Partner hat Angst vor dem arzt

Hallöchen,

Mein Freund hat seit längerer Zeit Angst vor Ärzten und lässt sich ungern untersuchen. Ich hab ihm schon unterschiedliche Lösungen vorgeschlagen, aber alle werden sofort abgelehnt und manchmal hab ich auch das Gefühl, dass ich gegen eine Wand rede.
Kennt sich da jemand aus oder kann mir helfen. Ich hab einfach Angst, dass nachher etwas schlimmes passiert und ich nicht weiß wie ich reagieren soll und ihn zum Arzt bekomm. Grund für diese Angst sind schlimme Erfahrungen.
Danke für eure Hilfe

Warum muss oder sollte nach deiner Ansicht er denn überhaupt zum Arzt gehen ?
Fehlt ihm was, klagt er über Beschwerden ?
Wenn nein, warum dann zum Arzt ?

MfG
duck313

Er hat in letzter Zeit über Schmerzen geklagt und dies seit einem halben Jahr. Jetzt hat er dort angerufen und die haben ihm telefonisch die Medikamente gesagt, die er in der Apotheke holen soll. Er hatte beim Telefonat so Angst, dass er dort hingehen muss.
Diese Frage ist für mich nur für die Zukunft, wenn es ihm mal richtig schlecht geht, wie ich dann handeln kann, weil er schällt bei diesem Thema komplett ab.

Wenn man ihm telefonisch Medikamente nennt die er einfach aus Apotheke holen und einnehmen soll kann es sich ja nicht um etwas wirklich schlimmes handeln. Andernfalls wäre es vom Arzt fahrlässig, er kann ja keine Ferndiagnose gemacht haben.

Nun ja, von Krebsvorsorge bis zu schlechten Zähnen gibt es eine Reihe von Gründen, von Zeit zu Zeit mal beim Arzt vorbeizuschauen, auch wenn einem konkret nichts wehtut…

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Sicher gibt es die, aber es gibt keinen Zwang und wer aus undefinierten Gründen nicht will, den wird man schwerlich zum Arzttermin treiben können.
Denn wer Ärzte scheut wird sicherlich auch kein Seminar „Arztphobie-wie damit umgehen“ bei einer Beratungstelle oder einem Psychologen besuchen

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Ich kann deine Sorgen verstehen und sie sind ja auch berechtigt! Nicht zum Arzt gehen kann ungünstig sein!

Meine Gedanken dazu, ob die helfen, weiß ich natürlich nicht:

  1. Könnt ihr über dieses Thema sachlich sprechen? Über seine Ängste? Auch darüber, dass du dir als Freundin Sorgen machst? Eventuell kann er dir zuliebe doch irgend wann zum Arzt gehen? Du solltest aber nicht versuchen, ihn zu erpressen! Zeige, dass du ihn verstehst.

Falls er bereit ist, an seinem Problem zu arbeiten:
2. Vielleicht schafft er es irgend wann mal, zu einem ganz harmlosen Arzttermin zu gehen? Wobei rauszukriegen wäre, was für ihn „ganz harmlos“ sein könnte, bzw. wo genau seine Ängste liegen. Grippeschutz-Impfung? Blutabnahme von Arzthelferin? Rezept holen für Heuschnupfen?

  1. Kann man mit einem verständisvollen Arzt eine Absprache treffen, z.B.: Bitte einen reinen Beratungstermin ohne körperliche Untersuchung? Das geht allerdings nur dann, wenn es für deinen Freund ok ist, dass du dich so intensiv um sein Problem kümmerst! Er könnte das auch als übergriffig empfinden!

  2. Ihr könntet auch überlegen, ob er dich zu Arztbesuchen begleitet. Wenn seine Ängste extrem sind, zunächst nur bis zum Wartezimmer, wenn möglich, ist er auch bei Gespräch und Untersuchung mit dem Arzt dabei und erlebt, dass das normal ist und man es überlebt! (Natürlich würde ich da nicht gerade den Frauenarzt wählen…).

Das alles hat nur Zweck, wenn ihm klar ist, dass er seine Arztangst überwinden muss und er bereit ist daran zu arbeiten!
Viel Glück!

Karl

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Angst vor dem Arzt …

Ich kann ihn ein wenig verstehen. Ich habe Glück und bin gesund, mal abgesehen von gelegentlicher Karies. Habe keinen sogenannten Hausarzt.

Meine Alterskollegen erzählen viel von ihren Zipperlein und wie sie abhängig sind von mehreren Medikamenten, z.T. ihr Restleben lang.

Für mich und Eugen Roth sieht es so aus, dass Arzt und Pharmaindustrie nicht heilen, sondern einen Kunden lebenslang an sich binden:

Was bringt den Doktor um sein Brot?
a) Die Gesundheit, b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß er lebe,
uns zwischen beiden in der Schwebe.“

Gerne lese ich Gegenmeinungen. Hat dich dein Arzt beraten, wie du durch natürliche Lebensweise (z.B. Ernährung, Bewegung) von seinen Medikamenten wegkommst?

Schön.

