Persönliche Umfrage: Die Erziehung eurer Eltern:)

Hi zusammen an alle ab 20 aufwärts:

Was ist euch in hinblick auf die Erziehung euer eigenen Eltern am negativsten in Erinnerung, haben sie was falsch gemacht wenn ja was?

UND

Was ist euch am positivsten in Erinnerung? Wofür seit ihr euren Eltern dankbar? Was haben sie genau richtig gemacht?

PS: das ich hingeschrieben habe ab 20 ist nicht böse gemeint. aber mich interessieren nicht so die antworten von teenies, da es ganz normal ist das diese öfters mal reibereien mit ihren eltern haben:wink:

Freu mich auf eure antworten:smile:

negativ: Dass sich meine Eltern in Bezug auf die Erziehung nie so ganz einig waren - während meine Mutter aus mir ein parade-Vorzeigekind machen wollte - meine isst aber schon mit 1,5 Jahren mit der Gabel und dem Löffel -ehrlich, alle Kinder durften den Sandkuchen mit der Hand essen, ich musste am Tisch mit der Kuchengabel essen - hat mein Vater da eher die Zügel schleifen lassen. So ein wenig mehr Grenzen bei meinem Vater wären super gewesen und bei meiner Mutter einfach mal der Spaßgedanke.

Dennoch - bei beiden habe ich viel gelernt - insbesondere mein Vater als handwerklich und technisch sehr begabter Mensch, habe ich schon in jungen Jahren am Auto mitschrauben dürfen, im Keller sägen und bohren etc… davon profitiere ich heute noch… selbst das überzogene Verhalten meiner Mutter hat mir ein wenig die Augen geöffnet - ich mach das bei meinem Kind / Hund etc. nicht mehr so, dass alles perfekt sein muss und um irgendwas den Nachbarn recht zu machen… wenn es irgendwo Spaß gibt, dann wird der auch mitgenommen und wenn man danach 3 Waschmaschinen anstellen muss.

Mittlerweile weiß man ja auch, von wem die Eltern das Verhalten gelernt haben und dann wirds richtig spannend. Wenn ich mir so die Mutter meiner Mutter ansehe - das ist so pseudo möchte gerne Chick - die haben quasi den Knigge erfunden, um mehr darzustellen, als man ist (dabei haben sie wirklich was im Leben erreicht) aber die Motivation ist falsch - es geht immer nur darum den Nachbarn, dem Umfeld gegenüber was darzustellen…das geht so weit, dass wenn Oma zu OStern bei uns zu besuch ist, sie in ihrem Alter auf allen Vieren noch das letzte Grashälmchen in unserem Kopfsteinbürgersteig entfernt - was sollen denn die Nachbarn denken - an Ostern etc. muss doch alles ordentlich sein, man muss ja repräsentieren ;o) Und genauso war dann auch meine Mutter :o)

Hallo auch,

Bei uns war die Erziehung stark mutterlastig. Gab es mal Probleme, so hat sie mit meinem Vater gesprochen und das dann mit uns ausgemacht. Offene Diskussionen gab es eigentlich nicht. Auch durfte mein Vater nicht kritisiert werden, der war dann immer beleidigt (ist es heute noch), anstatt damit konstruktiv umzugehen, oder einfach mal die Meinungen aus zu tauschen. Meine Mutter hat mir sehr viel Freiraum gelassen, immer zugehört und selten kritisiert. Das hatte den Vorteil, dass ich meine Fehler selber machen konnte, hätte aber auch schief gehen können. Außerdem fehlten auch hier die Möglichkeiten zu streiten. Somit hab ich eigentlich nicht gelernt mich durch zu setzen und gehe Konflikten aus dem Weg.

Meine Brüder haben mit meinem Vater wohl eine etwas innigere Beziehung, die haben als Jungs ja viel mit ihm gemeinsam. Wenn es bei mir um technische oder handwerkliche Sachen ging wurde ich von ihm nie für voll genommen. Nichts desto trotz ist er ein herzensguter Mensch, der mir auch immer noch unter die Arme reift, wenn ich mal was brauche und es in seinen Möglichkeiten steht. Mittlerweile konnte ich ihm auch beweisen, dass auch ich Autoreifen wechseln kann.

