Ich war leider in der Schule weder fleißig noch besonders begabt und habe darum in einer Diskussion nur mein Bauchgefühl und nicht Argumente anbringen können. Ich bin nicht einmal sicher, ob die Überschrift das Problem korrekt benennt. Es ging um die Zeile in einem Kirchenlied:
"Ich bin da! Ich bin da!
Ich, der immer bin und war!"
Meiner Meinung nach muss es heißen
„…Ich, der immer ist und war!“
Die Begründung „bin hört sich doch bescheuert an“ ließen die Anderen aber nicht gelten.
Wohlgemerkt: Wir waren uns einig, dass es schöner wäre, zu singen: „Ich, der ich immer bin und war“, aber das passt nun mal nicht mit dem Versmaß zusammen.
Da auch eine Anwältin in der Runde saß, brauche ich wirklich eine stichhaltige Begründung. Ich gelobe auch, fleißig mitzulernen, wenn meine Tochter jetzt all das gelehrt bekommt.
leicht off topic
Hi,
tut mir leid, dass ich nicht wirklich helfen kann, aber mir fiel bei Deinem Problem ein Limerick von Schobert und Black ein:
Es saßen am Ufer des Indus,
drei philosophierende Hindus.
Ihr Problem war fatal,
denn sie fragten voll Qual,
bist ich es, sind er’s oder bin du’s ?
Schöne Grüße
Burkhard
Hallo Margret,
Ich, der immer bin und war!"
… ist einfach nur falsch.
Die Begründung „bin hört sich doch bescheuert an“ ließen die
Anderen aber nicht gelten.
Die Begründung liest du hier:
http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/rvogel/ws0708/synfo…
Wohlgemerkt: Wir waren uns einig, dass es schöner wäre, zu
singen: „Ich, der ich immer bin und war“, aber das
passt nun mal nicht mit dem Versmaß zusammen.
Getreu dem Motto: Reim dich oder ich fress dich!
Gruß Gernot
Hallo Ralf,
da lobe ich mir den alten Trick, statt „der“ „welcher“ zu
schreiben: Ich bin, welcher immer bin und war. Wem das
immer noch nicht weh tut, der lässt sich auch vom Duden nicht
überzeugen (hab leider keinen).
Ob mit „der“ oder „welcher“, es klingt in meinen Ohren beides gleich falsch. Ich habe aber sicherheitshalber auch noch mal in meinem alten Grammatik-Duden nachgeschlagen und da erscheint mir die eben von mir verlinkte Erklärung nicht mehr ganz ausreichend:
Nach Duden ist die „_Auslassung des Personalpronomens zwar möglich, aber seltener. Das Prädikat und die Pronomen stehen dann in der 3.Person:
»Was kann ich tun, der ich krank und hilflos bin. (Auch möglich:smile: Was kann ich tun, der krank und hilflos ist.«_
“
© DUDEN Bd. 4 (Grammatik) §1162
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In dem Beispielsatz steht das Prädikat aber in der ersten Person.
Ich, der immer bin und war
Das ist also in jedem Fall falsch, sogar nach dem Duden und Margret hat Recht mit ihrer Vermutung dass es besser wäre zu singen:
„… Ich, der immer ist und war!“
Gruß Gernot
"Ich bin da! Ich bin da!
Ich, der immer bin und war!"
Meiner Meinung nach muss es heißen
„…Ich, der immer ist und war!“
Hallo!
Bin mir sicher, daß das geändert wurde, damit niemand auf die Idee kommt, der HERR sei gefräßig.
LG Mona
Ich, der immer bin und war!"
ist falsch
„…Ich, der immer ist und war!“
ist richtig
„Ich, der ich immer bin und war“,
ist anders…
„ich bin der, der ich bin“ ist nicht „ich bin der, der ist“ - rein inhaltlich schon nicht.
„…Ich, der immer ist und war!“
ist richtig
„Ich, der ich immer bin und war“,
ist anders…
Nein es ist laut Grammatik-Duden inhaltlich dasselbe wie der erste Satz und wird in dieser Form mit resumptivem Personalpronomen auch häufiger verwendet.
„ich bin der, der ich bin“
ist nicht
„ich bin der, der ist“ -
rein inhaltlich schon nicht.
Das sind ja auch wieder zwei ganz andere Sätze, die mit den ersten beiden nur den Relativsatz gemein haben.
Aber interessant: Der Unterschied besteht nämlich darin, dass der Relativsatz in deinen Beispielen als „definierender“ Relativsatz gemeint ist, während das in den Originalbeispielen von Margret nicht der Fall ist.
Ich dachte bisher immer, dass die Frage „defining vs. non-defining“ nur die Kommasetzung bei englischen Relativsätzen beträfe, offensichtlich scheint sie bei der Möglichkeit, ein resumptives Personalpronomen bei Kongruenzkonflikten zwischen Kopf und Prädikat eines Relativpronomens weglassen zu können, wenn dieses in der dritten Person steht, doch auch im Deutschen relevant zu sein.
Auch die Dudenregel ist also noch nicht ganz vollständig.
Gruß Gernot
Ganz herzlichen Dank euch allen.
Es war zwar viel Verwirrendes dabei, aber ich fühle mich bestätigt, und das war ja mein Anliegen.
Schön, dass mein Bauchgefühl mich nicht getrogen hat.