PCC AG Anleihen

Hallo Experten!

Ich bin seit einiger in die Unternehmensanleihen der PCC AG (DE000A0EY6Q, zu 7,00%)investiert.
Da nun der Fälligkeitstermin immer näher rückt, taucht die Frage auf ob ich mein Geld wieder bei dieser Firma anlegen sollte. Hat jemand Erfahrung bzw. kann mir jemand dazu raten / abraten? Ich meine mit dem Hintergrund der fluktuiernenden Rohstroffpreise usw.

Vielen Dank!

Gruß,
betadex

Hallo.

Da nun der Fälligkeitstermin immer näher rückt, taucht die
Frage auf ob ich mein Geld wieder bei dieser Firma anlegen
sollte.

  1. Hast Du den Emissionsprospekt gelesen?
  2. Hast Du Dich mit dem Geschäftsbericht eingehend beschäftigt?
  3. Hast Du das Geschäftsmodell des Unternehmens verstanden?
  4. Weißt Du, warum für die Anleihen ein Zinssatz von 7% bezahlt wird?
  5. Sind Dir die Renditen vergleichbarer Anleihen bekannt?

Gespannt,
Christian

  1. Hast Du den Emissionsprospekt gelesen?
  2. Hast Du Dich mit dem Geschäftsbericht eingehend
    beschäftigt?
  3. Hast Du das Geschäftsmodell des Unternehmens verstanden?
  4. Weißt Du, warum für die Anleihen ein Zinssatz von 7%
    bezahlt wird?
  5. Sind Dir die Renditen vergleichbarer Anleihen bekannt?

Hallo!

zu 1.: ja
zu 2.: zumindest gelesen…
zu 3.: ja, denke ich zumindest
zu 4.: ???
zu 5.: ja

…und nu?

Gruß,
betadex

  1. Hast Du den Emissionsprospekt gelesen?
  2. Hast Du Dich mit dem Geschäftsbericht eingehend
    beschäftigt?
  3. Hast Du das Geschäftsmodell des Unternehmens verstanden?
  4. Weißt Du, warum für die Anleihen ein Zinssatz von 7%
    bezahlt wird?
  5. Sind Dir die Renditen vergleichbarer Anleihen bekannt?

Hallo,

zu 1.: ja

hm, OK, dann hast Du die aufgeführten Risiken (ab S. 9) verstanden und akzeptiert, insbesondere die Risiken im Bereich der Logistik und Chemie.

zu 2.: zumindest gelesen…

Dann ist Dir wahrscheinlich auch aufgefallen, daß sich die Gruppe sehr stark kurzfristig finanziert und sich insgesamt vor allem bei Anlegern (Genußscheine und Anleigen) sowie bei den Lieferanten verschuldet hat. Der Anteil der Kreditinstitute liegt nur bei 11,3% und ist trotz des absoluten Anstiegs (verursacht durch die Investitionen in Polen) rückläufig gewesen.

Ebenso wie übrigens auch die Ergebniskennziffern (bei deutlicher Umsatzausweitung), wobei ins Auge fällt, daß das vor allem EBT abgeschmiert ist, was insbesondere auf die Zinszahlungen für die Anleihen zurückzuführen ist. Um es anders zu formulieren: Die haben Verschuldung und Umsatz deutlich gesteigert, um dann am Ende im Konzern einen um 58% niedrigeren Jahresüberschuß auszuweisen.

zu 3.: ja, denke ich zumindest

Ich fasse das dann kurz zusammen: Die Handeln mit allem, was nicht schnell genug auf die Bäume kommt, produzieren Basischemie in Polen, haben eine Logistiksparte (auch in Polen) und versuchen sich seit neulich als Finanzdienstleister.

zu 4.: ???

Naja, die müssen doch einen Grund haben, warum sie einen deutlich höheren Zins zahlen, als sonst bei (Unternehmens)Anleihen mit ähnlicher Laufzeit bezahlt wird. So liegt die Rendite einer Anleihe von General Motors bei lediglich 5,91% (Rating GM: BB, s.a. FAQ:851) und die einer Nachrang(!)anleihe von Gildemeister bei 6,89%. Die PCC-Anleihe bietet damit die höchste Rendite aller Anleihen, die im Jahre 2011 fällig sind.(*)

zu 5.: ja

Oh, dann habe ich Dir ja nichts neues erzählt. Oder doch?