Meine Mutter hält nach wie vor die Familie zusammen, indem sie Familienfeiern organisiert und sich mittlerweile um die Enkelkinder hält. Es ist wirklich schön nach Hause zu kommen und eine Mutter zu haben, mit der man über alles reden kann.

Ich fand nur immer, dass sie sich zu sehr für die Familie aufgeopfert hat. Sie hatte egtl. keine eigenen Hobbys, Wenig Freunde und Bekannte mit denen sie was unternommen hat. Aber es ist wohl nur in meinen Augen so, sie scheint sehr zufrieden, so wie es ist.

Gruß Karamell

Hallo

was ich negativ empfand - den Reinlichkeitstick meiner Mutter. Mir wäre (als Einzelkind) lieber gewesen es wäre der Staubsauger mal ein Tag stehen geblieben, aber man hätte dafür mit mir gespielt!

Heute (selbst Mutter) bin ich vielleicht deshalb gerade ins andere Extrem gefallen: ich gehe lieber mit meinem Jungs raus oder setz mich auch mal gemeinsam mit ihnen an den PC als das ich den Staubwedel zücke. Die Zeit in der Kinder die gemeinsam mit den Eltern verbrinden ist leider viel zu schnell vorbei - und putzen kann ich dann immer noch! Meiner Ansicht nach haben Kinder mehr davon und werden sich auch eher daran erinnern was man mit ihnen gemeinsam gemacht hat, als ob die Wohnung immer aufgeräumt war. Und DAS wird mir heute bereits von meinen Jungs bestätigt.

Mein Grosser hat mir auch letztens erklärt es wäre schön, dass er sich immer Ernst genommen fühlt, aber er seine Entscheidungen allein treffen kann/muss. Natürlich stehe ich gerne und jederzeit mit Rat zu Verfügung - aber gehen muss er seinen Weg (auch mit 13) schon allein und somit dann auch die Konsequenzen tragen. Etwas was ich leider nicht gelernt habe.

Gruss angelika

negativ:
Dass meine Mutter mit allen Mitteln (bis heute) versucht die Entwicklung eines eigenen Willen zu unterdrücken. Jede eigene Meinung, die mit ihrer nicht übereinstimmte wurde (wird) „niederargumentiert“.
„Ich würde lieber diese berufsbildende Schule mit Abi machen anstatt des Gymnasiums. Das dauert zwar ein Jahr länger. Falls ich aber dann nicht studieren wollen würde, hätte ich schon einen Beruf gelernt und würde nicht so doof herumstehen wie nur mit Gymnasium-Abschluss“
„Aber ich dachte du willst doch studieren.“
„Ja, eigentlich schon. (eigentlich will ich ja, aber was, wenn ich dann nicht mehr will?)“
„Na eben, warum also diese dummen Gedanken? Du gehst aufs Gymnasium Punktaus.“
„Ja, aber…“
„Du willst doch studieren. Da ist der gerade Weg der sinnvolle. Also gehst du aufs Gymnasium.“
(und derartige Diskussionen hat’s viele gegeben)

positiv:
Die große Freiheit, Dinge zu tun, die andere nicht durften. Viele Reisen, Pfadfinder, Naturverbundenheit, Ausflüge, Wanderungen,…
Ich habe gelernt, das Leben und die Welt zu genießen. Auch mit wenigen (finanziellen) Mitteln.

Hallo Anna,

positiv sind ganz klar die Liebe, die mir meine Eltern gegeben haben und dass sie bis heute immer für mich da sind und mich unterstützen und dann natürlich die vielen schönen Wochenendausflüge, die wir gemacht haben.

Negativ empfand ich, dass wir recht oft umgezogen sind, meine Eltern mich nie dazu animiert haben Sport zutreiben, meine Mutter mein Zimmer aufgeräumt hat und mir somit meine ganze Privatsphäre kaputt gemacht hat.

LG von Suse

Hi,

also negativ zum Glück nicht wirklich viel.

Meine Mutter hat den Tick, extrem auf einer eigenen Meinung zu beharren, manchmal so sehr, dass sie Dinge totdiskutiert und auch mal vergisst, dass „eigene Meinung“ auch für andere gilt. Das führt soweit, dass sie Angst hat, meine Meinung würde von anderen unterdrückt und mir nicht mehr glaubt, dass ich Dinge wirklich so gut finde, wie ich es sage.

