Hallo Christian,
es ist sehr zu begrüßen, daß Sie ein Passivhaus bauen wollen. Denn dieser Gebäudestandard ist greift vorweg was spätestens in 10 Jahren der vom Gesetzgeber geforderte Baustandard sein wird. Also warum heute so bauen, daß es morgen schon veraltet ist. Auch wenn der Passivhausstandard eigentlich nichts neues ist, denn wir selbst wohnen nun schon seit fast 10 Jahren im Passivhaus.
Wichtig ist es einen Architekten zu finden, der Passivhauserfahrung hat - am Besten ein zertifizierte Passivhausplaner (siehe bei http://www.passivhausplaner.eu/). Von dieser Webside auch können Sie sich auch noch detaillierte Informationen über Passivhäuser holen. Sie können nicht ohne Passivhausplaner ein Passivhaus realisieren, daß kann nicht einmal jeder Architekt. Die Passivhausprojektierung ist eine Art Soll-und-Haben-Bilanzierung von Wärmeverluste und Wärmegewinne, die einiges an speziellem Know-how erfordert, welches ohne spezifischen Zusatzqualifikationen selbst Bauschaffende überfordert.
Weil für die Passivhausprojektierung das gesamte Haus zu beachten ist, kann keine pauschale Aussage zur Wahl des richtigen Mauersteines getroffen werden. Inzwischen gibt es von einigen Herstellern sowohl zweilagige Porenbetonsteine (http://www.greisel.de/Twinstone-light.40055.0.html) als auch Hochlochziegelsteine mit zusätzlicher Dämmung in den Hohlkammern (http://www.wienerberger.de/servlet/Satellite?pagenam…) die prinzipiell als Passivhauskomponente geeignet sind. Bei kleinen Passivhaushäuser in verschatteter Lage können diese Steine aber eventuell nicht ausreichen bezüglich der Wärmedämmeigenschaften und auch nicht durch ander Bauteile in der Dämmwirkung kompensiert werden. Deshalb kann es die kostengünstigere Variante sein, z.B. einen klassischen Stein zu nehmen und mit einem Wärmedämmverbundsystem zu versehen. Auch zu den Innenwände gibt es keine Pauschalanwort. Die Lüftung ist zudem ein Thema mit vielen Variationsmöglichkeiten. Auch sie muss in Gesamtgefüge Haus eingepasst sein. Ein Passivhaus kann prinzipiell aus allen Baumateralien gebaut werden - Holzbau, Massivbau, Stahlbau.
Die Kosten eines Passivhauses werden weniger durch die eigentlichen Passivhauskomponenten festgelegt, sondern wie bei jedem Gebäude durch die Grundstückssituation (Bodenqualität - Gründung, gewünschter Ausstattungsstandard, regionaler Standort - Baukosten, Erschließung). Prinzipiell sage ich bei Einfamilienhäusern immer, daß ein Gesamtbudget für die Baukosten ohne Grundstück (KG 200, 300, 400, rudimentär 500 und 700) unter 300.000,- € unrealistisch ist, um ein Passivhaus zu bauen. Für die Kostengruppen 300 und 400 (Baukonstruktion und Haustechnik) ist beim Einfamilienhaus ein Kostenansatz von 1.500,- € / m² oder 350,- € / m³ in der Regel die Untergrenze.
Mit freundlichen Grüßen
Heidrun Hausch
Dipl.-Ing.(FH) Freie Architektin
Zertifizierte Passivhausplanerin
Lützowstraße 2a
76199 Karlsruhe
Fon 0721 / 598 47 47
Fax 0721 / 989 64 930
[email protected]
www.hh-passivhaus.de