…und nu?

Ach nichts. Ich wollte nur sicherstellen, daß Du Dir vor Deiner Investitionsentscheidung hinreichend Gedanken gemacht hast.

Gruß,
Christian

P.S.
Bevor wieder ein Komiker todesmutig mit der Informtion vorprescht, daß es eine Anleihe eines brasilianischen Energieversorgers gibt, die eine Rendite von knapp 12% aufweist: Die wird gerade vom Emittenten zurückgekauft.

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Hallo Christian!

Vielen Dank für Deine Hilfe! Manches… okay, vieles war mir wohl nicht so klar!

Gruß,
betadex

Ich bin seit einiger in die Unternehmensanleihen der PCC AG
(DE000A0EY6Q, zu 7,00%)investiert.
Da nun der Fälligkeitstermin immer näher rückt, taucht die
Frage auf ob ich mein Geld wieder bei dieser Firma anlegen
sollte. Hat jemand Erfahrung bzw. kann mir jemand dazu raten /
abraten? Ich meine mit dem Hintergrund der fluktuiernenden
Rohstroffpreise usw.

Hi betadex,

ich habe mir auch längere Zeit überlegt, diese Anleihe zu kaufen, und zufällig habe ich es genau heute getan (Kauf an der Börse Frankfurt statt beim Emittenten, weil ich nur 2000 Euro anlegen wollte).

Ich habe vor einer Weile den Anleihenprospekt und den letzten Jahresbericht mit Bilanzen und Co gelesen und finde, dass das alles eigentlich recht ok ausschaut. Die AG hat, wenn ich mich recht erinnere, immerhin 30-40% Eigenkapital, das erst mal aufgezehrt werden müsste, bis die Firma ihre Schulden nicht mehr bedienen kann. Ein Teil dieses (wirtschaftlichen) Eigenkapitals ist zwar sog. Mezzanine-Kapital aus Genußscheinen, das aber erst nach Ende der Laufzeit der vorrangigen Anleihe fällig wird. Die der Anleihe nachrangigen Genußscheine werden teils von HSBC Trinkaus, teils von noch einem größeren Finanzunternehmen gehalten. D.h. wenn der GAU eintreten würde, gingen zunächst die komplett leer aus, bevor die Anleiheninhaber Geld verlieren.

Der Konzern macht (wenn auch bescheidene) Gewinne und verfügt anscheinend auch über dem aufgenommenen Kredit entsprechende Sachwerte. Es müsste schon einiges den Bach runtergehen, bis Zahlungsausfall droht, denke ich.

Zumindest handelt es sich um keinen windigen Kapitalanlagegauner, der angeblich in Kunstwerke und Windparks investiert und ein mageres Eigenkapital von ein paar 10.000 Euro gegenüber Fremdkapital in Millionenhöhe hat (so nen Prospekt hab ich neulich auch mal angeschaut).

Der Emittent spart sich verhältnismäßig teure Ratings der, denke ich, doch eher kleinvolumigen Anleihen durch Agenturen und die sonst oft durch Banken übernommene Markteinführung der Anleihe (davon mag man halten, was man will). Das liefert eine Begründung für die gegenüber vielen börsennotierter Anleihen höhere Verzinsung, sowohl auf Angebotsseite (Ersparnisse werden weitergegeben) als auch auf Nachfrageseite (weniger Sicherheit durch Abweichen von etablierten Strukturen). Die mangelnde Konventionalität wird, wie ich finde, aber durch die hohe Transparenz der Investor Relations und das angegebene gute Bonitätsrating der Creditreform (naja, warum nicht :wink:) wieder wettgemacht.

Man muss auf jeden Fall vorsichtig sein bei derartig „guten“ Angeboten. Mit vergleichbar gut verzinsten „Anleihen“ sind schon oft Leute auf die Schnauze gefallen. Sagt mir das Internet :smile:. Aber in entsprechenden Artikeln über zweifelhafte Geldanlagen wird die PCC AG gerne als positives Gegenbeispiel eines innovativen Mittelständlers genannt (find leider nicht mehr, was ich da gegoogelt hatte).

