Pausenlose Krebspanik

Hallo,

alle wissen, Rauchen verursacht Krebs. Diverse Schädlingsbekämpfungsmittel und manche Bakterien etc. stehen ebenfalls in Verdacht.
Habe gerade in der Glotze gehört, Zucker gehört jetzt auch zu den Krebsmachern.

Mich erstaunt diese Krebspanik etwas. Letzlich sterben alle, die nicht vorher ein anderes Ende finden, an Krebs da dies auch schlicht eine Alterskrankheit ist (man könnte sagen: das Leben selbst ist Krebserregend).
Gerade in den reichen Ländern aber, in denen geraucht, Zucker en Masse verzehrt und viel verm. behandeltes Gemüse sowie Fleisch aus Massentierhaltung incl. diverser Inhaltstoffe gegessen wird, ist die Lebenserwartung am höchsten und steigt dauernd weiter.

Meine Angehörigen sind fast ausnahmslos an Krebs gestorben, mal schlimmer, mal harmloser. Schlimm waren vor allem die Krankenhausepisoden.

Ich gehe davon aus, auch mal an Krebs zu sterben. Hat auch seine Vorteile, da es i.d.R. langsam genug geht, um sich mit dem Gedanken abzufinden, die Hinterlassenschaft zu regeln und Abschied zu nehmen.
Ein plötzlicher Tod ist für die Nachkommen meist schwerer zu verdauen und der Rest schwierig zu regeln.

Ich frage mich angesichts all dessen, weshalb hierzulande nur das Wort Krebs zu fallen braucht, um alle mehr oder weniger in Panik zu versetzen?
Dioxineier könnten krebserregend sein und schon ißt sie vier bis acht Wochen keiner mehr etc. Nach ein paar Wochen ist dann meist alles wieder vergessen bzw. der nächste Lebensmittelskandal da.

Beim Thema Herzinfarkt oder anderen Todesursachen ist das nicht in dem Maße der Fall - und es gibt durchaus sehr fiese nichtkrebsige Arten zu sterben.
Oder sehr plötzliche wie Verkehrsunfälle. Aber läßt auch nur einer das Auto oder Fahrrad stehen, weil er bei einer Fahrt ein gewisses Risiko zu sterben eingeht? Man käme garnicht auf die Idee, oder?
Dabei sind Verkehrsunfälle in jungen Jahren das Hauptsterberisiko, also nicht unerheblich und in dem Alter deutlich wichtiger als Krebs.
Führt dann womöglich zu Paradoxen wie mal eben mit 180 kmh zum nächsten Hofladen zu fahren um dioxinfreie Eier einzukaufen und dabei tödlich zu verunglücken.

Haben wir eine kollektive Krebsphobie? Oder möchten wir lieber schnell und unbewußt z.B. an Herinfarkt sterben? Aber was ist dann mit Schlaganfällen, die oft nur lähmen und einschränken, manchmal ins Koma führen?

Frage mich wirklich, was an Krebs soviel furchteinflößender ist, als an anderen Todesarten.
Oder ist es der Tod an sich, mit dem man sich als Krebspatient halt meist bewusst auseinandersetzen muss (bei vielen anderen, wenig thematisierten Krankheiten allerdings auch), der dieser Gesellschaft so Angst macht?

Sorry, wenn das jetzt etwas hopplahopp daherkommt. Das Thema geht mir schon lange vage im Kopf rum, aber die heutige Info, dass jetzt auch Zucker krebserregend ist, wir aber trotzdem immer alle älter werden, hat mich dazu gebracht, mal spontan meiner Verwunderung Ausdruck zu verleihen.

Wie seht Ihr das? Habt Ihr mehr Angst vor Krebs als vor anderen Krankheiten? Und wenn ja oder nein, warum?

Gruß, Paran

Hallo,

Hallo,

Habe gerade in der Glotze gehört, Zucker gehört jetzt auch zu
den Krebsmachern.

meine Erfahrung? Es gibt viele Journalisten aber auch Wissenschaftler – aus den verschiedensten Gründen - mit investigativen Ambitionen…da kann die Realität/Wahrheit schon einmal auf der Strecke bleiben…oder wenigstens ein paar Tatsachen!

