Pensionskasse mit Gehaltsumwandlung oder Fonds?

Hallo,
es stellt sich mir die Frage, inwiefern die Vorteile der Pauschalversteuerung langfristig zu sehen sind?
Was nützt momentan die gute Argumentation, wenn sich in der nächsten Zeit die Steuergesetzgebung ändert?

Oder ist vielleicht die Langfristigkeit mit dem Abschlussdatum gekoppelt?

Könnte es sinnvoll sein, in einen Fondssparplan langfristig einzuzahlen? Welche Variante würdet Ihr bevorzugen bei einer Laufzeit von ca. 25 Jahren?

Bin einfach auf der Suche nach fundierten Meinungen und vielleicht sogar konkreten Vergleichsmöglichkeiten?

Besten Dank im Voraus für Eure Äusserungen.

Christian

Hallo Christian,
Pensionskasse ist gut als Arbeitnehmer. Welche Steuervorschrift in 25 Jahren gilt, weiß hier keiner. Selbst die gesetzliche Altersrente, die seit Bismark bisher praktisch steuerfrei war, wird nun eben einmal der Versteuerung unterworfen. Ob es dann diese BRD mit unseren heutigen Rechtsvorstellungen überhaupt noch gibt, weiß auch keiner. Vielleicht verteilt dann irgend ein Pascha pauschal an alle ein Einheitsgehalt oder die Einheitsrente?
Ist übertrieben, ich weiß, aber Wahrsagen kann keiner (nach meiner Überzeugung).
Also Streuung !!! Ein Baustein ist dann auch eine Pensionskasse. Und dann Fonds (aber nicht eben nur Aktien/Renten/Immobilien) und Beteiligungen und sinnvoll gemischt.
Der Teil Deines Geldes in der Pensionskasse liegt rel fest. Ebenso Lebens- und Rentenversicherungen. Der andere Teil sollte schon variabel, verfügbar und selbst beeinflußbar bleiben, um in best. Situationen reagieren zu können. Die Steuer ist da wohl eher die Nebensache.
Der höchste steuerliche Effekt und die größte Rendite sind eh nicht dauerhaft garantiert und vereinbar.
Aber konkrete Beratungsergebnisse kanns nur bei individueller Beratung geben. Und diese passen dann auch nur zu Dir! Nicht pauschal hier im Brett.
Boris

Sorry, daß ich eigentlich nichts genaues gesagt habe, aber Deine Frage genauso kurz und für Dich passend und mit Garantie für nach 25 Jahren allgemeinverbindlich beantworten, geht nicht.

Du bist selbständig?!
Hi Christian,

jetzt hätte ich fast einen riesigen Text geschrieben und da fällt mir auf, dass Du als Beruf „selbst. Reisevermittler“ angegeben hast. Wenn Du selbständig bist, hast Du gar keinen Zugang zur Pensionskasse. Bleiben bei der Auswahl die Fonds :wink:

Gruß
Oskar van der Kaalstraat

Hallo,

Auch Hallo erstmal,

es stellt sich mir die Frage, inwiefern die Vorteile der
Pauschalversteuerung langfristig zu sehen sind?

Pauschalversteureungen kommen nur für abhängig Beschäftigte in betracht. Für Selbstständige oder Freiberufler gilt dieses nicht. Die können noch Ihre Beiträge zur Altersvorsorge steuerlich geltend machen.

Oder ist vielleicht die Langfristigkeit mit dem
Abschlussdatum gekoppelt?

Versteh ich nicht. Kannst du das mal verdeutlichen?

Könnte es sinnvoll sein, in einen Fondssparplan langfristig
einzuzahlen?

Da kommt es auf die Art des Fond an. Bei schwankenden Werten empfehle ich die monatliche Zahlung, da somit ein Durchschnittspreis gebildet wird. Dazu schau mal da rein. Find ich ganz anschaulich, auch für nicht Fachleute:
http://www.dewion.de/fondslebensversicherung/fondspo…
Anders sieht es aus, wenn die sehr sichere Werte einkaufst. Das sind z. Bsp. Rentenfond’s aus dem EU Land. Am besten schaust du dir mal einige Kursverläufe an, dann siehst du die Schwankungen am besten.

Boris hat es schon geschrieben. Das wichtigste ist, seine Anlagen zu streuen. Wie und in welche Produkte, das kann dir nur eine individuelle Beratung zeigen. Vielleicht als Anhaltspunkt:
http://www.lvm.de/fonds/anlagetyp/lff_anlegerprofile…

Gruß

Martin

moin Oskar,

schon richtig, smile…, ich bin selbst. tätig, meine Frau jedoch ist in einem Arbeitsverhältnis als Angestellte.
Der Arbeitgeber hat sich für eine Pensionskasse mit Gehaltsumwandlung in Zusammenarbeit mit der DEBEKA entschlossen und für mich stellt sich nun die Frage, inwiefern der Abschluss einer Rentenversicherung sinnvoll ist.

