Peco Bauwens in die NSDAP?

Warum wollte Peco Bauwens, der legendäre Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, unbedingt in die NSDAP?

Danke im Voraus!

Gruß Huggy Bear ;o)

Hallo Huggy,

soweit ich das verstanden habe, hat er 33 einen Antrag gestellt. Viele auch seiner späteren Äußerungen zeigen, dass er da wohl eine geistige Nähe hatte. In seinem Fall kam hinzu, dass er Sportfunktionär war und gerade die Nazis ja Sportförderung besonders auf die Fahnen geschrieben hatten (Die Olympiade in Berlin 1936 war ja nur ein Beispiel, schau doch mal unter Leni Riefenstahl nach). Da passten natürlich Dinge zusammen. Dass er wieder rausflog, weil seine Frau Jüdin war hat offensichtlich nicht in sein Kalkül gepasst. Aber nach dem Selbstmord seiner Frau hat er schnell wieder geheiratet, dieses Mal eine Frau mit Ariernachweis und seine Karriere gerettet. Nach dem Kreig kam die tote jüdische erste Frau natürlich gut, wenn er sich mal wieder im Ton vergriffen hatte. Also ein typischer Funktionärstypus mit Karriereambitionen.

Gruß
Peter B.

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Hallo

soweit ich das verstanden habe, hat er 33 einen Antrag
gestellt. Viele auch seiner späteren Äußerungen zeigen, dass
er da wohl eine geistige Nähe hatte.

Ich muß zugeben, daß ich mich erst durch die Frage mit Peco Bauwens beschäftigt habe, aber was für Äußerungen lassen auf eine geistige Nähe zur NSDAP schließen?

In seinem Fall kam hinzu,

dass er Sportfunktionär war und gerade die Nazis ja
Sportförderung besonders auf die Fahnen geschrieben hatten
(Die Olympiade in Berlin 1936 war ja nur ein Beispiel, schau
doch mal unter Leni Riefenstahl nach).

Leni Riefenstahl war aber weder Sportfunktionär, noch NSDAP-Mitglied.

Gruß

Hallo

soweit ich das verstanden habe, hat er 33 einen Antrag
gestellt. Viele auch seiner späteren Äußerungen zeigen, dass
er da wohl eine geistige Nähe hatte.

Ich muß zugeben, daß ich mich erst durch die Frage mit Peco
Bauwens beschäftigt habe, aber was für Äußerungen lassen auf
eine geistige Nähe zur NSDAP schließen?

-> Schau mal unter Bauwens im Wikipedia, da gibt es unter anderem Auszüge seiner Rede anläßlich der gewonnen Fußballweltmeisterschaft. Der hat 1954 noch im Sport so etwas wie ein Führerprinzip gefordert. Und seine Sprüche von wegen es muss uns Deutschen auch erlaubt sein unsere stolze Fahne zu schwenken (ebenfalls 1954) waren in damaliger Zeit ziemlich heftig.

In seinem Fall kam hinzu,

dass er Sportfunktionär war und gerade die Nazis ja
Sportförderung besonders auf die Fahnen geschrieben hatten
(Die Olympiade in Berlin 1936 war ja nur ein Beispiel, schau
doch mal unter Leni Riefenstahl nach).

Leni Riefenstahl war aber weder Sportfunktionär, noch
NSDAP-Mitglied.

Neee, die war nur persönlich mit Hitler befreundet und drehte Filme wie „Sieg des Willens“. Es ging dabei ja immer wieder um den harten „gesunden“ Arier. Schau Dir mal die bildsequenzen über den „Speerwerfer“ an. Und bezahlt wurden die Dreharbeiten ja vom Propagandaministerium.
Wie bereits im ersten Posting ausgeführt, war Sport und sowohl Breiten- wie auch Spitzensport gemäß der nationalsolzialistischen Ideologie eine wichtige Sache und wurde demnach mit Staatsmitteln unterstützt. Das umfaßte das Ideal des Germanischen Athleten (wie in den Riefenstahl-Filmen) genauso wie beispielsweise die Arbeit des Fußballbundes (wo wir dann Bauwens finden).

