@Pendragon betr. Zen-Buch aus 'Sonstiges'

Hallo Marion,

bezüglich deiner Antwort zum Zen-Buch in „Sonstiges“ hätte ich noch eine Nachfrage.

Im ersten Posting stand laut Mail " das klingt nun wiederum recht empfehlenswert, (sofern die Übersetzung was taugt :smile:". Im endgültigen Posting steht „auch wenn ich nach genauerem Hinsehen diesen Koun Roshi Yamada für etwas suspekt halte.“

Meine Frage ist, woran du denn das „Suspekt-Sein“ festmachst. Soweit ich mich erinnere, ist der Autor gleichzeitig christlicher Pater und Zenmeister, was natürlich die Sache schon problematisch macht, aber immerhin ist auch Enomia-Lassalle (Schreibung wahrscheinlich nicht korrekt!) meines Wissens beides gewesen, oder irre ich mich da? [… Mein Gott, ist das alles lange her …]

Den Tipp mit dem BI-YÄN-LU nehme ich übrigens dankend an, ich werde mir die Ausgabe besorgen.

Herzliche Grüße

Thomas

Hallo Marion,

bezüglich deiner Antwort zum Zen-Buch in „Sonstiges“ hätte ich
noch eine Nachfrage.

Im ersten Posting stand laut Mail " das klingt nun
wiederum recht empfehlenswert, (sofern die Übersetzung was
taugt :smile:".

Ja, sorry, ich hab beim ersten flüchtigek Überlesen das Buch um das es hier geht mit dem unten von mir genannten verwechselt (der Titel ist ja ähnlich und das unten genannte ist auch mehrbändig). Allerdings bin ich dann doch noch über den japanischen Namen des Autors gestolpert und hab diesbezüglich ein wenig recherchiert.

Im endgültigen Posting steht "auch wenn ich nach

genauerem Hinsehen diesen Koun Roshi Yamada für etwas suspekt
halte."

Meine Frage ist, woran du denn das „Suspekt-Sein“ festmachst.

Koun Roshi Yamada war wohl ein Lehrer der sogenannten Sanbo-kyodan Schule. Weder von Schule, noch von lehrer hab ich je was gehört, wohl auch, weil es sich nicht um eine Schule handelt, die der DBU angehört. Die Schule ist relativ neu (erste Mitte der 50er Jahre in Japan gegründet). Auch war Yamada meines Wissens nicht ordiniert sondern Geschäftsmann in Kyoto. Weiter Infos findest du u.a. auch auf Jägers HP: http://www.willigis-jaeger.de/Sanbokyodan/sanbokyoda… und Peter Lengsfeld ist für mich schlichtweg ein katholischer Thologe. Dass die beiden nun Lehrreden zu Koans verfassen find ich dann doch sehr bemerkenswert :smile: Dennoch muss das alles nichts heißen. Vielleicht ist das Buch auch ganz klasse.

Aus „offiziellen buddhistischen Quellen“ wie z.B. der DBU hab ich auch noch keinen Kommentar zu dem Buch gesehen. Ich werd aber mal drauf achten, ob da was kommt.

Was mich persönlich interessieren würde ist, welche Übersetzung hier zugrundegelegt wird, oder ob gar eine ganz neue, eigene Übersetzung gemacht würde. Dazu steht leider nichts in der Buchbeschreibung, vielleicht steht was im Buch selbst und du verrätst es mir, falls du es dir kaufen solltest :smile:

Soweit ich mich erinnere, ist der Autor gleichzeitig
christlicher Pater und Zenmeister, was natürlich die Sache
schon problematisch macht, aber immerhin ist auch
Enomia-Lassalle (Schreibung wahrscheinlich nicht korrekt!)
meines Wissens beides gewesen, oder irre ich mich da? […
Mein Gott, ist das alles lange her …]

Ja, Hugo Lassalle war wohl auch bei eben dieser ZEN-Schule, sowie jede Menge andere katholische und evangelische Mönche, Priester etc.

Ich finde das ganze hochgradig merkwürdig, da sich nach meiner Auffassung Christentum und Buddhismus in einigen wesentlichen Punkten widersprechen. IMHO kann man nicht gleichzeitig die christliche und die buddhistische Lehre als Ganzes für sich annehmen. Mann kann sich jedoch sicher aus beiden Religionen was zusammensuchen für ein eigenes Weltbild, aber ob das dann noch Christentum oder Buddhismus ist ? Ich hab da so meine Zweifel, aber das ist jetzt meine ganz persönliche Meinung.