Wenn du es richtig „gehört“ hast, ist das eine Bestätigung meiner o. g. Äußerung. Kann es sich aber nicht auch um Zuckeraustauschstoffe gehandelt haben?

Mich erstaunt diese Krebspanik etwas. Letzlich sterben alle,
die nicht vorher ein anderes Ende finden, an Krebs da dies
auch schlicht eine Alterskrankheit ist (man könnte sagen: das
Leben selbst ist Krebserregend).

Chapeau…standing ovation…für diese Erkenntnis :wink: !

Gerade in den reichen Ländern aber, in denen geraucht, Zucker
en Masse verzehrt und viel verm. behandeltes Gemüse sowie
Fleisch aus Massentierhaltung incl. diverser Inhaltstoffe
gegessen wird, ist die Lebenserwartung am höchsten und steigt
dauernd weiter.

Im Prinzip hast du da nicht ganz unrecht…aber es ist auch nicht ganz richtig…
Es hat natürlich auch mit den Fortschritten in den verschiedensten Bereichen in der Medizin zu tun.

Meine Angehörigen sind fast ausnahmslos an Krebs gestorben,
mal schlimmer, mal harmloser. Schlimm waren vor allem die
Krankenhausepisoden.

Interessant zu Wissen wäre das Alter der Angehörigen…?

Ich gehe davon aus, auch mal an Krebs zu sterben.

Du hast eine signifikant höhere Chance auf Grund deiner genetischen Dispositiopn…da sist aber auch „schon alles“. Also…ein Grund mehr für dich, den Möglichkeiten diverser Vorsorgeuntersuchungen eine Daseinsberechtigung zu geben. Eine gute Prävention ist schon die halbe Therapie!

Hat auch
seine Vorteile, da es i.d.R. langsam genug geht, um sich mit
dem Gedanken abzufinden, die Hinterlassenschaft zu regeln und
Abschied zu nehmen.

Das sollte man aber auch ohne vorher irreversiebel erkrankt zu sein.

Dioxineier könnten krebserregend sein und schon ißt sie vier
bis acht Wochen keiner mehr etc. Nach ein paar Wochen ist dann
meist alles wieder vergessen bzw. der nächste
Lebensmittelskandal da.

Beim Thema Herzinfarkt oder anderen Todesursachen ist das
nicht in dem Maße der Fall - und es gibt durchaus sehr fiese
nichtkrebsige Arten zu sterben.

Das liegt u. U. daran, dass mit der Diagnose „Krebs“ für viele eine neuer „Zeitrechnung“ beginnt…mit dem Tod vor Augen. Andere letal ausgehende, maligne Erkrankungen sind halt nicht derart thematisiert, omnipräsent. „:Krebs ist ja auch nicht heilbar…“

Oder sehr plötzliche wie Verkehrsunfälle. Aber läßt auch nur
einer das Auto oder Fahrrad stehen, weil er bei einer Fahrt
ein gewisses Risiko zu sterben eingeht? Man käme garnicht auf
die Idee, oder?

Hier wird die omnipräsente Gefahr zur alltäglichen Gewohnheit…und verliert damit an Beachtung, bzw. wird ein Stück weit verdrängt.

Führt dann womöglich zu Paradoxen wie mal eben mit 180 kmh zum
nächsten Hofladen zu fahren um dioxinfreie Eier einzukaufen
und dabei tödlich zu verunglücken.

That’s life!

Haben wir eine kollektive Krebsphobie?

Es gibt nicht „die“ (eine)kollektive…

Oder möchten wir lieber
schnell und unbewußt z.B. an Herinfarkt sterben?

Ja, am Herzinfarkt! Vorher nichts von der Gefärdung gewusst, also keine Phase der Angst und wenn ich dann hinterher aufwache, bin ich schon tot.

Aber was ist
dann mit Schlaganfällen, die oft nur lähmen und einschränken,
manchmal ins Koma führen?

