Im Kriminalistik-Brett hatte eine Frage von mir eine weitere Frage aufgeworfen wozu es die unterschiedlichsten, Amateurmeinungen gibt. Vielleicht weiß hier ja jemand geneuer bescheid. Ist aber recht ekelig:
Wenn man annimmt daß ein Mensch(A) Schleimhautkontakt mit einer Leiche hat und mit gleicher Stelle dann wieder Schleimhautkontakt zu einem anderen Menschen(B), besteht dann die Möglichkeit durch einen Abstrich an der betreffenden Schleimhaut bei B zu sagen daß es einen Kontakt mit einer Leiche (dierekt oder indirekt) gegeben haben müsste?
Die These ist die, dass es beim Verwesungsprozess eine signifikante Konzentration und Konstellation von Mikroorganismen gibt, die sonst in der Natur nicht vorkommen und die über die Schleimhaut übertragen werden können.
Die These ist die, dass es beim Verwesungsprozess eine
signifikante Konzentration und Konstellation von
Mikroorganismen gibt, die sonst in der Natur nicht vorkommen
und die über die Schleimhaut übertragen werden können.
und welche Mikroorganismen sollten das sein, die nicht bei jedem
Verwesungsprozess in der Natur vorkommen könnten ???
Daß die Leiche mal Katholik oder Esoteriker war,
ist den Bakterien ja sowas von egal
Gruß Uwi
eine interessante Frage!
Wenn ich Dein Szenarium verallgemeinere, dann möchtest Du wissen, ob man nachweisen kann, dass ein Mensch Keime vom Ort 1 über Körperkontakt zu einem Ort 2 übertragen hat.
In Deinem Beispiel sind die beiden Orte halt Leichen. Habe ich Dich richtig verstanden?
Theoretisch könnte es klappen!
Gedankenexperiment:
Jeder Mensch hat viele verschiedenen (Haut)keime. z.B. Staphylococcus epidermis; den haben wir vermutlich beide und die sind gleich auf der Speziesebene. Mit einer Art gentischem Fingerprint kann man aber Bakterien stammspezifisch unterscheiden (Restriktionslängenpolymorphismus, o.ä.) Man kann also nachwiesen, dass wir beide nicht denselben Klon von Staph. epidermis haben. Wenn man an einem Tatort nun Staph. epidermis findet, könnte man den mit unseren beiden Mustern vergleichen. Macht man das mit mehreren Keimen undstimmt das Bild immer überein (7x yps, 0x Hudel), dann werde ich wohl am Tatort gewesen sein.
Genauso könnte man es mit Abstrichen aus der Schleimhaut der Leichen machen: hier ist es nur wesentlich komplizierter, weil sich ja bei der Verwesung (Uwi, merci für diesen Aspekt) Keime vermehren und vermutlich auch ganze Populationen abwechseln. Aber theoretisch könnte man identische (=klonale) Keime an Ort 1 und 2 finden.
konnte ich mich verständlich ausdrücken??
So weit ich weiss, wird aber mein Gedankenexperiment(NOCH nicht in der forensischen Biologie angewendet. Schade eingetlich; denn nicht immer lässt der Täter „DNA-Spuren“ am Tatort zurück, aber in 99% der Fälle sicherlich Bakterien…
Wenn man das annimmt, dann müßte man den Menschen, der die Bakterien von der Leiche auf seinen Schleimhäuten hat, extrem schnell untersuchen, weil die Bakterien, die da nicht hingehören wahrscheinlich recht schnell von der Immunabwehr und der Bakteriengemeinschaft, die in lebenden Menschen lebt plattgemacht werden.
Ich würde zumindest mal vermuten, das die Verwesungsbakterien in/auf lebenden Schleimhäuten nur sehr schlecht überleben, weil sie da mit 37°C klarkommen müßen, einem relativ stabilen pH (der wiederrum Schleimhautabhängig ist), und halt einer aktiven Körpereigenen Abwehr.
Was Uwi zu bedenken gibt, ist (wenn ich es richtig verstanden habe), das die Verwesung von Leichen zumindest in der ersten Zeit von Bakterien gemacht wird, die eh auf Menschen leben - was ich zumindest am Anfang für sehr wahrscheinlich halte.
Das Problem wäre dann, das sich die Ökologie auf den Schleimhäuten nur verschiebt - d.h. das Arten, die bei Umgebungstemperatur ganz gut klar kommen, und bei Körpertemperatur schlechter sich plötzlich vermehren, während die Arten, die bei 37°C prima wachsen und bei anderen Bedingunen schlechter abnehmen.
Man müßte also die Anzahl und Mischung der Bakterien auf der Haut messen - was sich relativ kompliziert gestaltet.
Also, es könnte sein, das man mit der Methode was rausfindet, ich halte es aber für stark unwahrscheinlich.
Um ehrlich zu sein kann ich mir das schon recht gut vorstellen, da ich vor kurzer Zeit eine Variante des Staphylococcus in einer Wunde hatte und das zur Folge hatte daß mir da ganz viel rausgeschnitten werden musste. Das Bakterium ist ja beim Menschen nicht so selten, aber im Sehnengewebe kommt es halt nicht vor (zumindest nicht ohne Hautverletzung). Ich denke daß man ähnlich wie man dies bei mir festgestllt hat auch das oben angesprochene Problem lösen kann - ODER?
Die These ist die, dass es beim Verwesungsprozess eine
signifikante Konzentration und Konstellation von
Mikroorganismen gibt, die sonst in der Natur nicht vorkommen
und die über die Schleimhaut übertragen werden können.
und welche Mikroorganismen sollten das sein, die nicht bei
jedem
Verwesungsprozess in der Natur vorkommen könnten ???
Da habe ich mich nicht eindeutig genug ausgedrückt. das „sonst in der natur nicht vorkommen“ bezieht sich auf „Konzentration und Konstellation“ und nicht auf die „Mikroorganismen“.
=> Will also heißen, daß es die Mikroorganismen schon so gibt, aber in dieser Zusammenstellung und Zahl eben nur bei einem verwesenden Körper.
Daß die Leiche mal Katholik oder Esoteriker war,
ist den Bakterien ja sowas von egal