Parkettfragen

Hallo liebe Experten,

nachdem ich im Moment renoviere versuche ich verschiedenes in Erfahrung zu bringen…

Nun hab ich dabei einen Konflikt zwischen zwei Quellen…
Konkret geht es darum dass unter meinem Teppich ein Parkettboden verlegt ist, den ich abschleifen und einlassen (das ist das gleiche wie versiegeln, oder?) will.

Nun steht im Internet, dass man als Laie tunlichst die Finger von Profimaschinen lassen sollte weil man schnell einiges kaputt machen kann…
Dort steht auch, dass man den Staub nach dem Abschleifen gut beseitigen soll…

Dagegen sagt mein Kumpel aber - und der hat es von einem Fachbetrieb - dass der Staub drauf bleiben soll und „damit“ eingelassen wird…
Im Internet finde ich aber keinen einzigen Text, der das zu betonen scheint…

Jetzt bin ich (mal wieder) etwas ratlos, was richtig(er) ist…

Kann mir jemand dazu was sagen?
Vielen Dank
Munich

Hallo,

guck mal hier:

http://www.die-heimwerkerseite.de/Bodenbelage/Parket…

Gruß

Katl

Hallo liebe Experten,

Servus,

abschleifen und einlassen das ist das gleiche wie versiegeln, oder?

ja.

Nun steht im Internet, dass man als Laie tunlichst die Finger
von Profimaschinen lassen sollte weil man schnell einiges
kaputt machen kann…
Dort steht auch, dass man den Staub nach dem Abschleifen gut
beseitigen soll…

Dagegen sagt mein Kumpel aber - und der hat es von einem
Fachbetrieb - dass der Staub drauf bleiben soll und „damit“
eingelassen wird…
Im Internet finde ich aber keinen einzigen Text, der das zu
betonen scheint…

Staub auf der Oberfläche ist immer schlecht. Dein Kumpel meint sicherlich dass der Fachbetrieb den Schleifstaub mit einer Fugenkittlösung (wässrig oder lösemittelhaltig) zu einem Fugenkitt vermengt hat und damit die offenen Fugen, Risse und Löcher im Parkett verkittet hat. Erst danach wird lackiert.

Vielen Dank
Munich

Gern geschehen
Martin

Hi!

Also den Staub eines alten Lackanstriches würde ich sehr wohl beseitigen. Wer weiß, was da früher so alles verarbeitet wurde… Außerdem ist das, was Du meinst, wohl eher Folgendes:

Bei Parketten mit kleinen Spalten nach dem Verlegen (z.B. Industrieparkett) und noch unbehandelter Oberfläche schleift man nach dem Verlegen ab und fängt den Staub auf. Dieser wird dann mit einer speziellen Flüssigkeit zu einem Teig (Kitt) angerührt und damit spachtelt man die Ritzen zu. Danach nochmal schleifen. Das ist vom Farbton her das Beste.
Ob das mit einem durch Lack verunreinigten Staub auch geht weiß ich nicht.

Wie wäre es übrigens mit Ölen statt Lackieren? Den Begriff „Einlassen“ kenn ich jedenfalls auch nur im Zusammenhang mit Ölen. Lack ist einfach nur „Lackieren“ oder „grundieren“, soweit ich weiß.

Gruß
Andrea

nachdem ich im Moment renoviere versuche ich verschiedenes in
Erfahrung zu bringen…

Nun hab ich dabei einen Konflikt zwischen zwei Quellen…
Konkret geht es darum dass unter meinem Teppich ein
Parkettboden verlegt ist, den ich abschleifen und einlassen
(das ist das gleiche wie versiegeln, oder?) will.

Nun steht im Internet, dass man als Laie tunlichst die Finger
von Profimaschinen lassen sollte weil man schnell einiges
kaputt machen kann…
Dort steht auch, dass man den Staub nach dem Abschleifen gut
beseitigen soll…

Dagegen sagt mein Kumpel aber - und der hat es von einem
Fachbetrieb - dass der Staub drauf bleiben soll und „damit“
eingelassen wird…
Im Internet finde ich aber keinen einzigen Text, der das zu
betonen scheint…

Jetzt bin ich (mal wieder) etwas ratlos, was richtig(er)
ist…

Kann mir jemand dazu was sagen?
Vielen Dank
Munich

Ich kann nur den guten Rat geben: Lasst das bitte den Parkett-Fachbetrieb machen!
Erst einmal wäre auf rein rechtlicher Basis zu klären: ist es ein Mietobjekt (dann ist der Parkettboden für Aktivitäten des Mieters tabu)
oder ist es Eigentum?
In letztem Fall muss vorab geklärt werden, ob die Dielung renovierfähig ist, ob ein partieller Austausch oder nur eine Arretierung loser Dielenbretter notwendig ist.

