Unser kleinster (wird bald 4) ist hinsichtlich seiner sprachlichen Entwicklung ein wenig zurück. Ein Jahr etwa, aber es geht durchaus voran. Ansonsten ist seine Entwicklung gut, er zeigt keine Anzeichen für fühlbare Ohrenbeschwerden, den Audio stellt er sich selber nicht besonders laut.
Zwei Großeltern sind jung schon ein wenig schwerhörig gewesen.
Wir waren natürlich bei Ärzten. Die einen sagen, Hörfähigkeit nur 70 Prozent, das ist wahrscheinlich ein Paukenerguß. Die anderen sagen, das ist garnichts, das wächst sich aus.
Die mit dem Paukenerguß wollen blutig operieren (Trommelfell durchstoßen, Polypen entfernen), die anderen würden das Kind halt in Ruhe lassen.
Ich habe selber in nächster Nähe beobachtet, wie eine Operation, auch wenn sie (körperlich) gelingt, ein so kleines Kind psychisch dauerhaft beschädigen kann.
Es ist mir schon klar, niemand wird verbindliche Ratschläge geben können, Ferndiagnose und so. Aber sagt mir doch bitte ein paar Meinungen.
ich habe das auch erlebt mit meinem Sohn. Er hörte nach mehreren Mittelohrentszündungen langsam aber sicher schlechter und schlechter, zum Schluss musste ich ihn teilweise schon fast anschreien damit er mich verstand. Diagnose Paukenerguß.
Ich war auch der Meinung daß ich dem Kind keine OP zumuten möchte. Und ich hoffte dass sich das ganze im Laufe der Zeit von alleine geben würde.
Als das ganze aber immer schlimmer statt besser wurde, und die Einschulung anstand wo er doch aufgrund des sehr schlechten Hörens sicher grosse Nachteile gehabt hätte, haben wir die OP doch durchführen lassen.
Ich brachte ihn morgens in die Kinderklinik, wo er in Vollnarkose Paukenröhrchen eingesetzt bekam, das ganze dauerte keine halbe Stunde dann war er wieder im Aufwachraum.
Das Beste war: Musste ich morgens beim hinfahren noch sehr laut mit ihm reden damit er mich verstand, hörte er am Abend als wir nach Hause fuhren einwandfrei!!
Wir hatten echt Spass denn ich flüsterte nur und er war überglücklich dass er mich hören konnte.
Die Röhrchen waren ein Jahr im Ohr danach konnten sie entfernt werden.
Ich würde dir zur OP raten, denn für das Kind ist es sehr schlimm nicht gut hören zu können und immer nachfragen zu müssen weil es etwas nicht verstanden hat. Und wenn man, wie in diesem Fall, das Problem so einfach lösen kann, sollte man das auch tun statt das ganze unnötig in die Länge zu ziehen bis das Kind fast gar nichts mehr hört.
Hallo,
so wie sich der Text liest, habt Ihr noch gar keine richtige Diagnose? Das würde ich persönlich an erster Stelle setzen. Und wenn Ihr noch mal los müsst oder sogar noch zwei oder dreimal.
Ohne in der Breite viel Ahnung zu haben, habe ich aber dennoch gesehen, wie schwerhörigen und schwersthörigen (fast tauben) Kindern geholfen werden konnten und wie die davon profitieren. Wichtig war aber halt die Diagnostik und danach die Therapie.
Entscheidend ist doch, wie lange der Erguß besteht.
Bei einem 4jährigen kann man den ja schon sicher diagnostizieren. Besteht das ganze konstant länger als 8 Wochen tut sich in der Regel auch nichts mehr. Ich würde mal sehen, ob der zu erwartende Frühling Besserung bringt und falls nicht eher zur OP raten.
Ich habe selber in nächster Nähe beobachten können, wie eine OP ein so kleines Kind psych. dauerhaft beschädigen kann.
Das interessiert mich wirklich:
Welche OP dies war
wie alt das Kind war
welche dauerhafte (wie lange schon) und in wie weit dieses Kind geschädigt ist.