Das ist aber nicht so wild und kommt nur manchmal richtig durch, darum gehts. :smile:

Aber ich glaub, es hat (leider) auch ein bisschen auf mich abgefärbt.

Mein Vater hatte mit der Erziehung nicht sooo viel zu tun (Scheidungskind), hat aber mit seinem Spleen, meine Mutter öfters schlecht machen zu müssen, einen eher negativen Eindruck hinterlassen. Aber auch das nur zeitweise.

Im Großen und Ganzen müssen sie es ja richtig gemacht haben, sonst wär ich heute nicht ich, und das wäre ja schlimm! :smile:

Besonders positiv finde ich im Rückblick, dass meine Mutter es trotz wenig Geld und viel Stress hinbekommen hat, uns eine wirklich schöne Kindheit zu liefern. Und dass trotz diverser Zwistigkeiten beide Eltern meist miteinander auskamen und Streitigkeiten nicht auf unserem Rücken ausgetragen haben.

Gruß
Cess

ich bin dankbar dafür, dass ich respekt, gerechtigkeit, höflichkeit, verantwortungsbewusstsein gegenüber anderen von meinen eltern vermittelt bekommen habe - also schlichtweg vernünftige umgangsformen.

das sind die dinge, die mir mehr und mehr auffallen, dass sie bei vielen heute nicht mehr selbstverständlich bzw. einfach nicht vorhanden sind.

viele grüße
whitby

Hallo Anna,

an meiner Mutter habe ich am negativsten ihre Ängstlichkeit empfunden. Sie hat mich zu sehr behütet und vieles nicht erlaubt, was für andere selbstverständlich war. Als Folge war ich sportlich-motorisch deutlich ungeschickter als die anderen, auch in anderen Bereichen hinkte ich als Kind und dann als Jugendlicher ziemlich hinterher. Weiters schien sie Spaß daran zu haben, mich in Verlegenheit zu bringen, ich erinnere mich da an ganz absurde Situationen.

Positiv sehe ich an ihr, daß sie sehr liebevoll war und zumindest in Teilbereichen versucht hat, mich zu fördern. Als Jugendlicher und junger Erwachsener hatte ich keine übermäßige Wertschätzung für sie, dazu kam ich erst später.

Mein Vater war nicht vorhanden, mit einigem Aufwand (vor allem Überwindung) schaffte ich es als Erwachsener, ihn kennenzulernen. Verkrampfte Freundlichkeit, ich merkte, daß ich störte. Der Eindruck bleibt somit ausschließlich negativ.

Wichtig waren die Großeltern, vor allem die Großmutter, da ich in ihrem Haus aufwuchs. Negativ: zu große Strenge und damit war zuviel Angst in meiner Kindheit. Zu viele Verbote. - Allenfalls positiv: eine gewisse Förderung naturwissenschaftlich-technischer Interessen (aber ohne großes Bemühen).

Grüße,

I.

Hei!

Positiv: Sie haben uns alle Freiheiten gelassen, uns auszuprobieren und auch Fehler zu machen (teilweise böse Fehler…), haben (fast) alles unterstützt, auch zugehört und Rat gegeben.

Negativ: Mein Vater neigt dazu, sich selbst besser als alle anderen darzustellen, tlw. auch meine Mama etwas schlechter zu machen, als sie ist. Und meine Mutter lässt es sich (leider) gefallen. Als mein Bruder so um das Schuleingangsalter war und der Papa am Abendbrottisch wieder von den schlechten Kollegen und seinen eigenen sehr guten Ideen anfing, meinte der Kleine einfach: „Der Papa ist immer ein großer Held!“ Das hat ihm ein wenig den Wind aus den Segeln genommen :wink:
Durch Hausbau und viel Arbeit hatten sie manchmal etwas wenig Zeit, aber gerade im Jugendalter empfand ich das dann als angenehm.
Das Einspannen in häusliche Tätigkeiten hat natürlich genervt, aber dafür kann ich es heute :smile:
Am belastendsten empfand ich den Leistungsdruck seitens meines Vaters in der Schule. Eine 3 war eine Katastrophe, eine 2 so lala, nur bei einer 1 gab es Lob. Das ist etwas, von dem ich weiß, dass ich es mal definitiv anders machen werde.