Gruß
Peter B.

Gruß

Hallo

-> Schau mal unter Bauwens im Wikipedia, da gibt es unter
anderem Auszüge seiner Rede anläßlich der gewonnen
Fußballweltmeisterschaft.

Den Artikel und den aus der „Zeit“ hatte ich bereits gelesen

Der hat 1954 noch im Sport so etwas wie ein Führerprinzip gefordert.

Das steht aber so nicht bei wiki:

Bauwens führte den Sieg von Bern auf den Beistand des germanischen Kriegsgottes Wotan zurück. Das Führerprinzip in der Mannschaft sei gewahrt worden.

Ich verstehe hiernei nicht, wie in einer Fußballmannschaft das Führerprinzip funktionieren soll, oder ob Wotan als 12.Mann herhalten soll. Jedenfalls war entweder Bauwens oder der Wiki-Autor total besoffen.

Und seine Sprüche von wegen es muss uns Deutschen auch erlaubt sein unsere stolze Fahne zu schwenken (ebenfalls 1954) waren in damaliger Zeit ziemlich heftig.

aber auch nicht nationalsozialistisch…

In seinem Fall kam hinzu,

dass er Sportfunktionär war und gerade die Nazis ja
Sportförderung besonders auf die Fahnen geschrieben hatten
(Die Olympiade in Berlin 1936 war ja nur ein Beispiel, schau
doch mal unter Leni Riefenstahl nach).

Leni Riefenstahl war aber weder Sportfunktionär, noch
NSDAP-Mitglied.

Neee, die war nur persönlich mit Hitler befreundet und drehte
Filme wie „Sieg des Willens“.

„Triumph des Willens“?

Es ging dabei ja immer wieder um den harten „gesunden“ Arier. Schau Dir mal die bildsequenzen über den „Speerwerfer“ an. Und bezahlt wurden die Dreharbeiten ja vom Propagandaministerium.

Hierzu nochmal wiki

Riefenstahl gewann mehrere Preise in Deutschland, aber auch in den USA, Frankreich, Schweden und anderen Ländern. Bereits 1937 wurde Riefenstahl für diesen Film während der Weltausstellung in Paris mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Das Werk beeinflusste mit seiner Ästhetik nach dem Zweiten Weltkrieg Spielfilme, Dokumentarfilme bis hin zur Werbung und warf damit immer wieder die Frage nach der Trennlinie zwischen Kunst, Politik und Ethik auf.
http://de.wikipedia.org/wiki/Triumph_des_Willens
Der Film läßt sich daher vielleicht nicht nur auf „Arier“-Propaganda reduzieren.

Das umfaßte das Ideal des Germanischen Athleten (wie in den
Riefenstahl-Filmen) genauso wie beispielsweise die Arbeit des
Fußballbundes (wo wir dann Bauwens finden).

Es war aber gefragt warum Bauwens in die NSDAP eingetreten ist, und da macht sich ein Vergleich mit der Riefenstahl eben schlecht.

Gruß

Hallo

-> Schau mal unter Bauwens im Wikipedia, da gibt es unter
anderem Auszüge seiner Rede anläßlich der gewonnen
Fußballweltmeisterschaft.

Den Artikel und den aus der „Zeit“ hatte ich bereits gelesen

Der hat 1954 noch im Sport so etwas wie ein Führerprinzip gefordert.

Das steht aber so nicht bei wiki:

Bauwens führte den Sieg von Bern auf den Beistand des
germanischen Kriegsgottes Wotan zurück. Das Führerprinzip in
der Mannschaft sei gewahrt worden.

