Grüß Dich,
daß ich das noch erleben darf - Du und Günter einer Meinung 
Ein Zufall??? *g*
Kritik an der israelischen
Innenpolitik ist in meinen Augen nicht gleich Antisemitismus.
Das wird sehr oft als Argument aufgeführt, nur - dieser
Vorwurf wird nicht erhoben.
Also ehrlich: Mir doch egal, wie viel Leute das Gleiche glauben wie ich. Ganz pragmatisch gesehen ist es nun einmal so. Hier würde ich vor allem darauf Wert legen, dass die eine Seite Möllemanns Angriffe auf Herrn Scharon ist, die andere seine Diffamierungen gegen Herrn Friedman.
Zu ersterem erkenne ich - in der Tag - keine antisemitischen Äußerungen. Auch wenn es sich in den letzten Jahrzehnten so eingebürgert hat, dass schnell und erschrocken zusammengezuckt wird, wenn es um Israel UND Kritik im gleichen Atemzug geht. Ich möchte das wirklich gerne auseinanderdividiert wissen. Aber ich vergesse deshalb noch längst nicht die traurige Vergangenheit, die schuld an einer Schuld ist! So viel Feingefühl traue mir bitte zu, wenn ich diesen Satz verwende!
Kritik an der Person Friedman auch nicht. Jedenfalls nicht so,
wie sie von Herrn Möllemann geäußert worden ist.
Bitte
vertiefe Dich noch einmal in den genauen Wortlaut.
Bitte sehr:
"Ich fürchte, dass kaum jemand den Antisemiten, die es in
Deutschland gibt, leider, und die wir bekämpfen müssen, mehr
Zulauf verschafft als Herr Scharon
[…] da hat er für mich recht […]
und in Deutschland als Herr
Friedman mit seiner untoleranten, gehässigen Art. Überheblich.
Das geht so nicht."
Da ist er für mich zu weit gegangen. Ich halte das für nicht nur schlecht argumentiert. Der zwanghafte Zusammenhang zwischen persönlicher Abneigung und der Funktion des Herrn Friedman in der Jüdischen Gemeinde ist konstruiert und hat in einer politischen Rede nicht nur nichts zu suchen, sondern zündelt auch mit einem Feuer, das schwer zu löschen ist.
(Jürgen Möllemann am 16. Mai im „heute-journal“)
Dazu ein Zitat von Henryk M. Broder:
„Nehmen wir an Möllemann hätte Recht und Friedman wäre
intolerant und gehässig und noch einiges dazu. Und? Reicht
das, um die Wahnidee des Antisemitismus faktisch abzusichern?
Darf ein Jude nicht intolerant und gehässig sein, ohne daß
alle Übrigen dafür abgemahnt werden? Die Haltung hat
Tradition. Wo immer zu Ostern ein Ritualmord nicht begangen
wurde, mußten alle Juden dafür büßen.“
Ziemlich weit hergeholt, das Ganze. Und dann noch dieser paraphilosophische Unterton…
Es ist aber sicherlich kein deutsches Phänomen, dass der Jude auch Judas sein soll… Und natürlich ist ein Mensch jüdischen Glaubens immer auch ein Mensch! Davon rede ich ja, das versuche ich ja so oft, in den Vordergrund zu stellen. Aber, um noch einmal am Rädlein zu drehen: Ich frage mich oft, bei all den schlimmen Ereignissen (Holokaust), wie kann das israelische Volk seiner Regierung dabei zusehen, sogar mitmachen, andere Völker zu verdammen? Warum stehen so wenige auf und wollen sich gegen auch dieses Unrecht wehren? Was ist da eigentlich los, dass so viel Hass gelebt werden kann über einen so langen Zeitraum?
Naja, nur mal so paar allgemeine Gedanken…
Nachzulesen auch unter:
http://www.nahost-politik.de/deutschland/fdp-moellem…
Bei meiner Recherche auf der Mutter-Seite haGalil.com war es mir nicht möglich, auch nur eine Verantwortlichen herauszubekommen. Es heißt lediglich schwammig „private Betreiber“. Entschuldige, aber aus derlei Quellen möchte ich mein Wissen nur ungern beziehen.
Und zu Fall gebracht hat sich Herr Möllemann selber!
Da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht.
Danke!
Grüße
Jana