Ansonsten fahre ich nach wie vor gern heim, da die Mama immer so schön kocht…

Grüße!

.Meiner Ansicht nach haben

Kinder mehr davon und werden sich auch eher daran erinnern was
man mit ihnen gemeinsam gemacht hat, als ob die Wohnung immer
aufgeräumt war.

Denkt über diese Frage wirklich jemand nach?
Ich wäre niemals auf die Idee gekommen…

Hi!

Was ist euch in hinblick auf die Erziehung euer eigenen Eltern
am negativsten in Erinnerung, haben sie was falsch gemacht
wenn ja was?

  1. Völlig negativ: Dass ich als Kind für jeden Mist von meiner Mutter verprügelt wurde. Das zog sich hin, bis ich etwa 12 Jahre alt war und dann einen weiteren Versuch massiv verhinderte (gehe ich jetzt nicht drauf ein).
    Dadurch hatte ich ein völlig zerstörtes Selbstbewusstsein und, was ich nicht weniger schlimm finde, eine nicht vorhandene Hemmschwelle.

Die Sache mit dem Selbstbewusstsein habe ich im Laufe der Zeit durch Erfolge langsam wieder in den Griff bekommen.

Die Sache mit der Hemmschwelle bei Gewalt liegt dagegen völlig an meiner „Zurechnungsfähigkeit“ - ich verabscheue Gewalt im Kopf, im Bauch ist das allerdings nicht vorhanden…

  1. Außerdem ist mein Vater immer arbeiten gewesen, weshalb ich der wenigen Zeit nachhänge und noch heute, 7 Jahre nach seinem Tod, heulen könnte, weil ich nicht mehr mit ihm unternommen habe.

  2. Als ich 11 war, wollte ich runter vom Gymnasium auf die Hauptschule, da ich auf dem Gymnasium mit dem Druck nicht zurecht kam - auf der Hauptschule waren außerdem meine ganzen Freunde. Meine Eltern genehmigten mir diesen Wunsch - heute könnte ich sie dafür würgen…

Was ist euch am positivsten in Erinnerung? Wofür seit ihr
euren Eltern dankbar?

Dass ich so ca. ab 14 sämtliche Freiheiten genießen durfte.
Dass mein Zimmer dann auch mein Reich war - mit allen Konsequenzen :smile:
Dass bei uns die Familie immer sehr groß geschrieben wurde.

Was haben sie genau richtig gemacht?

Dass meine Mutter sich bei mir - es ist noch nicht soo lang her - ehrlich entschuldigte dafür, dass sie mich als Kind dauernd geschlagen hat!
Verzeihen kann ich das, vergessen kann ich das nicht - ich will es auch nicht, da ich selbst Vater bin.

LG
Guido, der jetzt ein klein wenig melancholisch wird

Ich denke schon - als Einzelkind ohne Spielkameraden kann ich heute sagen: bei uns war immer Tip Top aufgeräumt und man hätte vom Boden essen können…

Wenn man dann eigene Kinder hat kommt das sehr wohl wieder in Erinnerung und man überlegt „was soll ich bei den Meinen besser machen?“. Ist die Frage so Falsch?

angelika

Wenn man dann eigene Kinder hat kommt das sehr wohl wieder in
Erinnerung und man überlegt „was soll ich bei den Meinen
besser machen?“. Ist die Frage so Falsch?

Also ich hätte nie darüber nachgedacht, ob es besser wäre, mit meinen Kindern zu spielen, oder sauber zu machen.
Natürlich muss alles auch einigermaßen sauber sein.
Aber sich mit den Kindern zu beschäftigen ist ja deutlich wichtiger!
Ich weiß auch nicht, wie einem das Sauber-machen überhaupt so stark in die Quere kommen kann.
Abwaschen: 15 min
bisschen überall putzen: 10 min
Müllrunterbringen: 1 min (3 min verteilt auf mehrere Tage)
Staubsaugen: 3 min (15 min verteilt auf mehrere Tage)
Wäsche in die Waschmaschine stopfen: 2 min
Wäsche aufhängen: 3 min (9 min verteilt auf mehrere Tage)
Kochen: 20 min
= 52 min
Über den Tag *verteilt* muss man dafür nicht mehr als eine Stunde einkalkulieren; ich schaffe alles in 30 min.
Aber wenn man vom Boden essen soll, sieht das schon ganz anders aus.