Negativ ist mir aufgefallen:
* Die AG hat nur einen Aktionär, nämlich ihren Vorstand, der sich seinen Aufsichtsrat aussuchen kann. Der Unwillen, Macht zu teilen, mag einer der Gründe für diese Form der privaten Kapitalbeschaffung sein.

* Der Energiehandel scheint ein ziemlicher Flop zu sein. Im letzten Quartalsbericht ist auch die Rede von einer Rundumüberholung dieser Sparte. Gewinne aus anderen Geschäftsfeldern gleichen aus.

* Das Unternehmen brüstet sich auf seiner Website mit starken Umsatzwachstum. Grund für dieses Wachstum sind allerdings primär fremdfinanzierte Aufkäufe, also keine wirklichen Ruhmestaten.

So, das waren in etwa meine Gedankengänge zum Kauf… klingt das vernünftig? Es würde mich interessieren, was andere davon halten.

Ist übrigens mein erstes Posting hier :smile:.

Grüße,
Sebastian

Hallo,

Ich habe vor einer Weile den Anleihenprospekt und den letzten
Jahresbericht mit Bilanzen und Co gelesen und finde, dass das
alles eigentlich recht ok ausschaut. Die AG hat, wenn ich mich
recht erinnere, immerhin 30-40% Eigenkapital,

eigentlich sind es 28%.

das erst mal
aufgezehrt werden müsste, bis die Firma ihre Schulden nicht
mehr bedienen kann. Ein Teil dieses (wirtschaftlichen)
Eigenkapitals ist zwar sog. Mezzanine-Kapital aus
Genußscheinen, das aber erst nach Ende der Laufzeit der
vorrangigen Anleihe fällig wird.

Na, sagen wir mal, ein Großteil davon wird 2011 fällig.

Die der Anleihe nachrangigen
Genußscheine werden teils von HSBC Trinkaus, teils von noch
einem größeren Finanzunternehmen gehalten. D.h. wenn der GAU
eintreten würde, gingen zunächst die komplett leer aus, bevor
die Anleiheninhaber Geld verlieren.

Da irrt der Künstler. Die Mezzanine-Programme, die ich kenne - und das sind ein paar - sind so konstruiert, daß die Mittel über eine Zweckgesellschaft vergeben werden. Die Zweckgesellschaft verbrieft dann den ganzen Anteilsbestand und verkauft die Anteile an Investoren. Das einzige, was dann abbrennt, ist der Eigenkapitalanteil.

Der Emittent spart sich verhältnismäßig teure Ratings der,
denke ich, doch eher kleinvolumigen Anleihen durch Agenturen
und die sonst oft durch Banken übernommene Markteinführung der
Anleihe (davon mag man halten, was man will). Das liefert eine
Begründung für die gegenüber vielen börsennotierter Anleihen
höhere Verzinsung, sowohl auf Angebotsseite (Ersparnisse
werden weitergegeben) als auch auf Nachfrageseite (weniger
Sicherheit durch Abweichen von etablierten Strukturen).

Und deswegen zahlt man mehr als Kolumbien (5,1% Rendite, Lfz. 05/2011), die Türkei (5,47%, Lfz. 03/2011), Venezuela (5,66%, Lfz. 01/2011), Uruguay (5,71%, 01/2011) oder General Motors (5,91%, Lfz. 04/2011)? Bspw. im Vergleich Kolumbien zahlt PCC den 2,4 fachen Aufschlag auf die Interbankensätze. Im übrigen gibt es auch Emittenten bzw. Anleihen, die nicht geratet sind und trotzdem teilweise mit einem Aufschlag gehandelt werden.

* Das Unternehmen brüstet sich auf seiner Website mit starken
Umsatzwachstum. Grund für dieses Wachstum sind allerdings
primär fremdfinanzierte Aufkäufe, also keine wirklichen
Ruhmestaten.

Zumal eben die Umsatzausweitung nicht zu Ertragssteigerungen geführt hat.

Gruß,
Christian

Ich habe vor einer Weile den Anleihenprospekt und den letzten
Jahresbericht mit Bilanzen und Co gelesen und finde, dass das
alles eigentlich recht ok ausschaut. Die AG hat, wenn ich mich
recht erinnere, immerhin 30-40% Eigenkapital,

eigentlich sind es 28%.

Wie gesagt, das war aus dem Kopf. 28% ist doch ein akzeptabler Wert, denke ich.

