Parkverbot für Anwohner!

Hallöchen,

da von Deiner Seite anscheinend weniger Diskussions- als vielmehr reiner Proklamationsbedarf der Anlaß Deines Artikels war, beschränke ich mich in meiner Antwort auf die folgenden Punkte:

Die Stadt ist einfach besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln
erschlossen, und die Wege sind kürzer. Außerdem kennen sich
Stadtbewohner mit ihrem Nahverkehrssystem besser aus und haben
zumeist ohnehin eine Dauerkarte. Darum ist der ÖPNV für
Städter zumeist die bessere Wahl.

Ich bitte um Erklärung, wie ich meine wöchentlichen Einkäufe mit dem ÖPNV erledigen soll. Diese bestehen regelmäßig aus 4 Getränkekisten und 3-4 großen Stofftaschen. Des weiteren bitte ich um Erklärung, warum ich eine 60minütige Fahrt mit Bussen und Bahnen im Stadtgebiet (inkl. Umsteigen) einer 15miütigen Fahrt im eigenen KfZ vorziehen soll.

Außerdem vermisse ich noch eine Erläuterung, wie ich die Fahrten aus meiner Stadt in andere Städte oder das ÖPN-verkehrsmäßig schlecht bis gar nicht erschlossene Umland darstellen soll.

Im übrigen: Der einzige Grund, warum Stadtbewohner ihr KfZ seltener benutzen sollten, kann nur darin liegen, daß sie einen Teil der Strecken zu Fuß oder mit dem ÖPNV zurücklegen. Irgendwie ist dann aber auch nicht einzusehen, warum die umweltverschmutzenden Auswärtigen in der Stadt parken dürfen sollten, die Ureinwohner aber nicht.

Denn:

Warum sollte also der Außerstädtische einen höheren Anspruch
auf einen Parkplatz haben, wo er den Parkplatz nur für einen
anderen zeitlichen Abschnitt des Einkaufes benötigt?

Parken (bis zu einigen Stunden Dauer) ist jedem Autofahrer
erlaubt.

Das ist nämlich totaler Unfug. In der Summe parken Auswärtige eben nicht ein paar Stunden, sondern mindestens den ganzen Tag (Phänomen Schichtwechsel). Aus diesem Grunde kannst Du als Einzelperson überhaupt nicht beurteilen, ob Du gerade einen Parkplatz suchst, weil ihn dir ein Auswärtiger oder ein Stadtbewohner „versperrt“. Tagsüber sind die Parkplätze in „meinem“ Wohngebiet jeweils zu rund 70% von nicht-Anwohnern belegt.

Und noch zum Thema Steuern: Ein Stadtbewohner, der sein Fahrzeug täglich bewegt, hat, so verstehe ich, durchaus das Recht, auch ein KfZ zu besitzen, denn dir geht es ja ums Lagern und um die Dir verwehrten Parkplätze. Ein stadtbewohner, der sein KfZ nicht täglich bewegt, legt auf dem Weg zum Arbeitsplatz anscheinend nur einen kurzen Weg zurück. Damit sind seiner Werbungskosten aus dieser Quelle eher gering, seine Ek-Steuer fällt höher aus, und damit auch der Anteil der Gemeinde.

Witzigerweise bist Du bisher
der einzige mit diesem Standpunkt. Aber das werden wohl die
Antwortenden schuld sein.

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn; Verstand ist
stets bei Wenigen nur gewesen.
Schiller

Warum hast Du dann hier geschrieben (s.O.)? Geltungsbedarf? Wenn Du an der Meinung anderer nicht interessiert bist (zumindest solange sie nicht der Deinigen entspricht), solltest Du lieber Leserbriefe schreiben.

Gruß
Christian

Hallo nochmal,

Straßen in der Innenstadt sind wertvolle Immobilien. Ich
wollte Dir nur vorfuehren, daß Du fuer Deinen
Anwohnerparktplatz nicht mehr als einen symbolischen Obulus
entrichtest.

der überwiegende Teil des Parkraums ist überhaupt nicht anders nutzbar, es sei denn, Du willst
a) alle Straßen in den Wohngebieten vierspurig ausbauen oder
b) die alte Bebauung sprengen und großzügiger wieder aufbauen.

Natürlich könnte man die bisherigen Parkflächen in Grünflächen umwandeln.