Auch wie ein Herzinfarkt…nur, dass die Folgen im Überlebensfall sehr viel dramatischer sein können. Im Koma liegend ist es eine Weitergabe der Belastung an die Angehörigen!

Frage mich wirklich, was an Krebs soviel furchteinflößender
ist, als an anderen Todesarten.

Die u. U. längere Sterbedauer?

Oder ist es der Tod an sich, mit dem man sich als Krebspatient
halt meist bewusst auseinandersetzen muss (bei vielen anderen,
wenig thematisierten Krankheiten allerdings auch), der dieser
Gesellschaft so Angst macht?

Dazu ein interessantes Interview:
http://drs.srf.ch/www/de/drs/themen/kultur/358926.de…

Sorry, wenn das jetzt etwas hopplahopp daherkommt. Das Thema
geht mir schon lange vage im Kopf rum, aber die heutige Info,
dass jetzt auch Zucker krebserregend ist, wir aber trotzdem
immer alle älter werden, hat mich dazu gebracht, mal spontan
meiner Verwunderung Ausdruck zu verleihen.

Wie schon gesagt, hast du die Aussage richtig verstanden?
Ansonsten würde ich dir Sinngemäß mit Paracelsus antworten: Alles ist Gift und nichts ist Gift; es kommt auf die Dosis an!

Wie seht Ihr das? Habt Ihr mehr Angst vor Krebs als vor
anderen Krankheiten? Und wenn ja oder nein, warum?

Aha, die Frage…!
Also, wenn ich es mir aussuchen könnte…:
Wenn ich meine Leber mit Alkohol versoffen und eine Leberzirrhose haben sollte, würde ich lieber im besoffenen Kopf die Treppe runterfallen und mir das Genick brechen, als elendig und in Raten an der Leberzirrhose sterben…!

Gruß, Paran

Gruß
rolli

hallo.

Mich erstaunt diese Krebspanik etwas. Letzlich sterben alle,
die nicht vorher ein anderes Ende finden, an Krebs da dies
auch schlicht eine Alterskrankheit ist (man könnte sagen: das
Leben selbst ist Krebserregend).

dafür, daß alle deine angehörigen an krebs gestorben sind, scheinst du aber erstaunlich schlecht informiert zu sein.
krebs braucht oft jahrzehnte, um zu entstehen. wenn er dann diagnostiziert wird, ist es meist zu spät.
und ganz ehrlich: wer macht sich vorher schon gedanken um eine krebsvorbeugende ernährung und lebensweise?

Gerade in den reichen Ländern aber, in denen geraucht, Zucker
en Masse verzehrt und viel verm. behandeltes Gemüse sowie
Fleisch aus Massentierhaltung incl. diverser Inhaltstoffe
gegessen wird, ist die Lebenserwartung am höchsten und steigt
dauernd weiter.

du darfst aber nicht außer acht lassen, daß gleichzeitig die krebsraten in diesen ländern steigen.

Sorry, wenn das jetzt etwas hopplahopp daherkommt. Das Thema
geht mir schon lange vage im Kopf rum, aber die heutige Info,
dass jetzt auch Zucker krebserregend ist, wir aber trotzdem
immer alle älter werden, hat mich dazu gebracht, mal spontan
meiner Verwunderung Ausdruck zu verleihen.

man kann nicht ganz so einfach einzelnen substanzen eine krebserregende (im fall von zucker eher krebsfördernde) wirkung zuzuschreiben. es kommt immer auf’s gesamtpaket an.

jetzt kommt wieder das beispiel mit dem 90jährigen kettenraucher, der vielleicht aufgrund seiner besonderen gene in der lage ist, krebszellen per immunsystem zu bekämpfen.
das ändert aber nichts an der tatsache, daß die überwältigende mehrheit aller lungenkrebspatienten raucher sind oder waren.

oder bin ich jetzt auf dem völlig falschen dampfer? ich glaube nein.

gruß

michael

Hallo Michael

Dieter Pfaff hat ja grad das Zeitliche gesegnet. Man konnte lesen:
mehrere Lungen-OPs überstanden, jetzt Rückfall. Und kurz vor dem erneuten Rückfall soll er gesagt haben, dass er nun mit dem Rauchen aufhören will. Na toll!