Wiki ist da relativ kurz. Ich hatte da hauptsächlich auf Wiki verwiesen, weil da der Auszug aus der Rede stand. Und Du musst diese Dinge aus der Sicht von damals betrachten.

Ich verstehe hiernei nicht, wie in einer Fußballmannschaft das
Führerprinzip funktionieren soll, oder ob Wotan als 12.Mann
herhalten soll. Jedenfalls war entweder Bauwens oder der
Wiki-Autor total besoffen.

Deiner persönlichen Ansicht nach. Tatsächlich hat der Mann doch mehr oder weniger an die Ansprachen über die Olympiahelden 1936 angeknüpft.

Und seine Sprüche von wegen es muss uns Deutschen auch erlaubt sein unsere stolze Fahne zu schwenken (ebenfalls 1954) waren in damaliger Zeit ziemlich heftig.

aber auch nicht nationalsozialistisch…

Wurden in damaliger Zeit aber durchaus so verstanden. Wobei Du offensichtlich auch den ersten Teil der Geschichte hier ausklammerst, nämöich, dass er selbst ja einen Antrag stellte, Mitglied der NSDAP wurde, wegen seiner jüdischen Frau wieder rausflog, die Frau Selbstmord wegen der Schikanen beging und er wieder heiratete (dieses Mal arisch) und wieder in die NSDAP eintrat.

In seinem Fall kam hinzu,

dass er Sportfunktionär war und gerade die Nazis ja
Sportförderung besonders auf die Fahnen geschrieben hatten
(Die Olympiade in Berlin 1936 war ja nur ein Beispiel, schau
doch mal unter Leni Riefenstahl nach).

Leni Riefenstahl war aber weder Sportfunktionär, noch
NSDAP-Mitglied.

Neee, die war nur persönlich mit Hitler befreundet und drehte
Filme wie „Sieg des Willens“.

„Triumph des Willens“?

Triumph, Du hast Recht.

Es ging dabei ja immer wieder um den harten „gesunden“ Arier. Schau Dir mal die bildsequenzen über den „Speerwerfer“ an. Und bezahlt wurden die Dreharbeiten ja vom Propagandaministerium.

Hierzu nochmal wiki

Worauf bezieht sich dieser Halbsatz? Auf das was drüber steht oder das was drunter steht?

Riefenstahl gewann mehrere Preise in Deutschland,
aber auch in den USA, Frankreich, Schweden und anderen
Ländern. Bereits 1937 wurde Riefenstahl für diesen Film
während der Weltausstellung in Paris mit einer Goldmedaille
ausgezeichnet. Das Werk beeinflusste mit seiner Ästhetik nach
dem Zweiten Weltkrieg Spielfilme, Dokumentarfilme bis hin zur
Werbung und warf damit immer wieder die Frage nach der
Trennlinie zwischen Kunst, Politik und Ethik auf.

http://de.wikipedia.org/wiki/Triumph_des_Willens
Der Film läßt sich daher vielleicht nicht nur auf
„Arier“-Propaganda reduzieren.

Er war aber auch Teil davon. Deswegen warf er ja die Frage auf. Der interessante Teil ist doch, dass es eben um dieses Sportlerideal ging, dass so gut in die Ideologie passte. Deswegen habe ich es als ein Beispiel herausgezogen.

Das umfaßte das Ideal des Germanischen Athleten (wie in den
Riefenstahl-Filmen) genauso wie beispielsweise die Arbeit des
Fußballbundes (wo wir dann Bauwens finden).

Es war aber gefragt warum Bauwens in die NSDAP eingetreten
ist, und da macht sich ein Vergleich mit der Riefenstahl eben
schlecht.

Ich finde, er macht sich nach wie vor gut, um das Klima zu beleuchten. Du beziehst Dich auf die Riefenstahl, die aber eben nur als Beispiel für dieses Klima diente. IM Originalposting habe ich, meiner Meinung nach, bereits hinreichend, dargestellt, worum es also für den Funktionär Bauwein gegangen ist. Ein linientreuer Sportfunktionär, noch dazu einer, der wirklich geistig nahe stand, konnte unter den Nazis Karriere machen.