Lieben Gruss
Marion

Hallo Marion,

sorry, weshalb ich im Moment immer mit Verzögerung antworte, aber unsere Zeitplanung ist babygesteuert! :smile:

Auch war Yamada meines Wissens nicht ordiniert sondern
Geschäftsmann in Kyoto.

Ok, das ist bedenklich.

Aus „offiziellen buddhistischen Quellen“ wie z.B. der DBU hab
ich auch noch keinen Kommentar zu dem Buch gesehen. Ich werd
aber mal drauf achten, ob da was kommt.

Es wäre nett, wenn du mich da auf dem Laufenden halten könntest, weil ich momentan dafür keine Nerven habe …

Was mich persönlich interessieren würde ist, welche
Übersetzung hier zugrundegelegt wird, oder ob gar eine ganz
neue, eigene Übersetzung gemacht würde. Dazu steht leider
nichts in der Buchbeschreibung, vielleicht steht was im Buch
selbst und du verrätst es mir, falls du es dir kaufen solltest

-)

Ich werde das Buch auf jeden Fall erstmal zur Ansicht über die Fernleihe bestellen. Dann kann ich dir auch über die Übersetzung berichten. :smile:

Ich finde das ganze hochgradig merkwürdig, da sich nach meiner
Auffassung Christentum und Buddhismus in einigen wesentlichen
Punkten widersprechen. IMHO kann man nicht gleichzeitig die
christliche und die buddhistische Lehre als Ganzes für
sich annehmen. Mann kann sich jedoch sicher aus beiden
Religionen was zusammensuchen für ein eigenes Weltbild, aber
ob das dann noch Christentum oder Buddhismus ist ? Ich hab da
so meine Zweifel, aber das ist jetzt meine ganz persönliche
Meinung.

Nun gut, darüber könnte man diskutieren. Beide Seiten sind ja kulturell gefärbt, und wenn man den Dalai Lama ernst nimmt, dann kommt es ja nicht darauf an, etwas „ganz“ zu übernehmen, sondern man soll lieber gesunde Mischungen bevorzugen, die einem selbst munden. Aber das ist ja letztlich eine Frage, die sich eigentlich doch nicht diskutieren lässt, weil Religion ja von sich aus subjektiv gefärbt ist. Ich denke allerdings, dass die christlichen Kirchen zumindest der ORT sind, wo eine Vermittlung überhaupt stattfinden kann. Denn buddhistische Tempel sind ja immer noch selten (ich kenne nur den in Berlin) - und außerdem nicht jedermanns Sache. Davon unberührt aber ist - meine ich - die Lektüre der Texte.

Herzliche Grüße

Thomas

Buddhismus und Christentum
Hallo Thomas

sorry, weshalb ich im Moment immer mit Verzögerung antworte,
aber unsere Zeitplanung ist babygesteuert! :smile:

Na dann ist ja mit der nächsten Antwort in etwas 4 Stunden in der nächsten Schlafphase zu rechnen *g*.

Aus „offiziellen buddhistischen Quellen“ wie z.B. der DBU hab
ich auch noch keinen Kommentar zu dem Buch gesehen. Ich werd
aber mal drauf achten, ob da was kommt.

Es wäre nett, wenn du mich da auf dem Laufenden halten
könntest, weil ich momentan dafür keine Nerven habe …

Mach ich. Allerdings kann ich dir nichts versprechen oder vorausahnen, in wiefern dieses Werk „offiziell“ überhaupt zur Kenntnis genommen wird.

Ich werde das Buch auf jeden Fall erstmal zur Ansicht über die
Fernleihe bestellen. Dann kann ich dir auch über die
Übersetzung berichten. :smile:

Danke, das ist lieb. Deine Meinung im Vergleich zum Bi-Yän-lu interessiert mich da natürlich auch.

Nun gut, darüber könnte man diskutieren. Beide Seiten sind ja
kulturell gefärbt,

schon, aber wenn man das weglässt, was ich auch im Buddhismus immer so gerne etwas salopp als „Folklore“ bezeichne, so bleibt doch bei beiden Religionen ein Kern der Lehre vorhanden.

und wenn man den Dalai Lama ernst nimmt,
dann kommt es ja nicht darauf an, etwas „ganz“ zu übernehmen,
sondern man soll lieber gesunde Mischungen bevorzugen, die
einem selbst munden.

