Partnerkritik - oder nicht?

Hallo,

meine Frau hat seit langer Zeit die Eigenart, ständig an mir herumzumeckern - so empfinde ich das jedenfalls.

Beispiele: Angenommen, ich bekleckere mich beim Essen, dann sagt sie: „Du bekleckerst dich aber oft!“ Vergesse ich mal etwas, kommt prompt die Reaktion: „Ständig vergisst du etwas!“ Oder: Ich bin kürzlich in eine Partei eingetreten, nicht nur passiv, sondern engagiere mich dort auch. Jetzt liest sie mir, manchmal mehrmals pro Woche, einen Artikel aus der Zeitung vor, in dem meine Partei kritisiert wird, und bemerkt dann: „Siehst du, du wärst doch besser nicht da eingetreten!“

Mich nervt das. Wenn ich bitte, mich nicht ständig zu kritisieren und es mir zu überlassen, ob ich für eine Partei arbeite, bekomme ich zur Antwort: „Das ist keine Kritik, das ist Tatsache.“ Ein Zeit lang streiten wir uns dann herum, ob das nun Kritik ist oder nicht. Da sie das nie so sieht, erkläre ich am Ende: „Wenn du meinst, dass das eine Tatsache ist, brauchst du es mir trotzdem nicht vorzuhalten. Behalte deine Tatsache für dich, du merkst doch, dass mich das nervt.“ Dann bekomme ich die Antwort: „Wie, darf ich nicht meine Meinung sagen? Willst du mir den Mund verbieten? Du bist zu empfindlich!“ Und dann geht die Streiterei weiter.

Neulich ging es mir einmal derart auf den Keks, dass ich das Haus türknallend verlassen habe und erst nach vier Tagen zurückgekommen bin. Danach ging es ein paar Wochen lang besser, aber jetzt geht das Theater wieder los.

Ich habe ihr schon mehrfach angekündigt, eine Zeit lang mal genauso an ihr rummeckern zu wollen, damit sie merkt, wie unangenehm das ist. Bisher habe ich das aber noch nicht geschafft, weil es mir zuwider ist, ihr Vorwürfe zu machen, die ich für ungerechtfertigt halte oder die eine Einmischung in ihre Angelegenheiten darstellen.

Was meint ihr? Bin ich zu empfindlich, oder sollte sie sich dieses Verhalten abgewöhnen?

Und, falls ihr mir zustimmt: Was kann ich tun, damit sie sich ändert? Außer ihr diese Anfrage und die darauf eintreffenden Antworten zu zeigen?

Gespannte Grüße
Carsten

Aua, Carsten,

das liest sich nicht sehr zukunftssicher.

Aber bedenke bitte, dass Niemand einen Anderen ändern kann, das kann der Andere nur selber tun.

Man kann nur selber sein Verhalten ändern, in der Hoffnung, dass sich dadurch das Verhalten des Anderen auch ändert.

Dazu habe ich einen schönen Satz von Michael Lukas Moeller gelesen:
„Es ist viel fruchtbarer, stets davon auszugehen, dass der Andere so heisst, weil er so ist: anders.“

WB

Hallo Carsten,

die Art, wie ihr mit euren Konflikten umgeht, empfinde ich als ziemlich destruktiv und wenig zielführend. Das betrifft die gegenseitige Kritik am anderen, die Streitereien, ob die Kritik nun eine Kritik ist oder nicht, die Art, wie ihr dabei miteinander redet, das Türenschlagen, Weggehen und Nichtwiederkommen, das Sich-gegenseitig-den-Spiegel-vorhalten - kurz, die gesamte Art und Weise des gegenseitigen Umgangs. Du beschreibst selbst, daß euer bisheriges Konfliktverhalten nicht zu einer Verbesserung der Situation führt, sondern zu einer Eskalation.

Ich denke daher, daß es notwendig wäre, die Konflikte auf eine andere Art und Weise anzugehen. Wirklich lösungsorientiert und mit gutem Willen. Deine Frau scheint unzufrieden zu sein und das solltest Du ernstnehmen, sofern Dir die Beziehung wichtig ist. Die von Deiner Frau kritisierten Dinge (sich bekleckern, etwas vergessen, sich für die Partei engagieren) sind vermutlich gar nicht für sich genommen das Problem. Sie drückt damit aber wahrscheinlich aus, daß in der Beziehung etwas grundsätzlich nicht so läuft, wie sie es sich wünscht.