Ich will damit nur ausdrücken, dass wenn jemand soviel putzt, dass er sich nicht mehr um seine Kinder kümmern kann, etwas falsch läuft.

Positiv: Fast alles, da bin ich mir mit meiner Schwester einig. Wenn ich das mit meinen Kindern später auch nur halb so gut hinbekommen kann ich sehr stolz sein. Wir haben vernüftige Moralvorstellungen mit auf den Weg bekommen, ein gesundens Körpergefühl und anständige Umgangsformen. Ich bin zu praktischem Denken und Interresse wie Dinge funktionieren erzogen worden. Wir hatten recht viele Freiheiten und uns hat es an nichts gemangelt. Ab und zu gab es mal ne Ohrfeige, aber wir beide finden das okay und durchaus gerechtfertigt.
Was ich am wichtigste empfinde: Uns wurde alles begründet, uns wurde immer genau gesagt warum etwas verboten war oder erlaubt oder warum sie bestimmte Wünsche an uns haben. Gerade das denke ich war sehr wichtig… So kann ich ich ihre Erziehung immer noch gut nachvollziehen.

Negativ: Ich denke meine Eltern hätten mich lieber selber den ein oder anderen Fehler machen lassen. Das hat mich auf eine gewisse weise ein bissschen unselbständig gemacht da immer vorher eingegriffen wurde bevor etwas schief gehen konnte. Aber das verwächst sich immer mehr, von daher ist das nicht so tragisch. Und mein Vater hat meine Pubertät voll mit ausgelebt, er hatte wohl die gleichen Hormonschwankungen wie ich. Zusehen das seine älteste Tochter sich ganz und gar nicht so entwickelt wie er das gedacht hat, hat ihn wohl ganz schön aus der Bahn beworfen. Etwas mehr Gelassenheit hätte ihm gut getan.

Aber sonst kriegen meine Eltern Bestnoten von mir, wir verstehen uns großartig und sie sind die absolute Basis in meinem Leben. Die Familie geht über alles!

Hallo,

Was ist euch am positivsten in Erinnerung? Wofür seit ihr
euren Eltern dankbar? Was haben sie genau richtig gemacht?

Eigentlich haben sie im Großen und Ganzen alles richtig gemacht, so dass ich mit Liebe und Dankbarkeit zurückblicken kann und versuche, viele Dinge an meine Kinder weiterzugeben.
Es war Strenge und Freiheit zugleich.

Die kleinen Fehler, die wohl jeder macht, habe ich vergessen oder verziehen…

Beatrix

Hallo!

Was ist euch in hinblick auf die Erziehung euer eigenen Eltern
am negativsten in Erinnerung, haben sie was falsch gemacht
wenn ja was?

Nie die Gefühle von uns ernst genommen, nie über Gefühle gesprochen. Sie mit einer blöden Bemerkung weggewischt, abgewertet oder ins Lächerliche gezogen. „Stell Dich nicht so an“. Nie mit Anstrengung erzielte gute Leistungen honoriert, sondern als normal betrachtet.
Uns eine schlechte Streitkultur beigebracht, weil sie zu autoritär waren. Uns geschlagen, schon für Kleinigkeiten gab’s Ohrfeigen, noch mit 16.

Was ist euch am positivsten in Erinnerung? Wofür seit ihr
euren Eltern dankbar? Was haben sie genau richtig gemacht?

Uns strikt zu Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und dazu erzogen, unsere Meinung deutlich zu äußern (nur nicht ihnen gegenüber, aber das gehört oben rein).

Grüße

kernig

= 52 min
Über den Tag *verteilt* muss man dafür nicht mehr als eine
Stunde einkalkulieren; ich schaffe alles in 30 min.
Aber wenn man vom Boden essen soll, sieht das schon ganz
anders aus.

