Personalführungsfrage

Liebe WWWler,

da ich kein anderes geeignetes Brett finde, frage ich mal hier.

Kurz die Fakten: Ich leite eine kleine Abteilung im öffentlichen Dienst, habe fünf Mitarbeiter/innen. Mit vieren komme ich sehr gut aus, eine geht mir mächtig auf die Nerven. Am liebsten würde ich sie feuern, aber das obliegt mir nicht, und ich kann es auch aus verschiedenen rechtlichen Gründen nicht.

Nun werden meine Frau und ich im Sommer kirchlich heiraten und ein großes Fest feiern. Und dazu möchte ich meine vier geschätzten Mitarbeiter und meine Dienstvorgesetzte sehr gerne einladen. Die ungeliebte würde ich aber gerne außen vor lassen. Im Grunde graut mir die Vorstellung, die Frau auf meiner Hochzeit zu sehen.

Was meint Ihr: Kann man so etwas kommentarlos machen oder ist das bereits Mobbing vom Chef? Mir ist natürlich klar, dass ich sie nicht einladen muss. Mich interessiert viel mehr aus HRM-Sicht, ob so etwas nicht extrem vor den Kopf stößt und die Stimmung gegen die Mitarbeiterin nicht noch mehr vergiftet.

Danke für Eure Meinungen & viele Grüße,

Matt

Hallo Matt,

es ist schon eine sehr offensichtliche Ausgrenzung der „5.“, aber wie du schon sagtest, ist deine Heirat eine sehr private Angelegenheit und niemand wird erwarten, dass du dir Leute einlädst, die dir den Tag verderben.

Ein paar Fragen in diesem Zusammenhang: weiss den die 5. wie sehr sie dir auf die Nerven geht oder gehört sie zu den Menschen, die so was gar nicht merken? Habt ihr mal eine offene Aussprache gehabt - z.B. über Fakten (nicht subj. Empfinden), die dir von ihrer Seite her nicht so gefallen? Mag sie dich denn als Chef? Und wie stehen die anderen 4 zu ihr?

Wenn sie sonst keinen Grund hat, Mobbingaktionen zu vermuten und dich genau so wenig mag, wie du sie, glaube ich, kannst du ruhig die vier einladen und sie nicht. Wenn aber eher noch Schlimmeres, z.B. Racheaktionen oder noch schlechteres Arbeitsklima, zu erwarten ist, tja, dann hast du ein Problem. Die Frage ist auch, ob dir die anderen 4 so nahe stehen, dass es nicht mit einer kleinen Feier im Büro, für ALLE - also Sekt und Kuchen, zur Zufriedenheit aller beteiligten und für ein gutes Arbeitsklima abgetan wäre? Das wäre natürlich die eleganteste Art, sich aus der Affäre zu ziehen und könnte vielleicht Frau „5“ auch ein wenig positiver stimmen, als sie offensichtlich auszugrenzen.

Nur so einige Gedanken zu Thema und viel Glück mit deiner Entscheidung.

Gruß

Ama

PS: Wenn du sie einladen würdest, meinst du, sie würde kommen?

Hallo Ama,

danke für den Beitrag.

Ein paar Fragen in diesem Zusammenhang: weiss den die 5. wie
sehr sie dir auf die Nerven geht oder gehört sie zu den
Menschen, die so was gar nicht merken? Habt ihr mal eine
offene Aussprache gehabt - z.B. über Fakten (nicht subj.
Empfinden), die dir von ihrer Seite her nicht so gefallen? Mag
sie dich denn als Chef? Und wie stehen die anderen 4 zu ihr?

Sie ist eben die Vertreterin, die für sich (berechtigt) ständig Solidarität von anderen einfordert und auf ihre Rechte pocht (alleinerziehend), umgekehrt aber wenig solidarisch gegenüber den Kollegen ist und sich mokiert, wenn der Chef auch mal auf seine Rechte hinweist. Das habe ich ihr auch offen gesagt, geändert hat es freilich nichts. Die Kollegen verhalten sich ihr gegenüber einigermaßen kollegial, es ist aber kein freundschaftliches Verhältnis.