LG aria

Wie seht Ihr das? Habt Ihr mehr Angst vor Krebs als vor
anderen Krankheiten? Und wenn ja oder nein, warum?

Es ist komisch, aber ich habe Angst davor, dass meine Familie von Krebs betroffen sein könnte. Um mich selbst hab ich noch nie Angst gehabt.
Vielleicht kommt das auch daher, weil besonders meine Mutter seit jeher immer was hatte, Schilddrüsen-Op, Lungen-Op, diverse Augen-OPs , OP an Ohren, Bluthochdruck, eine schiefe Wirbelsäule, chronische Bronchitis etc. pp . ich könnte locker noch weiter aufzählen.
Ich bin sozusagen mit ihren Krankheiten großgeworden, musste auch viele Arztgespräche übernehmen, einmal sogar wegen Verdacht auf Krebs, was zum Glück dann doch nicht der Fall war .
Mein Mann raucht seit bestimmt 20 Jahren. Sein Bruder ist 26-jährig an Darmkrebs gestorben, sein Vater hatte auch schon Krebs, für ihn kein Grund aufzuhören :frowning:
Das gibt schon zu denken. Meine Oma war eine stolze Frau , wollte nie jemandem zur Last fallen und leider ist das nicht eingetroffen. Sie musste 2 Jahre gepflegt werden . Zum Schluss konnte sie nur noch einen Teelöffel Wasser zu sich nehmen. So einen Tod hatte sie nicht verdient.

Ich möchte nicht an Krebs sterben, weil ich finde dass es für die Angehörigen viel schwerer ist das mitanzusehen, weil man sich eben so sehr verändert. Ein Freund der Familie sagte einmal er würde gerne „ehrenhaft“ sterben - durch einen Herzinfarkt . Das sehe ich genauso - aber bitte noch nicht jetzt :wink: vielleicht so mit 85 am besten während man schläft, ohne viel Aufhebens…

Hallo,

ich glaube, die meisten haben Angst vor den Schmerzen und dem Sterben beim Krebs. Man hört ja nie, das jemand ganz friedlich gestorben ist, sondern vom schmerzhafcten dahinsiechen…

Das es gaaaanz viele Krankheiten gibt, wo das Leiden vorher noch schlimmer sein kann, vergessen die meisten…

lg

brenna

meine Krebspanik war einmal
Hallo Paran

ich erhielt vor 20 Jahren mit 45 „meine“ Krebsdiagnose und fiel in Panik - nicht weil überall Krebs lauert, sondern weil ich ein Liposarkom hatte.

Zur Panik:

  • Mittwochnachmittag Chirurg: „Das ist bösartig, muss raus, radikal“
  • Donnerstag: Akten des eigenen Geschäftes ordnen
  • Freitag: „Letzte Wanderung“ mit Familie („rechnen sie damit, dass sie nicht mehr Laufen können“)
  • Samstag: Testament verfassen
  • Sonntag: „normal“
  • Montag: Spitaleintritt
  • Dienstag: 7-stündige Krebsoperation
    Ich konnte in der Folge wieder Laufen, Panik dauerte 5 Jahre - vor 3 Jahren Rezidiv operiert, teilinvalid (Oberschenkelmuskulatur hat sich nach Kappen der Nerven verabschiedet).

Bei Krebs verursacht wohl die Tatsache Panik, dass der eigene Körper Hochverrat begeht: Er hält die Abmachung nicht ein, weh zu tun wenn etwas nicht gut ist. Und dann weisst du nicht mehr, ob es schlimm ist wenn es weh tut oder noch schlimmer wenn es nicht weh tut! Und mit einer Krebsdiagnose kannst Du die Tatsache deiner Sterblichkeit nicht mehr verdrängen.

Eigentlich ist es ein Unsinn, von „Krebs“ zu sprechen: In dieser Bezeichnung werden 150 oder mehr Krankheiten zusammengefasst.