Für die links der vorhergeneden Antworten danke ich hier schon mal.

cu Christian

Hallo auch,
folgenden Link find ich ganz informativ:
http://www.bvuk.de/PBav/DesktopDefault.aspx?tabindex…
Gruß
Martin

Nochmal einiges an Futter
Hallo Christian,

da empfehle ich Dir zur Lektüre einige Artikel weiter unten, einer ist gerade ins Archiv gerutscht:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Da geht es sehr stark um die Zillmerung.

Der Arbeitgeber hat sich für eine Pensionskasse mit
Gehaltsumwandlung in Zusammenarbeit mit der DEBEKA entschlossen

Die Debeka hat nur gezillmerte Tarife, leider. Sonst hätte ich es wohl bei der gemacht (also… ich hätte sie meinem AG empfohlen :wink:. Ungezillmerte Tarife habe ich nur bei der Öffentlichen Braunschweig (die ist an die allgemeine Sparkassen-Pensionskasse angeschlossen, müsste von daher bei allen Sparkassen und öffentlichen Versicherungen möglich sein) und der WWK angeboten bekommen.

Ich sags mal so: Wenn Deine Frau sicher ist, dass sie bis zur Auszahlung der Pensionskasse (mindestens 60 Jahre) bei dem Arbeitgeber bleiben wird, dann soll sie es auf jeden Fall tun. Das Problem ist nur, dass sie zwar einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge hat, nicht aber auf den Tarif X bei Versicherung Y.

Außerdem hängt es davon ab, wie lange man versichert ist. Wenn ich nur noch 20 Jahre hätte, dann würde ich wohl noch mehr auf die Pensionskasse setzen und weniger auf Fonds. Aus einem einfachen Grund: Die Steuervorteile sind auf den Betrag, nicht auf die Zinsen.

Rechenbeispiel: Ich habe bei der Pensionskasse 1000€ weniger im Portemonnaie, mit den Steuervorteilen kommen aber 2000€ in den Topf. Vergleich: Ich lege 1000€ in Fonds an. Angenommen, die Pensionskasse (mit 2000€) bringt 5%, ein Fonds (mit 1000€) 7%. Dann hätte der Fonds die Pensionskasse nach 36 Jahren eingeholt, bei 8% würde es nur 24 Jahre dauern, und bei 9% nur noch 18 Jahre.

Die Pensionskasse ist also bei nicht zu langen Laufzeiten besser, der Fonds (mit all seinen Unwägbarkeiten - allerdings: Wer garantiert mir bei der Pensionskasse mehr als 3,25%, die übrigens nach Abzug der nicht genannte Kosten nur noch effektive 2,4-2,6% sind?) schneidet aufgrund der Zinsesversinsung bei sehr langfristigen Geschichten besser ab.

und für mich stellt sich nun die Frage, inwiefern
der Abschluss einer Rentenversicherung sinnvoll ist.

Meine Frau hat’s gemacht, die ist auch selbständig. Alles in Fonds ist ihr zu riskant. Kann ich nachvollziehen, zumal ich derjenige bin, der das Interesse an solchen Finanzgeschichten hat, und sie damit in gewissen Maße von meinem Anlagegeschick (hoffentlich habe ich Anfängerglück :smile: abhängig ist.

Gruß
Oskar

Nachtrag
Da habe ich mich eben vertan, als ich schrieb:

Ich sags mal so: Wenn Deine Frau sicher ist, dass sie bis zur
Auszahlung der Pensionskasse (mindestens 60 Jahre) bei dem
Arbeitgeber bleiben wird, dann soll sie es auf jeden Fall tun.
Das Problem ist nur, dass sie zwar einen Anspruch auf
betriebliche Altersvorsorge hat, nicht aber auf den Tarif X
bei Versicherung Y.

Sie kann die Pensionskasse natürlich mitnehmen und auch privat weiterzahlen, wenn sie z.B. selbständig ist.

Es lohnt sich bei einer gezillmerten Variante nur erst sehr spät, die Versicherung beitragsfrei stellen zu lassen.

Gruß Oskar

Hallo,
ich danke allen für die informativen Antworten nebst den links; hoffe sehr, ich kann mich mal im Reisegeschäft revanchieren.

Eine schöne restliche Adventszeit Euch allen.