Das Schleifen ist keinesfalls einfach. Hierzu bedarf es nicht nur einer speziellen Technik (der Bandschleifer ist nur eine der notwendigen Maschinen), sondern auch verschiedener Schleifbandkörnungen, welche ein abgestuftes Schleifen erst möglich machen. Man spricht hier von der richtigen Körnungsfolge (40 - 60 - 80).
Letztlich ist auch die Schleifrichtung zu beachten, welche von der Art des Schliffs wie auch dem Parkettwerkstoff selbst abhängt (z.B. Mosaikparkett, Stabparkett, Dielen).

Der Schleifstaub, liebe Leute, kann durchaus krebserregend sein. Nein, das ist keine Panikmache sondern Tatsache. Bekannt hierfür sind zumindest die Holzsorten Buche und Eiche.
Also ein hoher Anspruch an die Absaugung während des Schleifens und auch Anspruch an den persönlichen Arbeitsschutz.
Und reiner Staub hat auf einer Fußbodenoberfläche, welche mit einem Oberflächenschutz versehen werden soll, nun überhaupt nichts zu suchen!

Nur zur Technik: es ist richtig, dass der letzte Schleifstaub (der stammt aus dem Feinschliff) vom Parkettleger zusammen mit Leim herangezogen wird, um Fugen zu verkitten (das ist tatsächlich die Fachterminologie).

Fazit: Man kann mit den Leihmaschinen zur Parkettrenovierung keinesfalls die Fachkenntnisse und Erfahrungen eines Parkettlegers ersetzen! Der hat seinen Beruf erlernt und blickt auf Erfahrung zurück. Man kann als Laie mehr falsch als richtig machen! Zu sparen gibt es da garnichts, und letztendlich erhält man aus der Eigenleistung heraus mit großer Wahrscheinlichkeit eine Parkettoberfläche, welcher man den Wert der Vorarbeiten ansieht …
-.-.-.-.-.-

  • Klaus -
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Hi,

abschleifen und einlassen das ist das gleiche wie versiegeln, oder?

ja.

Ist Einlassen nicht Ölen ?
Grüße
BW

alles richtig was du schreibst.
Nur meinst du nicht dass jeder selbst entscheiden kann ob er selbst Hand anlegt oder Handwerker ins Haus holt?

Gruß

Katl

Hier wurde nur sachlich auf die Fragestellungen des Fragestellers erwidert.
Die Frage nach der Zulässigkeit einer Parkettrenovierung (Mietsache) ist eine rechtliche. Hier sollten die Antworten schon Zurückhaltung auslösen, ob nun das Schleifen und Aufbringen eines Oberflächenschutzes in Eigenregie durch Eigenleistung oder nach Beauftragung eines Fachbetriebes erfolgte. Beide Wege wären rechtlich nicht zulässig!

Zum Aspekt „selbst Hand anlegen oder Fachbetrieb“:
Die fachliche Zusatzhinweise bei einem Parkettboden, welcher im Eigentum steht, hatten nur den Zweck, ggf. jene Enttäuschungen des Fragestellers zu vermeiden, welche sich angesichts der Diskrepanz zwischen innerner Erwartungshaltung (vor der Ausführung) und Ernüchterung (angesichts des sich einstellenden Ergebnisses) ergeben können.

Den zugegebenermaßen etwas umfangreicheren Anmerkungen im Vortext ist daher nichts Verwerfliches zu entnehmen.

  • Klaus -

Hi,

Servus BW,

Parkettleger verstehen unter lackieren, versiegeln oder einlassen meist das gleiche. Parkett wird mit einem schichtbildenden Oberflächenmittel geschützt. Das kann jetzt auf wässriger und/oder lösemittelhaltiger Basis erfolgen. Oberflächenveredelungen wie Öl, Wachs oder Öl/Wachs-Kombinationen werden meist auch so bezeichnet. Diese Ausdrucksweise stammt noch aus der Zeit als die Lackarbeiten zu 95% überwogen - fast niemand wollte in den 60, 70 und 80 geölte Parkettoberflächen. Das kam erst Mitte 80 und später in Mode.
Nachdem aber die Öl-Oberflächen so langsam fast 40% ausmachen (im privaten Bereich zumindest) ändert sich hier wohl so langsam der Sprachgebrauch.
Ich hoffe ich konnte hier zur allgemeinen Erheiterung/Verwirrung beitragen.
Herzliche Grüße
Martin

