'Paris schloss Fenster und Türen'?

Liebe Literatten,

im LL-Brett bin ich grade über eine Literatur-Erinnerung gestolpert, die so vage ist, daß sie die handelsüblichen Recherchemittel nicht erlaubt - Übriggebliebenes von ein mal Vorgelesenem…

Es geht um eine kurze Folge von Straßenszenen: Der Erzähler folgt aus welchemgrundauchimmer einer Frau, und ihre Fährte besteht aus sukzessiv fallen gelassenen Kleidungsstücken.

Das genialisch erdachte und ausgeführte an der Skizze ist, daß in dem Moment, wo rechnerisch kein Kleidungsstück mehr übrig ist, steht: „… und Paris schloss Fenster und Türen.“ (keine Gewähr für wörtliche Übereinstimmung, aber inhaltliche schon.).

Weiß jemand von Euch, was das für eine Erzählung ist? - meines Erachtens eine der sehr wenigen „erotischen“, die dieses Prädikat verdient, weil sie genau dort, wos privat wird, das Feuerwerk der Möglichkeiten dem Leser überlässt.

Der Machart nach könnte es Süskind sein, aber das ist eher unwahrscheinlich, weil ich sie bereits ca. 1987 gehört habe, als es von diesem Autor noch kaum was (oder nichts?) gab.

Für Fährten dankt

MM

Hallo MM,

der vagen Erinnerung füge ich eine vage Vermutung an - vielleicht Jacques Roubaud? „Die schöne Hortense“ entstand, glaube ich, etwa um 1987 herum, und von der stilistischen Seite würde es zu seinem anderen Ideenwerk passen. Blätter doch mal rein und sieh nach, ob weitere Erinnerungen folgen.

Gruß,

Pengoblin