Pavillon des Vatikans (fast) ohneKreuz

Bei meinem Besuch der Expo bin ich zufällig an einer sehr unattraktiven Stelle (am Tor für Lieferantenfahrzeuge) auf den Pavillon des Vatikans gestoßen.
Der Entwurf des Pavillons ist recht gut gelungen. Der Inhalt des Pavillons ist nichtssagend. Neben einer sehr alten und wertvollen Christus-Ikone lediglich Großfotos, wie sie auf jeder kirchlichen Veranstaltung zu sehen sind.
Was mich gewundert hat, war die Abwesenheit des Kreuzes. Nirgendwo konnte ich ein Kreuz entdecken.
Auf meine Nachfrage bei einem offiziellen Mitarbeiter des Pavillons mußte dieser auch erst nachdenken.
Dann zeigte er mir draußen vor dem Eingang eine ca. 2,0 x 2,0 m große Bronzetafel und dort konnte man bei genauem Hinsehen auch tatsächlich ein Kruzifix in DIN A4-Größe erkennen.
Muß man das Kreuz heutzutage so sehr verstecken?

Beachten Sie bitte zu diesem Thema auch meinen vorigen Beitrag.

Hi,
hast du wirklich keine andere Probleme?

Hi,
hast du wirklich keine andere Probleme?

Was soll den dieses Posting?
Ist das hier ein Diskussionsbrett über religiöse und ethische Fragen oder nicht?

:smile:
hallo jochen,
ich muss sagen, einerseits freut es mich, dass die hochburg der katholischen religion auf die idee kommt, dass symbol der todesmarterung eines menschen nicht mehr so in den vordergrund zu stellen.
andererseits hatte ich im pavillion den eindruck, dass es relativ wenig um informationsvermittlung ging, sondern eher darum, einen ort der ruhe auf der welt zu schaffen (wobei der christuspavillion mehr fürs auge und auch mehr sitzgelegenheiten bot).
außerdem zeigte es mir irgendwie, wie wenig eine religion letztlich von inhalten lebt. oder: wie sehr sich diese religion bereits überlebt hat?
[nach der bemerkung muss ich mich erstmal zurücklehnen und die entrüsteten antworten an mir vorbeirauschen lassen :wink:]

viele grüße
jonas

PS: ich hoffe, du bist dir bewusst, dass diese diskussion relativ unwichtig ist?

-)

hallo jochen,
ich muss sagen, einerseits freut es mich, dass die hochburg
der katholischen religion auf die idee kommt, dass symbol der
todesmarterung eines menschen nicht mehr so in den vordergrund
zu stellen.

Na, wenn das Deine Überzeugung ist, so ist das Deine Sache. Nur… Die Kreuzigung des Christus ist doch zentrales Element des gesamten Christentums. Was wäre das Christentum ohne Jesus?

andererseits hatte ich im pavillion den eindruck, dass es
relativ wenig um informationsvermittlung ging, sondern eher
darum, einen ort der ruhe auf der welt zu schaffen (wobei der
christuspavillion mehr fürs auge und auch mehr
sitzgelegenheiten bot).

Damit magst Du recht haben. Aber dann wäre es ein beliebiger Ort der Ruhe, also lediglich ein Ruheraum. Er sollte aber doch zum Nachdenken und der inneren Einkehr dienen.

außerdem zeigte es mir irgendwie, wie wenig eine religion
letztlich von inhalten lebt. oder: wie sehr sich diese
religion bereits überlebt hat?

Meinst Du wirklich?
Denk mal darüber nach, wieviele Ideologien und Versuche, das Paradies auf Erden zu schaffen in den 2000 (zweitausend !!) Jahren schon spur- und erfolglos an der Menschheit vorübergerauscht sind!!
Ich finde eine Religion, die das friedliche Zusammenleben der Menschen auf ihre Fahnen geschrieben hat, garnicht so schlecht.
Dabei bin ich mir bewußt, daß auch schreckliche Dinge im Namen dieser Religion geschehen sind. Das liegt aber daran, daß viele Menschen diese Lehre nur als Vorwand für ihre unseligen Taten genommen haben. Mit der Lehre hat das aber rein garnichts zu tun!