Ich will damit nur ausdrücken, dass wenn jemand soviel putzt,
dass er sich nicht mehr um seine Kinder kümmern kann, etwas
falsch läuft.

Selbst wenn man etwas mehr putzt und Behördengänge und/ oder Einkäufe zu erledigen hat und der ganze Spaß dann 3h täglich dauert, wäre das noch im Rahmen.
Ich bin der Meinung, das auch Sauberkeit und Ordnung wichtig sind für die Entwicklung der Kinder. Sie sollen ja auch eine gesunde Beziehung dazu erlernen.
Somit hat sich für mich auch nie die Frage gestellt: „Putzen oder Kinderbeschäftigung?“
Die gesunde Mischung macht’s.

Gruß Fray

Gruß Fray

Hallöle,

haben sie was falsch gemacht

wenn ja was?

Meine Eltern sind beide extrem vorsichtig und auch ängstlich, sie haben mich vielzusehr behütet, ich (Einzelkind) war auch nie (!) allein. Was zur Folge hatte, dass ich, wenn ich durch irgendwelche Umstände doch mal allein war, richtige Panik bekommen habe und mich gar nichts getraut habe (das Gute daran: an Drogen hab ich mich selbstverständlich auch nie rangetraut). Ich hatte vor allem Angst (sie haben mir vor Allem Angst gemacht): Hunde, Fremde, alleine wo anrufen oder klingeln müssen, allein im Auto bleiben… Wenn ich zum Schulbus gelaufen bin, hatte ich bei jedem vorbeifahrenden Auto große Angst, dass es ein Böser sein könnte, der mich ins Auto zerren will… Heute bin ich immer noch ziemlich ängstlich und denke viel darüber nach, was alles so passieren kann. Noch heute schneidet mir mein Vater Zeitungsartikl aus, in denen drin steht, was beim Grillen oder sonstiges alles passieren kann… Außerdem haben sie mich zur absoluten Passivität und Pazifismus erzogen, was ja eigentlich positiv ist, aber dazu geführt hat, dass ich überall sofort in der Opferrolle gelandet bit, mich nie gewehrt hab und überhaupt viel zu schüchtern war, den Mund aufzumachen. Schüchtern bin ich zum Glück nicht mehr.
Sie haben mir vielleicht nicht so viel zugetraut und mich nicht so ernst genommen, ich saß immer sehr in der „Kind“-Rolle fest, in der ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt habe. Ach ja, und ich musste immer so früh ins Bett… Manchmal hat meine Mutter meine Begeisterung für etwas gedämpft, anscheinend um mir eine eventuelle Enttäuschung zu ersparen, wenns nicht klappt.

UND

Was haben sie genau richtig gemacht?

Sie haben mir Werte wie Ehrlichkeit, Mitgefühl, Rücksicht usw. mitgegeben, einfach durchs Vorleben. Ich wäre als Kind nie auf die Idee gekommen, zu lügen, oder was zu „stehlen“ (Pfennigmünzen, die ich zu Hause gefunden habe) - wenn doch eine Lüge sein musste, hatte ich so ein schlechtes Gewissen, dass ich es erzählt habe.
Sie haben mich nie geschlagen oder hart bestraft.
Ich hatte immer alles, was ich brauchte, auch wenn meine Mutter später mal geäußert hat, dass wir uns anfangs nicht so viel leisten konnten und dass sie mir nicht alles bieten konnte, das Gefühl habe ich aber überhaupt nicht, ich glaube, ich war eher ein bisschen verwöhnt.
Sie haben mich immer bestärkt, und nicht versucht, mich von irgendwas abzubringen, Ausbildung etc.
Meiner Mutter habe ich immer alles erzählen können, sei es Liebesleben oder sonstiges.

Trotzdem habe ich (leider) sehr viel mit ihnen gestritten, schon vor der Pubertät, weil mein Vater eher altmodisch eingestellt ist bezüglich, was man darf, weggehen usw. Unsere Lebenseinstellungen passen einfach nicht zusammen. Mittlerweile verstehen wir uns super.

Ich glaube, sie haben es ganz gut hingekriegt, und was noch verkorkst war, hat mein Freund gerichtet:smile: