Pensionsfonds in Deutschland!?

Hallo,

ich habe neulich gelesen, dass bspw. in Amerika die Angestellten des öffentlichen Dienstes ihre „Rente“ über sog. Pensionsfonds bekommen. Das heisst doch sie zahlen in diesen Fonds Geld, dieser legt es über Jahre per Private Equity etc. an und dann kriegen sie als Altersversorgung eine deftige Rendite zurück. Wieso gibt es sowas nicht in Deutschland? Ich habe zwar im Internet gefunden, dass es innerhalb der Betrieblichen Altersvorsorge auch einen Durchführungsweg namens Pensionsfonds gibt, aber das sind so wie es aussieht nicht die Pensionsfonds nach diesem angelsächsischen Vorbild. Wo ist denn da der Unterschied? Ginge sowas auch in Deutschland?

Vielen Dank für Diskussion und Infos, die man nicht auf Wikipedia findet :o)

Doch, doch, doch, doch, doch,
genau nach dem Vorbild dieser angelsächsischen Pensionsfonds
hat die deutsche Aktienlobby die deutschen Pensionsfonds in die
BAV hineingedrückt. Seither werden dort ebenfalls im großen Stil
(nach Ansicht der Verfechter längst noch nicht groß genug)
die Gelder der Anleger „chancenreich“ versenkt.
Wenn Sie daher sowas suchen, dann sind Sie dort sowas von richtig,
dass es kaum Worte dafür gibt.
Eine sichere Rente und bis dahin einen ruhigen Schlaf wünscht
Günther

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an und dann kriegen sie als Altersversorgung eine deftige Rendite zurück.

Oder gar keine.

Wieso gibt es sowas nicht in Deutschland? Ich

Gibt es, ist aber nicht gebräuchlich.

namens Pensionsfonds gibt, aber das sind so wie es aussieht
nicht die Pensionsfonds nach diesem angelsächsischen Vorbild.

Bei uns steht die Sicherheit der Geldanlage im Vordergrund, im angloamerikanischen Raum die Renditeaussicht. Und das geht dann und wann mal schief.

Hallo,

genau nach dem Vorbild dieser angelsächsischen Pensionsfonds
hat die deutsche Aktienlobby die deutschen Pensionsfonds in
die
BAV hineingedrückt.

BAV ???

betriebliche Altersversorgung = bAV

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Hallo,

Es stimmt, dass in vielen angelsaechsischen Laendern und auch bei den Vereinten Nationen die Pensionsbeitraege des Arbeitgebers und Arbeitnehmers in Fonds (nicht notwendigerweise Aktien) angelegt werden. Teilweise gibt es eine Mindestverzinsung der Beitraege, bei den Vereinten Nationen z.B. 3 % p.a…

Bei deutschen Beamten etwa ist es so, dass es keine Beitraege gibt, sondern die Pensionen direkt aus Steuergeldern bezahlt werden. Letzteres hat den Vorteil, dass im Vergleich zum Fondsmodell wesentlich weniger Verwaltungsaufwand anfaellt.

„Sicher“ ist keines der Modelle. Das Fondsvermoegen kann schrumpfen und deshalb die Pension geringer ausfallen als erwartet (aehnlich wie bei einer Lebensversicherung, bei der man sich im Ueberschussanteil verschaetzt). Beim deutschen Modell kann das Steueraufkommen sinken und die Zahl der Pensionaere steigen, mit der Folge dass die Pensionen gekuerzt werden (wie bereits geschehen).

Welchem Modell man folgt, ist offenbar eine kulturelle Sache. In Deutschland bevorzugt man kulturell bedingt das Generationenvertrags-Solidar-Umlagemodell, also dass immer die Arbeitenden fuer die Pensionaere/Rentner zahlen. Eine Ausnahme davon ist z.B. die Riester-Rente (sog. Eigenvorsorge).

Eine Illusion ist es wohl, zu glauben, dass durch die Umstellung auf ein kapitalgedecktes Fonds-System das Problem der Ueberalterung der Gesellschaft geloest werden kann. Denn auch der Wert der Fonds wird in der Zukunft von der Konjunktur (d.h. der Leistung der arbeitenden Bevoelkerung) abhaengen, also aehnlich wie der Wert von Pensionsanwartschaften. Vorteil der Fonds koennte hoechsten sein, dass sie in Laendern investieren koennen, die von dem Ueberalterungsproblem nicht betroffen sind.

Gruss
Christoph

Hallo Günther,

so so. Aber wäre es denn möglich, dass nicht nur die Anleger der betrieblichen Altersvorsorge in diesen Pensionsfonds einzahlen, sondern alle. Also auch die Anbieter, der privaten Altersvorsorge? Lebensversicherungen müssen doch auch irgendwo ihr Geld anlegen (es gibt ja sogar fondsgebundene LV). Wenn nun alle ihr Geld in diesen Pensionsfonds legen würden und dieser wiederum diversifiziert in alle möglichen Fonds anlegt (also auch alternative Anlageformen wie PE) und als erweiterte Idee die PE Leute sogar wieder in die deutschen Betriebe etc. einsteigen, dann würde es doch allen besser gehen (solange es funktioniert).