Gruß
Peter

Hallo

Deiner persönlichen Ansicht nach. Tatsächlich hat der Mann
doch mehr oder weniger an die Ansprachen über die
Olympiahelden 1936 angeknüpft.

Also ich kenne weder die orginal Aussage von Bauwens noch die Olympiahelden-Ansprachen von 1936. Kannst Du mich vielleicht mal einweihen?

Und seine Sprüche von wegen es muss uns Deutschen auch erlaubt sein unsere stolze Fahne zu schwenken (ebenfalls 1954) waren in damaliger Zeit ziemlich heftig.

aber auch nicht nationalsozialistisch…

Wurden in damaliger Zeit aber durchaus so verstanden.

Glaube ich nicht. Man kann die Ansprache als revanchistisch bezeichnen – aber für nationalsozialistisch fehlt mir entweder der Antisemitismus oder der Hitlerkult.

Wobei Du offensichtlich auch den ersten Teil der Geschichte hier
ausklammerst,

weil es für die Ansprache unwichtig ist…

nämöich, dass er selbst ja einen Antrag stellte,
Mitglied der NSDAP wurde, wegen seiner jüdischen Frau wieder
rausflog, die Frau Selbstmord wegen der Schikanen beging und
er wieder heiratete (dieses Mal arisch) und wieder in die
NSDAP eintrat.

Soweit ich weiß hat er nie ein NSDAP-Parteibuch bekommen (weder vor noch nach dem Tod seiner Frau)

Worauf bezieht sich dieser Halbsatz? Auf das was drüber steht
oder das was drunter steht?

drunter

Er war aber auch Teil davon. Deswegen warf er ja die Frage
auf. Der interessante Teil ist doch, dass es eben um dieses
Sportlerideal ging, dass so gut in die Ideologie passte.
Deswegen habe ich es als ein Beispiel herausgezogen.

So sah aber vielleivcht das Schönheitsideal der damaligen Zeit aus – deshalb auch die vielen internationalen Auszeichnungen

Ich finde, er macht sich nach wie vor gut, um das Klima zu
beleuchten. Du beziehst Dich auf die Riefenstahl, die aber
eben nur als Beispiel für dieses Klima diente.

Ich sehe den Widerspruch darin, daß Frau Riefenstahl ohne Parteibuch Karriere gemacht, Bauwens aber in die Partei wollte um Karriere zu machen (geschafft hat er es im 3. Reich ja nicht).

Gruß

Hallo

Deiner persönlichen Ansicht nach. Tatsächlich hat der Mann
doch mehr oder weniger an die Ansprachen über die
Olympiahelden 1936 angeknüpft.

Also ich kenne weder die orginal Aussage von Bauwens noch die
Olympiahelden-Ansprachen von 1936. Kannst Du mich vielleicht
mal einweihen?

Äh … aber Du hast den Wikiartikel über den wir hier die ganze Zeit reden, schon gelesen? Bavor wir weiter diskutieren, vielleicht liest Du auch mal schnell über Olympia Berlin nach? Nur so als Einstimmung bevor Du versuchst, alles kategorisch mit „nein“ zu beschriften?

Und seine Sprüche von wegen es muss uns Deutschen auch erlaubt sein unsere stolze Fahne zu schwenken (ebenfalls 1954) waren in damaliger Zeit ziemlich heftig.

aber auch nicht nationalsozialistisch…

Wurden in damaliger Zeit aber durchaus so verstanden.

Glaube ich nicht. Man kann die Ansprache als revanchistisch
bezeichnen – aber für nationalsozialistisch fehlt mir
entweder der Antisemitismus oder der Hitlerkult.

