Personalschwund im KiGa

Hallo,

ich weiß jetzt gar nicht so genau, was ich von euch möchte, will mir vielleicht nur mal den Frust von der Seele schreiben.

Unsere Große kommt im September in den KiGa und freut sich total drauf. Bisher waren in jeder Gruppe (deren gibt es 4) eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin. Dieses Jahr haben die Eltern nun so „blöd“ gebucht, dass 2 Stellen gestrichen worden sind. Dieser KiGa macht eh nicht allzu viel mit den Kindern, liegt aber für uns günstig, unsre Tochter kennt dort schon viele Kids, die Erzieherinnen und die Einrichtung, weil wir öfters die Töchter meiner Freundin dort abholen waren und sie immer dabei ist. Außerdem sind dort die Kinder, mit denen sie ja später mal in die Schule kommt. Deshalb wollen wir nicht so ohne weiteres auf einen anderen Kindergarten ausweichen.

Das Problem ist nun, dass in der zukünftigen Gruppe meiner Tocher eine Erzieherin ganz alleine mit 23 Kiddies von 2 - 6 Jahren sein wird. Meines Erachtens kann da außer halbwegs kontrollierten Aufbewahrung nicht viel stattfinden. Engagement der Eltern (z.B. zusätzliche Projekte, damit überhaupt mal was passiert) sind seitens der KiGa-Leitung unerwünscht, da dadurch der Ablauf durcheinander käme.

Hat jemand von euch ähnliche Verhältnisse im KiGa erlebt und welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Ist es vielleicht gar nicht so schlimm, wie ich mir das vorstelle?

Am meisten ärgert mich ja, dass unser Wille, als Eltern unterstützend tätig zu werden, so abgebügelt wird. Schließlich will ich ja nicht nur meckern, sonder auch was machen…

Gefrusteter Gruße von Felicia

Also meiner Meinung nach ist das schlimm oO

Wir haben hier im Umkreis drei Kindergärten deren Gemeinden zusammengelegt wurden und die deshalb jetzt zusammenarbeiten.
Die sind froh über jede helfende Hand!

Zwar sind dort auch die Gruppen groß, aber es ist halt kein Geld da um Erzieherinnen einzustellen :frowning:

Das man sich aufregt, der Ablauf käme durcheinander, wenn man eh nix mit den Kindern macht, finde ich total dreist.
Dann wird ein Projekt halt EINGEPLANT so dass es IM Ablauf drin ist.

Kann ich echt nicht verstehen *kopfschüttel*

Gruß, Kate

Hallo,

ich würde mich mal schlau machen, ob es überhaupt rechtlich zulässig ist, dass nur eine Erzieherin in der Gruppe ist. Stell dir mal vor, es passiert was. Muss nur eine Kleinigkeit sein: Das Kind übergibt sich und muss gewaschen werden; das Kind fällt hin und eine Beule muss verhindert werden.

Bedeutet das dann, dass sämtliche anderen Kinder unbeaufsichtigt sind?

Wenn dem wirklich so wäre, würde ich tatsächlich DIESEN Kiga nicht in Betracht ziehen. Oder willst du wirklich das Risiko eingehen, dass dein Kind unbeaufsichtigt und ggf. unversorgt ist.

Und stell dir´s mal andersrum vor: Dein Kind verletzt sich und muss zum Arzt. Du bis nicht erreichbar. Wer bitte schön soll mit dem Kind mitgehen. Wenn man weiter denkt: Das Kind wird dann wahrscheinlich mit dem Krankenwagen abgeholt und niemand fährt mit.

Also so günstig gelegen kann ein Kindergarten überhaupt nicht sein, dass ich dieses Risiko eingehen würde.

Gruß
S

Hallo,

ich würde mich mal schlau machen, ob es überhaupt rechtlich
zulässig ist, dass nur eine Erzieherin in der Gruppe ist.

Nach dem neuen bayerische KiGa-gesetz leider ja. Da ist nähmlich nicht mehr entscheidend, wieviel Personal in der Gruppe ist, sondern nur, wieviel Leute in der Gesamteinrichtung arbeiten… Wäre aber auch nach dem alten KiGa-Gesetz okay gewesen, das als Mindestanforderung für einen 4-gruppigen KiGa 4 Erzieherinnen und 2 Kinderpflegerinnen vorschreibt. ÄRRRRRGER!

Gruß

Felicia

Hallo,
ich bin entsetzt! In Berlin gibt es in den Kindergartengruppen 1
Erzieher auf 10 Kinder und meist noch einen Praktikanten, Azubi oder
Zivildienstleistender.
Du hast recht wenn du von Kinderaufbewahrung sprichst.
Wenn die Gesetze bei euch anders sind (staun!), gibt es nur zwei
Möglichkeiten:

  1. einen anderen Kindergarten mit besseren Bedingungen. Dein Kind
    wird mit Sicherheit auch dortt Freunde finden und sich auf längere
    Sicht wohler und geforderter fühlen als in der beschriebenen
    Einrichtung.

