Hallo, vorab, ich widerspreche grundsätzlich bei jeder neuen Geschäftsbeziehung ausdrücklich der Zustimmung zur Weitervermarktung (Werbung) in jeder möglichen Form, ich stehe auch auf der Robinsonliste, ich habe den einschlägigen Behörden die Vermarktung meiner Adresse untersagt.
Falls trotzdem noch Werbung kommt, und dass kommt tatsächlich manchmal vor, streiche ich meine Adresse durch, versehe den Brief mit der Aufschrift „Annahme verweigert, zurück zum Absender“. Als eher unbelehrbar haben sich dabei Versicherungen, einige Banken und die Telefonwirtschaft erwiesen. Da muss man das in der Regel mehrfach machen. Das praktiziere ich schon seit über 30 Jahren, so dass ich kaum mal Werbung bekomme, ich kann dadurch deutlich erkennen, wenn jemand, mit dem ich gerade geschäftliche Verbindungen habe oder hatte, meine Adresse verkauft.
Seit einiger Zeit bekomme ich wieder persönlich adressierte Werbung, obwohl ich mit niemanden neue Geschäftsbeziehungen eingegangen bin. Das waren aber durch die Bank die üblichen Massenpost versendenden Werbefirmen, deren Briefe man eigentlich schon von außen als Werbung identifizieren kann und die von mir auch direkt zurückgeschickt wurden.
Heute aber ist ein Brief gekommen von einem Kreditvermittler bei mir aus der Stadt, der Brief war ohne erkennbaren Absender und von außen nicht als Werbung zu identifizieren. Unten auf dem Schreiben steht, dass ich die Werbung zugestellt bekomme, weil meine Adresse aus einem allgemein zugänglichen Verzeichnis stammt oder ich die Einwilligung für die Zusendung gegeben hätte.
Da diese Aussage nach der obigen Darstellung meiner Verhaltensweise eigentlich nicht sein kann, stellt sich mir nun die Frage, woher hat der meine Adresse?
Wenn ich Werbung per eMail zugesendet bekomme, dann steht mir die Möglichkeit offen, den Absender rechtlich verpflichtend aufzufordern, mir seine Datenquelle offenzulegen, meine Daten zu löschen und alle Institutionen, denen er selber die Adresse weitergegeben hat, aufzufordern, diese sofort zu streichen. In der Regel klappt das auch sehr gut und man hat innerhalb von 7 Tagen eine Antwort. Nur bei wenigen Unternehmen muss man manchmal noch eine Abmahnung schicken.
Die Frage ist nun, ob mir dieses Recht zur Datenpreisgabe auch bei persönlicher Briefpost zusteht, denn mich interessiert wirklich, durch welches Schlupfloch meine Daten doch noch durchgegangen sind, damit ich auch dieses stopfen kann.
Wenn ja, gibt es dafür irgendwo einen Musterbrief?
Kann ich bei einem bereits geöffneten Brief ebenfalls die Annahme verweigern?
gegen Briefwerbung kann man sich leider (noch) nicht wehren.
Und dass jemand an Deine Anschrift kommt, ist auch nichts besonderes, weil die Gemeinden die Adressen ihrer Einwohner verkaufen. Außerdem arbeiten in den Einwohnermeldeämtern auch nur irgendwelche Leute, von denen niemand weiß, wie sie mit den anvertrauten Daten umgehen.
Ich mache es ähnlich wie Du und würde in so einem Fall einen Brief (natürlich ohne Absender) schreiben, dass ich keine Werbung haben möchte und den Brief unfrankiert in den nächsten Briefkasten werfen. Ein Muster für so einen Brief habe ich schon auf meinem Computer abgespeichert.
Wenn das mehr Leute machen würden, könnte man die Werbeflut sicherlich etwas eindämmen.
wenn du schon auf der Robinsonliste stehst, wird sich jedes seriöse Unternehmen auch daran halten. Die im DDV (Deutscher Direktmarkting Verband) organisierten Unternehmen verpflichten sich ausdrücklich dazu.
Wenn du dennoch Werbung von Unternehmen erhälst, zeigen sie schon, dass ihnen gesetzliche Regelungen egal sind. Hier brauchst du aber Ausdauer, indem du sie anschreibst und gem. BDSG Auskunft über die Herkunft deiner Adresse verlangst. Das dann aber vermutlich mehrfach und erfolglos. Dann kannst du dich noch an den zuständigen Datenschutzbeauftragten des Bundeslandes wenden, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. Oder du wirfst die Werbung einfach zum Altpapier.
Aus dem „Annahme verweigert“ wird in den seltensten Fällen auch ein Werbestopp erfolgen, denn in aller Regel sind die Sendungen so frankiert, dass sie die Post einfach in die Tonne haut und garnicht an den Absender zurücksendet.