Parvovirose (Hund)

Hallo und bitte Hilfe,

meinen Tierarzt erreiche ich erst wieder Donnerstag abend. Bin total verunsichert und in Sorge.

Ende September 2008 haben wir einen Hund aus einer spanischen Tötungsstation bekommen. Sein Alter ist unbekannt, er hatte aber schon sein vollständiges Gebiß, ich schätz ihn jetzt auf ca. 10 Monate. Seit Anfang des Jahres hat er immer wieder Probleme mit Durchfall. Zunächst dachte ich, der gefressene Schnee wäre ihm nicht bekommen. Zwischendurch war es auch wieder gut, seine Häufchen waren geformt und nicht mehr breiig. Dann wieder Durchfall. Bin nun schon seit Wochen ständig beim TA. Zuerst hat er Antibiotika gespritzt bekommen. Hat nicht geholfen. Er hatte dann sogar ein bischen Blut im Kot. Wieder zum TA, dort wurde dann auf eine Prostataentzündung getippt, weil er laut aufschrie als der TA ihm den Finger in den Po gesteckt hat. Kotuntersuchung auf Parasiten war negativ.

Auch mit Schonkost (Huhn, Reis, Hüttenkäse)keine Besserung.
TA gewechselt. Kotprobe ins Labor geschickt. Ergebnis = Bakterien.

Schlechtes Gewissen, weil ich barfe (Rohfleischfütterung). Aber meinen anderen Hunden fehlt nichts!?

Antibiotika will der neue TA nicht geben, weil er ja erst welches hatte. Um zu testen ob es eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz ist bekommt er zum Futter Enzyme und ein spezielles Diät Trockenfutter. Auserdem bekam er auch Heilerde und Perenterol.

Wirklich besser ist es trotz alledem nicht. Bei einem Spaziergang macht er ein geformtes Häufchen und ein paar Stunden später kommt wieder Brei.

Beim stöbern im Internet war ich auf der spanischen Tierschutzseite. Da finde ich das Vermittlungsfoto von unserem Hund und auch die Fotos die wir von ihm im neuen Zuhause gemacht haben und einen Text in spanisch. Die Übersetzer im www sind nicht sehr exakt aber da steht doch tatsächlich, dass unser Hund Parvo hatte!

Nun bin ich total verunsichert und habe tausend Fragen

-könnte der Durchfall damit zusammenhängen?
-kann Parvo wiederkommen?
-ist unser Hund ernsthaft in Gefahr?
-besteht Gefahr für unsere anderen Hunde (erwachsen, geimpft)

Unser Spanier erbricht nicht und ist eigentlich putzmunter. Er ist nur sehr knochig und dünn.

Ich wäre so dankbar, wenn mir jemand antworten würde.

VG

Petra

Guten Morgen,

das hört sich aber auch nach Giardien an. Diese Biester sind leider nicht so einfach mal eben im Kot zu testen.

http://www.catgirly.de/Krankheiten/giardien.htm

Darauf würde ich den Kot auch nochmal testen lassen.

Alles GUte
Margit

Hallo Margit,

auf Giardien wurde schon getestet, war aber negativ. Ich hatte vor Jahren einmal Probleme mit Giardien. Hund aus dem Tierschutz hatte sie und ruck zuck hatten auch meine anderen Hunde Dünnsch… . Allen meinen Hunden geht es gut, nur eben der Spanier macht Probleme. Gestern abend hat er ein ganz normales Häuflein gemacht. Es wechselt ständig hin und her.

Mir liegt das mit der Parvo so schwer im Magen.

VG

Petra

Hallo,

bevor Du anhand einer unklaren Übersetzung spekulierst, könntest Du vielleicht mal den spanischen Text oder den Link dazu posten. Dann kann man Dir schnell sagen, ob der Hund Parvo hatte oder ob da vielleicht nur steht „geimpft gegen Parvo“.