Ich jedenfalls sehe die Erfolgsbilanz des Christentums recht positiv.
Warum werden die Christen immer noch auf der Welt so intensiv verfolgt?
Dir ist sicher bekannt, daß noch nie in der Geschichte so viele Menschen allein wegen ihres christlichen Glaubens umgebracht wurden wie im 20. Jh.
Allein der unselige Kommunismus hat dort ungeheure Schuld auf sich geladen. Frag mal Mitglieder der verschiedenen christlichen Gemeinschaften aus der (Gott sei Dank) ehemaligen SU.
Viele haben jahrelang im Archipel Gulag geschmachtet, nur weil sie zu einem Gottesdienst zusammengekommen sind.

[nach der bemerkung muss ich mich erstmal zurücklehnen und die
entrüsteten antworten an mir vorbeirauschen lassen :wink:]

viele grüße
jonas

PS: ich hoffe, du bist dir bewusst, dass diese diskussion
relativ unwichtig ist?

-)

hallo jochen

dass symbol der
todesmarterung eines menschen nicht mehr so in den vordergrund
zu stellen.

Die Kreuzigung des Christus ist doch zentrales
Element des gesamten Christentums.

ungeschickt, irgendwo, wenn du mich fragst :wink:
verzeih die scherzhafte bemerkung. ja, klar ist sie eins der zentralen elemente, aber das macht die kreuzigung an sich nicht besser. in diesen teil der lehre von der erbsünde, jesu tod am kreuz etc. wird ein ungeheurer druck auf die menschen ausgeübt.
ich weiß, dass du das gerne anders interpretieren wirst, aber es lässt sich tatsächlich als solcher (erpresserischer) druck interpretieren. [ich übertreibe meine formulierungen hier, mir ist das bewusst, aber ich denke, dadurch wird deutlicher, was ich sagen will]

Was wäre das Christentum ohne Jesus?

jesus ist nicht christus, weil er am kreuze starb! und das christentum mag viel zulauf gehabt haben wegen eines märtyrers, aber die evangelien erzählen mehr von jesus als nur seinen tod!

wenn ich die kreuzigung bzw. ihre starke betonung im christlichen symbolismus nicht gutheiße, heißt das nicht, dass ich jesus demontieren will.

Damit magst Du recht haben. Aber dann wäre es ein beliebiger
Ort der Ruhe, also lediglich ein Ruheraum. Er sollte aber doch
zum Nachdenken und der inneren Einkehr dienen.

soll also ein schild aufgehängt werden „denk nach und üb innere einkehr“??? wohl jeder pavillion auf der expo will irgendwo auch zum nachdenken anregen, und sehr viele wollen auch eine möglichkeit der inneren einkehr bieten - sei es durch ruhige musik, ansprechende gestaltung, schöne, faszinierende bilder. alle versuchen, eine nette umgebung zu schaffen, damit du dich darin wohlfühlst. was du dann damit machst, ist deine sache.

im vatikan-p. ist weniger zu sehen, das fördert die ruhe aber eher. stell dir vor, alles hinge voller bilder und texte und schautafeln und chronologien…
da sind doch ein paar fotos gewesen, oder? darüber darfst du, wenn du möchtest, gern nachdenken. wenn etwas daneben geschrieben worden wäre (bin ich jetzt nicht sicher, obs das war), dann hätten das einige gelesen und nciht mehr selbst nachgedacht. ist ja alles schon vorgekaut, nicht wahr?

draußen auf den fahnen stand vatikan, innen drin das alte jesus-bild.
wir verbinden zwar alle den vatikan mit dem christentum, aber vielleicht sollten wir trotzdem sehen, dass sich dort eben nicht die katholische welt, sondern der vatikan einen pavillion gebaut hat.

außerdem zeigte es mir irgendwie, wie wenig eine religion
letztlich von inhalten lebt. oder: wie sehr sich diese
religion bereits überlebt hat?