Die der Anleihe nachrangigen
Genußscheine werden teils von HSBC Trinkaus, teils von noch
einem größeren Finanzunternehmen gehalten. D.h. wenn der GAU
eintreten würde, gingen zunächst die komplett leer aus, bevor
die Anleiheninhaber Geld verlieren.

Da irrt der Künstler. Die Mezzanine-Programme, die ich kenne -
und das sind ein paar - sind so konstruiert, daß die Mittel
über eine Zweckgesellschaft vergeben werden. Die
Zweckgesellschaft verbrieft dann den ganzen Anteilsbestand und
verkauft die Anteile an Investoren. Das einzige, was dann
abbrennt, ist der Eigenkapitalanteil.

Das verstehe ich nicht, sorry. Ich bin leider kein Finanzexperte, nur bilanzlesender Autodidakt :smile:. Haftet nicht das Genußscheinkapital in jedem Fall nachrangig gegenüber gewöhnlichen Verbindlichkeiten, ganz gleich, wie genau es vergeben wird? Wenn es als nachrangig in der Bilanz steht, muss es doch auch nachrangig haften.

Der Emittent spart sich verhältnismäßig teure Ratings der,
denke ich, doch eher kleinvolumigen Anleihen durch Agenturen
und die sonst oft durch Banken übernommene Markteinführung der
Anleihe (davon mag man halten, was man will). Das liefert eine
Begründung für die gegenüber vielen börsennotierter Anleihen
höhere Verzinsung, sowohl auf Angebotsseite (Ersparnisse
werden weitergegeben) als auch auf Nachfrageseite (weniger
Sicherheit durch Abweichen von etablierten Strukturen).

Und deswegen zahlt man mehr als Kolumbien (5,1% Rendite, Lfz.
05/2011), die Türkei (5,47%, Lfz. 03/2011), Venezuela (5,66%,
Lfz. 01/2011), Uruguay (5,71%, 01/2011) oder General Motors
(5,91%, Lfz. 04/2011)? Bspw. im Vergleich Kolumbien zahlt PCC
den 2,4 fachen Aufschlag auf die Interbankensätze. Im übrigen
gibt es auch Emittenten bzw. Anleihen, die nicht geratet sind
und trotzdem teilweise mit einem Aufschlag gehandelt werden.

Naja - ich denke schon, dass das der hauptsächliche Grund für den erhöhten Zins ist. Der Anleger ja verlangt einen Aufschlag für das subjektiv höhere Risiko, das er durch Verzicht auf die gewohnten Strukturen wie bekanntes Rating, geringe Liquidität durch niedriges Emissionsvolumens etc eingeht. Der erhöhte Zins muss wohl auch ein wenig den fehlenden Bankenvertrieb ausgleichen.

Aber die Risiken sind nicht überverhältnismäßig hoch, meine ich. Ein gewisser Teil des Zinsaufschlags die cut-out-the-middleman-Prämie, die ich gern einstreiche.

* Das Unternehmen brüstet sich auf seiner Website mit starken
Umsatzwachstum. Grund für dieses Wachstum sind allerdings
primär fremdfinanzierte Aufkäufe, also keine wirklichen
Ruhmestaten.

Zumal eben die Umsatzausweitung nicht zu Ertragssteigerungen
geführt hat.

Das würde die Aktionäre (wenn es sie in nennenswerter Zahl gäbe) sicher ärgern, weil sie gerne eine höhere Eigenkapitalrendite hätten. Für mich als Gläubiger ist es aber doch nicht so wichtig, solange inklusive Zinszahlung schwarze Zahlen erwirtschaftet werden? Ich meine, es ist noch ein weiter Weg vom gesunkenen Gewinn zum hohen Verlust (der Konzernverlust müsste ja - *bilanzanklick* - 2006-2010 pro Jahr im Mittel 20 Millionen betragen, um das Eigenkapital aufzubrauchen, oder?).

Grüße,
Sebastian

Ich habe vor einer Weile den Anleihenprospekt und den letzten
Jahresbericht mit Bilanzen und Co gelesen und finde, dass das
alles eigentlich recht ok ausschaut. Die AG hat, wenn ich mich
recht erinnere, immerhin 30-40% Eigenkapital,

eigentlich sind es 28%.

Wie gesagt, das war aus dem Kopf. 28% ist doch ein akzeptabler
Wert, denke ich.

