Gläubige Christen glauben an einen „persönlichen Gott“, einen Gott, der sich, wenn ich es richtig verstehe, um ganz persönliche Dinge eines Menschen kümmert. Ein Gott, der lediglich den Urknall inszeniert hat und für die richtige Konstellation der physikalischen Konstanten gesorgt hat, ist für sie zu wenig.
Kann mir dazu jemand ein bisschen Information geben? Wo/wie lässt sich das aus der Bibel herleiten?
Danke, Stucki.
Hallo Stucki,
Jesus sagte:
MT 6,31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?
MT 6,32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr all dessen bedürft.
Wenn Du den ganzen Text studierst, wirst Du sehen, dass Gott sich um jene kümmert, die ihn als Vater annehmen.
Und in allen christlichen Richtungen findest Du das „Vater unser“, in dem Gott persönlich angesprochen wird.
Gruss Harald
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Hallo
Wenn Du den ganzen Text studierst, wirst Du sehen, dass Gott
sich um jene kümmert, die ihn als Vater annehmen.
Eine Bemerkung dazu. Ist es nicht fatal den begriff vater zu benutzen? Man könnte glauben es handele sich um einen Vater der zeugt und nicht erschafft, So ist dann die Bezeichnung Herr oder Herscher angebracht!
Gruß
Mysterie Man
Hallo auch,
Wenn Du den ganzen Text studierst, wirst Du sehen, dass Gott
sich um jene kümmert, die ihn als Vater annehmen.Eine Bemerkung dazu. Ist es nicht fatal den begriff vater zu
benutzen?
Ist es fatal, das zu tun, was Jesus befohlen hat?
Jesus sagt: Wenn ihr betet, sollt ihr sagen: „Unser Vater im Himmel,…“
Man könnte glauben es handele sich um einen Vater
der zeugt und nicht erschafft, So ist dann die Bezeichnung
Herr oder Herscher angebracht!
Auch Adoptivväter werden mit Vater angesprochen, oder nicht?
Außerdem geht es hier nicht um die Schöpfung sondern um die Stellung in Gottes Familie.
Und da heißt es: „Wer glaubt, dass Jesus der Messias (Christus) ist, der ist von Gott geboren.“ 1.Joh.5,1
Und Jesus sagt: „Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Joh.3,3
Und wenn es sich um eine Geburt handelt, ist auch der Begriff Vater angebracht.
Gruß Harald
hallo harald,
die frage nach dem persönlichen gott, sofern es ihn überhaupt gibt, treibt mich auch um.
ich bin skeptisch, denn der persönlich - fürsorgliche eingriff gottes richtet sich ja immer gegen das prinzip und die konstanz seiner eigenen schöpfung. der gott, der auf anruf, auf gebet, zu gunsten des bittenden eingreift, beweist damit, dass er seine eigene schöpfung wegen einer unzulänglichkeit revidieren muss oder will. ein gebet, in dem man um etwas bittet, zeigt immer einen mangel in der schöpfung auf.
dieser umstand kollidiert mit der souverenität gottes, der ja eben nicht teil der schöpfung, sondern ihr schöpfer ist. es kann doch nicht sein, dass der gott, der allwissend und allmächtig ist, unzureichende und widersprüchliche sachen in die welt setzt, oder???
wenn das prinzip der gottähnlichkeit (…schuf nach seinem ebenbild…) für die menschen gilt, dann kann es eigentlich nicht notwendig sein, die persönliche zuwendung gottes erbitten zu müssen. sie sollte von vornherein vorhanden sein.
grüße martin
Hallo Martin,
die frage nach dem persönlichen gott, sofern es ihn überhaupt
gibt, treibt mich auch um.ich bin skeptisch, denn der persönlich - fürsorgliche eingriff
gottes richtet sich ja immer gegen das prinzip und die
konstanz seiner eigenen schöpfung. der gott, der auf anruf,
auf gebet, zu gunsten des bittenden eingreift, beweist damit,
dass er seine eigene schöpfung wegen einer unzulänglichkeit
revidieren muss oder will. ein gebet, in dem man um etwas
bittet, zeigt immer einen mangel in der schöpfung auf.