Zum Thema Paukenröhrchen u. OP:
Ich kann, jetzt mal unabhängig von der Diagnostik Deines Kindes nur aus 6 jähriger Erfahrung aus einem ambulanten OP-Zentrum berichten:
die Kinder kamen zu uns, haben auf dem Schoß der Eltern im Wartezimmer Midazolam-Saft zur Beruhigung bekommen (schmeckt kindgerecht gut). Nach ausreichender Wirkungszeit wurde das Kind dann von uns mitsamt Mutter in das mitgebrachte altbekannte frisch gewaschene Nachthemdchen oder Pyjama umgezogen. Daraufhin (die Kinder waren dann schon „lul und lal“ haben wir die VVK gelegt, dann waren es nur noch Minuten und das Kindchen war (wenn die Mutter es wünschte) im OP in tiefen Träumen.
Nach der OP durfte die Mutter/oder Vater auch sofort wieder zu Ihrem Kind.
Persönlich im Familienkreis kann ich nur noch dazu beitragen: Meine Tochter hat mit 6 Jahren eine recht aufwändige Ohr-OP stationär mitgemacht, ich wurde auch ab diesem Alter nicht in der Klinik mit aufgenommen, hat also die schmerzhaften Nächte allein durchgemacht… und ist an dieser Erfahrung mächtig gewachsen. Dies kann Kinder auch stark machen.
welche dauerhafte (wie lange schon) und in wie weit dieses
Kind geschädigt ist.
Magersucht, psychisch kaputt, später Rauschgift, Sozialfall, jetzt fünfzig Jahre alt. Kann ja andere Ursachen haben, begann aber synchron mit diesem KH-Aufenthalt.
Die heutigen Umstände und Gegebenheiten in deutschen Krankenhäusern haben sich in den letzten 45 Jahren deutlich geändert. Früher wurden Kinder z.B. noch in den Betten festgeschnallt, werdende Väter hatten im Kreissaal nichts zu suchen u.s.w…!
Und AT und Paukenröhrchen können wie gesagt auch ambulant versorgt werden.
wurde denn schon geklärt, woher er den Paukenerguß haben könnte?
Ich bin bei mir in der Praxis momentan viel am Nebenhöhlen und Mittelohren frei arbeiten und Ursachen spielen dann eine große Rolle, damit es nicht wieder passiert.
Bei mir als Kind war es ständige Erkältungen und Verschleimung durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, bei mir die Kuhmilch.
Es gibt sehr einfache und wirkungsvolle Techniken, die ich vor einer OP ausprobieren würde, um das Mittelohr wirklich frei zu bekommen.
Beispiel: Eine Patientin ist letztes Jahr mit einem Moped gestürzt. Auf die linke Schulter und den Kopf.
Die diesjährige Erkältung traf dann das linke Ohr stärker als das rechte. Jetzt nach der Behandlung ist sie wieder symmetrisch und auch das Mittelohr ist freier.
Lange zögern würde ich nicht. Aber den Versuch würde ich noch machen.
Naja, äh nein.
Es war aber auch nichts. Außer mal einen halben Tag Ohrenschmerzen. Der HNO sagt, er kann noch Reste davon erkennen, wenn er reinschaut.
So, wie ich das verstehe, ist der Paukenerguß selber nicht von außen zu erkennen, sondern eine Verdachtsdiagnose bei Kindern mit einem sprachlichen Entwicklungsrückstand und nicht ausreichender Leistung beim Hörtest.
Es ist bei meinem Bubi so grenzwertig. Hat jetzt den 4. Geburtstag und plappert wie ein plapperiger Dreijähriger. Wenn man die Möglichkeit eines sofortigen Süßigkeitenkonsums erwähnt, zeigt sich ein selektiv gebessertes Hörvermögen.
Wie dem auch sei, in ein paar Tagen sind wir wieder beim Pädiaudiologen.