Meinst Du wirklich?
Denk mal darüber nach, wieviele Ideologien und Versuche, das
Paradies auf Erden zu schaffen in den 2000 (zweitausend
!!)
Jahren schon spur- und erfolglos an der Menschheit
vorübergerauscht sind!!

zieh den vergleich zu anderen religionen: wie friedlich die sind und wie lange sie auch schon existieren.
sieh dir an, wie viele christliche kirchen es gibt, und wie gut sie sich z.b. verstehen, wenn es darum geht, sich in der grabeskirche in jerusalem zu arrangieren. wie einig sie sich sind, wenn es um einzelne (glaubens???)fragen geht. welche friedlichen, christlichen (beißende ironie) äußerungen hochrangige ebenso wie „normale“ christen von sich geben.

im übrigen kann ich nicht ganz ernst nehmen, dass du das „spur- und erfolglos“ wirklich so meinst. erstens, woran willst du den erfolg des christentums erkennen? an einer welt voller kriege (an denen auch christliche staaten beteiligt sind)? voller hungernder und kranker? an einer großen anzahl gläubiger menschen (die alle werweißwievielen verschiedenen kirchen angehören)? … zweitens, ist dir bewusst, wieviel das christentum von anderen religionen übernommen hat? eingebaut hat? wieviel die missionierten völker von ihrer eignen ursprünglichen religion behalten haben?

Ich finde eine Religion, die das friedliche Zusammenleben der
Menschen auf ihre Fahnen geschrieben hat, garnicht so
schlecht.

ich fände so eine religion sehr wünschenswert.

Dabei bin ich mir bewußt, daß auch schreckliche Dinge im Namen
dieser Religion geschehen sind. Das liegt aber daran, daß
viele Menschen diese Lehre nur als Vorwand für ihre unseligen
Taten genommen haben. Mit der Lehre hat das aber rein
garnichts zu tun!

doch, leider. unausweichlich. die lehre ist das schutzschild dieser menschen. und sie können sie nur benutzen, eben weil die lehre nicht von sich aus sagt: benutz mich nicht als schutzschild, begeh keine blutigen taten (vielleicht sagt sie es nciht deutlich genug? wieviele christen halten denn ihre andere wange hin? 0,1% ? noch weniger? ich mein das ernst!).
die christliche lehre behauptet von sich selbst, einzig richtig zu sein, beansprucht absolute wahrheit etc.
damit fördert sie den fanatismus vieler menschen, die froh sind, endlich mal recht zu haben und wichtig zu sein und macht über andere menschen ausüben zu dürfen und das auch noch in gottes namen…

die christlichen greueltaten haben sehr viel mit der christlichen lehre zu tun…

Dir ist sicher bekannt, daß noch nie in der Geschichte so
viele Menschen allein wegen ihres christlichen Glaubens
umgebracht wurden wie im 20. Jh.

nein, ist mir nicht, aber danke für die info.

gruß
jonas

Waqs soll dieser Kreuz-Fanatismus?
Hi,

ich frage mich immer und immer wieder wie es einem Christen erlaubt sein kann ein Kreuz zu tragen, oder vor ihm zu knien. Wie ist das vereinbar mit dem Willen Gottes uns kein geschnitztes Bild von ihm zu machen und schon gar nicht es anzubeten? Wie geht das? Des weiteren stellt es sich als erwiesen heraus, dass die Römer Verbrecher nicht an ein Kreuz sondern an einen Pfahl gehängt zu haben. Das in den Urschriften verwendete Wort heisst auch Pfahl oder Stamm und nicht Kreuz. Dafür wurde ein anderes Wort benutzt. In der Einheitsbibel z.B. ist auch von einem Pfahl die Rede. Warum hält die Kirche am Kreuze fest.

alex