Gruß
Christian

Hallo Chris,

da von Deiner Seite anscheinend weniger Diskussions- als
vielmehr reiner Proklamationsbedarf der Anlaß Deines Artikels

Damit würde ich die Öffentlichkeitswirksamkeit von Artikeln im WWW weit überschätzen. Ich habe hier meine These angeschlagen, um sie einer Prüfung zu unterziehen.

Ich gehe davon aus, das Du das folgende aus der Sicht von jemandem geschrieben hast, der z.B. in einer schönen, ehemals großbürgerlichen Altbauwohnung ohne Garage wohnt, wo er meiner These nach also kein Auto halten dürfte.

Ich bitte um Erklärung, wie ich meine wöchentlichen Einkäufe
mit dem ÖPNV erledigen soll. Diese bestehen regelmäßig aus 4
Getränkekisten und 3-4 großen Stofftaschen.

Wegen der kurzen Wege in der Innenstadt bist Du weniger auf Großeinkäufe angewiesen und kannst öfter frisch einkaufen. Die Bierkästen müßtest Du bringen und abholen lassen.

Des weiteren bitte

ich um Erklärung, warum ich eine 60minütige Fahrt mit Bussen
und Bahnen im Stadtgebiet (inkl. Umsteigen) einer 15miütigen
Fahrt im eigenen KfZ vorziehen soll.

Jeder ohne Auto muß das. Aber es gibt auch Taxis, Rikschas u. dgl.

Außerdem vermisse ich noch eine Erläuterung, wie ich die
Fahrten aus meiner Stadt in andere Städte oder das
ÖPN-verkehrsmäßig schlecht bis gar nicht erschlossene Umland
darstellen soll.

Mit einem Leihwagen.

Im übrigen: Der einzige Grund, warum Stadtbewohner ihr KfZ
seltener benutzen sollten, kann nur darin liegen, daß sie
einen Teil der Strecken zu Fuß oder mit dem ÖPNV zurücklegen.
Irgendwie ist dann aber auch nicht einzusehen, warum die
umweltverschmutzenden Auswärtigen in der Stadt parken dürfen
sollten, die Ureinwohner aber nicht.

Wenn die Tatsache, daß ein dauerhaft gelagertes Auto weniger Abgas ausstößt als ein fahrendes, ausreichen soll, um das Lagern von Kfz im öffentlichen Straßenraum zu rechtfertigen, dann wäre das dauerhafte Lagern von Schrottwägen gleichermaßen förderungswürdig.
Natürlich dürfen auch Stadtleute parken – wenn sie dank Garagennachweis ein Auto halten dürfen.

Das ist nämlich totaler Unfug. In der Summe parken Auswärtige
eben nicht ein paar Stunden, sondern mindestens den ganzen Tag
(Phänomen Schichtwechsel).

„Den ganzen Tag“ muß ausgeschlossen werden. Vielleicht wären bundesweit 6 Stunden Höchstparkdauer angemessen.

Aus diesem Grunde kannst Du als

Einzelperson überhaupt nicht beurteilen, ob Du gerade einen
Parkplatz suchst, weil ihn dir ein Auswärtiger oder ein
Stadtbewohner „versperrt“.

Nein, sehen kann ich das höchstens u.U. am Nummernschild, sowie bei bestimmten Wetterlagen, wie ich eingangs bereits sagte.

Tagsüber sind die Parkplätze in

„meinem“ Wohngebiet jeweils zu rund 70% von nicht-Anwohnern
belegt.

Dann fahren die wohl mit dem Auto in die Arbeit und überschreiten regelmäßig die nach meiner These zulässige Höchstparkdauer, weil sie keinen eigenen Parkplatz ausreichend nahe an der Arbeitsstelle haben.

Und noch zum Thema Steuern: Ein Stadtbewohner, der sein
Fahrzeug täglich bewegt, hat, so verstehe ich, durchaus das

Nein er muß eine geeignete Garage nachweisen, um ein Auto halten zu dürfen.
Jeder Autofahrer darf (in den bekannten Grenzen) überall bis zu 6 Stunden lang parken. Wer mehr Zeit braucht (z.B. Handwerker im Einsatz, übernachtender Besuch), der kann sich bei der nächsten Polizeiwache eine Ausnahmeerlaubnis holen oder muß spätestens alle 6 Stunden sein Auto in einer anderen Straße fahren.

Da fällt mir nochwas ein, wo man eine Ausnahme machen müßte. Das Autoverbot sollte sich auf Personen beschränken, die selbst oder deren Eltern etc. in eine garagenlose Wohnung eingezogen sind, obwohl sie wußten, daß mit einer Motorisierung zu rechnen ist. Wer also in einer Eigentumswohnung lebt, die schon vor 1945 in seinem Besitz resp. dem seiner Eltern usw. war, gegen den dürfte das Autohalteverbot nicht gelten.

Lagern und um die Dir verwehrten Parkplätze. Ein
stadtbewohner, der sein KfZ nicht täglich bewegt, legt auf dem
Weg zum Arbeitsplatz anscheinend nur einen kurzen Weg zurück.
Damit sind seiner Werbungskosten aus dieser Quelle eher
gering, seine Ek-Steuer fällt höher aus, und damit auch der
Anteil der Gemeinde.

Da ist ein steuerrechtliches Detail, zu dem ich jetzt nichts entgegnen kann.

Warum hast Du dann hier geschrieben (s.O.)? Geltungsbedarf?

Um meine These mit Gegenargumenten konfrontiert zu sehen.

Wenn Du an der Meinung anderer nicht interessiert bist

Wenn ich an z.B. Deiner Meinung nicht interessiert gewesen wäre, dann hätte ich mich nicht so intensiv damit beschäftigt.

solltest Du lieber Leserbriefe schreiben.

Ja, oder eine eigene Zeitung schreiben, genau! Am besten eine eigene Parteizeitung!

Gruß

Wolfgang Berger

Hallo nochmal,

Desgleichen,

Straßen in der Innenstadt sind wertvolle Immobilien. Ich
wollte Dir nur vorfuehren, daß Du fuer Deinen
Anwohnerparktplatz nicht mehr als einen symbolischen Obulus
entrichtest.

der überwiegende Teil des Parkraums ist überhaupt nicht anders
nutzbar, es sei denn, Du willst

Das ändert nichts daran, daß er wertvoll ist.

a) alle Straßen in den Wohngebieten vierspurig ausbauen oder
b) die alte Bebauung sprengen und großzügiger wieder aufbauen.

Natürlich könnte man die bisherigen Parkflächen in Grünflächen
umwandeln.

Meine Vorstellung ist eher die, daß besagte Straßenränder der Nutzung zugeführt werden, für die sie in der Pferdekutschenzeit geplant, gebaut und bezahlt wurden.
Keinem Stadtbewohner wäre es damals etwa eingefallen, sich eine Pferdekutsche zu halten und diese dauerhaft auf der Straße unterzubringen.

Diese städtischen Wohngebiete würden schöner, leiser, sicherer, sauberer, zugänglicher. Es würde besser riechen und es wäre für den Fußgänger viel angenehmer und freier im Blick, übersichtlicher auch für den Autoverkehr. Fußläufigkeit und „Autofahrigkeit“ würden beide verbessert.

Gruß

Wolfgang Berger

Hallo mal wieder,

wir lassen ja beide nicht locker :wink:

Ich gehe davon aus, das Du das folgende aus der Sicht von
jemandem geschrieben hast, der z.B. in einer schönen, ehemals
großbürgerlichen Altbauwohnung ohne Garage wohnt, wo er meiner
These nach also kein Auto halten dürfte.

Meine Wohnsituation spielt bei meiner Einschätzung keiner Rolle. Mich nervt vor allem, daß hier ein heftiger Einkaufstourismus stattfindet, der zumindest tagsüber das weitaus größere Problem stattfindet. Auch wenn meine Argumentation durch die derzeitige Tatsache beeinflußt wird, daß ich Stadtbewohner mit tagsüber nur seltenst bewegtem KfZ bin, bin ich doch ein bißchen neutral. Ich habe lange Jahre ohne eigenes KfZ in der Stadt und auch mit KfZ außerhalb gewohnt. Ich kenne also beide Seiten. Ich kann daher sagen, daß ein erheblicher Teil der Verkehrsbelastung und vor allem der Lärmbelästigung (durch falsches Parkverhalten) durch nicht-Stadtbewohner verursacht wird.