der Mangel ist nicht auf eine unzulängliche Schöpfung zurückzuführen, sondern auf die destruktive Aktivität der Menschheit. Und diese wiederum hat ihre Ursache in dem, was man allgemein als Sünde bezeichnet.
dieser umstand kollidiert mit der souverenität gottes, der
ja eben nicht teil der schöpfung, sondern ihr schöpfer ist. es
kann doch nicht sein, dass der gott, der allwissend und
allmächtig ist, unzureichende und widersprüchliche sachen in
die welt setzt, oder???
Gott ist zwar allwissend und allmächtig, aber nicht Alleinherrscher über diese Welt und diese Menschheit.
Leider wird die Realität des Teufels noch mehr in Frage gestellt als die Realität Gottes. Aber der christliche Glaube beruht nun einmal auf der Dualität von Gut und Böse.
wenn das prinzip der gottähnlichkeit (…schuf nach seinem
ebenbild…) für die menschen gilt, dann kann es eigentlich
nicht notwendig sein, die persönliche zuwendung gottes
erbitten zu müssen. sie sollte von vornherein vorhanden sein.
Die Gottähnlichkeit haben wir Menschen durch den Sündenfall verloren. Und seitdem fehlt uns eben öfter mal etwas. Und eben darum bitten wir Gott, dass er uns die Dinge schenkt, auf die wir keinen Rechtsanspruch haben. Das nennt man dann Gnade.
Gruß Harald
Und wenn es sich um eine Geburt handelt, ist auch der Begriff
Vater angebracht.
Hallo alle,
diese Bemerkung hat mich auf den Gedanken gebracht: warum nicht Mutter?
Ist das wegen der damalig vorherrschenden patriarchalischen Strukturen, daß Gott als „Herr“ angebetet wird? Wäre uns eine Frau Gott überliefert worden, wenn die Stammesführungen die Mütter bzw. Frauen damals innegehabt hätten?
Ganz früher bei den Naturvölkern gibt es ja bei uns auch die Verehreung der „Mutter Erde“ in manchen Varianten.
Gibts da nähere Spekulationen?
Grüße,
D.G.Didi
Und wenn es sich um eine Geburt handelt, ist auch der Begriff
Vater angebracht.Hallo alle,
Hallo auch,
diese Bemerkung hat mich auf den Gedanken gebracht: warum
nicht Mutter?
Ist das wegen der damalig vorherrschenden patriarchalischen
Strukturen, daß Gott als „Herr“ angebetet wird? Wäre uns eine
Frau Gott überliefert worden, wenn die Stammesführungen die
Mütter bzw. Frauen damals innegehabt hätten?
Deine Vermutung ist richtig.
Tatsächlich übermittelt uns die Bibel, dass Gott männlich und weiblich ist.
Der erste Mensch war eigentlich auch so beschaffen, aber um dem Menschen ein gleichwertiges Gegenüber zu geben, hat Gott den Menschen in Mann und Frau geteilt.
Zur Zeit der Niederschrift der Bibel war aber der Vater verantwortlich für alles, was in der Familie geschieht. Und deshalb auch der Vergleich zum Vater.
Ganz früher bei den Naturvölkern gibt es ja bei uns auch die
Verehreung der „Mutter Erde“ in manchen Varianten.
Gibts da nähere Spekulationen?
Mutter Erde hieß es deshalb, weil aus der Erde die Frucht kommt, nachdem der Mann einen Samen hineingelegt hat.
Gruß Harald
Deine Vermutung ist richtig.
Tatsächlich übermittelt uns die Bibel, dass Gott männlich
und weiblich ist.