  2. Bilde eine Elterninitiative gegen die marode Leitung und für eine
    bessere Arbeit dort. Tu dich mit anderen Eltern zusammen, die
    ebenfalls unzufrieden sind und macht Druck! Die Lokalpresse
    interessiert sich auch für solche schwarze Schafe, die die Zukunft
    unserer Kinder verbauen.
    Viel Kraft, Mut und Glück!

Hallo

Das Problem ist nun, dass in der zukünftigen Gruppe meiner
Tocher eine Erzieherin ganz alleine mit 23 Kiddies von 2 - 6
Jahren sein wird. Meines Erachtens kann da außer halbwegs
kontrollierten Aufbewahrung nicht viel stattfinden. Engagement
der Eltern (z.B. zusätzliche Projekte, damit überhaupt mal was
passiert) sind seitens der KiGa-Leitung unerwünscht, da
dadurch der Ablauf durcheinander käme.

Hat jemand von euch ähnliche Verhältnisse im KiGa erlebt und
welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Ist es vielleicht gar
nicht so schlimm, wie ich mir das vorstelle?

Nach meinen Erfahrungen ist sogar bei 2 Erzieherinnen für 23 Kinder oft nicht viel möglich an pädagogischer Arbeit.

Engagement der Eltern ist oft dann unerwünscht, wenn man keine Zeugen haben will, wie mit den Kindern umgegangen wird, oder wenn man befürchtet, die Eltern könnten hinterher bei den Kindern wesentlich beliebter sein als die Erzieherinnen.

Ich würde die anderen möglichen Einrichtungen wenigstens mal ansehen. Dabei würde ich einen integrativen Kindergarten - falls er zur Auswahl steht - bevorzugen, da dort die Gruppen kleiner und die Erzieherinnen wesentlich besser ausgebildet sind.

Viele Grüße
Thea

Ganz Deiner Meinung, Susanne!
Hallo,

ich würde mich mal schlau machen, ob es überhaupt rechtlich
zulässig ist, dass nur eine Erzieherin in der Gruppe ist.
Stell dir mal vor, es passiert was. Muss nur eine Kleinigkeit
sein: Das Kind übergibt sich und muss gewaschen werden; das
Kind fällt hin und eine Beule muss verhindert werden.

Ich bin ganz Deiner Meinung.
Als Beispiel, obwohl (oder gerade!) es geschah in der Kinderkrippe, als David gut 2,5 Jahre alt war:
Es gab 2 Erwachsenen, ausgebildeten zur Aufsicht da. Zusammen mit den 12 Kinder waren im (sonst recht winziger) Garten. Offenbar -so würde es mir mitgeteilt- fuhr gerade David Bobbycar (standen 2 oder 3 zur Verfügung). An der Hauswand entlang gab es ein steinernden Weg umzäunt von kleine Ziersteine. Als die Erzieherinnen sahen wie David rumblödelte, mahnten ihm: „David sei vorsichtig, Du kannst dich verletzen“. Weiter unternahmen sie offenbar nicht. Wie nichts anders zu erwarten David fiel, stieß sich mitte im Gesicht mit diesen blöden Steinen und war zunächst unansprechbar (bewußtlos???). Jedenfalls, war es dann offenbar doch Eile geboten und er wurde in einem Bettchen gebracht. Ich bin angerufen worden, daß David mich sehen sollte (!!!). Als ich kam, lag David total bewegungslos im Bettchen, den Lippen war voll geplatzt, die 2 Vorderzähne, verschwunden im Zahnfleisch, das Gesicht voll blutverschmiert und total geschwollen. So wurde es mir berichtet oder stellte selbst fest.
Also da hat mindestens 1 Kraft gefehlt, wo sie -endlich!!!- auf David aufgepasst hat und am Bett auf mich gewartet haben. Und zum Teil waren die minder kurz unbeaufsichtigt, als die andere mich anrief!
Diesen Gedanke treibt mir noch heute die Haare zu Berge!
Schöne grüße
Helena
PS. Aus diesem zusammen mit andern ähnlichen Gründen, käme diese Krippe für mich absolut nicht mehr in Frage.

Hallo Felicia,

ich würde mir sehr überlegen, ob ich mein Kind dort hinschicken würde. Weniger wegen der knappen Personaldecke als wegen des fehlenden Engagements. Wenn es nach Gesetz so zulässig ist, dann können viele Einrichtungen aus Geldmangel ja gar nicht mehr Erzieherinnen einstellen, selbst wenn sie wollten. Mehr Personal wäre zwar wünschenswert, aber was noch viel mehr zählt ist die Motivation und das Engagement der Erzieher. Und das scheint dort ja sehr mangelhaft zu sein. Es kann gut sein, dass Deine Tochter sich dort bald langweilt. Meine (2 1/2) kommt jetzt auch aus der Krippe in den Kindergarten. Ich bin sehr froh darüber, weil dort doch mehr gemacht wird. Ich kenne einige Kinder, die erst mit drei in den Kindergarten gekommen sind, und sich am Ende in der Krippe sehr gelangweilt haben! Und da wird hier in der Regel auch hin und wieder gebastelt, ein Ausflug gemacht, gesungen und einmal die Woche ist Sport.

An Deiner Stelle würde mir das offensichtlich mangelnde Engagement des Kindergartens auf jeden Fall mehr Sorgen machen als die Personaldecke.

Viele Grüße

Bianca