Deine beschreibung klingt nicht nach Parvovirose, dazu später mehr.

Parvovirose kommt bei Welpen in Auslandstierheimen sehr häufig vor. Der Virus ist hartnäckig und nur mit extremen Reinigungsmitteln (Formaldehyd z.B.) abzutöten, was bei den örtlichen Gegebenheiten für den Eimer ist (Zwinger mit unbefestigtem Lehmboden usw.). In einem Tierheim in Ungarn, welches ich gut kenne, bekommen praktisch alle Welpen Parvo, entweder haben sie es schon wenn sie ins TH kommen oder sie bekommen es dort, oft nach der ersten Impfung, weil dann das Immunsystem beeinträchtigt ist. Um das zu verhindern müsste eine hygienische Welpenstation geschaffen werden und die Erstimpfung aufgeteilt (nicht gleich 5-fach), aber das geht nicht.

Nach überstandener Parvovirose kommt diese aber nicht von selbst wieder. Der Hund müsste sich hier neu angesteckt haben (was natürlich möglich ist), dann müsste aber seine Impfung versagt haben.

Da Parvovirose i.d.R. innerhalb weniger Tage zum Tod führt, würde ich das mal ausschließen. In Frage kommen noch solche Sachen wie Giardien (wurde eine richtige Kotuntersuchung mit mehreren Proben gemacht? Der Schnelltest ist unzuverlässig!) oder ein Leberproblem. Was sagt das Blutbild über die Leberwerte? Der Schmerz bei der Anal-Untersuchung könnte aufgrund der Reizung des Darms durch Durchfall zu Stande gekommen sein, oder der TA war nicht sehr geschickt - ich habe da mit demselben Hund beim Fiebermessen schon völlig verschiedene Reaktionen erlebt, vom hysterischen Anfall bis stoischem Rumstehen.

Ich würde auf jeden Fall die Schonkost weiter geben und falls noch nicht geschehen ein Blutbild und einen richtigen Giardientest machen.

Gruß,

Myriam

Hallo Myriam,

herzlichen Dank für deine Antwort.

Hier der spanische Text.

A NACHO LO RESCATAMOS DE PROANIPLANT, TENÍA PARVO, UNO DE SUS OJITOS ESTABA BLANCO Y ÉL MUY DELGADO. NOS COSTÓ, PERO SALIÓ ADELANTE Y AHORA ESTÁ FELIZ, ENTRENANDO EN SERIES DE AGILITY!!!

Ich habe bei meinem TA Kotproben von 3 Haufen abgegeben. Diese wurden an ein Labor gesandt. Auf das Ergebnis habe ich über eine Woche gewartet (es wurde wohl was angesetzt um die Entwicklung zu beobachten). Jedenfalls keine Giardien. Was gefunden wurde sind Ekolibakterien (schreibt man das so?). Blut wurde noch nicht untersucht (ist wohl das nächste).

Ich versteh nur nicht weshalb er an einem Tag z.B. 2x breiige Haufen macht und 2x ganz normal. Wieso nicht entweder oder?

VG

Petra

Hier der spanische Text.

OK, er hatte also tatsächlich Parvo. Ist aber wie gesagt egal, das haben unzählige Hunde im Ausland.

Was
gefunden wurde sind Ekolibakterien (schreibt man das so?).

Die heißen E-coli. Das sagt leider nicht sehr viel aus. E-coli Bakterien sind normale Darmbewohner. Es kann nicht zwischen bestimmten krankmachenden und nicht krankmachenden Unterarten unterschieden werden, daher weiß man nicht genau, ob E-coli beim Hund zu Durchfall führen kann oder nicht.

Blut wurde noch nicht untersucht (ist wohl das nächste).

Auf jeden Fall.

Ich versteh nur nicht weshalb er an einem Tag z.B. 2x breiige
Haufen macht und 2x ganz normal. Wieso nicht entweder oder?