Krebs erlebe ich als weitgehendes Tabu. Über geheilte Krebserkrankungen wird im Bekanntenkreis nicht häufig gesprochen - über unrettbare Krebserkrankungen und Krebstodesfälle hingegen schon. Dabei wird vieles der Fantasie überlassen - je länger sich Fantasie statt Wissen mit etwas befasst, desto bedrohlicher wird es.

Gemäss meinem für die Nachsorge verantwortlicher Arzt (Chefarzt der Radioonkologie einer grösseren Klinik) ist praktisch jede Krebserkrankung primär genetisch bedingt: Ohne genetische Disposition keinen Krebs!

Ich habe den Eindruck, dass Krebs DIE typische Krankheit unserer Zeit ist, den Zeitgeist spiegelt. Bei Krebs „weigern“ sich die kranken Zellen, zu sterben im Sinne von sich ausmerzen zu lassen. Und dann wuchern sie. Ist nicht Wachstum um jeden Preis zeit-typisch? Ist nicht Sterben-Verhindern, Leben als Quantität um fast jeden Preis, Mode?

Vor 55 Jahren hörte ich schon den Spruch:
Alkohol und Nikotin rafft die halbe Menschheit hin.
Ohne Schnaps und ohne Rauch butzt’s die andere Hälfte auch!

Meine Krebspanik liegt hinter mir, ich bin mir meiner Sterblichkeit bewusst und auch dieses Bewusstsein macht mir keine Panik.

Beste Grüsse aus der Schweiz

Urs Peter

Hallo,

für mich bedeutet die Krankheit Krebs nicht mehr oder weniger als andere (todbringende) Krankheiten auch.

Manche Krebspatienten siechen dahin, andere sterben super schnell und wieder andere überleben das ganze.

Ich für meinen Teil würde eine Krankheit die den Tod bedeutet eher verkraften, wenn ich wüßte, dass alles geregelt ist. Vor allem würde es mich beruhigen, wenn meine Kinder schon auf eigenen Beinen stehen könnten. Aber wer kann sich das schon aussuchen.

Daher lebe ich sehr gesund und hoffe einfach auf gute Gene. Krebs ist in meiner Familie sehr selten und meine Onkel und Tanten sind fast alle um die 100 Jahre alt geworden.

Der coolste von allen war mein Onkel der zu seinem 105. Geburtstag noch eine fette Party geschmissen hat. Keiner sollte ein Geschenk mitbringen aber jedes Familienmitglied sollte zwingend erscheinen. Als er abends müde wurde, hat er sich von allen verabschiedet, uns Kindern noch eine Geschichte erzählt und ist dann schlafen gegangen. Am nächsten morgen war er tot. So stelle ich mir mein Ableben auch vor.

LG

Hallo,

die Krebspanik, wie du sie es nennst, denk ich mal rührt daher, weil viel zu viele viel zu jung daran sterben.

Altersleukämie ist eine Krankheit des Alters, nichts um in Panik auszubrechen. Leukämie bei einem Kind ist eine ganz andere Sache, in unserer Familie ist ein Kind mit 7 Jahren an Leukämie gestorben.

Wenn eine Frau an Brustkrebs stirbt und noch nicht mal 50 Jahre alt ist dann ist auch das schlimm.

Naja so denk zumindest ich.

Gruß
Kati

Hallo,

was den normalen Kristallzucker als neuen Krebserreger angeht, ja, das habe ich richtig verstanden. Kann leider die Sendung nicht bennennen, aber es war ein ÖR am gestrigen Abend.
Aber es ging definitiv um normalen Zucker.

Zum Thema Sterbedauer: kannte jemanden, der mit Knochenschmerzen zum Arzt ging und erfuhr, dass er noch ca. 10 Tage zu leben hatte (Knochenkrebs). Dem gings wirklich dreckig. Keine ausreichende Zeit zum Verdauen und Verabschieden (und gerade das Verabschieden hat er sehr vermisst), aber auch kein Plopp und weg.