Wegen der kurzen Wege in der Innenstadt bist Du weniger auf
Großeinkäufe angewiesen und kannst öfter frisch einkaufen. Die
Bierkästen müßtest Du bringen und abholen lassen.

Das sehe ich anders. Mal abgesehen davon, daß ich mir meine Getränke (keine Sorge, nicht nur Bier) in der Tat gelegentlich liefern lasse: Großeinkäufe bleiben nicht aus, weil man vernünftigerweise seine nicht frischen Lebensmittel nicht bei Otto Mess oder Kaufhof kauft, sondern z.B. bei Real, was ein bißchen weiter aber sehr viel günstiger ist. Außerdem geht es mal zum Baumarkt, zum Möbelhaus oder zum Elektrofachhandel (alles nicht in der Innenstadt) und das häufiger, als man glauben sollte.

Des weiteren bitte

ich um Erklärung, warum ich eine 60minütige Fahrt mit Bussen
und Bahnen im Stadtgebiet (inkl. Umsteigen) einer 15miütigen
Fahrt im eigenen KfZ vorziehen soll.

Jeder ohne Auto muß das. Aber es gibt auch Taxis, Rikschas u.
dgl.

Mal abgesehen davon, daß man nicht ernsthaft erwarten kann, daß man mit dem Taxi einkaufen fährt, fahren auch die Außerstädtischen zum Einkaufen mit dem Auto in die Stadt. Im Zweifel drehen sie dabei noch ein paar Runden durch die umliegenden Wohngebiete, um 50 Cent je Stunde zu sparen (Parkscheinautomat vs. Parkhaus).

Und zum Thema Leihwagen: Ich fahre durchaus viel, allerdings nicht in der Woche. Die ständige Verwendung von Leihwagen wäre abgehen vom zeitlichen Aufwand finanziell nicht tragbar.

Natürlich dürfen auch Stadtleute parken – wenn sie dank
Garagennachweis ein Auto halten dürfen.

Das ist nämlich totaler Unfug. In der Summe parken Auswärtige
eben nicht ein paar Stunden, sondern mindestens den ganzen Tag
(Phänomen Schichtwechsel).

„Den ganzen Tag“ muß ausgeschlossen werden. Vielleicht wären
bundesweit 6 Stunden Höchstparkdauer angemessen.

Mißverständnis. Mit Schichtwechsel meinte ich, daß hier ein zugereister Einkäufer dem nächsten den Parkplatz in die Hand drückt. Wenn abends die Stadtbewohner ihr Auto zum Lagern in die Stadt bringen, drehen sie erst ein paar Runden, bis sich ein Einkäufer verdrückt. Dieser spezielle Schichtwechsel dauert bis ca. 20.30. Wenn die Einkäufer die dafür vorgesehenen Parkhausplätze benutzen würden, gäbe es das von Dir beschriebene Parkplatzproblem nicht.

Nein, sehen kann ich das höchstens u.U. am Nummernschild,
sowie bei bestimmten Wetterlagen, wie ich eingangs bereits
sagte.

Das erkennt man zumindest hier an den knallroten Anwohnerparkausweisen.

Tagsüber sind die Parkplätze in

„meinem“ Wohngebiet jeweils zu rund 70% von nicht-Anwohnern
belegt.

Dann fahren die wohl mit dem Auto in die Arbeit und
überschreiten regelmäßig die nach meiner These zulässige
Höchstparkdauer, weil sie keinen eigenen Parkplatz ausreichend
nahe an der Arbeitsstelle haben.

Nein, hier wird viel kontrolliert, die Parkdauer liegt bei max. 2 Stunden. Insofern sind das keine (Arbeits-)Pendler, sondern Einkäufer.

Wenn Du an der Meinung anderer nicht interessiert bist

Wenn ich an z.B. Deiner Meinung nicht interessiert gewesen
wäre, dann hätte ich mich nicht so intensiv damit beschäftigt.

Auch wahr.

Als vorläufiges Fazit: Das Angebot des ÖPNV muß zunächst verbessert werden, daß einerseits weniger Fahrten in der Stadt (egal von wem) stattfinden und andererseits die Ein- und Ausfahrt in bzw. aus den Städten einfacher wird.

