Hallo.
Man kann in verschiedener Literatur lesen, dass die Personalzusatzkosten (=Personalnebenkosten oder Lohnnebenkosten) in Abhängigkeit von der Branche schwanken und zwischen 60 und 100 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts betragen. Nehmen wir mal an im
Betrieb X betragen die Lohnnebenkosten 60 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts. Die Arbeitnehmer bekommen ein 13. und 14. Monatsgehalt. Wenn ich jetzt die Personalkosten eines Angestellten pro Jahr errechnen will, so muss ich die Monatspersonalkosten doch nur mit 12 multiplizieren und nicht mit 14, da diese Sonderzahlungen ja schon in den (60 Prozent) Lohnnebenkosten pro Monat enthalten sind? Als Personalkosten bezeichnet man doch richtigerweise, die Gesamtkosten, die ein Betrieb für das Personal aufwendet? Die Personalkosten müssten sich demnach aus dem Bruttoarbeitsentgelt für den Arbeitnehmer und den Lohnnebenkosten zusammensetzen?
Vielen Dank
Martin Unterholzner
Hallo Martin!
Man kann in verschiedener Literatur lesen, dass die
Personalzusatzkosten (=Personalnebenkosten oder
Lohnnebenkosten) in Abhängigkeit von der Branche schwanken und
zwischen 60 und 100 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts
betragen.
genau. Bei einem Baubetrieb eher 100%, bei einer Webeagentur eher 60%.
Nehmen wir mal an im
Betrieb X betragen die Lohnnebenkosten 60 Prozent des
Bruttoarbeitsentgelts. Die Arbeitnehmer bekommen ein 13. und
14. Monatsgehalt. Wenn ich jetzt die Personalkosten eines
Angestellten pro Jahr errechnen will, so muss ich die
Monatspersonalkosten doch nur mit 12 multiplizieren und nicht
mit 14, da diese Sonderzahlungen ja schon in den (60 Prozent)
Lohnnebenkosten pro Monat enthalten sind?
Richtig. Das 13. Monatsgehalt ist in den sogenannten Soziallöhnen enthalten. Die Berechnung auf die Lohnstunde ist denkbar einfach: 13.Monatsgehalt/tatsächliche Jahrearbeitszeit.
Als Personalkosten
bezeichnet man doch richtigerweise, die Gesamtkosten, die ein
Betrieb für das Personal aufwendet? Die Personalkosten müssten
sich demnach aus dem Bruttoarbeitsentgelt für den Arbeitnehmer
und den Lohnnebenkosten zusammensetzen?
Das Schema ist das folgende:
-
Grundlöhne
-
Lohnzusatzkosten
2.1 Soziallöhne (z.B. Feiertage, 13. Monatsgehalt, usw.)
2.2 Sozialkosten (z.B. Rentenversicherung, Unfallversicherung, usw.)
2.3 Lohnbezogene Kosten (z.B. Haftpflichtversicherung)
-
Lohnnebenkosten (z.B. Auslösungen)
Alles zusammen sind die sogenannten Personalkosten. Deine Gleichung stimmt also so nicht ganz.
Gruß Christian
Hallo Martin,
nur mal ganz grob und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Jährliche Soll-Anwesenheitszeit = 365 Kalendertage - 104 Sa/So-Tage - 11 Feiertage - 30 Tage Urlaub = 220 Arbeitstage
Abzgl. Krankheit (z.B. 5%) und Weiterbildung (ebenfalls ca. 5%) verbleiben davon 198 Arbeitstage
Bei 40 Std. je Woche ergeben sich 1584 Std. p.a.
Bezahlt werden jedoch 2088 Std. p.a. (365 - 104 Tage x 8 Std.)
Weiterhin hat der Arbeitgeber noch Sozialkosten abzuführen (AG-Anteil = AN-Anteil zzgl. Berufsgenossenschaft) sowie Kosten für Betriebsrat, ggf. Behindertenfehlabgabe etc. zu tragen. Alles zusammen so grob mal 25%
So, dann kommen noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld dazu.
Beispiel:
jemand verdient 2.500 € mtl. und erhält 14 Gehälter bei 40 Std. / Woche
(= 14,37 € / Std. ohne bzw. 16,76 € / Std. mit Urlaubs-/Weihnachtsgeld)
2.500 x 14 x 1,25 = 43750 €
Bezogen auf 1584 Std. p.a. => 27,62 € / Std.
d.h. 92,2% Zuschlag auf Gehalt ohne Urlaubs-/Weihnachtsgeld und immer noch 65% Zuschlag auf Gesamtsumme p.a.)
Nicht zu vergessen sind noch die sonstigen Incentives (Firmenwagen, Kantine, sonstige Sozialräume etc.)
Grüsse
Sven