Patchkabel spannungsführend

Hallo allerseits,

ich habe festgestellt das eines meiner Patchkabel im Haus scheinbar Spannung führt. Beim Ziehen des Steckers bekam ich leicht einen gebrezelt und beim Einstecken kam ich mit dem Stecker gegen das PC-Gehäuse und es gab einen kleinen Funken.
Das war wohl auch die Ursache warum der angeschlossene PC nicht ins Internet wollte.
Nachdem sich das Kabel entladen hatte war alles wieder ok.
Zum Aufbau des Netzwerks:
4 PC im Erdgeschoss und zwei im Keller. Dazu noch ein Netzwerkdrucker.
DSL über Modem und einen Router. Von da nochmals in 2 Switches (einer davon im Keller). Keine feste Verkabelung sondern über Patchkabel.
Ich vermute den Fehler in der Verkabelung des Hauses. Das Haus ist Bj.1908. Die Elektrik ist wohl vor 20 Jahren mal gemacht worden, sieht aber teils abenteuerlich aus.
Interessanterweise funktioniert alles seit Jahren (auch der PC im Keller funktioniert sei einem Jahr mit dieser Verkabelung.
An der Installation hat sich nichts geändert.
Wer hat eine Idee dazu?

Gruss Jakob

ich habe festgestellt das eines meiner Patchkabel im Haus
scheinbar Spannung führt. Beim Ziehen des Steckers bekam ich
leicht einen gebrezelt und beim Einstecken kam ich mit dem
Stecker gegen das PC-Gehäuse und es gab einen kleinen Funken.

Das Patchkabel kann (muss nicht) geschirmt sein. Du hast also Spannung zwischen dem Schirm des Kabels und dem PC.
Hmm.
Das kann normal sein, weil:
Der Switch wird wohl ein SK3 Gerät sein (Schutzkleinspannung, also ein entsprechendes Steckernetzteil).
Somit sind die Anschlüsse der Patchkabel nicht geerdet und diese wirken wie lange Antennen, die evtl. auch neben Stromleitungen liegen.

Ich vermute den Fehler in der Verkabelung des Hauses. Das Haus
ist Bj.1908. Die Elektrik ist wohl vor 20 Jahren mal gemacht
worden, sieht aber teils abenteuerlich aus.

Auf jeden Fall sollte geprüft werden, ob die Steckdosen geerdet sind.
Es könnte ja auch der PC sein, der Spannung führt. Dies wäre nur möglich, wenn kein Schutzleiter angeschlossen ist. Das Netzteil im PC hat einen gewissen kleinen Ableitstrom, ohne Schutzleiter hast Du dann ne Berührungsspannung.

Bitte lass das prüfen, Messungen mit Multimetern oder Spannungsprüfern sind NICHT aussagekräftig.

Hallo Carsten,

zunächst erstmal Danke für Deine Antwort.

Das Patchkabel kann (muss nicht) geschirmt sein. Du hast also
Spannung zwischen dem Schirm des Kabels und dem PC.
Hmm.
Das kann normal sein, weil:
Der Switch wird wohl ein SK3 Gerät sein (Schutzkleinspannung,
also ein entsprechendes Steckernetzteil).
Somit sind die Anschlüsse der Patchkabel nicht geerdet und
diese wirken wie lange Antennen, die evtl. auch neben
Stromleitungen liegen.

Richtig. Die Switches sind mit Steckernetzteilen versorgt und das Patchkabel liegt teilweise zwangsläufig in der Nähe von Stromkabeln.

Ich vermute den Fehler in der Verkabelung des Hauses. Das Haus
ist Bj.1908. Die Elektrik ist wohl vor 20 Jahren mal gemacht
worden, sieht aber teils abenteuerlich aus.

Auf jeden Fall sollte geprüft werden, ob die Steckdosen
geerdet sind.

Das sind sie :wink:

Es könnte ja auch der PC sein, der Spannung führt. Dies wäre
nur möglich, wenn kein Schutzleiter angeschlossen ist. Das
Netzteil im PC hat einen gewissen kleinen Ableitstrom, ohne
Schutzleiter hast Du dann ne Berührungsspannung.

Bitte lass das prüfen, Messungen mit Multimetern oder
Spannungsprüfern sind NICHT aussagekräftig.

Schon klar. Dann werde ich mal den Elektrikermeister ranrufen. Der soll das alles mal richtig prüfen.
Ist mir halt auch nur durch Zufall aufgefallen weil hier im Keller das Internet nur sporadisch funktionierte.

Gruss Jakob

Somit sind die Anschlüsse der Patchkabel nicht geerdet und
diese wirken wie lange Antennen, die evtl. auch neben
Stromleitungen liegen.

Ergänzung:
Das ist der Nachteil bei Patchkabelverdrahtung.
Verlegkabel an Patchfeldern sind in den Potentialausgleich einbezogen, da passiert sowas nicht.

Auf jeden Fall sollte geprüft werden, ob die Steckdosen
geerdet sind.

Das sind sie :wink:

Geprüft oder geraten?

Schon klar. Dann werde ich mal den Elektrikermeister ranrufen.
Der soll das alles mal richtig prüfen.
Ist mir halt auch nur durch Zufall aufgefallen weil hier im
Keller das Internet nur sporadisch funktionierte.

Das kann auch daran liegen, dass evtl. Ausgleichströme über die Patchkabel fließen (also über deren Schirm).
Ein Resultat aus Installationen mit PEN-Leiter.
(Hier spart man sich die getrennte Verlegung von PE und N. Ist - auch hute noch - bei „dicken Leitungen“ (z.B. ab 10mm² Kupfer) zulässig.
Der Strom, der von den Verbrauchern zurück fließt, hat dann zwei Wege, die er laufen kann. Entweder über den PEN vom Sicherungskasten im Erdgeschoss zum Hausanschluss oder über die PEN Klemme und den PE vom Sicherungskasten im EG zum PC, dann über das Patchkabel in den Keller, von dort über den PE des dort befindlichen PCs zum Sicherungskasten des Kellers, dann über dessen PEN zum Hausanschluss.

Natürlich ist der zweite Weg der längere und höherohmige.
Aber: Der Strom sucht sich NICHT nur den kürzeren/bequemeren Weg, sondern er teilt sich analog zu den Leitwerten der einzelnen möglichen Pfade auf. (Leitwert = 1/Widerstand)

In Gebäuden mit Netzwerken ist auf eine Installation mit PEN zu verzichten.

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Hallo nochmal,

Ergänzung:
Das ist der Nachteil bei Patchkabelverdrahtung.
Verlegkabel an Patchfeldern sind in den Potentialausgleich
einbezogen, da passiert sowas nicht.

Tja, wäre hier im Mietobjekt etwas aufwendig.

Auf jeden Fall sollte geprüft werden, ob die Steckdosen

geerdet sind.

Das sind sie :wink:

Geprüft oder geraten?

Geprüft. Allerdings könnte ja auch irgendwo eine Dosenklemme einen Wackler haben.
Nachdem sich das Patchkabel „entladen“ hat ist ja auch wieder alles ok.
Trotzdem lasse ich einen Bekannten (Elektromeister) das Ganze mal genau prüfen.
Danke Dir für Deine Antwort.

Gruss Jakob