Hi,
was ist daran ungewöhnlich? Wie schon anderweits gesagt: Das
Hirn ‚verkrampft‘ sich, wenn zu (verzweifelt oder auch nicht
verzweifelt) nach etwas suchst.
Ich geh’ da meist ein bisschen entspannter dran, und dann ist
das Wort auf einmal da, wenn ich absolut überhaupt nicht daran
denke.
Klar, und Danke „Nr. zwo“, für die ausführliche Reflektion, man kennt das. Aber was passiert da?
Eben beim Duschen, 9:30 etwa, mit dem ersten Wasserstrahl, es tut mir fast leid, fiel mir das Wort „Arianer“ wie selbstverständlich wieder ein. Ich vermute, daß meine Aktion bei „wer-weiß-was“ wie so eine Art Katalysator gewirkt hat.
Vielleicht wirkten auch Deine Gedanken, bevor Du sie aufgeschrieben hast und ich sie gelesen hatte. (Ich weiß, das klingt erstmal verrückt.)
Du umschreibst sehr plausibel, weil bildhaft, wie der Mensch beim Suchen in den falschen Ordnern, die richtigen Ordner vermauert, oder den Zugang dahin. Du gebrauchtest dabei zwei unterschiedliche Denkansätze:
a. Das Gehirn sucht; quasi ohne meine Einmischung, - und muß manchmal warten, bis ich eingeschlafen bin und nicht mehr im Weg stehe.
b. Ich, als der bewußte Mensch, suche im Gehirn oder mit den Mitteln meines Gehirns ein Wort.
Beide Beispielbilder sind natürlich irreführend. Das Gehirn ist dabei offenbar ein gegenständlicher dreidimensionaler Körper oder ein dreidimensionaler Raum mit einer hochkomplexen Raumordnung und Milliarden „Transistoren“, Verbindungsleitungen und Datenspeicher, Erinnerungsspeicher, mit Denk- und Gefühlsfunktionen.
Das bewußte Ich meiner gegenständlichen Präsenz ist höchstens eindimensional und müßte dabei in diesem Hirn (ohne Taschenlampe) herumgeistern, um ein Wort zu suchen. Das ist ebenfalls absurd.
So geht das nicht. 
Beruflich bin ich Englischdozentin in der Erwachsenenbildung -
und auch da kommt es oft genug vor, dass ich nach einem Wort
gefragt werde, was mir nicht sofort einfallen will. Dann sage
ich halt, wartet mal ne Weile, wenn’s mir einfällt, sag ich’s
Euch. Und garantiert, irgendwann während des Unterrichts ist
das Wort dann plötzlich da.
Neid. Bei Facebook muß ich viel englisch lesen und schreiben und begegne dem Problem „Finden und Verstehen“ dauernd. Aber da ist das Problem normal, alltäglich.
Eine halbwegs wissenschaftliche Erklärung: Dein Hirn muss
bestimmte ‚Pfade‘ ablaufen, um gespeichertes Wissen zu finden.
Wenn Du krampfhaft die falschen Pfade abläufst, lässt Du dem
Hirn quasi keine Chance, die richtigen Pfade abzulaufen, um
überhaupt fündig werden zu können.
Stell’ Dir analog dazu vor, Du suchst auf Deinem Computer nach
einer Datei. Guckst aber ständig in den falschen Ordnern und
Unterordern. Dann musst Du sozusagen erstmal wieder ‚zurück
auf Start‘, um überhaupt auf die Idee zu kommen, noch anderswo
zu suchen.
gruss, isabel
PS: Ganz allgemein ist das Unterbewusstsein doch echt was sehr
Spannendes: Vor 'ner Weile wollte mir der Name eines Arztes
nicht einfallen - er hat seine Praxis direkt neben meiner
letzten Wohnung. Ich wollte eigentlich gerne einen Termin bei
ihm bekommen, aber mir war der Weg zu weit, auf gut Glück
vorbeizufahren. Und um die Nummer nachzuschlagen, brauchte ich
eben den Namen.
Am nächsten Morgen wachte ich auf und hatte den Namen
GETRÄUMT! Sehr praktisch, kann ich nur sagen.
ist mysteriös!
Ich muß jetzt los. Danke nochmal. Ich schicke Dir am Abend ein passend-schönes englisches Gedicht.
ganz herzlich
Friedhelm