Die in meiner blutsverwandten und angeheirateten Familie an Krebs Verstorbenen waren zwischen 41 (mein Mann) und 94 (eine meiner Omas, die allerdings lt. Arzt an Altersschwäche gestorben ist). Die meisten waren über 70 Jahre alt.

Bei meinem Mann habe ich erlebt, wie er langsam damit zurecht kam, was gerade für einen an sich fitten, gesunden und gesund lebenden 41 Jährigen nicht einfach war.
Aber am Ende hat er sich sehr Besuch gewünscht, hat sich von guten Freunden richtig verabschiedet und war mit sich und seinem Tod im Reinen - das war zumindest mein Eindruck. Viel erzählt hat er nie.
Klar gab es vorher verzweifelte Phasen; die Kinder waren noch rel. jung, da stirbt man nicht gerne weg, schon weil man die Verantwortung für deren Wohl und Wehe völlig abgeben muss - das fällt sehr schwer.

Am schlimmsten waren aber die unsinnigen Hoffnungen durch die Medizin. Die Chemo, die bei ihm garnicht wirkte, hätte selbst mit Wirkung nur ein paar Monate, bestenfalls mit sehr viel Glück ein Jahr gebracht. Und all die anderen Enttäuschungen. Angesagte Untersuchungen und OPs, die wieder und wieder verschoben wurden, nächtelanges Warten auf entsetzlichen Stationen, immer wieder Hoffnungen auf zumindest Erleichterungen, aus denen allesamt nichts wurde etc. Das war furchtbar.

Wenn einfach von Anfang an gesagt worden wäre „sie haben einen Krebs, an dem sie sehr wahrscheinlich in absehbarer Zeit sterben werden“ hätte er ev, anders gehandelt, sich einen anderen Lebensrest gestaltet und sich früher mit der Situation aussöhnen können. So ging es immer hin und her und das ist in solcher Situation Stress pur auf Dauer, für alle Beteiligten - man leidet ja mit und was soll man den Kindern erzählen etc.

Bei meiner Mutter war ebenfalls der Krankenhausaufenthalt das Schlimmste und böserweise das Letzte, was sie erlebte, da sie an den Operationsfolgen starb. Ohne OP hätte sie verm. etwas länger gelebt und friedlich sterben können.

Mein Vater hat sich schlicht erschossen (hatte noch eine olle Pistole aus dem Weltkrieg), als er nach einer OP erfuhr, dass der Krebs wieder aufkam und der Arzt ihn wieder ins Krankenhaus schicken wollte.

Mein Schwiegervater, selbst Arzt, ist garnicht erst ins Krankenhaus oder zum Arzt gegangen. Wusste wohl, was er hatte und ist mit 76 einfach langsam und daheim gestorben - die beste Variante, die ich in der Hinsicht bisher erlebt habe.

Mir wurde bei Krankheit und Tod meines noch so jungen Mannes jedenfalls klar: Garantien haben wir alle nicht, egal, was wir machen. Er lebte deutlich gesünder als ich, war zudem ein paar Jahre jünger, bewegte sich sehr viel, war schlank und kräftig - ich bin immer davon ausgegangen, dass er mich überleben würde, er sicher auch. Und dann stirbt er mit 41, einfach so.

Schon beim Tod meiner Mutter wurde mir klar: man sollte auf ein gutes Sterben achten. Eines mit Familienanschluss, am besten Zuhause, mit Achtung und Hilfe.
Nicht so eine schreckliche Krankenhausvariante. Nach dem Tod meiner Mutter hatte ich ein Jahr lang schlechte Träume, vor allem von Krankenhäusern.

Zum Herzinfarkt: ein schneller Tod erscheint erstmal als tolle Alternative, aber ich habe Kinder, denen würde ich schon gern noch ein paat Tips geben zum Thema Nachlassverwaltung und ich möchte sie auch nicht mit meinem plötzlichen Tod konfrontiert sehen. Wer weiß, wie man auseinandergegangen ist?
So ein plötzlicher Tod trifft die Angehörigen oft heftiger als ein langsamer, habe ich bei meinem Vater erlebt, möchte ich meinen Kindern nur im Notfall und nicht ohne Vorwahrnung zumuten.

Hoffe, ich habe alle Fragepunkte bearbeitet.

Gruß, Paran

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Hallo,

zum Thema langsamer Tod: mein Mann ist mit 41 an Krebs gestorben, die Kinder waren damals 9 und 11.
Unsere 9 jährige Papatochter meinte nach seinem Tod zu mir: „es war gut dass Papa vorher solange krank war - wenn er plötzlich bei einem Unfall gestorben wäre, wäre es noch viel schlimmer“. Sie hat schon lange getrauert, aber sie konnte durch die Annäherung zu mir mit mir darüber reden. Bei einem plötzlichen Tod wäre das ev. anders und sie sehr alleine gewesen.

Klar ist es schlimm, anstrengend und schrecklich, jemandem über die Zeit beim Sterben zuzuschauen.
Aber da hat man Zeit, den Tod des Familienmitglieds schon vorher anzunehmen, die Folgen zu minimieren und neue Lebensstrukturen zu entwerfen oder anzufangen.

Plötzliche Tode zu verarbeiten fällt den meisten Menschen deutlich schwerer, auch wenn man sich die Leidenszeit vorher spahrt - o.K., kommt auf die Leidenszeit an.
Jahrelanges Sterben kann sicher schlimmer sein.

Gruß, Paran

Hallo,

das Leiden hängt doch sehr von der Krebsart und der medizinischen Versorgung ab.

Mein Schwiegervater ist ohne jelgiche Versorgung schmerzfrei an Krebs gestorben, mein Mann nach zwei OPs schließlich auch schmerzfrei ohne Medikamente.

Meine Mutter hätte ohne OP ev. auch schmerzfrei sterben können.

Krebs steht also nicht grundsätlich für einen schmerzhaften Tod.

Das ist wohl einfach Glücks- und Behandlungssache, bei Krebs wie bei anderen Krankheiten.

Es gibt Schmerzen, bei denen auch Morphium in moderaten Dosen nicht mehr hilft.
In solcher Situation würde ich gern vom Tierarzt von meinen Leiden erlöst werden (- oder von mir aus auch mit Morphium vollgepumpt), wie man es jedem Haustier humanitärerweise gönnt.
Als Mensch muss man das leider inhumanitärerweise selbst organisieren, was garnicht so einfach ist, besonders wenn man krank ist. Da ist Vorsorge angebracht.

Gruß, Paran

Hallo,

Panik vor Krebs bei Kindern kann ich absolut nachvollziehen - ich würde verrückt werden, wenn einem meiner Kinder eine solche Diagnose gestellt würde. Glücklicherweise ist das sehr selten. Und vor Hirnhautentzündung hätte man mind. ebensoviel Panik. Oder MS, auch keine tolle Aussicht, wenn das in frühen Jahren losgeht. Und erst die blinden rechtsabbiegenden Laster.
Also auch da gibt es andere schlimme Sachen, die geschehen können.

Mir geht es eher um die Panik der Erwachsenen vor dem eigenen Krebs und dem daraus resultierenden Verhalten.

Könnte mehr dazu schreiben, muss jetzt aber schlicht dringend ins Bett.

Gruß und gute Nacht, Paran.

Hallo,

Hallo,

zunächst einmal vielen Dank für deine ausführliche Antwort…es freut mich, eine solche Rückmeldung zu erhalten!

was den normalen Kristallzucker als neuen Krebserreger angeht,
ja, das habe ich richtig verstanden. Kann leider die Sendung
nicht bennennen, aber es war ein ÖR am gestrigen Abend.
Aber es ging definitiv um normalen Zucker.

dann kann ich meine Antwort mit den investigativen Ambitionen und dem Zitat von Paracelsus nur wiederholen…

…hat sich von
guten Freunden richtig verabschiedet und war mit sich und
seinem Tod im Reinen - das war zumindest mein Eindruck.