Ich denke, dass er das so wohl eher nicht gesagt hat und mit dererlei Aussagen sollte man auch vorsichtig sein. Das könnte nämlich dazu führen, dass sich jeder aus allen möglichen Religionen nur das herauspickt, was von vorneherein in sein eigenes Weltbild passt, und das ist ganz sicher nicht im Sinne des Buddhismus, davor wird sogar ausdrücklich gewarnt.

Aber das ist ja letztlich eine Frage, die

sich eigentlich doch nicht diskutieren lässt, weil Religion ja
von sich aus subjektiv gefärbt ist.

Sicher hat die Ausprägungsform einer Religion auch sowohl mit dem kulturellen Umfeld, als auch mit der individuellen Persönlichkeit eines Menschen zutun. Beste Beispiele, die ich immer gerne anführe, sind die doch extrem gegensätzlich anmutenden Ausprägungsformen des Buddhismus im Zen und im tibetischen Buddhismus. Nichts testotrotz hab ich noch keinen Buddhisten erlebt, der einer dieser beiden Richtungen absprechen würde, buddhistisch zu sein. Also muss es doch einen Kern einer Lehre geben, der allgemein anerkannt ist und als Unterscheidungsmerkmal beispielsweise zu anderen Lehren oder Religionen dient und der eben nicht subjektiv ist.

Ich denke allerdings, dass

die christlichen Kirchen zumindest der ORT sind, wo eine
Vermittlung überhaupt stattfinden kann. Denn buddhistische
Tempel sind ja immer noch selten (ich kenne nur den in Berlin)

  • und außerdem nicht jedermanns Sache.

hm…ich versteh jetzt nicht ganz, was du mit „Vermittlung“ meinst und wofür du dafür einen Tempel brauchst *g*. Wenn sich ein Christ für den Buddhismus interessiert, so gibt es in fast jeder größeren Stadt mittlerweile buddhistische Gruppen, wo er Leute findet, mit denen er sich austauschen kann, oder er nimmt einfach ein gutes Buch zur Hand, oder er fragt bei w-w-w nach :smile:

Hier passen allerdings vielleicht die Aktivitäten von Jäher und Co. Ich hab nämlich den Eindruck, dass diese Gruppe versucht, buddhistische Lehren ins Christentum hineinzutragen. Ich kann gut verstehen, dass sich die christlichen Kirchen von „offzieller“ Seite jedoch gegen diese Bestrebungen wehren, denn IMHO würde das über kurz oder lang die christliche Lehre sprengen, sprich: es würde keine erstrebenswerte Reform statt, sondern Dogmen uns Glaubsgrundsätze des Christentums würden vermutlich so auf der Strecke bleiben, dass da Christentum als solches kaum noch erkennbar wäre. Entweder ergäbe das dann einen Buddhismus mit christlichem Anstrich oder ein Christentum mit buddhistischem Anstrich.

Ich finde aber, diese Zeiten sind eigentlich vorbei. Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die Lehre vom „Ballast“ der vor Ort vorgefundenen Religionen und kulturellen Eigenarten zu befreien. Dies liegt auch nahe, weil vermutlich nie zuvor der Informationsfluss zwischen unterschiedlichen buddhistischen Gruppen so gross war wie heute. Die Lehre dient dabei als gemeinsame, von allen akzeptierte Grundlage. Daher wirst du auch vermutlich kaum sehen, dass sich Anhänger unterschiedlicher buddhistischer Gruppen hier in die Haare kriegen werden, wie man es bei den Christen hier immer so beobachtet.

Davon unberührt aber

ist - meine ich - die Lektüre der Texte.

Klar, jedes Buch muss für sich erweisen, ob es etwas taugt oder nicht. Die entscheidende Frage ist, welche Kriterien man festlegt, um den Inhalt eines Buches zu beurteilen.

lieben Gruss
Marion

Hallo Marion,

und wenn man den Dalai Lama ernst nimmt,
dann kommt es ja nicht darauf an, etwas „ganz“ zu übernehmen,
sondern man soll lieber gesunde Mischungen bevorzugen, die
einem selbst munden.

