaissance erlebt: Essen, Trinken, Musette ist dort heute natürlich auf „Nostalgie“ getrimmt, aber immer noch weit von einem reinen Nepp-Betrieb entfernt und eine ziemlich entspannte Angelegenheit. Details:
http://www.cg94.fr/ou_sortir/ou_sortir_guingp.htm
Hinkommen kann man mit den Vorortzügen der SNCF ab Gare de l’Est.
Wer sowas mag, sollte natürlich auch den Guignol, die Kasperlebude im Park Buttes Chaumont, besuchen.
Und ein Letztes: Schloß und Park von Versailles, sonst wegen der Besuchermassen nicht so recht genießbar, sind im Herbst/Winter ein sehr schöner Ort. Für den Park genug Zeit mitbringen, er ist groß!
Tscha, den Rest überlass ich jetzt aber doch jedermanns eigener Nase…
Schöne Grüße
MM