Patentanwalt, der sich an Innovation beteiligt?

Hallo Experten!

Ich habe mal von einem Patentanwalt in Stuttgart gehört, der - sofern er denkt das man die Erfindung wirtschaftlich verwerten kann, die Kosten für die Recherche und Patentanmeldung selbst übernimmt. Im Gegenzug erhält er eine Beteiligung an dem Patent.

Leider stand dort nicht, welcher Anwalt das sein soll.

Ich hätte da einige Dinge, aber möchte nicht für x-tauende EUR ins Blaue hinein patentieren. Förderungen sind ausgeschlossen.

Falls jemand weis wer gute Ideen unter Beteiligung verwertet bzw. die Patentkosten übernimmt, wäre ich für einen Hinweis sehr dankbar.

Hallo Franz!

Falls jemand weis wer gute Ideen unter Beteiligung verwertet
bzw. die Patentkosten übernimmt…

Vorausgesetzt Du verstehst Dich aufs Recherchieren und aufs Formulieren von Schutzansprüchen, überlegst Du, welche Unternehmen Interesse an der Innovation haben könnten. Versuche es gar nicht erst bei kleinen Unternehmen. Keine Angst vor großen Tieren! Die Großen der jeweiligen Branche sind die potenten Kunden für Schutzrechte. Die Namen der Chefs/Geschäftsführer der in Betracht kommenden Unternehmen recherchierst Du. Diesen Leuten schickst Du einen Brief mit einer knackigen kurzen Beschreibung der Innovation, ohne zu schützende Details zu offenbaren. Du wirst Rückmeldungen erhalten, die Ablehnung oder Interesse erkennen lassen. Besteht irgendwo Interesse, ist es jetzt immer noch früh genug, ein Schutzrecht per Internet bei http://www.dpma.de anzumelden. Du bekommst eine Eingangsquittung, Du überweist 50 € Anmeldegebühr und die Idee kann Dir damit nicht mehr geklaut werden. Du stellst ein Funktionsmuster her und überlegst, was ein Hersteller mit Marktzugang mit der Idee umsetzen und verdienen könnte. Damit gewinnst Du einen Anhaltspunkt für die Preisidee für das Schutzrecht.

Die ganze Prozedur erfordert Übung auch im Umgang mit interessierten Unternehmen, Sicherheit beim Umgang mit Schutzrechten und Einschätzung des wirtschaftlichen Potentials. Das alles kann man im Laufe der Zeit lernen. Vom Schutzrechthandel kann man recht auskömmlich leben. Aber es ist keine ganz leichte Arbeit und es ist i. d. R. nicht das schnelle Geld. Die Erarbeitung jedes einzelnen Schutzrechtes erfordert viel Zeit. Es werden zu lösende Detailprobleme auftauchen und ein Funktionsmuster zum Befummeln kann zur mühsamen Arbeit ausarten. Es können Wochen, Monate oder noch viel länger damit ausgefüllt sein, bis Papier und Muster wirklich rund und fertig sind. Muster braucht man nicht zwingend, aber etwas zum Anfassen ist unglaublich nützlich, wenn es ans Verkaufen einer Idee geht. Du verkaufst nur selbst und nicht über irgendwelche Verwerter.

Das war jetzt auf die Schnelle und ungeordnet. Kern meiner Aussage ist, daß Du Dich mit der Materie intensiv beschäftigen mußt und keinen Verwerter einschaltest. Der kann nämlich auch nicht mehr machen, als potentielle Käufer auszugucken. Das kann man aber wirklich sehr gut oder sogar besser selbst machen. Wenn Du einen Patentanwalt brauchst, muß es vor allen Dingen ein Fachmann des betreffenden Sachgebiets sein. Bei den ersten Anmeldungen ist es i. d. R. empfehlenswert, einen Patentanwalt in Anspruch zu nehmen.

Mache Dich zunächst auf der oben genannten Seite des Patentamts schlau und besuche gelegentlich eine Patentauslegestelle. Dort bekommst Du auch Beratung durch Patentanwälte. Studiere die Schutzrechtanmeldungen anderer Leute, um ein Gefühl für die Materie zu bekommen.

Das folgende Taschenbuch weist Unzulänglichkeiten und mehrere Fehler auf, liefert aber trotzdem einen ersten Einstieg: „Idee! Patent? Erfolg?“ ISBN 3-8311-1247-9 Buch anschauen .

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang

mit der Materie befasse ich mich schon lange. Problem sind die immensen Kosten einer Patentanmeldung. Dafür wäre mir ein Partner recht der sich um den rechtlichen Papierkram kümmert und Kosten übernimmt, wärend ich mich um die Entwicklung kümmere. Das ist meist das schwierigste an der ganzen Sache. Und die Vermarktung ist auch kein Pappenstiel. Im allgemeinen besteht an Innovationen Interesse, aber nur oberflächlich um das Image zu pflegen. Im Alltag läuft das dann so, das man null Feedback bekommt … und irgendwann nach 3 Monaten erhält man vielleicht einen Brief, das man angeblich keinen Bedarf hat. Oder die Firmen melden sich einfach überhaupt nicht.

Kennst du den KeyMatic von ELV Elektronic (Top-Produkt des Jahres)? Das Gerät habe ich vor 3-4 Jahren erfunden, exakt wie dort beschrieben. Mangels Partner kam es aber nie zu einem Prototyp und auch nie zu einer Patentanmeldung. Das was ich jetzt im Sinn habe ist mindestens genauso gut, und ich weis das wird es in ein par Jahren auch geben - die Frage ist ob es dann von mir kommt?! (wahrscheinlich nicht ohne Partner)

Es ist schwer alles auf eigene Faust zu versuchen. Denke das man gerade hier outsourcen sollte. Dann fehlt noch ein Partner fürs Prototyping. Man teilt sich das Patent, aber dafür besteht eine Aussicht auf Erfolg. Und wenn mir am Ende nur 20% Anteil bleiben,
könnte ich damit leben.

Hast du denn schon mal mit einem Patent wirtschaftlichen Erfolg gehabt? Ich kenne leider niemanden…

Viele Innovationen sind schon aufgedeckt wenn man sie nur in den Mund nimmt. Umschreiben geht bei meiner Idee fast gar nicht, weil man sofort wittert worauf das hinaus läuft. Die entsprechende Firma würde es dann einfach nach kurzer Überlegung a la „was ist grün und hängt an der Wand?“ selbst anmelden und sich bei mir für den Tipp bedanken.

Falls jemand weis wer mir weiterhelfen kann, bitte ich um Info! Beteiligung alles kein Thema, können wir drüber reden. Ich will nix um sonst :smile:

Gruss
Franz

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Hallo,

weiss zwar nicht, ob dir das hilft, aber hab im Studium mal gehört, dass es sowas wie Skouts gibt, die Leute mit Ideen gegen Beteiligungen unterstützen (finanziell und soweit ich weiß helfen die halt auch bei Vertrieb bzw. beim finden von Partnern, etc. ), schau mal daheim nach ob ich da was genauerers in meinen Unterlagen finde. Aber weiß nicht, ob das nicht nur ne Anmerkung vom Prof war, die ich damals als unwichtig nicht aufgeschrieben hab, du könntest sonst mal bei dem Nachfragen, war Prof. Rudolph, Vorlesung Investition und Finnazierung, LMU München, letztes Semester.

Grüße Jogi