Hallo! Ich bin Mutter einer mittlerweile 2 Jährigen Tochter. Die Schwangerschaft verlief eigentlich ganz normal, ich habe allerdings 30 kg (von 60 au 90) zugenommen und bekam ab der 38 ssw Bluthochdruck (wurde medikamentös eingestellt). Zusätlich hatte ich noch starke Wassereinlagerungen und die Plazenta war zum Ende hin I. grades verkalkt. Die Geburt wurde bei 41 + 3 ssw durch Gel eingeleitet und nach zwei Tagen ollte meine Tochter endlich zur Welt kommen. Da meine Fruchtblase geplatzt war (ich lag natürlich schon mehrere Tage im KH) sprizte mir die Hebamme ein „Beruhigungsmittel“ oder Schlafmittel, damit ich noch etwas schlafen konnte um mich auf die Geburt vorzubereiten. Eine PDA sollte ich nicht bekommen, da das Kind so groß sei (KU 36,5) Leider gings nur dann eine halbe Stunde später los. Ich wäre in jeder wehenpause fast eingeschlafen. Die Geburt dauerte dann nur 3 Stunden. Als meine Tochter zur Welt kam, bekam Sie kaum luft (kindspech in der Lunge) und wurde direkt auf die Intensiv-Station gebracht. Die Apgar Werte waren 5/7/7, der ph-Wert betrug 6,96. Uns wurde nicht direkt gesagt, was passiert war. Erst als ich die Berichte aus dem Krankenhaus sah, wurde von periphärer Azidose gesprochen. Die Ärzte im KH meinten, ich hätte einfach Pech gehabt, sowas würde bei einer normalen Schwangerschaft nicht passieren, nur in ganz ganz wenigen fällten. Auch erst nach einem halben Jahr erklärte mir ein Facharzt bei der Nachuntersuchung des Gehirns mittels US das wir großes Glück gehabt haben, dass keine weitern Schäden zurückgeblieben sind.
Ich fühle mich schlecht aufgeklärt von KH und den Ärzten. Dem Himmel sei dank ist unsere Tochter mehr als gesund. Sie ist ein ein äußerst lebhaftes, aufgewecktes und interessiertes Kind.
Jetzt bin ich allerdings wieder schwanger und habe große Angst, dass mir das nochmal passieren könnte. Vielleicht hätte jemand eine Idee, wie es zu der Azidose kommen konnte, ob nicht doch durch die o.g. Beschwerden eine gefährdung abzusehen war oder ob es evtl. an mir liegen könnte. Was das Kind evtl. zu reif? Ich möchte nur sicher gehen, dass ich beim nächsten mal besser aufgeklärt und jetzt beruhigter bin.
Vielen Dank im Voraus.
Bei einer Azidos handelt es sich um eine Übersäuerung des Körpers,alle Werte die unter 7,35 phWert liegen sind Azidos!! Peripher kann frei als „anliegend“ oder „unmittelbar darauf folgend“ bezeichnet werden.
In Ihrem Fall würde ich die Aussage „periphere azidose“ als, „unmittelbar darauf folgende Übersäuerung“ ,einordnen.
Was aber mit Ihrer Tochter passiert ist nennt sich Mekoniumaspiration. Noch dazu hatte sie nach aller wahrscheinlichkeit eine Art Schnappatmung durch Sauerstoffmangel dadurch konnte das Kindspech auch in die Lunge vordringen! (meine Ferndiagnose durch Ihren Bericht)
Ob dies nun bei dieser Schwangerschaft erneut eintritt kann man Ihnen leider nicht vorhersagen. Die Mekoniumaspiration ist nicht selten sie kommt bei 10% vor. Das aber der Fall erneut mit dem Sauerstoffmangel eintritt ist nicht auszuschliessen aber eher unwahrscheinlich. Vorbeugen kann man nicht, nur auf eine gute Hebamme sollte Sie evtl durch die Schwangerschaft begleiten um evtl somit die Angst bzw
Unruhe davor zu nehmen.
Die Häufigkeit steigert sich bei:
Drogenkonsum,Alkohol,Nikotin, Diabetes, Bluthochdruck, Übertragung, schwieriger oder langer Geburtsverlauf,unzureichendes kindl.Wachstum, pränatale Infektion des Feten.
Es gibt also viele „Auslöser“ die die Medizin sieht.
Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute für die Geburt, versuchen Sie sich trotz all dem „fallen“ zu lassen und lassen Sie die Geburt auf sich zukommen, alles wird gut denken Sie positiv. Bald haben Sie noch ein wunderbares Baby in Ihren Armen.
Hallo,
die Azidose, die sich ja im pH-Wert zeigt, ist Folge einer schlechten Sauerstoffversorgung und Stress des Kindes. Dadurch wird auch die Darmfunktion vorzeitig aktiviert, das Kind entleert seinen Darm im Mutterleib, hat dann das mit Mekonium vermischte Fruchtwasser eingeatmet. Das kommt nicht sooo selten vor.
Es kann mit der verkalkten Plazenta (auf schlau: Plazentainsuffizienz) zusammengehangen haben, mit dem Geburtsverlauf, mit der Konstitution des Kindes - letztlich lässt sich das ohne ganz detaillierte Kenntnisse des Geburtsverlaufs und der Umstände nicht sagen. Manchmal findet man auch gar keinen Grund.
Ich würde empfehlen, frühzeitig Kontakt mit einer freiberuflichen Hebamme aufzunehmen und mit dieser zusammen die Sorgen und Fragen zu klären. Angst ist keine gute Voraussetzung für eine komplikationslose Schwangerschaft und Geburt.
Zusätzlich kann man auch mit der sorgfältigen Wahl der Geburtsklinik und einem guten Vorbereitungskurs dieser Verunsicherung begegnen. Für eine glatten Geburtsverlauf ist es enorm wichtig, dass die Mutter voller Vertrauen ist und sich dementsprechend entspannen und fallen lassen kann. Das fällt leichter, wenn man sich gut informiert fühlt und seinem Umfeld voll und ganz vertraut. Und dafür kann man in der Schwangerschaft sorgen.
Alles Gute, viele Grüße von
Katrin
Hallo!
Erstmal Glückwunsch zur Schwangerschaft!!!
eine Azidose kann jeden treffen, also nicht nur Babys bei der Geburt, sondern auch Erwachsene durch falsche Ernährung (sehr säurehaltig) oder Atemnot, auch bei Asthma.
In deinem Fall kann ich mir vorstellen, dass die Azidose „nur“ durch die Atemnot nach der Geburt kam. Das Fruchtwasser war auch bei mir bei der Geburt meiner großen grün, schlimmeres ist aber nicht passiert. Bei meiner KLeinen war auch alles OK, sie war sogar eine Hausgeburt.
Deshalb würde ich mir an deiner Stelle möglichst wenig Sorgen machen, deine Angst spürt auch dein Kind (ich weiß, leichter gesagt als getan…) denn die Chance, dass das Fruchtwasser wieder grün ist UND nach der Geburt eine Atemnot eintritt, ist doch recht gering. So gesehen hast du wirklich sehr großes Pech gehabt…
Ob eine Azidose auch durch Bluthochdruck oder deine anderen Beschwerden kommen kann, kann ich dir leider nicht sagen. Aber such dir doch eine Hebamme, die steht dir zu und zahlt die KK, die kannst du dann fragen und das erlebte aufarbeiten.
Ich wünsch dir alles Gute!
Liebe Grüße
Sabine