Die Frage ist auch, ob dir die anderen 4 so nahe stehen, dass
es nicht mit einer kleinen Feier im Büro, für ALLE - also Sekt
und Kuchen, zur Zufriedenheit aller beteiligten und für ein
gutes Arbeitsklima abgetan wäre?

Eigentlich möchte ich die anderen dabei haben. Ich arbeite sehr gerne mit ihnen zusammen.

PS: Wenn du sie einladen würdest, meinst du, sie würde kommen?

Das glaube ich schon. Ich lade meine Mitarbeiter einmal im Jahr zum Essen ein, und da kam sie immer mit.

Es ist wirklich schwierig…

Gruß,

Matt

Hi Matt,
das ist eine schwierige Kiste.
Aber vielleicht hat sie gar keine Zeit wenn sie alleinerziehend ist :wink:
Spass beiseite: Das kannst Du wahrscheinlich besser als jeder andere hier beurteilen ob sich die momentane Situation durch ein „nicht einladen“ verschärfen würde.
Andererseits: was auch immer im Büro nicht sauber läuft kann sich auf privaten Veranstaltungen im Sande verlaufen. Es könnte sogar eine Chance sein das Klima zum positiven zu wenden.
Ich persönlich würde es niemandem verübeln wenn ich als einziger zu einer privaten Feier nicht eingeladen würde, da ich das private gern vom geschäftlichen trenne.
Gruss Sebastian

Rausschmeißen kann jeder

… Mit vieren
komme ich sehr gut aus, eine geht mir mächtig auf die Nerven.
Am liebsten würde ich sie feuern, aber das obliegt mir nicht,
und ich kann es auch aus verschiedenen rechtlichen Gründen
nicht.

Hallo,

oh, oh. Da scheint ja einiges im Argen zu sein. Aber: Man schmeißt Mitarbeiter nicht raus, weil sie einem „auf die Nerven gehen“. So etwas gilt es in den Griff zu bekommen. Fordern und Fördern heißt hier die Strategie. Offenes Gespräch suchen, Probleme eskalieren, gemeinsam Lösungen suchen und finden. Ziele setzen.

Rausschmeißen kann jeder. Das zeichnet nicht gerade einen guten Vorgesetzten aus. Vorgesetzt sein heißt auch schlichten, vermitteln, Verantwortung für das Team übernehmen.

Frage am Rande: Hast Du schon mal jemanden persönlich gekündigt ? Leicht gesagt. Ich durfte mal 8 betriebsbedingte Kündigungen an einem Tag aussprechen. Das ist mir selbst bei den Leuten, die ich lieber heute als morgen losgewesen währe verdammt schwer gefallen. Letztendlich ist jeder einzelne ein Schicksal. Wenn Du das erste Mal in verweinte und verzweifelte Augen gesehen hast…
Ich würde das Wort Kündigung daher immer mit äußerster Vorsicht nutzen.

Gruß

S.J.

Es ist wirklich schwierig…

Gruß,

Matt

Hallo Matt,

was ist denn daran bitte schwierig? Wie hier ja schon gesagt wurde, solltest Du als Vorgesetzter Dich bemühen, die „missliebige“ Frau ins Team zu integrieren, anstatt sie auszugrenzen. Wenn Du sie nicht einlädst, die anderen aber schon, werden die Probleme am Arbeitsplatz nicht besser, sondern nur noch verfahrener. Zum einen entgeht es der Frau ja nicht, dass sie als einzige nicht eingeladen wird. Was würedst Du denken, wenn Dir so etwas passiert? Und zum anderen hat dies auch Signalwirkung auf die restlichen Kollegen: Die sehen daran ganz deutlich, dass Du die Frau nicht leiden kannst. Fördert das das Betriebsklima? Denk einfach noch mal darüber nach.

Wie wäre es denn, wenn Du sie einlädst und die Gelegenheit nutzt, dass ihr privat ein schönes Fest feiert und sie Dich vielleicht auch mal ganz anders kennenlernt. Das kann oft Wunder wirken. Oder Du lädst gar keine Kollegen ein, und machst statt dessen ein Essen im Büro. Leberkäs für alle am Freitag Nachmittag, oder was weiß ich.

Viele Grüße
Anna