Ich denke, dass er das so wohl eher nicht gesagt hat und mit
dererlei Aussagen sollte man auch vorsichtig sein. Das könnte
nämlich dazu führen, dass sich jeder aus allen möglichen
Religionen nur das herauspickt, was von vorneherein in sein
eigenes Weltbild passt, und das ist ganz sicher nicht im Sinne
des Buddhismus, davor wird sogar ausdrücklich gewarnt.

Genau! Das ist auch nicht im Sinne des Christentums :wink:

Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf
den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die
Lehre vom „Ballast“ der vor Ort vorgefundenen Religionen und
kulturellen Eigenarten zu befreien.

Dieser Trend würde den christlichen Kirchen auch guttun.

Dies liegt auch nahe, weil
vermutlich nie zuvor der Informationsfluss zwischen
unterschiedlichen buddhistischen Gruppen so gross war wie
heute. Die Lehre dient dabei als gemeinsame, von allen
akzeptierte Grundlage. Daher wirst du auch vermutlich kaum
sehen, dass sich Anhänger unterschiedlicher buddhistischer
Gruppen hier in die Haare kriegen werden, wie man es bei den
Christen hier immer so beobachtet.

Dann wollen wir hoffen, dass die Buddhisten uns ein Vorbild werden. Hier im w-w-w vertragen sich die verschiedenen Gruppierungen schon ganz gut.

Gruss Harald

Moin Harald :smile:

Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf
den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die
Lehre vom „Ballast“ der vor Ort vorgefundenen Religionen und
kulturellen Eigenarten zu befreien.

Dieser Trend würde den christlichen Kirchen auch guttun.

Dies liegt auch nahe, weil
vermutlich nie zuvor der Informationsfluss zwischen
unterschiedlichen buddhistischen Gruppen so gross war wie
heute. Die Lehre dient dabei als gemeinsame, von allen
akzeptierte Grundlage. Daher wirst du auch vermutlich kaum
sehen, dass sich Anhänger unterschiedlicher buddhistischer
Gruppen hier in die Haare kriegen werden, wie man es bei den
Christen hier immer so beobachtet.

Dann wollen wir hoffen, dass die Buddhisten uns ein Vorbild
werden. Hier im w-w-w vertragen sich die verschiedenen
Gruppierungen schon ganz gut.

Ich hab eher den Eindruck, dass Problem liegt hier daran, dass das Christentum anders als der Buddhismus eine Religion ist, die auf Glaubensgrundsätzen und Dogmen beruht, die aber von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich sein können. Hier eine Einigung zu erzielen scheint mir gradezu unmöglich, da sich ja jede Gruppe über eben diese Glaubensgrundsätze und Dogmen definiert.

Aber da kann ich nicht wirklich mitreden, dazu weiss ich zu wenig übers Christentum und insbesondere die unterschiedlichen Gruppen und ihr Verhältnis zueinander. Ich hatte bislang den Eindruck, diese Gruppen stehen eher in eine Art Konkurrenz zueinander, wer denn nun die „echten“ Christen sind. Aber dieser Eindruck ist wirklich sehr subjektiv.

Gruss
Mario

Hallo Marion,

Na dann ist ja mit der nächsten Antwort in etwas 4 Stunden in
der nächsten Schlafphase zu rechnen *g*.

ätsch, nur 2 Stunden! Aber ich muss leise sein :-x

Allerdings kann ich dir nichts versprechen …

Logo.

Danke, das ist lieb. Deine Meinung im Vergleich zum Bi-Yän-lu
interessiert mich da natürlich auch.

Kommt, wenn es da ist.

und wenn man den Dalai Lama ernst nimmt,
dann kommt es ja nicht darauf an, etwas „ganz“ zu übernehmen,
sondern man soll lieber gesunde Mischungen bevorzugen, die
einem selbst munden.

Ich denke, dass er das so wohl eher nicht gesagt hat und mit
dererlei Aussagen sollte man auch vorsichtig sein. Das könnte
nämlich dazu führen, dass sich jeder aus allen möglichen
Religionen nur das herauspickt, was von vorneherein in sein
eigenes Weltbild passt, und das ist ganz sicher nicht im Sinne
des Buddhismus, davor wird sogar ausdrücklich gewarnt.

