Passendes Gedicht

Hallo!

Ich muss im Zeichnen eine Arbeit machen bei der Text und Bild verbunden werden. Ich habe mir nun in dem Kopf gesetzt folgendes zu malen:
Ich habe mir gedacht, ich könnte Zugschienen malen, die am Horizont hinter Bergen verschwinden. Nun brauche ich aber noch einen passenden Text oder ein Gedicht, das ganz oder auch nur teilweise im Bild vorkommen soll.
Ich habe dabei an Gedichte gedacht, die sich mit dem Thema Weg, den eigenen Weg finden, Ungewissheit, Zukunft befassen. Die Zugschienen könnten dann für einen Weg stehen, aber man kennt das Ziel des Zuges ja nicht, da die Schienen hinter den Bergen verschwinden. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine! Nun bin ich auf der Suche nach einem solchen passenden Gedicht (oder Test), mir ist bis jetzt aber nichts passendes über den Weg gelaufen. Vielleicht hat ja jemand von euch gerade einen guten Vorschlag…?

Gruss

Erich Kästner, „Eisenbahngleichnis“, siehe

http://www.blueprints.de/content/view/881/49/

bye

Hallo! Tatjana!

Brechts Radwechsel, wenns denn ein Auto sein darf:
Der Radwechsel

Ich sitze am Straßenrand
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld?

  • Bertolt Brecht

Und wärs nicht so lang: Dürrenmatts „Auto- und Eisenbahnstaaten“, aus „Turmbau“ in „Stoffe II“.

Gruß
Fritz

Servus Tatjana,

obwohl der Brechtbertus von Fritz eigentlich nicht zu toppen ist, hab ich hier noch zwei, die allerdings im Volltext bissel lang sind - es sei denn, man verarbeitet sie graphisch z.B. so, daß Landschaft aus dem Text gebildet wird:

Das erste Stücklein ist aus Saint Exupérys „Der kleine Prinz“:

Guten Tag«, sagte der kleine Prinz.
»Guten Tag«, sagte der Weichensteller.
»Was machst du da?« sagte der kleine Prinz.
»Ich sortiere die Reisenden nach Tausenderpaketen«,
sagte der Weichensteller. »Ich schicke die Züge, die sie
fortbringen, bald nach rechts, bald nach links.«
Und ein lichterfunkelnder Schnellzug, grollend wie der
Donner, machte das Weichenstellerhäuschen
erzittern. »Sie haben es sehr eilig«, sagte der kleine Prinz,
»Wohin wollen sie?«
»Der Mann von der Lokomotive weiß es selbst nicht«,
sagte der Weichensteller.
»Das wechselt.«
»Waren sie nicht zufrieden dort, wo sie waren?«
»Man ist nicht zufrieden dort, wo man ist«, sagte der
Weichensteller.
Und es rollte der Donner eines dritten funkelnden
Schnellzuges vorbei.
»Verfolgen diese die ersten Reisenden?«, fragte der kleine
Prinz.
»Sie verfolgen gar nichts«, sagte der Weichensteller.
»Sie schlafen da drinnen oder sie gähnen auch. Nur die
Kinder drücken ihre Nasen gegen die Fensterscheiben.«
»Nur die Kinder wissen, wohin sie wollen«, sagte der
kleine Prinz.
»Sie wenden ihre Zeit an eine Puppe aus Stoff-Fetzen, und
die Puppe wird ihnen sehr wertvoll, und wenn man sie
ihnen wegnimmt, weinen sie …«
»Sie haben es gut«, sagte der Weichensteller.

Das andere ist nicht auf Deutsch, aber trotzdem arg schön - obwohl das Weg-Motiv bloß ganz am Anfang genannt ist, schwingt es bis zum Ende durch:

Crosby, Still, Nash
Teach Your Children

You who are on the road
Must have a code that you can live by
And so become yourself
Because the past is just a good-bye.

Teach your children well,
Their father’s hell did slowly go by,
And feed them on your dreams
The one they picks, the one you’ll know by.

Don’t you ever ask them why, if they told you, you will cry,
So just look at them and sigh……h and know they love you.

And you, of tender years,
Can’t know the fears that your elders grew by,
And so please help them with your youth,
They seek the truth before they can die.

Teach your parents well,
Their children’s hell will slowly go by,
And feed them on your dreams
The one they picks, the one you’ll know by.

Don’t you ever ask them why, if they told you, you will cry,
So just look at them and sigh and know they love you.

So, und dann wünsch ich Dir viel Spaß mit der zeichnerischen Umsetzung der Gleise. Schau Dir vorher genau an, wie die gebaut sind: Die Schwellen, die Verschraubungen, die eingewalzten Angaben zu Profil und Hersteller auf den Schienen, die Schotterpackung etc. Mach paar Skizzen im Freien auf einem stillgelegten Gleis, wo Du Dich mit dem Block in die Mitte setzen kannst, ohne daß was passiert.

Graphisch genial sind auch die genieteten Stahlprofilkonstruktionen von Eisenbahnbrücken: Findet man noch z.B. an stillgelegten Industriegleisen und Hafenbahnen.

Schöne Grüße

MM

„sah Eisenbahn um Eisenbahn,
sah niemals einen Dampfer!“

Hallo!

Genau, wollt ich auch grad sagen.

Das ist ein Gedicht von Joachim Ringelnatz. Da es eher auf der humorigen Schiene (hihi, war keine Absicht) liegt, könnte es dich von deiner ursprünglichen Idee abbringen. Solltest du davor keine Angst haben, klick doch einfach mal hier:

http://ingeb.org/Lieder/einsauer.html

Wäre ein etwas anderer Ansatz, dennoch würdest du einiges von dem, was du aufgeführt hast, ansprechen können.

Viel Spaß noch mit deinem Werk

Renate