Parkett mit Fußbodenheizung, kann PVC drüber ?

Hallo,
ich habe die Möglichkeit ein Ladenlokal anzumieten. Dieses ist allerdings mit einer Fußbodenheizung ausgestattet und mit Pakett ausgelegt. Da hier aber bei Wind und Wetter Laufkundschaft vorhanden ist, stellt sich die Frage ob man einen anderen, nicht so empfindlichen Bodenbelag drüber legen kann, um das Pakett zu schonen… Pakett wäre mir zwar lieber… schon allein wegen der Optik, aber wenn ich an die Herbst/Winter tage denke, wird mir ganz schlecht bei dem Gedanken wie sehr es leiden würde.
Hat da jemand so viel Fachwissen um mir hier weiter zu helfen?
Wärmeverlust, eventuelle Beschädigung des Paketts duch den Schaumstoffrücken von PVC, oder gibt es wirklich hochwertige Lacke die es so schützen würden das es nichts mitbekommt???
Fachmännisches Wissen erwünscht!
Lieben Dank…
Wimper

Hallo !

Ich hoffe,@Klaus liest Deine Frage auch und antwortet.

Von mir nur soviel,jede weitere Schicht über der FBH verringert die Heizleistung.
Und auf Echtholz mit sicher einer Versiegelung könnte sich eine Abdeckung mit PVC mit Schaumstoffrücken nachteilig auswirken. Es könnte sich verkleben und beim Abziehen bleiben Reste am Parkett haften,die mühsam entfernt werden müssen.

Als Ladenlokal wird man sicher schon ein geeignetes und haltbares Parkett verlegt haben,auch die Versiegelung schützt vor der normalen Verschmutzung.
Winterliche Spuren,wie Wasserlachen müssen natürlich möglichst rasch entfernt werden(wischen),eine große Fußmatte hinter und vor dem Eingang darf m.E. nicht fehlen.

MfG
duck313

Erst einmal einen Dank an „duck313“ bezüglich des Vertrauensvorschusses!
Um die Frage zu beantworten:
Über Parkett mit Fußbodenheizung einen dampfdiffusionsdichten Belag, wie ein PVC es nun einnmal darstellt, zu verlegen, das ist möglicherweise der schnellste und effektivste Weg, das Parkett irreversibel zu schädigen!
Der Grund für meine Ansicht ist schlichtweg der:
Parkett ist ein Werkstoff, der bezüglich seiner Haushaltsfeuchte in einem Feuchtegleichgewicht zu seinem Umfeld steht.
Bei beispielsweise einer relativen Luftfeuchte von 60% und einer Temperatur von 25°C wird sich automatisch durch Feuchtigkeitsaufnahme in die Holzzellen eine Holzfeuchte von ca. 10 bis 11Gew.-% einstellen.
Bleibt das Parkett im Winter durch thermische Zwänge an der Oberfläche (wie bisher) offen, kann es die Feuchtigkeit wieder abgeben.
Bei einer Abdeckung allerdings und bei fehlender Hinterlüftung wird die im Holz eingeschlossene Feuchtigkeit zu entweichen versuchen - kann es aber nicht.
Hier ist nun die Situation des Untergrundes, besser: die Art des Untergrundes, entscheidend.
Läge unter dem Parkett eine Abdichtung, würde sich die eingeschlossene Feuchtigkeit selbst bei Betrieb einer Fußbodenheizung nicht negativ bemerkbar machen. Die eingeschlossene Feuchtigkeit könnte jedoch dann kondensieren, wenn der Taupunkt im Winter unterhalb des PVC-Belages liegen würde. Wenn das Lokal bei offenen Türen gelüftet wird und die kalte Luft über die Fußbodenoberfläche streicht.
Tritt allerdings Feuchtigkeit in das hier betrachtete System ein, beispielsweise aus dem Untergrund wegen einer fehlenden Abdichtung, dann ist Vorsicht geboten.
Unproblematisch im Sinne feuchtebedingter Schädigungen ist, wenn eine funktionierende Unterlüftung des Parkettbodens besteht. Was aber eher unwahrscheinlich ist, denn dadurch reduzierte sich der Wirkungsgrad der Fußbodenheizung beträchtlich.
Was letztendlich bedeutet:
Es bleibt ein Risiko, dass die Massivdielen mittelfristig geschädigt werden, also faulen.
Davon abgesehen werden sich die Fugen (zwischen den Massivdielen) in der Oberfläche des PVC-Bodens abzeichnen. Ein grausiges Erscheinungsbild!
Was ich empfehlen kann, ist:
a) eine gute Sauberlaufzone vor dem Lokal. Eine, welche nicht mit einem Schritt „übersprungen“ werden kann.
b) Das Parkett sollte ausreichend geölt/gewachst werden. Das bedeutet zwar pflegetechnisch einen gewissen Mehraufwand (für die Unterhaltungsreinigung), ist aber letztendlich einfach nachzuölen, wenn der Oberflächenschutz partiell abgelaufen sien sollte.
Bei einem versiegelten Parkett besteht diese Möglichkeit nicht. Da sähe man die Ansatzspuren - und der optische Eindruck wäre von ähnlich bedauernswerter Art, als würde man die schöne Optik der Dielen hinter dem verbergenden Schleier eines PVC-Belages verstecken …
-.-.-
Der Wärmeverlust durch einen aufgelegten PVC-Belag übrigens, um Deine Fragen abschließend zu beantworten, er wäre marginal!
Wenn Du die ideale Lösung für den Oberfächenschutz des Parketts suchst, findest Du die Antwort garantiert in einem Gespräch mit einem Parkett-Fachbetrieb. Das ist nicht der Baumarkt „an der Ecke“!
Ein guter Siegel kann natürlich das Holz schützen. Doch es ist nach der Appliklation ein zusammenhängender Film, der nicht beschädigt werden darf, um noch zu funktionieren.
Bei Öl-/Wachsgemischen ist das nicht so problematisch!
-.-.-.-.-.-
Ich hoffe, Deine Fragen zufriedenstellend beantwortet zu haben!
Ich empfehle abschließend, die Lösung mit dem elastischen Bodenbelag schnellstmöglich zu vergessen. Sie birgt ein unkalkulierbares Risiko in sich.
Viel Glück und Erfolg. Möglicherweise informierst Du uns über Deine weiteren Entscheidungen?!
Gruß: Klaus