Buddhismus und Christentum
Hallo Thomas
sorry, weshalb ich im Moment immer mit Verzögerung antworte,
aber unsere Zeitplanung ist babygesteuert! 
Na dann ist ja mit der nächsten Antwort in etwas 4 Stunden in der nächsten Schlafphase zu rechnen *g*.
Aus „offiziellen buddhistischen Quellen“ wie z.B. der DBU hab
ich auch noch keinen Kommentar zu dem Buch gesehen. Ich werd
aber mal drauf achten, ob da was kommt.
Es wäre nett, wenn du mich da auf dem Laufenden halten
könntest, weil ich momentan dafür keine Nerven habe …
Mach ich. Allerdings kann ich dir nichts versprechen oder vorausahnen, in wiefern dieses Werk „offiziell“ überhaupt zur Kenntnis genommen wird.
Ich werde das Buch auf jeden Fall erstmal zur Ansicht über die
Fernleihe bestellen. Dann kann ich dir auch über die
Übersetzung berichten. 
Danke, das ist lieb. Deine Meinung im Vergleich zum Bi-Yän-lu interessiert mich da natürlich auch.
Nun gut, darüber könnte man diskutieren. Beide Seiten sind ja
kulturell gefärbt,
schon, aber wenn man das weglässt, was ich auch im Buddhismus immer so gerne etwas salopp als „Folklore“ bezeichne, so bleibt doch bei beiden Religionen ein Kern der Lehre vorhanden.
und wenn man den Dalai Lama ernst nimmt,
dann kommt es ja nicht darauf an, etwas „ganz“ zu übernehmen,
sondern man soll lieber gesunde Mischungen bevorzugen, die
einem selbst munden.
Ich denke, dass er das so wohl eher nicht gesagt hat und mit dererlei Aussagen sollte man auch vorsichtig sein. Das könnte nämlich dazu führen, dass sich jeder aus allen möglichen Religionen nur das herauspickt, was von vorneherein in sein eigenes Weltbild passt, und das ist ganz sicher nicht im Sinne des Buddhismus, davor wird sogar ausdrücklich gewarnt.
Aber das ist ja letztlich eine Frage, die
sich eigentlich doch nicht diskutieren lässt, weil Religion ja
von sich aus subjektiv gefärbt ist.
Sicher hat die Ausprägungsform einer Religion auch sowohl mit dem kulturellen Umfeld, als auch mit der individuellen Persönlichkeit eines Menschen zutun. Beste Beispiele, die ich immer gerne anführe, sind die doch extrem gegensätzlich anmutenden Ausprägungsformen des Buddhismus im Zen und im tibetischen Buddhismus. Nichts testotrotz hab ich noch keinen Buddhisten erlebt, der einer dieser beiden Richtungen absprechen würde, buddhistisch zu sein. Also muss es doch einen Kern einer Lehre geben, der allgemein anerkannt ist und als Unterscheidungsmerkmal beispielsweise zu anderen Lehren oder Religionen dient und der eben nicht subjektiv ist.
Ich denke allerdings, dass
die christlichen Kirchen zumindest der ORT sind, wo eine
Vermittlung überhaupt stattfinden kann. Denn buddhistische
Tempel sind ja immer noch selten (ich kenne nur den in Berlin)
- und außerdem nicht jedermanns Sache.
hm…ich versteh jetzt nicht ganz, was du mit „Vermittlung“ meinst und wofür du dafür einen Tempel brauchst *g*. Wenn sich ein Christ für den Buddhismus interessiert, so gibt es in fast jeder größeren Stadt mittlerweile buddhistische Gruppen, wo er Leute findet, mit denen er sich austauschen kann, oder er nimmt einfach ein gutes Buch zur Hand, oder er fragt bei w-w-w nach 
Hier passen allerdings vielleicht die Aktivitäten von Jäher und Co. Ich hab nämlich den Eindruck, dass diese Gruppe versucht, buddhistische Lehren ins Christentum hineinzutragen. Ich kann gut verstehen, dass sich die christlichen Kirchen von „offzieller“ Seite jedoch gegen diese Bestrebungen wehren, denn IMHO würde das über kurz oder lang die christliche Lehre sprengen, sprich: es würde keine erstrebenswerte Reform statt, sondern Dogmen uns Glaubsgrundsätze des Christentums würden vermutlich so auf der Strecke bleiben, dass da Christentum als solches kaum noch erkennbar wäre. Entweder ergäbe das dann einen Buddhismus mit christlichem Anstrich oder ein Christentum mit buddhistischem Anstrich.
Ich finde aber, diese Zeiten sind eigentlich vorbei. Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die Lehre vom „Ballast“ der vor Ort vorgefundenen Religionen und kulturellen Eigenarten zu befreien. Dies liegt auch nahe, weil vermutlich nie zuvor der Informationsfluss zwischen unterschiedlichen buddhistischen Gruppen so gross war wie heute. Die Lehre dient dabei als gemeinsame, von allen akzeptierte Grundlage. Daher wirst du auch vermutlich kaum sehen, dass sich Anhänger unterschiedlicher buddhistischer Gruppen hier in die Haare kriegen werden, wie man es bei den Christen hier immer so beobachtet.
Davon unberührt aber
ist - meine ich - die Lektüre der Texte.
Klar, jedes Buch muss für sich erweisen, ob es etwas taugt oder nicht. Die entscheidende Frage ist, welche Kriterien man festlegt, um den Inhalt eines Buches zu beurteilen.
lieben Gruss
Marion