Im Hinblick auf Dein Engagement in der Partei kommt mir der Gedanke, daß Deine Frau Dir vielleicht zu verstehen geben möchte: „Du engagierst Dich nicht so in unserer Partnerschaft, wie es aus meiner Sicht notwendig wäre.“ Das sollte Dir ernsthaft zu denken geben. Wegschieben im Sinne von „ach, die meckert doch nur wieder“ oder auf den Putz hauen löst die Situation langfristig nicht. Deiner Frau zuhören, das Gesagte versuchen im Hinblick auf die Ehesituation zu verstehen und ernstnehmen und Dein eigenes Verhalten danach zu überprüfen, ob es der Ehe förderlich ist, das wird Dir eher helfen.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hallo Carsten,

Dann bekomme ich die Antwort: „Wie, darf ich nicht meine
Meinung sagen? Willst du mir den Mund verbieten? Du bist zu
empfindlich!“ Und dann geht die Streiterei weiter.

An dieser Stelle fehlt mir persönlich die Toleranz das einer die Tatsache empfindet und der andere die andere Tatsache. Wortlaute wie „darf ich nicht meine Meinung sagen“ sind eher Gesprächskiller. Denn die Meinung darf ja jeder vertreten, eben jeder seine eigene Meinung. Dein Frau findet dich empfindlich, das sagt sie ganz klar, zumindest lese ich das hier. Was heißt empfindlich in diesem Zusammenhang? Das Du eine andere Meinung hast. Hier gehts scheinbar nicht um Empfindlickeiten sondern eher um eine Meinungsverschiedenheit, oder einen anderem Standpunkt zu den Dingen, oder verstehe ich das falsch?
Betrachtet doch beide mal folgende Situation:
A sagt zu B „Ich fühle mich kritisiert“
B sagt zu A „Du bist empfindlich“

Wenn ich nun davon ausgehe das ein Gespräch hilft den anderen zu verstehen, dann ist es hier völlig unmöglich. Der eine spricht von seinem Gefühl und der andere lehnt es ab. Wäre es nicht sinnvoller zu Fragen: „Warum fühlst Du dich kritisiert“? Zum einen erhält man das Gespräch, zum anderen wird einem erklärt warum das so ist:smile:

Neulich ging es mir einmal derart auf den Keks, dass ich das
Haus türknallend verlassen habe und erst nach vier Tagen
zurückgekommen bin.

Manchmak braucht man das sicherlich, aber auch das löst nicht das Problem, da hilft wohl nur das miteinander reden.

Danach ging es ein paar Wochen lang

besser, aber jetzt geht das Theater wieder los.

Naja, verständlich. Der andere hat ja angst, da mag er versuchen eine Weile anders zu sein, aber wenn das Problem nicht Besprochen wird, wie soll es sich auflösen? Mit Druckmittel?

Ich habe ihr schon mehrfach angekündigt, eine Zeit lang mal
genauso an ihr rummeckern zu wollen, damit sie merkt, wie
unangenehm das ist.

Wenn man darüber genau nachdenkt erscheint es keine Lösung zu sein, zumindest empfinde ich das so. Druck erzeugt wieder Druck. Selbst wenn es andersrum positiver wäre, wäre auch das nicht die Lösung. Ich persönlich sehe nur eine Lösung darin zu verstehen was den anderen zu dem macht was er ist. Warum ist der eine empfindsam und warum trifft der andere einem?

Bisher habe ich das aber noch nicht

geschafft, weil es mir zuwider ist, ihr Vorwürfe zu machen,
die ich für ungerechtfertigt halte oder die eine Einmischung
in ihre Angelegenheiten darstellen.

Eben, du würdest ja deine Meinung und Tatsachen leugnen. Einer von Euch würde sich also dem anderen beugen, ob nun im positiven oder negativem Sinn. Ich denke aber das Ziel liegt darin einen gemeinsamen Weg zu finden.

Was meint ihr? Bin ich zu empfindlich, oder sollte sie sich
dieses Verhalten abgewöhnen?

Du hast dein Gefühl geäußert, das kann nie falsch sein. Du bist wie Du bist. Was meinst Du denn, hast Du dich in diesem Punkt verändert?

Und, falls ihr mir zustimmt: Was kann ich tun, damit sie sich
ändert?