Sofern man im Hinterkopf behält, daß die Nachrangdarlehen rückzahlbar sind und sich daraus ein Anschlußfinanzierungsthematik ergibt, ja.

Da irrt der Künstler. Die Mezzanine-Programme, die ich kenne -
und das sind ein paar - sind so konstruiert, daß die Mittel
über eine Zweckgesellschaft vergeben werden. Die
Zweckgesellschaft verbrieft dann den ganzen Anteilsbestand und
verkauft die Anteile an Investoren. Das einzige, was dann
abbrennt, ist der Eigenkapitalanteil.

Das verstehe ich nicht, sorry. Ich bin leider kein
Finanzexperte, nur bilanzlesender Autodidakt :smile:. Haftet nicht
das Genußscheinkapital in jedem Fall nachrangig gegenüber
gewöhnlichen Verbindlichkeiten, ganz gleich, wie genau es
vergeben wird? Wenn es als nachrangig in der Bilanz steht,
muss es doch auch nachrangig haften.

So ist das auch, aber ich wollte nur darauf hinaus, daß Du betonts, daß die ein oder andere Bank die Nachrangdarlehen gegeben hat (und daß Du daraus ein Qualitätsurteil abzuleiten scheinst). Das ist eben nicht so. Tatsächlich ist der Nachranggeber eine Zweckgesellschaft, Nachrangdarlehen ohne Umschweife am Kapitalmarkt plaziert, selber also nur ein minimales Risiko trägt - und die initiierende Bank eben kein größeres Risiko, als das der Zweckgesellschaft überlassene Eigenkapital.

http://www.hypovereinsbank.de/pub/io/fiku/146627.jsp
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2006-04/…
http://pressrelations.de/new/standard/result_main.cf…
http://www.bayernlb.de/ar/Internet/de/Downloads/0100…

Und deswegen zahlt man mehr als Kolumbien (5,1% Rendite, Lfz.
05/2011), die Türkei (5,47%, Lfz. 03/2011), Venezuela (5,66%,
Lfz. 01/2011), Uruguay (5,71%, 01/2011) oder General Motors
(5,91%, Lfz. 04/2011)? Bspw. im Vergleich Kolumbien zahlt PCC
den 2,4 fachen Aufschlag auf die Interbankensätze. Im übrigen
gibt es auch Emittenten bzw. Anleihen, die nicht geratet sind
und trotzdem teilweise mit einem Aufschlag gehandelt werden.

Naja - ich denke schon, dass das der hauptsächliche Grund für
den erhöhten Zins ist. Der Anleger ja verlangt einen Aufschlag
für das subjektiv höhere Risiko, das er durch Verzicht auf die
gewohnten Strukturen wie bekanntes Rating, geringe Liquidität
durch niedriges Emissionsvolumens etc eingeht. Der erhöhte
Zins muss wohl auch ein wenig den fehlenden Bankenvertrieb
ausgleichen.

Wie man das auch immer ausdrücken will: Höhere Zinsen zahlt nur der, der das nötig hat und das ergibt sich eben aus einem höheren Risiko.

Zumal eben die Umsatzausweitung nicht zu Ertragssteigerungen
geführt hat.

Das würde die Aktionäre (wenn es sie in nennenswerter Zahl
gäbe) sicher ärgern, weil sie gerne eine höhere
Eigenkapitalrendite hätten. Für mich als Gläubiger ist es aber
doch nicht so wichtig, solange inklusive Zinszahlung schwarze
Zahlen erwirtschaftet werden? Ich meine, es ist noch ein
weiter Weg vom gesunkenen Gewinn zum hohen Verlust (der
Konzernverlust müsste ja - *bilanzanklick* - 2006-2010 pro
Jahr im Mittel 20 Millionen betragen, um das Eigenkapital
aufzubrauchen, oder?).

Ist prinzipiell richtig, aber man sollte schon die ein oder andere Kennzahl im Auge behalten.

Bevor Mißverständnisse auftreten: Ich will hier nicht die baldige Pleite von PCC herbeireden, aber ein gewisser kritischer Angang wäre schon wünschenswert. Ich sehe hier zumindest einen Konzern, der begleitet von steigender Verschuldung heftig expandiert, dessen Strategie ich nicht so recht durchschaue und dessen Expansion nicht unbedingt von steigenden Gewinnen begleitet wird - was letzteres angeht: im Gegentum.