„Es war wirklich etwas so Hinreißendes, das wirklich zeigt, dass es eine Volksbewegung geworden ist, die etwas gelenkt und gesteuert und gefördert werden muss von unserem Staat.“ P.Bauwens anläßlich der Fußballweltmeisterschaft von 1954. Wie anders hätte er denn das Gleichschaltungsprinzip im Sport anders ausdrücken können?
Nationalsozialismus war mehr als Antisemitismus und Hitlerkult. Zunächst einmal ging es ja auch um Führerkult, der Personenkult war ja durch Hitlers Selbstmord irrelevant geworden. Dazu empfehle ich Dir wiederum den Wikiartikel den Du hier die ganze Zeit für falsch erklärst (und wohl nicht vollständig gelesen hast).
Außerdem musst selbst Du zugeben, dass revanchistisch 1954 niocht besonders clever war, denn diese Ideen kamen ja genau aus den Resten der rechten Ecke.

Wobei Du offensichtlich auch den ersten Teil der Geschichte hier
ausklammerst,

weil es für die Ansprache unwichtig ist…

Also, lass mich dass zusammenfassen,m damit ich es richtig verstehe. Die Ursprungsfrage lautete, warum er in die NSDAP wollte. Und Du erklärst, alles, außer einer Ansprache von 1954 sei unwichtig, weil Du (aus heutiger Sicht) eventuell diskutieren kannst, heute wäre das nicht rechts gewesen? Seinen Antrag auf Mitgliedschaft vergessen wir, das generelle Klima der Sportszene der Nazizeit vergessen wir, die Geschichte, die damqals mit seiner ersten Frau vergessen wir … so bekommst Du sogar Göbbels weiß gewaschen. Wo geht das jetzt hin?

nämöich, dass er selbst ja einen Antrag stellte,
Mitglied der NSDAP wurde, wegen seiner jüdischen Frau wieder
rausflog, die Frau Selbstmord wegen der Schikanen beging und
er wieder heiratete (dieses Mal arisch) und wieder in die
NSDAP eintrat.

Soweit ich weiß hat er nie ein NSDAP-Parteibuch bekommen
(weder vor noch nach dem Tod seiner Frau)

Er war ein Jahr lang Mitglied, muß also ein Parteibuch gehabt haben. Und nachdem seine Frau tot war, war er, soviel ich weiß, erneut Mitglied. Theoretisch wäre es auch ander unerklärlich in seiner damaligen Position.

Worauf bezieht sich dieser Halbsatz? Auf das was drüber steht
oder das was drunter steht?

drunter

Er war aber auch Teil davon. Deswegen warf er ja die Frage
auf. Der interessante Teil ist doch, dass es eben um dieses
Sportlerideal ging, dass so gut in die Ideologie passte.
Deswegen habe ich es als ein Beispiel herausgezogen.

So sah aber vielleivcht das Schönheitsideal der damaligen Zeit
aus – deshalb auch die vielen internationalen
Auszeichnungen

Ja, es entsprach dem damaligen in Deutschland propagierten Ideal. Das hat ja auch Hitler selbst eben im Vorfeld zu Olympia 36 so gesagt. Gesunde Körper ergeben einen gesunden Volkskörper. Und was Filpreise angeht, welche Aussagekraft haben die Deiner Meinung nach? Da bin ich doch mal gespannt.

Ich finde, er macht sich nach wie vor gut, um das Klima zu
beleuchten. Du beziehst Dich auf die Riefenstahl, die aber
eben nur als Beispiel für dieses Klima diente.

Ich sehe den Widerspruch darin, daß Frau Riefenstahl ohne
Parteibuch Karriere gemacht, Bauwens aber in die Partei wollte
um Karriere zu machen (geschafft hat er es im 3. Reich ja
nicht).