Gruß
Christian

Ich will zum Abschluß kommen
Hallo Wolfgang,

Überall auf diesem Planeten mit einigen lokalen Ausnahmen
(seien es Rennstrecken, Testgelände oder BR Deutschland) gibt
es eine gesetzliche Höchstgeschwindigkeit.

Hmm, Hmmmmm,
Da könnte was dran sein.

Es handelt sich um ein Bedürfnis, das einem kleinen Teil der
Bevölkerung zulasten der Allgemeinheit erfüllt wird. Niemand
hier hat mir bisher stichhaltig erklären können, was für
Rechtsgrundsätze dieses Sozialprivileg für Städter begründen
sollen.

Generell hast du mit der Frage nach der Rechtsgrundlage nicht ganz unrecht. Es könnte sogar ein Ansatz zu einem Umbau umweltfreundlichen Gesellschaft sein. Ich gehe noch weiter.

Das Grundgesetz gibt uns allen Reisefreiheit. Es sagt nichts darüber aus mit welchen Mitteln diese erfolgen darf.
Auf welchen Rechtsgrundsatz berufst du dich, dass du mit einem verbrennungsmotorgetriebenen Fahrzeug auf öffentlichen Straßen bewegen und gleichzeitig die Luft vergiften darfst?

1.) Ich fordere das Verbot aller privaten Autos. Nur noch ÖPNV oder Taxis mit Wasserstoffantrieb.
… Alternativ
2.) Ich fordere die Abschaffung aller Verschwendermobile mit mehr als 5,5 l/100km Verbrauch.
… Alternativ
3.) Ich fordere das Verbot für Fahrten von Autos mit weniger als zwei Personen.
… Alternativ
4.) Ich fordere, dass Wolfgang mit gutem Beispiel vorangeht und sein Auto abschafft. :wink:

Gruß
Carlos

Hallo Wolfgang,

Autolosen, steuerzahlenden Stadtleuten mag es womöglich
durchaus recht sein, wenn die Gegend wieder angenehmer zum
Spazierengehen wird, und man sie wieder leichter mit dme Auto
besuchen kann.

Ach, und Spazierengehen wird angenehmer bei dem von Deiner „Regelung“ entstehenden Zu- und Abreiseverkehr.

Das ist aber ganz eindeutig so, man kann es unter bestimmten
Umständen beobachten, es läßt sich theoretisch begründen, und
selbst in diesem Thread haben schon Stadtbewohner damit
geprotzt, daß sie ihr Auto in der Stadt selten fahren, sondern
zumeist nur lagern.

Das Verstehen von Ironie ist Deine Stärke nicht.
Aber: Die Kinder, die Ihren Schulweg an meinem Haus vorbeigehen, sind sicherer zwischen „gelagerten“ Autos, als zwischen fahrenden Parkplatzsuchenden Stadtbesuchern aufgehoben.
Und was Du bei dem Ganzen vergißt: Eine Stadt ist auch Lebens raum, und nicht nur ein Parkplatz mit Zufahrt!

Ach, und wo wir gerade dabei sind: Warum wohnst Du nicht in der Stadt, wenn Du so oft dahinmußt? Du müßtest dann auch nicht freie Landschaft, die bekannterweise allen gehört, mit Siedlungsfläche versiegeln. Du müßtest mit Deiner Karre auch nicht ständig die Luft verpesten, die allen gehört, um dahin zu kommen, wo Du anscheinend sehr oft zu tun hast.
Alles nur, damit Du an der Miete (oder am Kaufpreis Deines Grundstücks) ein paar Mark gespart hast!
Ich kann Dir eine Stadt empfehlen, die Dir gefallen würde: 2 vierspurige Straßen quer obendrüber unt darunter: nix als Parkplätze!!!

Städtische Grüße
HylTox

Hallo Wolfgang,

nur mal so gefragt: Hast Du ein Auto? Wo parkst Du es? Und kannst Du, unabhängig vom Wohnort, nicht genauso ohne Auto leben? Ach ja, wie groß ist dein Wagen?

Ich denke, die Fragen zeigen, in welche Richtung ich denke.

Gruß

ALex

Hallo Carlos,

etwas durch Übertreiben ad absurdum zu führen, ist ein so billiger Diskussionstrick, daß ich selbst ihn nicht mehr benutze, seit ich gut halb so alt war wie Du.