Gruß,
Christian

Sofern man im Hinterkopf behält, daß die Nachrangdarlehen
rückzahlbar sind und sich daraus ein
Anschlußfinanzierungsthematik ergibt, ja.

Das stimmt, zum Glück laufen sie erst im Dezember 2006 einerseits und (bei frühestmöglicher Kündigung) 2007 andererseits aus. Darauf habe ich tatsächlich geachtet :smile:.

So ist das auch, aber ich wollte nur darauf hinaus, daß Du
betonts, daß die ein oder andere Bank die Nachrangdarlehen
gegeben hat (und daß Du daraus ein Qualitätsurteil abzuleiten
scheinst). Das ist eben nicht so. Tatsächlich ist der
Nachranggeber eine Zweckgesellschaft, Nachrangdarlehen ohne
Umschweife am Kapitalmarkt plaziert, selber also nur ein
minimales Risiko trägt - und die initiierende Bank eben kein
größeres Risiko, als das der Zweckgesellschaft überlassene
Eigenkapital.

Ah ja, das war mir nicht so bewusst. Ich habe inzwischen auch gegooglet, was z.B. dieses HEAT-Programm ist. HSBC Trinkaus hat wirklich nur Vermittlerfunktion, gutes Argument. Andererseits sind vermutlich mal institutionelle Augen über das Unternehmen gewandert, ehe ein Darlehen aus dem Mezzanine-Pool gewährt wurde. Was wiederum nichts heißen muss, siehe
http://72.14.221.104/search?q=cache:SsIdSSReghAJ:ew-…
(das ist http://ew-sfi.com/default.asp?page=9&pub=38&issue=22… per Google Cache, weil man sich sonst einloggen muss)

Wie man das auch immer ausdrücken will: Höhere Zinsen zahlt
nur der, der das nötig hat und das ergibt sich eben aus einem
höheren Risiko.

In einem perfekten Markt hättest du recht. Aber in der Realität gibt es doch mehr Faktoren als das rein-rationale Risiko. Wenn das Unternehmen solide da steht und die hohen Zinsen der Hauptgrund sind, das Investment als riskant anzusehen, neige ich dazu, den anderen (marktpsychologischen, liquiditätbedingten, menschlichen) Faktoren auch ein Gewicht zu geben. Klar, ein Risiko ist da, aber es ist, denke ich, weniger hoch als bei einem gewöhnlichen Junk-Bond mit 7%-iger Rendite, einfach aufgrund der „Unkonventionalitätsprämie“. Ich habe auch gelesen, dass PCC in der Frühzeit ihrer Anleihebegebungen, als diese noch nicht im Freihandel notiert waren (Direktanleihen), mit starkem Widerstand von Verbraucherschützern und schlechter Publicity zu kämpfen hatte (jaja, hab auch schöne Verschwörungstheorien dazu gefunden :smile:). Das wirkt sicher nach.

Bevor Mißverständnisse auftreten: Ich will hier nicht die
baldige Pleite von PCC herbeireden, aber ein gewisser
kritischer Angang wäre schon wünschenswert. Ich sehe hier
zumindest einen Konzern, der begleitet von steigender
Verschuldung heftig expandiert, dessen Strategie ich nicht so
recht durchschaue und dessen Expansion nicht unbedingt von
steigenden Gewinnen begleitet wird - was letzteres angeht: im
Gegentum.

Du hast natürlich Recht. Ich würde (als Spekulation eher meidender Anleger) nicht unbedingt Aktien des Unternehmens kaufen, weil der Erfolg der raschen Expansion und das Eintreten der erstrebten Synergien noch nicht absehbar ist. Vielleicht könnte man da einiges besser machen. Dass sie dadurch den Karren derartig in den Sand setzen, dass man um sein Darlehen bangen muss, halte ich halt für ausreichend unwahrscheinlich, um in den 7% ein gutes Angebot zu sehen :smile:.

Grüße,
ein um diese Zeit noch diplomarbeitender :frowning:
Sebastian

Sofern man im Hinterkopf behält, daß die Nachrangdarlehen
rückzahlbar sind und sich daraus ein
Anschlußfinanzierungsthematik ergibt, ja.