Nichts:smile: Natürlich reden viele darüber „Du musst dich ändern“ Nur wer gibt den Maßstab vor? Immer will damit einer den anderen nach seinen Wünschen formen, meines erachtens ist das Leben / eine Beziehung, so nicht gedacht. Warum lebt ihr gemeinsam? Was hat der Partner für Vorzüge? Wie in allen Bereichen entwickeln wir uns, habt ihr Euch gemeinsam entwickelt? Was brachte Euch in diese Situation?

Außer ihr diese Anfrage und die darauf eintreffenden

Antworten zu zeigen?

Ob das von Vorteil ist?
Wenn sie es mitlösen möchte sicher eine Idee um sich Anregungen zu holen, aber es als Beweis zu nutzen wird doch sicherlich nur auf Ablehnung stossen, oder wie würdest Du das empfinden?

Gespannte Grüße
Carsten

Ich wünsche Euch das ihr die Zeit findet in Ruhe zu schauen warum jeder von Euch so fühlt wie er fühlt, und einen Weg findet den anderen anzunehmen wie er ist.

Lieben Gruß

Silvia

hi carsten,

für mich klingt es auch nach einer partnerschaft, bei der zumindest von seiten deiner frau so einiges im argen liegt und sie ist nicht in der lage, diese dinge klar zu bennennen - ob die die wahren gründe genau weiss oder es nur ein gefühl ist oder nie gelernt hat sich klar zu äussern und daebi noch vorschläge zur besserung zu machen oder wiederum nie gehört wurde und deshalb „hintenrum“ meckert, weiss ich nat. nicht.

ich würde ernsthaft ins auge fassen, eine paartherapie zu machen.
hier bekommt ihr mittels hilfe klarheit in die wahren gründe und ursachen und zudem die wege daraus plus die chance zu lernen, direkter miteinander zu kommunizieren, bewusster/reflektierter zu „sein“.

ohne ein eingreifen dürfte sich eurer umgang eher hochschaukeln nach und nach und die wahren ursachen noch mehr als jetzt ohnehin schon in den hintergrund treten. ausserdem halte ich persönlich eine paarberatung für den einfachsten weg. was es zu lernen gilt sich selbst zu erarbeiten halte ich für sehr schwer und wenn es um 2 personen geht, nahezu unmöglich ohne anleitung. allein weiss man meistens ja nicht wo man überhaupt ansetzen soll, geschweige denn wie…

LG
nina

hallo carsten,

Was meint ihr? Bin ich zu empfindlich, oder sollte sie sich
dieses Verhalten abgewöhnen?

so ein quatsch! weder bist du zu empfindlich (sowas nervt ganz schön) noch soll/kann sich deine frau das „abgewöhnen“.

mann, es geht hier nicht darum, einem haustier irgendeine unart auszutreiben! bei euch läuft was gewaltig schief - schuldunabhängig.

Was kann ich tun, damit sie sich
ändert?

sie vielleicht mal fragen, was sie _ wirklich _ so unzufrieden macht?
zumindest wäre das ein erster schritt. (wobei es sein kann, daß sie sich erst einmal daran gewöhnen muß, daß dich das interessiert. wenn es dich überhaupt interessiert…)

Außer ihr diese Anfrage und die darauf eintreffenden
Antworten zu zeigen?

zeigst du ihr meine antwort bitte auch, ja?

allerdings finde ich dein vorhaben aus deiner jetzigen einstellung heraus mehr als kontraproduktiv. wenn ihr erst einmal gelernt habt, überhaupt miteinander zu kommunizieren, könnt ihr ja mal nachlesen, ob nicht die eine oder andere der anregungen hier euch weitergebracht hat oder ihr selbst noch ganz andere sachen rausgefunden habt. die könnt ihr uns dann ja mal mitteilen.

gruß
ann

Hi,

ganz kurze Frage: Bist Du der gleiche Carsten, dessen Frau gerade schwanger ist? Und dem wir alle ‚einzureden‘ versuchten, dass Rumgezicke bei der schwangerschaftsbedingten Hormonveränderung nichts Ungewöhnliches ist?

In dem Fall würde ich denken, dass Du diesen wichtigen Aspekt nicht ignorieren solltest, auch wenn’s Dich tierisch nervt.