Es gibt aber auch gar nicht so wenige Leute (eine tippt gerade diesen Beitrag), die das Glück nicht haben.

Jo. Ist dir schon einmal der Hauch eines Gedankens gekommen, dass man manche Medikamente braucht um am sogenannten Leben teilhaben zu können? Nur weil man mir z. B. meine Krankheit nicht direkt ansieht, ist sie trotzdem da - und Medikamente verhelfen mir zu einem „normalen“ Leben. Ich bin übrigens austherapierte Schmerzpatientin, das ist man nicht aus Spaß am einwerfen von Tabletten.

Warum soll sie denn von seinen Medikamenten wegkommen? Die übrigens frei verkäuflich sind (eigene Schmerztherapie halte ich für einen Fehler, warum siehe oben). Bewegung und Ernährung sind übrigens nicht die Lösung für jedwede Art von Schmerzen - sonst sollte ich mit meinem nicht ganz geringen Sportprogramm deiner Definition nach vollkommen schmerzfrei leben (meine Schmerzen sind nicht in den Gelenken oder Verschleissbedingt).

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Bei solchen Bemerkungen frage ich mich immer, wem wir es zu verdanken haben, daß wir heute mit einigem Optimismus drauf hoffen können, daß wir bei passablem Befinden das neunzigste Jahr erreichen: den pöhsen Pharmaunternehmen oder McDonald’s und Marlboro…

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Oh weh - wo soll man da anfangen?

Nebenan rasselt die Phrasendreschmaschine im Leerlauf…

Schöne Grüße

MM

Und dieses Restleben könnte in vielen Fällen recht kurz sein, wenn Menschen auf zwingend nötige Medikamente verzichten würde, die Erkrankungen betreffen, die nichts mit „ungesunder Lebensweise“ zu tun haben, oder Dinge betreffen, die zwar ggf. durch „ungesunde Lebensweise“ entstanden sind, aber dummerweise nicht so einfach durch ein künftig gesünderes Leben wieder reversibel wären. Die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung über die letzten Jahrhunderte ist zu einem ganz erheblichen Teil genau dem medizinischen und pharmazeutischen Fortschritt zu verdanken, dessen Möglichkeiten Du hier als blanke Beutelschneiderei abtust!

Ja, ich kenne auch Hypochonder, die wegen jeder Kleinigkeit den größtmöglichen von der Krankenkasse finanzierten Ärztetourismus betreiben, ungesund leben, und besser mal in Bezug auf psychischen Probleme eine Therapie beginnen sollten, als aus dem nächsten etwas außer dem Rahmen liegenden Blutwert schon wieder die nächste Katastrophe herauf zu beschwören. Aber ich kenne auch Menschen, die dank regelmäßiger und rechtzeitiger Vorsorge frühzeitig mit Dingen erfolgreich therapiert werden konnten, die später entdeckt mit ziemlicher Sicherheit zu einem frühen Tod geführt hätten (vollkommen unabhängig von mehr oder weniger gesundem Lebensstil).

Ich gehöre selbst auch zu denjenigen, die Arztpraxen und Krankenhäuser nach Möglichkeit meiden, wenn es sich vermeiden lässt. Aber eine gewisse Basis-Vorsorge und Bereitschaft bei größeren Auffälligkeiten zum Arzt zu gehen, ist selbst mir wichtig, und ich schlucke auch brav, was aus nachvollziehbaren guten Gründen verordnet und nun mal notwendig ist um eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit zu haben, vielleicht auch noch mal Enkelkinder zu erleben, und nicht schon die Schulabschlüsse der Kinder nicht mehr zu erleben.

Ich würde gerne noch weitere Meinungen hören:)

Hi Luluu,

wenn er telefonisch einen Termin wahrnimmt, schafft er es dann vielleicht auch, via Telemedizin mit einem Arzt zu sprechen?
So ist er zuhause, in deiner geschützten Umgebung, während er mit dem Arzt spricht. Und kein Mensch kann ihn zwingen, nach so einem Termin auch noch persönlich zu dem Doktor gehen zu müssen.
Sicher lässt sich nicht alles behandeln via Fernbehandlung - aber es ist im Zweifelsfall doch sicher besser so, als jahrelang überhaupt keinen Arzt zu sehen, wenn man Beschwerden hat.

Vor allem: Seit dem 2018 die Bundesärztekammer das Fernbehandlungsverbot gekippt hat, muss auch nicht mehr die erste Beratung eines Patienten persönlich in der Praxis erfolgen. Seither ist es möglich, Patienten per Videosprechstunde zu beraten. Davor war das nur für Folgebehandlungen nach dem ersten persönlichen Kontakt erlaubt.
Gerade jetzt, in der Corona-Pandemie hat er eh die besten Voraussetzungen, um Ärzte zu finden, die Telemedizin anbieten.

Hier ein Anbieter (es gibt sicher noch viele andere): teleclinic. com

Hier Infos:
https://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/telematiktelemedizin/telemedizin/
teleclinic. com/wiki/telemedizin/

Schöne Grüße
Stefanie