Versteht Dein Darm logische Argumente? Meiner nicht. :smile:

Bei akutem Durchfall hilft sehr gut Nahrungsentzug für 24-36 Stunden, danach langsam mit Schonkost anfangen. Unter Durchfall verstehe ich allerdings nicht einfach ungeformten oder schlecht geformten Kot zu den normalen Zeiten, sondern richtigen Durchfall, wo der Hund tatsächlichen starken Stuhldrang hat, nachts rausmuss usw. Ich würde eben auch, trotz Vorliebe für BARF, derzeit keinerlei Futterexperimente machen, sondern so eine Art hypoallergene Schonkost.

Gruß,

Myriam

Hallo,
mit Parvo kenne ich mich nicht aus. Aber ich habe auch einen kleinen Spanier zuhause der die ersten Wochen/Monate mit breiigen weichen Häufchen bis hin zu Durchfall zu kämpfen hatte. Nene hatte Giardien und eine Gastritis die wir sehr lange bekämpft haben. Nach wochenlanger Schonkost (Hähnchenbrustfilet mit Kartoffelflocken) und zeitweise Magensäurehemmenden Medis haben wir das jetzt in den Griff bekommen.
Was ihm aber wirklich sehr gut geholfen hat, war eine Darmsanierung mit Symbio Pet. Das kann ich wirklich empfehlen.
Alles gute für den Kleinen.
LG, Rala

Hallo Rala,

als unser Nacho nach D kam hatte er keinen Durchfall, auch längere Zeit danach nicht.
Es fing im Januar erst an und seitdem mal mehr mal weniger.

VG

Petra

Hi Myriam,

soll ich mir jetzt weniger Gedanken machen, weil er nachts durchhält und am Tag auch nicht ständig raus muss? Bin echt ein wenig ratlos.

Vielleicht hat er irgend ein Fleisch in der Vergangenheit (also vor Januar) nicht so gut vertragen und es braucht einfach seine Zeit bis der Darm zur Ruhe kommt? Soll ich vielleicht einfach mal abwarten und weiterhin Schonkost füttern?

TA hatte gemeint, dass es die „bösen“ e colibakterien wären. Was immer das auch bedeutet.

Mir fällt da nämlich grad ein, dass ich im letzten Jahr selbst über mehrere Monate Durchfall hatte, mein Hausarzt hat nichts gefunden und auch keinen Alarm geschlagen (bis zu 4x am Tag wäre noch normal). Irgendwann wars dann genau so schnell wie es anfing auch wieder gut. Hab weder meine Ernährung umgestellt noch Medis genommen.

VG
Petra

ACh ja, wegen den E-Colis. Wenn der Kot auf Bakterien untersucht wurde, wurde da auch ein Antibiogramm erstellt? Da kann man dann gleich sehen mit welchem AB die bösen E-Colis bekämpft werden können. Das hat bei meinem Dackel mal sehr gut funktioniert. Es gibt aber wohl auch noch andere Möglichkeiten die bösen E-Colis durch gute E-Colis zu ersetzen. Symbioflor wäre eine davon. Am besten mal einen kompetenten TA darauf ansprechen.
LG, Rala

Hallo,

soll ich mir jetzt weniger Gedanken machen, weil er nachts
durchhält und am Tag auch nicht ständig raus muss? Bin echt
ein wenig ratlos.

Du sollst Dir natürlich Gedanken machen, denn es ist ziemlich sicher mit der Verdauung etwas nicht in Ordnung. Wenn die nahrung zu schnell durch den Darm rauscht, kommt es ja auch zu Mangelerscheinungen.

Es ist aber ein Unterschied zwischen echtem Durchfall mit Flüssigkeitsverlust, Krämpfen usw. und häufig breiigem Kot ohne großartig weitere Symptome.

Vielleicht hat er irgend ein Fleisch in der Vergangenheit
(also vor Januar) nicht so gut vertragen und es braucht
einfach seine Zeit bis der Darm zur Ruhe kommt?