Das stimmt, zum Glück laufen sie erst im Dezember 2006
einerseits und (bei frühestmöglicher Kündigung) 2007
andererseits aus. Darauf habe ich tatsächlich geachtet :smile:.

Ahem, die sind in den Jahren 2004 und 2005 eingeräumt worden. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre, also befinden wir uns in den Jahren 2011 und 2012 was die Rückzahlung angeht.

Andererseits sind vermutlich mal institutionelle Augen über
das Unternehmen gewandert, ehe ein Darlehen aus dem
Mezzanine-Pool gewährt wurde.

Tja, darüber könnte ich einiges erzählen, aber ich darf - oder will sicherheitshalber - nicht.

Im übrigen machst Du den Eindruck, als hättest Du Dich mit der Sache beschäftigt und wärest auf recht informierter Basis zu Deiner Entscheidung gekommen. Das finde ich in Ordnung oder mehr wollte ich auch gar nicht vermitteln: Der Anreiz, die sieben Prozent mitzunehmen, sollte nicht einziger Beweggrund sein, die Anleihe zu erwerben.

Gruß,
Christian

So ist das auch, aber ich wollte nur darauf hinaus, daß Du
betonts, daß die ein oder andere Bank die Nachrangdarlehen
gegeben hat (und daß Du daraus ein Qualitätsurteil abzuleiten
scheinst). Das ist eben nicht so.

Ich habe gerade noch ein bisschen in dem in meinem anderen Posting erwähnten Artikel gelesen. Da steht auch genaueres zu den Prüfungen, denen die Mezzanine-Empfänger unterzogen werden:

— snip —
As they are, the hybrid capital programmes already deploy a rigorous screening process, which takes advantage of some of the most sophisticated risk analysis methods available.

All of the programmes use Moody’s RiskCalc as a preliminary screening process, after that further vetting candidates through a range of qualitative and quantitative measures.

HSBC’s Heat programme uses three different external screening processes: after the initial RiskCalc check, German balance-sheet rating agency Kreditreform performs a second analysis of the potential companies, which then undergo a third analysis by a team headed by professor Baetge from the university of Münster, who originally developed RiskCalc. In the final step of the approval process an independent investment board reviews the analyses, and where it considers necessary, visits companies onsite before admitting them to the programme.
— snip —

Also das Kapital wird immerhin auch nicht blind vergeben. Alles keine Garantie, aber es klingt gut für meine Ohren. Auch die Mezzanine-Geber sind mit 7,27% bzw. 7,5% Zins (allerdings plus Gewinnbeteiligung) zufrieden, und tragen dabei doch ein deutlich höheres Risiko.

Das stimmt, zum Glück laufen sie erst im Dezember 2006
einerseits und (bei frühestmöglicher Kündigung) 2007
andererseits aus. Darauf habe ich tatsächlich geachtet :smile:.

Ahem, die sind in den Jahren 2004 und 2005 eingeräumt worden.
Die Laufzeit beträgt sieben Jahre, also befinden wir uns in
den Jahren 2011 und 2012 was die Rückzahlung angeht.

Hups, äh, genau, natürlich habe ich 2011/2012 gemeint. Ist schon spät.

Andererseits sind vermutlich mal institutionelle Augen über
das Unternehmen gewandert, ehe ein Darlehen aus dem
Mezzanine-Pool gewährt wurde.

Tja, darüber könnte ich einiges erzählen, aber ich darf - oder
will sicherheitshalber - nicht.

Im übrigen machst Du den Eindruck, als hättest Du Dich mit der
Sache beschäftigt und wärest auf recht informierter Basis zu
Deiner Entscheidung gekommen. Das finde ich in Ordnung oder
mehr wollte ich auch gar nicht vermitteln: Der Anreiz, die
sieben Prozent mitzunehmen, sollte nicht einziger Beweggrund
sein, die Anleihe zu erwerben.

Danke :smile:. Ich denke, ich habe in letzter Zeit einiges über die Materie gelernt. Ich habe auch mal aus Neugierde und mit der Vorahnung der Unseriosität die Anleihen der EECH-Gruppe begutachtet… die haben ganz andere Zahlen vorzuweisen. Etwa ein negatives Eigenkapital im Abschluss 2005 *hust*.

Danke auch für die Links.

Grüße,
Sebastian