Du hast natürlich Recht, das hat er SO nicht gesagt. Was er nach meinem Verständnis meinte, ist, dass es besser ist, Christ zu sein, als gar keine Religion zu haben bzw. dass man sich nicht in ein fremdkulturelles Weltbild pressen (lassen) sollte.

Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf
den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die
Lehre vom „Ballast“ der vor Ort vorgefundenen Religionen und
kulturellen Eigenarten zu befreien.

Die Tendenz zum Urchristentum scheint mir auch deutlich zu sein im Bemühen um Ökomene.

Mein Interesse an Religion und eben auch am Buddhismus ist - wie du ja vielleicht weißt - eher theoretisch, weshalb ich hier nicht in Streit um Dogmen oder Lehren ausufern möchte. Mir geht es um das religiöse Verstehen als Welt- und Selbstinterpretation überhaupt.

Herzliche Grüße (mit Grüßen an Harald verbunden!)

Thomas

Moin Thomas :smile:

Du hast natürlich Recht, das hat er SO nicht gesagt. Was er
nach meinem Verständnis meinte, ist, dass es besser ist,
Christ zu sein, als gar keine Religion zu haben

hm…auch das kann ich mir nicht so recht vorstellen…
Eigentlich interessieren sich Buddhisten nicht sonderlich dafür, ob irgendwer mal als Christ getauft wurde oder nicht oder ob er irgendeiner Religion angehört. Wichtig ist immer nur der Mensch in seinen Gedanken, Worten und Taten. Wenn du mit „Religion“ jedoch ein Wertesystem meinst, dass sich einem egozentrischen und egoistischen Weltbild ein wenig entgegenstellt, dann könnte ich dir bedingt zustimmen. Schade, dass wir das Zitat nicht dahaben, auf das du dich beziehst.

bzw. dass man

sich nicht in ein fremdkulturelles Weltbild pressen (lassen)
sollte.

Nicht nur in ein fremdkulturelles…man sollte sich in gar kein Weltbild pressen lassen.

Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf
den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die
Lehre vom „Ballast“ der vor Ort vorgefundenen Religionen und
kulturellen Eigenarten zu befreien.

Die Tendenz zum Urchristentum scheint mir auch deutlich zu
sein im Bemühen um Ökomene.

Siehe auch meine Antwort an Harald. Ich (allerdings als Außenstehende wohlgemerkt) empfinde es so, dass sich unterschiedliche Christliche Gruppen (mit den die Gruppenidentität ausmachenden Dogmen und Glaubensgrundsätzen) eher als Konkurrenz verstehen.

Bei buddhistischen Gruppen empfinde ich das anders. Jede Gruppe erkennte die gleichen Grundsätze der Lehre an, hat aber (neben den bereits erwähnten kulturellen/folkloristischen Eigenarten) vielfach auch ihren Schwerpunkt auf einem anderen Aspekt der Lehre, als vielleicht eine andere Gruppe. Zum Beispiel hat der ZEN seinen Schwerpunkt eher auf der Erkenntnis durch Einsicht, während andere buddhistische Gruppen z.B. ihren Schwerpunkt eher auf Verwirklichung des Boddhisatva-Ideals haben, also schlicht gesagt, andern Lebewesen Gutes zu tun. Diese jeweiligen Schwerpunkte haben innerhalb dieser Gruppen häufig schon einen sehr hohen „Entwicklungsgrad“ erreicht.

Durch die modernen Mittel der Kommunikation entsteht nun für den Buddhismus etwas ganz Tolles und Spannendes, nämlich dass Buddhisten durch den Informationsaustausch mit anderen buddhistischen Gruppen lernen können, die buddhistische Lehre in ihrer Gesamtheit besser zu verstehen und von dem hohen Entwicklungsgrad von anderen Aspekten/Schwerpunkten der buddhistischen Lehre, als denen der eigenen Gruppe zu profitieren.

Mein Interesse an Religion und eben auch am Buddhismus ist -
wie du ja vielleicht weißt - eher theoretisch, weshalb ich
hier nicht in Streit um Dogmen oder Lehren ausufern möchte.
Mir geht es um das religiöse Verstehen als Welt- und
Selbstinterpretation überhaupt.