Der erste Mensch war eigentlich auch so beschaffen, aber um
dem Menschen ein gleichwertiges Gegenüber zu geben, hat Gott
den Menschen in Mann und Frau geteilt.
Und ihm dann befohlen, dieses gleichwertige Gegenüber als seine Sklavin zu behandeln …? Was sagt z.B., der ehrwürdige Paulus? Die Frau sei nur zu dem Zweck geschaffen worden dem Mann die Schuhe zu putzen (etwas freie Übersetzung), die Frau sei unwürdig, in der Kirche zu sprechen, da sie von Natur aus dem Bösen zuneige, es stünde ihr nicht zu zu lehren, sie müsse stumm und demütig warten, bis ihr gescheiter Mann ihr erklärt was los ist …
Bis weit in die Neuzeit wurde in den Kirchen debattiert, ob Frauen überhaupt eine Seele haben. Luther war so freundlich zu sagen, die „Seichlöcher“, wie er Frauen nannte, sollte man schwängern, bis sie daran krepierten, das sei ihr gottgewolltes Schicksal. In der katholischen Kirche (ich weiß, ich weiß, Harald, du bist kein Katholik, also bezieh das nicht auf dich) werden sie als „weiheunfähige Materie“ bezeichnet, in den fundamentalistischen Kirchen zum Kuschen und Schweigen verdonnert, dort darf zwar der letzte Trottel von einem Mann predigen, aber keine Frau.
Zur Zeit der Niederschrift der Bibel war aber der Vater
verantwortlich für alles, was in der Familie geschieht. Und
deshalb auch der Vergleich zum Vater.Ganz früher bei den Naturvölkern gibt es ja bei uns auch die
Verehreung der „Mutter Erde“ in manchen Varianten.
Gibts da nähere Spekulationen?Mutter Erde hieß es deshalb, weil aus der Erde die Frucht
kommt, nachdem der Mann einen Samen hineingelegt hat.Gruß Harald
Hallo Stucki!
Gläubige Christen glauben an einen „persönlichen Gott“, einen
Gott, der sich, wenn ich es richtig verstehe, um ganz
persönliche Dinge eines Menschen kümmert. Ein Gott, der
lediglich den Urknall inszeniert hat und für die richtige
Konstellation der physikalischen Konstanten gesorgt hat, ist
für sie zu wenig.
Kann mir dazu jemand ein bisschen Information geben? Wo/wie
lässt sich das aus der Bibel herleiten?
Eigentlich überall her. Die Menschen der Bibel erlebten Gott als jemand, der geradezu leidenschaftlich Anteil an ihnen nimmt, sich über sie ärgert, grämt, freut, von ihren dummheiten zum Wahnsinn getrieben wird und um sie klagt wie ein liebender Ehemann um seine untreue Frau (ich weiß nicht, wo die Verse stehen, frag Harald!)Manchmal scherzt er mit ihnen oder spielt ihnen kleine Streiche (Jonas und der Rizinusbaum) Manches an diesen deftigen Geschichten kommt mir heute befremdend vor, manchmal muss ich über die fremdartige Sprach lachen, z.B. wenn Gott sagt er würde Mose seinen Hintern zeigen, oder wenn es heißt: „die Nase Jahwes entflanmmte sich“.
Trotzdem habe ich sehr stark das Gefühl - das ich dir natürlich nicht „beweisen“ kann - dass Gott in meinem ganz individuellen Leben die Finger im Spiel hat und auch daran interessiert ist, was mich jetzt bewegt. Einem stern am Himmel ist das wurscht, ob mein Hund krank ist oder in meiner Kassa Ebbe herrscht. Gott, glaube ich jedenfalls, ist es nicht wurscht.
gruß,
bb
Stucki, schalom auch Dir,
wer behauptet, daß Du die Bibel dazu ableiten mußt!