Gruß

Wolfgang Berger

Hallo Wolfgang

etwas durch Übertreiben ad absurdum zu führen, ist ein so
billiger Diskussionstrick, daß ich selbst ihn nicht mehr
benutze, seit ich gut halb so alt war wie Du.

Deine Forderung bedeutet defacto, dass 30-60% aller Fahrzeuge nach dem gegenwärtigen Städtebaulichen Formen nicht mehr legal gehalten werden können. Millionen von Autobesitzern müssen ihre Autos abschaffen. Die Preise für innerstädtischen Parkplätze explodieren. Die ÖPNV-Systemen brechen unter einer extremen Belastung zusammen. Der Autoindustrie bricht der deutsche Markt weg mit einer extremen Rezession als Folge.

Und warum? Weil Herr Berger zu geizig für die Parkhausgebühren ist und zu bequem ein paar Meter zu laufen.
Und du erzählst was von Ubertreiben

Aber vielleicht bin ich die ganze Zeit nur auf einen Troll reingefallen?

Gruß
Carlos

Autofahren und parken in Tokio
Hallo Carlos,

Deine Forderung bedeutet defacto, dass 30-60% aller Fahrzeuge
nach dem gegenwärtigen Städtebaulichen Formen nicht mehr legal
gehalten werden können. Millionen von Autobesitzern müssen
ihre Autos abschaffen. Die Preise für innerstädtischen
Parkplätze explodieren. Die ÖPNV-Systemen brechen unter einer
extremen Belastung zusammen. Der Autoindustrie bricht der
deutsche Markt weg mit einer extremen Rezession als Folge.

Nun mach mal halblang! Ob tatsächlich um die Hälfte aller Autos Altbauwohnungsmieter als Halter haben?
Wer nicht in einem für Autobesitzer vorgesehenen Haus wohnt, dem würde i.d.T. eine Subvention gestrichen, die ihm bisher die Haltung eines Autos ermöglicht hat.
Die Belastung der ÖPNV-Systeme würde sich kaum ändern, da die meisten der Betroffenen ihr Auto auch heute in der Stadt kaum fahren, sondern lediglich lagern wollen.
Die Autoindustrie wird ein paar Autos weniger verkaufen, wenn besagte Subvention entfällt. Da ich selbst noch nie eine individuelle Sozialleistung erhalten habe, kann ich natürlich den ganzen Schmerz, den ihr Wegfall verursacht, selbst nicht in voller Tiefe nachfühlen.
Wenn ein leicht verringerter Auto-Absatz die bundesdeutsche Wirtschaft töten würde, dann ist sie ohnehin todgeweiht.

Und warum? Weil Herr Berger zu geizig für die Parkhausgebühren
ist und zu bequem ein paar Meter zu laufen.

Ich habe meine Kfz-Lagermöglichkeiten im vollem Umfang selbst bezahlt. Damit habe ich m.E. das Recht erworben, daß mir die Möglichkeit, im innerstädtischen Straßenraum zu parken, nicht durch jemanden genommen wird, der diese Stelle als kostenlosen Kfz-Lagerplatz mißbraucht.

In der Tat habe ich ein paar Jahre in Tokio gewohnt, wo ebendieses Prinzip gilt.
In Tokio herrscht praktisch überall Parkverbot, das jedoch nicht sonderlich streng überwacht wird. Die Politessen ziehen einen Kreidestrich vom Reifen auf die Straße. Und wenn der Strich unversehrt ist, wenn sie nach einer knappen halben Stunde zurückkommen, dann kostet es einen kleinen Obulus. Wer aber in den Verdacht gerät, sein Auto lagern zu wollen, bekommt einen unzerstörbaren Strafzettel ans Auto gekettet, den er unverzüglich nach Entrichtung einer deftigen Summe bei der Polizeiwache entfernen lassen muß. Wer das öfters macht, dessen Führerschein kommt in Gefahr.

Man kann nun in Tokio ganz gut autofahren, größere Staus sind selten, ich kenne nur zwei notorische Staustrecken, man kommt überall hin, und überall sind Parkplätze frei. Kfz-Lagerplätze in der Innenstadt sind wertvoll – in Japan wie in Deutschland. In Tokio werden sie nicht zu Lasten des Volkes gratis, sondern zu Marktpreisen abgegeben: Etwa tausend Mark habe ich an Monatsmiete gezahlt.

Gruß

Wolfgang Berger