War vielleicht sonst noch irgend etwas besonderes in der Zeit bevor die Beschwerden angefangen haben? Vielleicht eine Impfung? Bei meiner Hündin (aus Italien) ist durch eine doppelte Nachimpfung eine Hepatitis entstanden, vermutlich weil der Hund bereits in Italien Kontakt mit irgendwelchen Erregern hatte (Leptospiren o.ä.) und die Impfung eine Erkrankung auslöste. Das ganze äußerte sich in wiederkehrendem Durchfall (so richtig, nachts 6 x raus), Schlappheit, trocker Maulschleimhaut, leichte Gelbfärbung der Augäpfel, Gewichtsabnahme … bei der Blutuntersuchung wurden dann ein 100fach erhöhter Leberwert und ein 10fach erhöhter anderer Leberwert festgestellt.

Soll ich
vielleicht einfach mal abwarten und weiterhin Schonkost
füttern?

Wie gesagt, die Blutuntersuchung würde ich auf jeden Fall machen lassen und auch bei der Schonkost bleiben. Jeder Fütterungswechsel ist Stress für den Darm.

TA hatte gemeint, dass es die „bösen“ e colibakterien wären.
Was immer das auch bedeutet.

Meine Info ist, dass man das nicht unterscheiden kann. Ich habe aber nur tiermedizinisches Halbwissen, vielleicht kommt noch ein echter TA hier vorbei.

Hab weder meine Ernährung
umgestellt noch Medis genommen.

Du weißt aber genau, wie es Dir ging und ob Du ernsthaft gefährdet warst. Da Hunde Symptome sehr gut verstecken können, weiß man nicht genau, ob es eben „nur“ ein bißchen Verdauungsproblem oder etwas Ernstes ist und es dem Hund schlecht geht. Die Leber hat z.B. keine Schmerzrezeptoren, die kann heimlich kaputtgehen, ohne dass man anfangs etwas merkt.

Gruß,

Myriam

Hallo Petra,

nachdem parasitologische Untersuchungen negativ verliefen und Diät keine Besserung brachte, wäre eine Untersuchung auf exokrine Pankreasinsuffizienz sinnvoll.

Sollte dabei auch nichts Brauchbares herauskommen bzw. die Enzymfütterung keine Besserung bringen, würde ich, wenn es mein Hund wäre, die Diagnoseschiene erst mal verlassen und eine 2 bis 3-wöchige Therapie mit Metronidazol ca. 30mg/kg versuchen. Gleichzeitig Magen-Darm-Diät mit gekochtem Fleisch und Kartoffeln oder Reis.
Falls die Probleme dann behoben sind, die Metronidazolgaben langsam gegen Null reduzieren und anschließend evtl. die Fütterung vorsichtig ändern.

Dieser Weg ist zwar relativ unwissenschaftlich, hat sich aber schon vielfach bewährt.

Gruß

Johnny

Hallo Johnny,

wir haben bereits Tabletten (Enzyme) gegeben aber darauf hat er auch nicht angesprochen, Zustand blieb unverändert.

Metronidazol ist das ein AB? Das müsste ich dann ja vom TA bekommen. Werde ich mal ansprechen.

Rohes Fleisch bekommt er sowie so erstmal nicht mehr.

Danke für deine Antwort.

VG

Petra

Unser kleiner Sch… ist putzmunter. Er spielt, rennt und hat mittlerweile großes Interesse an der Damenwelt.

Wirklich krank scheint er nicht zu sein nur nimmt er eben auch nicht zu.

Ich werde mich jetzt nochmal mit dem TA (sobald erreichbar) über die weiteren Schritte und eine Blutuntersuchung unterhalten.

Vielen Dank an alle für die Antworten

VG

Petra

Hallo Petra,

Metronidazol ist das ein AB?

so etwas Ähnliches => verschreibungspflichtig.

Gruß

Johnny