Du darfst es, brauchst es aber nicht. Ich hab das damals so geschafft: ich habe mir, in all der Scheiße um mich herum, ein gutes Prinzip, einen guten! Gott gewünscht, wenn es Ihn denn überhaupt gibt. Und dann halblaut, deutlich und vor allem ehrlich und aufrichtig gefragt in den „toten“ Raum hinein. "Hallo Du da, weiß ja nicht ob es dich gibt. Den guten Gott, den Gott, von dem viele Menschen sich wünschen, daß es ihn gibt, ich will Dich kennenlernen. Und auch gerne so, wie Du es willst, nicht wie ich mir das erträume. Mach Dich mal bemerkbar bei mir, ich würde mich freuen. Glauben tue ich noch nicht an Dich, aber für möglich halten tue ich Dich als Geist, als Schöpfer, wie schon oft gehört. Bitte, antworte. Antworte auf Deine Weise, Ende meines allgemeinen Anrufes. Aus.
Kurz danach durchströmte mich in der Brustgegend und im Gesicht ein heißes Gefühl und mir ging es ganz prima. Na und nach drei Wochen etwa fiel mir das mal wieder ein, von damals, und ich fragte zum zweitenmal nach DEM. "Hast Du etwa dran gedreht, Gott? Ich will Dich noch besser kennenlernen. Wieder dieses unbeschreibbare Gefühl! Und seitdem bin ich immer beser „reingekommen“ und habe furchtbar viele Fragen im geistig-seelischen Bereich an „DEN da“ gestellt. Und, durch Zufall ließ Er mir die Antworten darauf im Laufe der folgenden Wochen "zufall"en. Ich habe seitdem keine!!! einzige offene Frage mehr diesbezüglich. Bin wieder Christ geworden, weil ich alles, was Er möchte, daß ich es verstehen soll, inzwischen auch wirklich verstanden habe. - Übrigens, das merkt man daran, daß man es auch weitererklären kann, mit anderen Worten nämlich.
Ruf Du Ihn doch auch einfach leise an. Dann haste Deinen persönlichen Gott für immer. In aller Ewigkeit. Frage nur nicht um Materielles, um Geld oder so. Der läßt doch die Seinen nicht im Stich. Wäre ein Rabenvater, nicht wahr. Der sorgt schon für das, was Du brauchst, nicht für das, was Du willst. Unterschied klar?
Dein Norbert.
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Hallo Martin,
wenn das prinzip der gottähnlichkeit (…schuf nach seinem
ebenbild…) für die menschen gilt, dann kann es eigentlich
nicht notwendig sein, die persönliche zuwendung gottes
erbitten zu müssen. sie sollte von vornherein vorhanden sein.
Ich hatte auch immer Probleme mit Gebeten, die Gott anflehen, einen doch zu lieben oder gnädig zu sein. Als wäre er ein böser, unfreundlicher Gott, der sich nur durch langes Jammer widerwillig dazu bewegen lässt, einem einen Brocken Zuneigung hinzuwerfen.
Ich glaube, gerade aus der Gottes-Ebenbildlichkeit entsteht das Bedürfnis, sich an Gott im Gespräch zu wenden, ihn teilhaben zu lassen an allem, was uns betrifft - nicht weil Gott es braucht, weil es in uns angelegt ist. wir suchen ja auch ganz intensiv den Kontakt mit anderen Menschen, auch wenn wir annehmen dürfen, dass die uns lieben und um uns besorgt sind.
Ich erinnere mich, dass ich als Kind einmal sehr gekränkt war, als ich meinem Vater von irgendeiner kleinen Entdeckung - einer schönen Blume oder so was - erzählen wollte, von der ich sehr beeindruckt war. Er schnauzte mich an: „Was erzählst mir das? Meinst das weiß ich net?“ Es ging da gar nicht darum ihm etwas zu sagen was er nicht wusste, sondern meine Aufregung über den Fund mit ihm zu teilen.
Hilft dir das weiter?
mfg,
bb