Das ergibt sich leider viel zu selten und es ist wichtig, das du und deine Kinder diesen aufrichtigen Eindruck gewinnen konntest.

Am schlimmsten waren aber die unsinnigen Hoffnungen durch die
Medizin. Die Chemo, die bei ihm garnicht wirkte, hätte selbst
mit Wirkung nur ein paar Monate, bestenfalls mit sehr viel
Glück ein Jahr gebracht. Und all die anderen Enttäuschungen.
Angesagte Untersuchungen und OPs, die wieder und wieder
verschoben wurden, nächtelanges Warten auf entsetzlichen
Stationen, immer wieder Hoffnungen auf zumindest
Erleichterungen, aus denen allesamt nichts wurde etc. Das war
furchtbar.

Ich kann es gut nachvollziehen wie es ist, von immer wieder aufkeimenden Hoffnungen getragen, jemanden über einen längeren Zeitraum (den Vater über 1/2 J.) dennoch zu verlieren. Der Unterschied zu deinem Mann waren aber tröstliche 45 Jahre… Man fragt bei dem Alter nicht mehr in gleichem Maße nach dem „warum“.

…da sie an den Operationsfolgen starb. Ohne OP hätte sie verm. etwas
länger gelebt und friedlich sterben können.

Das (ist) war ein Wunsch Hoffnung
Zur Einsicht zu kommen etwas nicht ändern zu können ist oft viel schwieriger, als etwas zu ändern…!

So ein plötzlicher Tod trifft die Angehörigen oft heftiger als
ein langsamer, habe ich bei meinem Vater erlebt, möchte ich
meinen Kindern nur im Notfall und nicht ohne Vorwahrnung
zumuten.

Mögen all deine Wünsche in Erfüllung gehen! Egal ob langsamer oder schneller Tod; am schlimmsten ist es, wenn Eltern ihre Kinder sterben sehen und/oder zu Grabe tragen müssen, egal wie alt sie sind/waren!
Bei jüngeren Kindern sterben nicht (nur) Erinnerungen, sondern auch Träume…!

Hoffe, ich habe alle Fragepunkte bearbeitet.

Ja, vielen Dank!

Gruß, Paran

Gruß
rolli

Hallo,

am schlimmsten ist es, wenn Eltern ihre

Kinder sterben sehen und/oder zu Grabe tragen müssen, egal wie
alt sie sind/waren!
Bei jüngeren Kindern sterben nicht (nur) Erinnerungen, sondern
auch Träume…!

Natürlich ist das das Allerschlimmste. Mag ich mir garnicht vorstellen.

Ich erlebte ein Ehepaar, das einen Bauernhof hatte und die Abdeckung einer Güllegrube offen gelassen hatte, aus irgendeinem damals sinnigen Grund.
Darin ist das Jüngste ihrer drei Kinder, 2 oder 3 Jahre alt, gefallen und ertrunken.
Die beiden waren mal bei meinen Eltern zu Besuch, ca. ein oder zwei Jahre nach dem Tod des Kindes, und während der Mann sich um eine normale Unterhaltung bemühte (und man merkte das Bemühen) saß die Frau da und sagte kein Wort. Sie guckte hier und da mal interessiert, wirkte aber sehr abwesend und introvertiert.

Ich schätze, die haben sich ihr Leben lang die Schuld am Tod des Kindes gegeben - mussten aber wegen der zwei älteren Kinder irgendwie weitermachen.
Ich war damals Teenager, hatte noch keine Kinder und die erwachsenen Besucher meiner Eltern interessierten mich normalerweise wenig, aber dass diese beiden Menschen wahnsinnig litten war sehr offensichtlich, obwohl sie es nicht zeigen wollten.
Die Geschichte vom ertrunkenen Kind erfuhr ich erst am Tag darauf von meiner Mutter. Damit wurde das zunächst nur seltsam wirkende Verhalten der Beiden verständlich.

Sie tun mir heute noch leid.
Ihr Fehler war einer, den verm. jeder Bauer oder Handwerker oder auch einfach der normale Hausmensch hundertfach macht, ohne Folgen.

Gruß, Paran