Erstens hatte die Riefenstahl nicht mit so viel Konkurrenz zu kämpfen und im Gegensatz zu Bauwens sicher auch des Führers persönliche Sympathy. Zweitens war Bauwens Problem offensichtlich immer schon mangelnde Cleverness und mangelnde Demokratie. Abgesehen von seinen Ambitionen war er sicher eigentlich kein geeigneter Kandidat für solche Ämter. Um so erstaunlicher ist es, dass er überhaupt so weit kam. Ein Schuft, der Böses dabei denkt …

Gruß
Peter B.

Hallo

Äh … aber Du hast den Wikiartikel über den wir hier die
ganze Zeit reden, schon gelesen?

Äh… in diesem Wiki-Artikel
http://de.wikipedia.org/wiki/Bauwens
finde ich nur eine handvoll Auszüge und unbelegte Kommentare zu seiner Rede. Anhand der Zitate kann ich beim besten Willen keine geistige Nähe zur NSDAP erkennen. Deshalb dachte ich, daß Du vielleicht auch andere Quellen vorliegen hast, aus denen das besser hervorgeht.

Bavor wir weiter diskutieren vielleicht liest Du auch mal schnell über Olympia Berlin nach?
Nur so als Einstimmung bevor Du versuchst, alles kategorisch
mit „nein“ zu beschriften?

Jetzt spann mich nicht länger auf die Folter: welche Olympia-Ansprache meinst du und wo finde ich sie. Im Wikipedia-Artikel zu den Sommerspielen 1936 habe ich beim querlesen auch nichts handfestes gefunden.
Du darfst auch nicht vergessen,daß jede Epoche ihre eigene Sprache hat. Und viele Begriffe bei denen wir heute sofort rechtes Gedankengut vermuten waren lange Zeit wertneutral. Lies mal was von Friedrich Ebert oder hör dir mal eine Sportmoderation aus den 50er Jahren an: jeder der die Hintergründe nicht kennt, denkt sofort das wären Aufzeichnungen aus dem 3. Reich.

„Es war wirklich etwas so Hinreißendes, das wirklich zeigt,
dass es eine Volksbewegung geworden ist, die etwas gelenkt und
gesteuert und gefördert werden muss von unserem Staat.“
P.Bauwens anläßlich der Fußballweltmeisterschaft von 1954. Wie
anders hätte er denn das Gleichschaltungsprinzip im Sport
anders ausdrücken können?

Du wirst lachen: Sport wird auch heute vom Staat gelenkt, gesteuert und gefördert (Anti-Doping-Gesetze, Fördergelder usw.).

Nationalsozialismus war mehr als Antisemitismus und
Hitlerkult.

Dann bin ich jetzt aber gespannt

Zunächst einmal ging es ja auch um Führerkult,

Den gibt es auch in anderen Diktatur-Formen: Faschismus, Kommunismus, usw. – ist also kein zwingender Beweis für eine geistige Nähe zur NSDAP. Genausogut könnte er Stalinist sein.

der Personenkult war ja durch Hitlers Selbstmord irrelevant
geworden. Dazu empfehle ich Dir wiederum den Wikiartikel den
Du hier die ganze Zeit für falsch erklärst (und wohl nicht
vollständig gelesen hast).

1.) Die Aussage mit der „Wahrung des Führerprinzips“ stammt vom Artikel-Autor – es ist nicht belegt, sondern wahrscheinlich eine subjektive Auslegung selbigen.
2.) Das Führerprinzip greift auch in vielen anderen Bereichen und ist keine NS-Erfindung. SO gibt es z.B. bei der Bundeswehr Gruppenführer, Zugführer usw.

Außerdem musst selbst Du zugeben, dass revanchistisch 1954
niocht besonders clever war, denn diese Ideen kamen ja genau
aus den Resten der rechten Ecke.

Quatsch, Revanchismus gibt es zu jeder Zeit, auf der ganzen Welt. Das hat zwangsläufig nichts mit nationalsozialismus zu tun.