Schon klar. Ich hab auch nicht vor mich hier zu streiten, dazu gibts andere Bretter *g*. Manchmal bedient man sich jedoch eines Vergleichs (zum Beispiel mit dem Christentum), um etwas zu verdeutlichen. Die Gefahr, die dadurch entsteht, insbesondere wenn man das, womit man vergleichen will (in diesem Fall das Christentum) eigentlich gar nicht so genau kennt, sehe ich natürlich auch. Aber dann gibt es ja vielleicht den ein oder anderen Christen hier, der mir widersprechen wird und ich lerne dadurch was übers Christentum. Ist ja auch nicht schlecht :smile:

Im übrigen denke ich, dass man um eine Auseinandersetzung mit Dogmen und Glaubensgrundsätzen kaum herumkommt, wenn man dem Christlich-Buddhistischen Ansatz von Jäger etc. folgen will.

Lieben Gruss
Marion

Hallo Marion,

ich habe nachgesehen, ob ich das Buch noch irgendwo habe, aber ich kann es nicht finden :frowning: . Es handelt sich aber - das meine ich noch zu wissen - um eine (mehrtätige) Vorlesung vor Studenten (Harvard?), die ich in deutscher Übersetzung gelesen habe (Ullstein oder dtv oder so). Da wurde eine Frage gestellt, ob er es als Dalai Lama den Buddhismus-Boom (im Westen) befürworte. Die Antwort habe ich deshalb noch (jedenfalls sinngemäß) in Erinnerung, weil sie mich beeindruckt hat. Er sagte (sinngemäß), dass der Trend zum Buddhismus auch sehr negative Seiten haben kann (für Westler), weil den Suchenden der kulturelle Hintergrund fehle und es daher leicht zu Fehlschlüssen die buddhistische Lehre betreffend kommen könne. Insofern sei es für bestimmte Menschen besser, sie blieben Christen, als dass sie sich dem Buddhismus auf falsche Weise anschließen würden.

Daraus hatte ICH nun den Schluss gezogen (der vielleicht falsch ist), dass man sich als Christ für den Buddhismus interessieren könne, ohne Buddhist zu sein. Freilich kann man das natürlich auch anders herum interpretieren, dass nämlich eine Übernahme buddhistischer Anschauungen NUR IN GÄNZE sinnvoll sein könne. Diese Interpretation aber scheint mir nicht stimmig zu sein, weil das ja - in letzter Konsequenz - der Verbreitung der Lehre an sich widerspräche.

Ich bin im Moment (geburts- und schlafentzugsbedingt) etwas verwirrt und kann mir keinen rechten Reim machen [das ist möglicherweise auch der Grund für meine verwirrende Darstellung]. Vielleicht kannst du mir einen Schubs geben. :smile:

Bis hierher in aller Kürze.

Herzliche Grüße

Thomas

Moin Thomas,

Da wurde eine Frage

gestellt, ob er es als Dalai Lama den Buddhismus-Boom (im
Westen) befürworte. Die Antwort habe ich deshalb noch
(jedenfalls sinngemäß) in Erinnerung, weil sie mich
beeindruckt hat. Er sagte (sinngemäß), dass der Trend zum
Buddhismus auch sehr negative Seiten haben kann (für Westler),
weil den Suchenden der kulturelle Hintergrund fehle und es
daher leicht zu Fehlschlüssen die buddhistische Lehre
betreffend kommen könne. Insofern sei es für bestimmte
Menschen besser, sie blieben Christen, als dass sie sich dem
Buddhismus auf falsche Weise anschließen würden.

Ahja, so langsam kann ich mir glaub ich einen Reim darauf machen, was gemeint ist.

Eine Zeitlang war es tatsächlich so, dass Buddhismus ziemlich „trendy“ war (ich glaub diese Welle ist mittlerweile wieder etwas abgeklungen).

Aber es ist ja nun wirklich nicht so, dass das Christentum eine „schlechte“ Religion ist. Im Gegenteil, es gibt sicher vielen Menschen Sinn und Halt in ihrem Leben und wer auf der Suche (nach was auch immer) ist, der hat es in den meisten westlichen Gesellschaften nunmal einfacher, wenn er sich am Christentum orientiert.

Das Christentum ist eben viel mehr mit unserer Gesellschaft verwurzelt, man wird viele Menschen mit ganz unterschiedlichen christlichen Einstellungen finden, mit denen man sich austauschen kann, es gibt Priester in jedem Ort, die bei Fragen weiterhelfen können etc.

