Welche Regel(-n) gibt es für die Bildung des Perfekts im Deutschen?
Ich bin gegangen - ich habe gegessen?
Gibt es Regeln oder muß man lernen ob sein oder haben verwendet wird?
neugierig, dalga
Welche Regel(-n) gibt es für die Bildung des Perfekts im Deutschen?
Ich bin gegangen - ich habe gegessen?
Gibt es Regeln oder muß man lernen ob sein oder haben verwendet wird?
neugierig, dalga
Welche Regel(-n) gibt es für die Bildung des Perfekts im
Deutschen?
Hallo, dalga!
Normalerweise und bei den allermeisten Verben wird das Perfekt mit dem Hilfsverb „haben“ gebildet.
Nur bei intransitiven Verben, die eine Orts- oder Zustandsveränderung ausdrücken
bilden das Perfekt mit dem Hilfsverb „sein“.
Sie können aber auch das Hilfsverb „haben“ haben, wenn zu den Bewegungsverben ein Akkusativobjekt tritt.
Es heißt zwar: Ich bin nach Frankfurt gefahren.
Aber: Ich habe die Koffer meiner Tante zum Frankfurter Flughafen gefahren.
In der Duden-Grammatik wird das auf den Seiten 121 bis 123 behandelt.
Gruß Fritz
Fritz, zunächst Dank für die schnelle Antwort.
FRage: woran erkennt ein Lerner, ob ein Verb transitiv bzw. intransitiv ist?
Du schreibst über Verben der Zustandsänderung. Witzigerweise sind gerade die Verben, die genau das benennen, offenbar transitiv:
Sie hat sich geändert, er hat sich entwickelt.
grübelnd, dalga
ot: Koffer wohin fahren
Es heißt zwar: Ich bin nach Frankfurt gefahren.
Aber: Ich habe die Koffer meiner Tante zum Frankfurter
Flughafen gefahren.
Wobei wir ÖsterreicherInnen die Koffer wohl eher führen oder bringen würden oder wir fahren mit einem Koffer (Gepäckstück, nicht Begleiter
).
„Ich habe die Koffer gefahren“ klingt in meine Ohren ziemlich „piefkenesisch“.
Livia
PS: Sie sind da! Ein dicker Kluge, drei Bände Röhrich und die Wahrig-Grammatik dazu. Ich werde in Zukunft weniger dumme Fragen stellen…
))
him
auch aus ö. sicht noch eine anmerkung:
die verwendung von haben und sein fürs perfekt hat auch eine regionale komponente. der norden des sprachgebiets (norddeutschland; niederdeutsche dialekte) verwendet mehr „haben“, der süden des sprachgebiets (mittel-, süddeutschland, ö., schweiz) eher „sein“. wir in ö. „sind gestanden“, viele in norddeutschland „haben gestanden“ und meinen damit nicht: vor dem untersuchungsrichter.
ich wüsste keine einzige.
m.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
zunächst Dank für die schnelle Antwort.
Dafür nicht! Das gehört zu meinem Beruf, beste Dalga!
Woher hast du übrigens diesen bemerkenswerten Namen? Oder ist es bloß ein nom du guerre?
Frage: woran erkennt ein Lerner, ob ein Verb transitiv bzw.
intransitiv ist?
Nun, der Lerner muss natürlich auch lernen:
Transitive Verben haben ein Akkusativobjekt und können deshalb auch ein Passiv bilden.
Intransitive Verben haben - im Normalfall - kein Akkusativobjekt bei sich, bilden deshalb kein Passiv und das Perfekt mit „sein“.
Füge ich nun an so ein intransitives Verb wie „fahren“ ein Akkusativobjekt an - wie etwa den Koffer -, so nimmt es eine leicht veränderte Bedeutung an, wird transitiv, kann ein Passiv bilden und das Perfekt mit „haben“.
Sie hat sich geändert, er hat sich entwickelt.
grübelnd, dalga
Du musst nicht vergrübeln oder verzweifeln! 
Das „sich“ bei den Verben „entwickeln“ und „ändern“ weist sie als „reflexive Verben“ aus; und reflexive Verben bilden das Perfekt immer mit dem Hilfsverb „haben“.
Das müsste in der Dudengrammatik in der Nähe der schon genannten Seiten zu finden sein.
Oh, es gibt viele Regeln, die der Lerner lernen muss. Und dann darf man nicht vergessen, was Mark Twain zu den deutschen Sprachregeln sagte:
„Es gibt ganz gewiß keine andere Sprache, die so unordentlich und systemlos daherkommt und dermaßen jedem Zugriff entschlüpft. Aufs hilfloseste wird man in ihr hin und her geschwemmt, und wenn man glaubt, man habe endlich eine Regel zu fassen bekommen, die im tosenden Aufruhr der zehn Wortarten festen Boden zum Verschnaufen verspricht, blättert man um und liest: „Der Lernende merke sich die folgenden Ausnahmen.“ Man überfliegt die Liste und stellt fest, daß es mehr Ausnahmen als Beispiele für diese Regel gibt.“
Beste Grüße Fritz
PS: Sie sind da! Ein dicker Kluge, drei Bände Röhrich und die
Wahrig-Grammatik dazu. Ich werde in Zukunft weniger dumme
Fragen stellen…))
Gratulation!
Aaaaaber! Nicht als CD-Rom? Ja, dann musst du lesen und abtippen, wenn du zitieren willst!
Tout malade! Und ich zitter’ schon! 
Fritz
Woher hast du übrigens diesen bemerkenswerten Namen? Oder ist
es bloß ein nom du guerre?
Ein Nick, ist türkisch und bedeutet Welle, Woge, aber auch Braut…
Intransitive Verben haben - im Normalfall - kein
Akkusativobjekt bei sich haben, bilden deshalb kein Passiv und
das Perfekt mit „sein“.
Du schriebst von Verben der Bewegung als intransitiv:
Ich bin gefahren.
Mit Akk-Objekt würde es transitiv werden. Nun finde ich aber zum fahren 2 verschiedene Akkusativobjekte, die nach meinem Sprachgefühl einmal mit sein, einmal mit haben ins Perfekt gesetzt werden:
Ich bin den Weg gefahren (und nicht gegangen. Akk-Objekt vorhanden, transitiv? Der Weg wurde gefahren…von mir.
(Oder auch: Er ist den Weg (der Erkenntnis) gegangen…)
Ich habe das Unfallfahrzeug gefahren.
Das FAhrzeug wurde gefahren…von mir.
Ja, ich weiß, ich insistiere gern. Dank für Deine Geduld!
dalga
Dank für Deine Geduld!
Um diese bitte ich auch dich. Ich habe grad viel zu tun (Testkorrekturen) und kann die anstehenden Antworten nicht aus dem Ärmel schütteln.
In einigen Tagen vielleicht. Und schau doch selber mal in eine Grammatik. 
Gruß Fritz
Aaaaaber! Nicht als CD-Rom? Ja, dann musst du lesen und
abtippen, wenn du zitieren willst!
Tout malade! Und ich zitter’ schon!
Ich bin ein konservativer mensch und schätze es einfach, das Papier in der Hand zu halten. Liest sich anders, fühlt sich anders an und ist auch beständiger.
Wovor zitterst du? Vor zitierwut? oder hast a gitarre daham*? 
Livia
*i-schmäh, sorry