Also, lass mich dass zusammenfassen,m damit ich es richtig
verstehe. Die Ursprungsfrage lautete, warum er in die NSDAP
wollte. Und Du erklärst, alles, außer einer Ansprache von 1954
sei unwichtig, weil Du (aus heutiger Sicht) eventuell
diskutieren kannst, heute wäre das nicht rechts gewesen?
Seinen Antrag auf Mitgliedschaft vergessen wir, das generelle
Klima der Sportszene der Nazizeit vergessen wir, die
Geschichte, die damqals mit seiner ersten Frau vergessen wir
… so bekommst Du sogar Göbbels weiß gewaschen. Wo geht das
jetzt hin?

Du hast ihm eine geistige Nähe zur NSDAP unterstellt, die aus besagter Rede hervorgeht. Was tut da seine Frau zur Sache oder der Antrag auf Mitgliedschaft in der NSDAP. Was ich bisher über Bauwens erfahren habe, würde ich ihn z.Zt. als Mitläufer und Wendehals einstufen, der in die NSDAP wollte um weiterhin sportl. Karriere zu machen.

Er war ein Jahr lang Mitglied, muß also ein Parteibuch gehabt
haben. Und nachdem seine Frau tot war, war er, soviel ich
weiß, erneut Mitglied. Theoretisch wäre es auch ander
unerklärlich in seiner damaligen Position.

Dann trenne dich doch mal von Wikipedia (der Autor hat wahrscheinlich eh nur kopiert bei anderen kopiert) und lies mal hier nach
http://zeus.zeit.de/text/2006/12/A-Bauwens
Doch statt auf Distanz zu gehen, bewarb sich Bauwens um die Mitgliedschaft in der NSDAP. Das Aufnahmebegehren scheiterte allerdings. Zwar erreichte der Antrag die Parteizentrale in München, wo auf den Namen Peter Josef (!) Bauwens eine Karteikarte angelegt wurde (Eintrittsdatum 1.Mai 1933, Mitgliedsnummer 2103982). Die Übergabe des Parteibuchs, durch die der Beitritt rechtswirksam geworden wäre, aber unterblieb. Die Satzung der NSDAP schloss eine Mitgliedschaft aus, wenn der Ehepartner des Antragstellers Jude war.

Ja, es entsprach dem damaligen in Deutschland propagierten
Ideal. Das hat ja auch Hitler selbst eben im Vorfeld zu
Olympia 36 so gesagt. Gesunde Körper ergeben einen gesunden
Volkskörper. Und was Filpreise angeht, welche Aussagekraft
haben die Deiner Meinung nach? Da bin ich doch mal gespannt.

Das der Film nicht nur den Nationalsozialisten gefiel, sondern auch den Demokraten oder sonstwem in der weiten Welt. Wenn diesen Film nicht Riefenstahl, sondern Spielberg gemacht hätte, würden sich heute die Kritiker vor Begeisterung überschlagen.

Erstens hatte die Riefenstahl nicht mit so viel Konkurrenz zu
kämpfen

Es gab wohl keine Regisseure in Dtl. oder gab es eine Frauenquote in der NS-Filmbranche?

und im Gegensatz zu Bauwens sicher auch des Führers
persönliche Sympathy.

Aber erst nachdem sie sich einen Ruf als Regisseurin gemacht hatte. Also aufgrund ihrer Leistungen und nicht ihrer Parteizugehörigkeit.

Zweitens war Bauwens Problem
offensichtlich immer schon mangelnde Cleverness und mangelnde
Demokratie. Abgesehen von seinen Ambitionen war er sicher
eigentlich kein geeigneter Kandidat für solche Ämter. Um so
erstaunlicher ist es, dass er überhaupt so weit kam. Ein
Schuft, der Böses dabei denkt …

Wie gesagt die Karriere hat er erst im demokratischen Nachkriegsdeutschland gemacht

Gruß