Das alles hat der Buddhismus nicht zu bieten. Ich hab manchmal sogar den Verdacht, einige kommen grade wegen des „exotischen“ Anscheins zum Buddhismus oder sie versprechen sich Instant-Lebenshilfen. Da sind dann Enttäuschungen vorprogrammiert.

Daraus hatte ICH nun den Schluss gezogen (der vielleicht
falsch ist), dass man sich als Christ für den Buddhismus
interessieren könne, ohne Buddhist zu sein.

Klar, da spricht überhaupt nichts dagegen.

Freilich kann man

das natürlich auch anders herum interpretieren, dass nämlich
eine Übernahme buddhistischer Anschauungen NUR IN GÄNZE
sinnvoll sein könne. Diese Interpretation aber scheint mir
nicht stimmig zu sein, weil das ja - in letzter Konsequenz -
der Verbreitung der Lehre an sich widerspräche.

hm…ich glaube hier läuft jetzt was schräg.
Natürlich ist es jedem einzelnen überlassen, was (falls überhaupt) er aus der buddhistischen Lehre für sich übernehmen will und was nicht. Aber wir sind ja von einer anderen Ebene ausgegangen, nämlich einer Gruppe von Menschen, die sich einerseits buddhistische Lehrer nennen, andererseits aber Christen. Und von einem Lehrer, der anderen etwas (Buddhismus) vermitteln soll/will, bzw. buddhistische Lehrreden verfasst, erwarte ich schon etwas anderes, als von jemandem, der seine eigenen Anschauung (wie buddhistisch die auch immer sein mag) in seinem stillen Kämmerlein mit sich ausmacht.

Im übrigen hast du mich hoffentlich nicht falsch verstanden. Ich hab eher ein Problem damit, dass sich Leute wie Jäger etc. auch noch als Christen bezeichnen, und nicht, dass sie sich als Buddhisten bezeichnen. Dem Buddhismus wird durch die Aktivitäten dieser Gruppe nicht geschadet, es sei denn, sie würden etwas als buddhistische Lehre ausgeben, was es definitiv nicht ist.

Ich bin im Moment (geburts- und schlafentzugsbedingt) etwas
verwirrt und kann mir keinen rechten Reim machen [das ist
möglicherweise auch der Grund für meine verwirrende
Darstellung]. Vielleicht kannst du mir einen Schubs geben. :smile:

*knuff*

-)

lieben Gruss
Marion

Moin Marion :smile:

Ich hab eher den Eindruck, dass Problem liegt hier daran, dass
das Christentum anders als der Buddhismus eine Religion ist,
die auf Glaubensgrundsätzen und Dogmen beruht, die aber von
Gruppe zu Gruppe unterschiedlich sein können. Hier eine
Einigung zu erzielen scheint mir gradezu unmöglich, da sich ja
jede Gruppe über eben diese Glaubensgrundsätze und Dogmen
definiert.

Dein Eindruck ist leider in den meisten Fällen stimmig.
Das bedeutet aber nur, dass sich diese Gruppen vom Urchristentum entfernt haben. Immerhin gibt es nur eine Lehre Jesu. Da kann man zwar viel hineininterpretieren, aber um bei der Wahrheit zu bleiben, muss man dann auch Interpretation von Zitat trennen.

Schon Paulus hatte mit diesen Problemen zu kämpfen. Und er rügte die Gläubigen seiner Zeit, weil Trennung entstand wo Einheit herrschen sollte.

Aber da kann ich nicht wirklich mitreden, dazu weiss ich zu
wenig übers Christentum und insbesondere die unterschiedlichen
Gruppen und ihr Verhältnis zueinander. Ich hatte bislang den
Eindruck, diese Gruppen stehen eher in eine Art Konkurrenz
zueinander, wer denn nun die „echten“ Christen sind. Aber
dieser Eindruck ist wirklich sehr subjektiv.

Es stimmt leider ;-(
Jede Gruppe scheint den Himmel ganz allein gepachtet zu haben.
Wer sich aber ernsthaft damit beschäftigt, wird erkennen müssen, dass nicht die äußeren Unterschiede wichtig sind, sondern der Kern der Lehre.

Vielleicht sind die Buddhisten uns Christen hier einen Schritt voraus.

Gruss Harald