Ginge das überhaupt…zB rechtlich? Es gibt doch bestimmt Regeln für die Versicherungen wo sie hin investieren dürfen. Deutschland ist doch da immer so risikoscheu!

Vielen Dank, für weitere Antworten ;o)

Guten Tag,
denkbar ist nachgerade alles und rechtlich beinahe alles. Sie haben schon Recht. Jede Einrichtung kann gemäß ihrem Status Beteiligungen
allüberall eingehen. So auch die LV-Gilde. In Deutschland hat der Gesetzgeber allerdings eine Hürde eingerichtet. Mehr als 30 % des
Anlegerkapitals in den Aktienbereich geht nicht. Die Hürde wird
gegenwärtig nicht einmal annähernd ausgeschöpft, weil beinahe
alle LVen in Deutschland durch Zocken bis 2002 Schiffsladungsweise
Geld verbrannnt haben.
Und damit sind wir beim Punkt, den Sie ja bereits sehr stimmig
dargelegt haben. Solange alles funktioniert, geht es immer allen besser. Nur - Binsenweisheiten sollten nicht darüber hinwegtäuschen,
dass Geldgier das eine ist, die Endlichkeit jedweder Vorräte und die
Spekulation darüber mit all ihren Folgen aber das andere.
Gruß
Günther

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Wenn man keine Ahnung hat …

genau nach dem Vorbild dieser angelsächsischen Pensionsfonds
hat die deutsche Aktienlobby die deutschen Pensionsfonds in
die
BAV hineingedrückt. Seither werden dort ebenfalls im großen
Stil
(nach Ansicht der Verfechter längst noch nicht groß genug)
die Gelder der Anleger „chancenreich“ versenkt.
Wenn Sie daher sowas suchen, dann sind Sie dort sowas von
richtig,
dass es kaum Worte dafür gibt.
Eine sichere Rente und bis dahin einen ruhigen Schlaf wünscht
Günther

Vielleicht sollte sich Günther mal mit dem Thema beschäftigen :wink:
Irgendwann kommt ihm vielleicht die Erkenntnis, dass der Pensionsfonds in Deutschland gewisse Anlagevorschriften einhalten muss. Mit PE im großen Stil ist da nix drin.
Zweitens ist es Pflicht für den Arbeitgeber, die garantierte Summe mittels Pensionssicherungsverein abzusichern.
Einfach mal drüber nachdenken :wink:
Und neben der übergroßen Gefahr des Totalverlustes auch mal auf die Chance sehen.
Im Gegenzug können wir uns ja mal fragen, wie sicher das Geld liegt, wenn es in einer Pensionskasse angelegt wird und diese plötzlich die Segel streichen muss. Hat da schon mal jemand drüber nachgedacht?

Hallo Günther,

so so. Aber wäre es denn möglich, dass nicht nur die Anleger
der betrieblichen Altersvorsorge in diesen Pensionsfonds
einzahlen, sondern alle. Also auch die Anbieter, der privaten
Altersvorsorge? Lebensversicherungen müssen doch auch irgendwo
ihr Geld anlegen (es gibt ja sogar fondsgebundene LV). Wenn
nun alle ihr Geld in diesen Pensionsfonds legen würden und
dieser wiederum diversifiziert in alle möglichen Fonds anlegt
(also auch alternative Anlageformen wie PE) und als
erweiterte Idee die PE Leute sogar wieder in die deutschen
Betriebe etc. einsteigen, dann würde es doch allen besser
gehen (solange es funktioniert).

Ginge das überhaupt…zB rechtlich? Es gibt doch bestimmt
Regeln für die Versicherungen wo sie hin investieren dürfen.
Deutschland ist doch da immer so risikoscheu!

Vielen Dank, für weitere Antworten ;o)

Guten Tag ,
denkbar ist nachgerade alles und rechtlich beinahe alles. Sie
haben schon Recht. Jede Einrichtung kann gemäß ihrem Status
Beteiligungen
allüberall eingehen. So auch die LV-Gilde. In Deutschland hat
der Gesetzgeber allerdings eine Hürde eingerichtet. Mehr als
30 % des
Anlegerkapitals in den Aktienbereich geht nicht.

Hallo,
bei einer DV oder PK ja - wir reden hier aber von Pensionsfonds!

Wenn es der AG zuläßt, würde ich immer eine Direktvers. (DV) anstatt einer Pensionskasse (PK) wählen (Durchführung praktisch identisch - DV ist aber bei der Mutter, PK ist Ableger, außerdem gibt es Vorteile im Bezugsrecht bei priv. Weiterführung).
Pensionsfonds haben in Deutschland keine große Akzeptanz, da der AG Beiträge für den Pens.Sicherungsverein zahlen muß und eine gewisse Angst vor einer Nachhaftung besteht. Außerdem herrscht bei einer bAV nicht unbedingt Zockermentalität vor, das können die Leute dann privat machen - ihr Geld verzocken!

Gruß cooler