So schwer es auch sein mag, versuch’ ihren ‚Sticheleien‘ mal mit ein bisschen Humor zu begegnen - so, als ob sie nicht gegen dich persönlich gerichtet seien. Sondern eben in dem Bewusstsein, dass es halt ‚zufällig‘ dich trifft.

Keine Frage - mich würden diese Sticheleien auch stören.
Aber im Falle einer Schwangerschaft müsste man mit der ‚Patientin‘ wohl ähnlich wie mit einer depressiven Person umgehen - Verständnis aufbringen, so schwer es ist.

(falls Du nicht ‚der mit der schwangeren Frau‘ bist, ignorier’ meinen Kommentar halt…).

gruss, isabel

Hallo,

zunächst schon einmal Dank für die bisherigen Antworten, ich werde auch noch darauf reagieren. Aber da das nicht auf die Schnelle geht, jetzt nur:

kurze Frage: Bist Du der gleiche Carsten, dessen Frau gerade schwanger ist?

Kurze Antwort: Nein. :smile:

Grüße
Carsten

Hey,

„Wie, darf ich nicht meine
Meinung sagen? Willst du mir den Mund verbieten? Du bist zu
empfindlich!“ Und dann geht die Streiterei weiter.

entweder äußert sie Tatsachen oder eine Meinung - Tatsache „du bekleckerst dich“, Meinung „ich finde, du bist empfindlich“.
Meinung äußern ist ja erstmal ok, aber dann muss sie die auch begründen.
Tatsachen kann man auch mal für sich behalten, vor allem, wenn der andere extra darum bitte (finde ich).

Ich kenne das Phänomen von meiner Mutter und hab leider auch noch keine Lösung dafür gefunden. Sobald ich was tu, was ihr irgendwie nicht passt, werde ich kritisiert. Wenn ich dann darauf hinweise, dass es ja erstens mein Leben ist und ich meine Fehler gerne selber machen würde und dass sie zweitens doch einfach mal hinnehmen könne, was ich so tu, kommt gleich der Spruch „darf ich meine Meinung nicht mehr äußern?“. Sehr anstrengend, ich kann dich gut verstehen!

Gruß
Cess

mach ein angebot
hi carsten,

mach folgendes: sag ihr, dass du es unerträglich findest, wie ihr miteinander streitet. und dass du dich dafür interessierst, was sie in eurer beziehung stört. dass du mit ihr darüber reden willst, aber so, dass ihr beide weiterkommt, statt euch weh zu tun.

leicht gesagt, aber schwer durchzuführen, stimmt´s? versucht es mal, wenn es nicht klappt, weil ihr euch in eurer art zu reden immer wieder nur verletzt, dann holt euch einen paartherapeuten für ein paar stunden heran. diese leute können die einhaltung bestimmter gesprächsregeln für euch übernehmen. das lernt ihr dann und könnt es nach ein paar stunden zu hause alleine weitermachen. das hat schon viele ehen weitergebracht.

da hilft nur:mit den gleichen Waffen zurückschlage
mach dir die mühe und mach das mal ein paar wochen wie sie.was meinst du wie schnell sie das anöden wird?

Fange morgens an, warum sie so ungepflegt aus dem Bett kommt. Mach das weiter am Frühstückstisch, ob sie mal das schmatzen lassen könnte und das laute Schlucken. Und jedes Mal sagst du auch, dass du nur die Tatsache sagst und ob du nicht deine persönliche Meinung sagen kannst.

DAS ist genau dieses Level was sie mit dir macht.

lg nina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

mach dir die mühe und mach das mal ein paar wochen wie sie.was
meinst du wie schnell sie das anöden wird?

meinst du mich oder den Ursprungsposter?

DAS ist genau dieses Level was sie mit dir macht.

Ich halte nicht viel davon, mich auf ein Level zu begeben, dass ich bei anderen ablehne.

Gruß
Cess

1 „Gefällt mir“

ne Cess ich meinte den Threaderöffner,

ich empfehle es deshalb, weil ich die eigene Erfahrung erlebt hatte.

Allerdings wurde ICH „erzogen“ und es half besser als sein ewiges Gereden und die Bitten. :wink:

Deshalb dachte ich, ich gebe es mal großzügig weiter :wink:

lg nina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

@ alle
Hallo,

zunächst einmal herzlichen Dank für alle Antworten. Zu einigen würde ich gern konkret Stellung nehmen, da sich die Themen aber zum Teil überschneiden, tue ich es hier oben.