Danke für die Antwort…
Ich werd denk ich so dann mal prüfend fragen, ob mein Kumpel wirklich ausreichend Ahnung hat also ob er das mit der körnung weiss und danach entscheiden ob ich ihn machen lasse oder nicht :wink:

Zum Mietthema: Die Wohnung ist meine und der Boden demnach auch.
Und sollte es wirklich absolut schief gehen, dann hänge ich nun auch nicht so sehr an dem Parkett als dass man nicht nen Teppich drüber machen könnte…
Nur müsste ich den dann halt auch erst mal kaufen :wink:

Hallo Munich,

Nun steht im Internet, dass man als Laie tunlichst die Finger
von Profimaschinen lassen sollte weil man schnell einiges
kaputt machen kann…

dem kann ich bei Parkett nur voll zustimmen.
Dielen abschleifen hab ich mir zugetraut aber in einigen Ecken Mist gebaut, was nun Möbel gnädig abdecken. Parkett ist aber eine ganz andere Sache; alle Fehler treten gnadenlos hervor.

Dort steht auch, dass man den Staub nach dem Abschleifen gut
beseitigen soll…

Auch hier Zustimmung. Je nach Lack ist das Sonderabfall.

Dagegen sagt mein Kumpel aber - und der hat es von einem
Fachbetrieb - dass der Staub drauf bleiben soll und „damit“
eingelassen wird…

Hm, dem Fachbetrieb würde ich auf keinen fall den Auftrag geben.
Das macht man nicht.

Zur Oberflächenbehandlung, wie wäre es mit Hartöl?!
Schau mal FAQ:1351, dort hab ich das beschrieben. Aberwie gesagt, das Schleifen bezieht sich auf Dielen.

Gandalf

Haben wir gerade durch
Hallo Bob der Baumeister!
Zu der Diskussion wollte ich noch eins beitragen:
Wir hatten in einem Haus aus den 60er Jahren einen alten, schönen Eiche-Mosaikparkett. Ich wollte ihn auch selber abschleifen, traute mir das prinzipiell auch zu (Wie der Schreiner kanns keiner :smile: ).

Ich habe mich informiert (auch hier, muss irgendwo im Archiv liegen) und Folgendes festgestellt:
Banschleifer, Tellerschleifer, Handgerät leihen, Schleifpapier dazu und Vliespads zum Polieren, mind. 2 Tage Arbeit, dazu die Fahrerei zum Maschinenausleih, dann noch Versiegelung kaufen, (wir haben uns für ein Soja-Wachsöl entschieden), dann noch das Lösungsmittelzeug zum Verspachteln (das wird mit dem Holzschleifstaub gemischt), da wäre ich locker auf 400 Euro gekommen. Ach ja, etwas Parkettkleber hätte ich auch gebraucht, zum Ausbessern.
Und das für ein eher ungewisses Ergebnis.

Wir haben das eine Fachfirma machen lassen (richtige Parkettleger, nicht die Hausmeisterfirma um die Ecke), hat zwar das Doppelte gekostet, hatte aber einige Vorteile:

  • 2 Leute rückten um 7 Uhr früh an und waren komplett fertig nachmittags um 3 Uhr.
  • Parkettkleber zum Ausbessern habe ich so bekommen
  • massive Sockelleisten habe ich selber angebracht, bekam sie recht günstig von der Firma, kurze Stücken Viertelstäbe sogar gratis.
  • eine Flasche Wischwachs gabs auch auf Kulanzbasis dazu.
  • Das Ergebnis: Einwandfrei und wunderschön.
  • keine Fahrerei um evtl. zweifelhafte Maschinen auszuleihen, deren Bedienung mir fremd ist.

Die Mehrkosten sparen wir an anderer Stelle locker wieder ein. Beim Click-Parkettverlegen z.B. Überlege mal, was ein neuer Boden kosten würde, falls das Selbermachen danebengeht.

Dagegen sagt mein Kumpel aber - und der hat es von einem
Fachbetrieb - dass der Staub drauf bleiben soll und „damit“
eingelassen wird…

Wie schon im Text: Der Holzstaub wird gesammelt und mit zum Spachteln verwendet.

Wie auch immer Du Dich entscheidest: Viel Erfolg
Können wir das schaffen? Jou, das schaffen wir!
kernig
(Wendy)