Dass bei meiner Frau etwas völlig anderes dahinter steckt, glaube ich nicht. Immerhin sind wir schon mehr als 25 Jahre verheiratet und das Problem gab es immer schon. Dass es mich in letzter Zeit verstärkt nervt, liegt vermutlich daran, dass unsere Kinder aus dem Haus sind, jetzt hat sie nur noch mich als Angriffsziel. :smile:

Eine Partnerberatung haben wir schon vor Jahren einmal versucht. Das hörst sich aber offenbar einfacher an als es ist. Zunächst war alles sehr teuer. Nicht dass uns unsere Partnerschaft kein Geld wert wäre. Aber wenn man zwei studierende Kinder hat und deshalb mit dem Geld so gerade noch über die Runden kommt, ist das halt doch ein Problem.

Dann haben wir es geschafft, von einem Psychologen eine Therapie verordnet zu bekommen, die die Versicherung übernahm. Der erste Therapeut, den wir versuchten (die Leute haben Wartelisten bis zu einem halben Jahr) war ein lieber netter Mensch. Wir haben fünf oder sechs Sitzungen lang mit ihm geplaudert, dann aber abgebrochen, weil wir um keinen Deut weiter kamen. Der zweite war schon in der ersten Probesitzung derart parteiisch und schimpfte in einer Weise herum, dass wir wiederum einmütig gesagt haben, dass hat keinen Sinn.

Danach gerieten wir in eine Gruppenveranstaltung von Prof. Hallweg, der bundesweit als Partnerproblem-Papst gilt und mal Titelthema im Focus Magazin war. Ihn selbst haben wir nie gesehen, das wurde von Assis und Studenten gemacht. Da die anderen der rund zehn Paare aber erst wenige Jahre zusammen waren, standen wir plötzlich als Helden im Mittelpunkt: Boh, schon über zwanzig Jahre verheiratet? Wie habt ihr das geschafft? Gebracht hat uns alles nichts, aber eine Zeit lang ging es besser. Entweder, weil wir die Probleme anderer kennen gelernt haben, vielleicht aber auch, weil es uns die Bewunderung geschmeichelt und das Gefühl gegeben hat, doch auf dem richtigen Weg zu sein.

Eigentlich ist es ja auch nicht schlimm. Aber es nervt mich trotzdem. Und ich kann nicht ausschließen, dass es wegen der Sache doch noch zur Trennung kommt.

Mit gleicher Waffe zurückzuschlagen, habe ich ja schon erwogen und im Eingangsposting erwähnt. Aber das fällt mir halt schwer: Einerseits bin ich kein pingeliger Mensch, mir fällt so schnell gar nichts ein, das ich kritisieren könnte. Tue ich es aber dann doch, habe ich ein unangenehmes Gefühl dabei, weil ich weiß, dass ich lüge, was ich ebenfalls ungern tue. Und wenn sie sich dann gegen den Vorwurf wehrt, denke ich im Stillen: Recht hat sie!

In ein paar Tagen werde ich ihr diesen ganzen Thread vorlegen. Vielleicht hilft es wenigstens etwas, dass jemand schreibt, sie hat mit ihrer Mutter die gleichen Probleme. Aber bis ich das tue, muss ich erst noch Kräfte sammeln. Denn als erstes wird es mit Sicherheit ein Donnerwetter geben, und ich streite mich so ungern. :smile: :frowning:

Nochmals Dank für eure Antworten
Carsten

wie wäre es, wenn ihr gestrennt zu einem therapeuten geht?
oder versucht es mal bei der kriche, las mal, sie bieten gute ehetheras an, professionell - nur über die kosten weiss ich nichts.

ansonsten sollten eure kinds sicht mal einen nebenjob suchen, damit ihr eine weile geld übrig habt. wenn ihr euch trennt, werden sie davon sicher noch weniger erfreut sein als ein wenig zu jobben:wink:

ansonsten fällt mir nur ein, sich mal länger in einem grossen buchladen aufzuhalten und in büchern zu stöbern, die in deine richtung gehen, sich dann eines auszusuchen und mittels diesem oder diesen gemeinsam ein konzept zu entwickeln, den ihr beide folgen könnt…

hilfreich könnte auch ein buch sein, welches vermittelt wie man mit- einander spricht und wie was warum auf den anderen wirkt - hier scheint ja nachholbedarf zu sein.

LG
nina