'Personifikation' von Gegenständen

Hallo ihr,

leider fiel mir kein anderes ‚Schlagwort‘ ein und die Verwendung dafür,
was ich meine ist sicher auch nicht ganz korrekt.
Meine Internetsuche ergab jedenfalls nichts, in Richtung psychol. Deutung/Hintergrund.

Was ich meine ist dies:
Speziell zu Autos entwickeln ja einige Leute eine Art ‚Beziehung‘.
So auch ich :wink:

Z. B. Habe ich schon mit meinem Auto ‚geredet‘: „Na komm altes Haus, spring schon an, lass mich nicht im Stich“, und tätschelte es auf das Armaturenbrett.
Oder ich gab meinem Motorrad sogar einen Namen. (Sie hieß Emma *gg*)

Es ist ja nicht so, dass ich einsam, oder ohne soziale Kontakte wäre, aber irgendwie find ich das schon ein bisschen ‚bescheuert‘.
(ich hoffe ich muss mir jetzt keine ernsthaften Sorgen um mich machen *lach*)

Mich interessiert, was da dahinter steckt. Gibt es hierfür eine psyhologische Deutung? Oder gar einen Fachbegriff?

Im weiteren würde mich interessieren, ob Fetischismus im entfernten auch etwas damt zu tun hat. Darin könnte man ja auch eine Art ‚Belebung eines Objektes‘ sehen.

Grüße Marion

Hallo Marion

Mich interessiert, was da dahinter steckt. Gibt es hierfür
eine psyhologische Deutung? Oder gar einen Fachbegriff?

guck mal unter Anthropomorphismus

/link http://www.tu-berlin.de/umweltbildung/anette/mentier…

solange solches Verhalten nicht Überhand nimmt und zu jeder Zeit genutzt wird, halte ich das für normal

Menschen stellen gerne Beziehungen her und sei es nur zu toten Gegenständen wenn grade nichts anderes vorhanden ist *g*

Gruß
Schiwa

Hi Marion,

was Du beschreibst, mache ich oder besser: passiert mir bisweilen auch.

Ist es aber nicht so, dass man da eher zu sich selbst spricht als wirklich zu dem Ding/der Maschine? Also quasi sich selbst Mut macht, wenn man z. B. dem Auto sagt „Spring´ schon endlich an!“

Hallo schiwa,

guck mal unter Anthropomorphismus

/link
http://www.tu-berlin.de/umweltbildung/anette/mentier…

vielen Dank!! Weiter unten wird es auch in Bezug zu meteriellen Dingen gesetzt, interessant.

Menschen stellen gerne Beziehungen her und sei es nur zu toten
Gegenständen wenn grade nichts anderes vorhanden ist *g*

Und wenn das nicht so ist (also doch was anderes vorhanden ist) ist es aber doch hoffentlich trotzdem ‚normal‘, denn sonst müsste ich mir ja doch ernsthafte Gedanken machen *gg*

NG Marion

Hi Builder,

Ist es aber nicht so, dass man da eher zu sich selbst spricht
als wirklich zu dem Ding/der Maschine? Also quasi sich selbst
Mut macht, wenn man z. B. dem Auto sagt „Spring´ schon endlich
an!“

so ein Mist, jetzt muss ich mich ja schon wieder ‚outen‘ *g*

Ich muss zugeben, dass ich vor sehr vielen Jahren ein Auto hatte (mein 1.), an dem ich sehr hing. Und das war mehr, als nur zu mir zu sprechen. Ich meinte wirklich das Auto. Es ging eher in die Richtung, dass ich fest daran glaubte, dass speziell dieses Auto ein ganz besonderes ist. Es war eben mein ‚Autole‘. Es ging soagar Mal so wit, dass ich nach einem super tollen Urlaub dem Auto auf die Haube tätschelte und ihm! sagte, dass es Mal wieder toll mit ihm war.

Ok, ich war sehr jung, aber einige (viele?) kennen ja offensichtlich dieses ‚Phänomen‘ mit Dingen und zu Dingen zu sprechen.

Der Link von schiwa beleuchtet ja einiges.

Aber sicher redet man häufig auch zu sich, statt zu dem Ding, wie du schreibst.

Gruß Marion

Spielart des Animismus
Hallo Marion

Mich interessiert, was da dahinter steckt. Gibt es hierfür
eine psyhologische Deutung? Oder gar einen Fachbegriff?

Im weiteren würde mich interessieren, ob Fetischismus im
entfernten auch etwas damt zu tun hat. Darin könnte man ja
auch eine Art ‚Belebung eines Objektes‘ sehen.

Ich würde das eher für ein Überbleibsel des ANIMISMUS halten. Die magisch-animistische Phase durchlaufen wir als Kinder ja mehr oder weniger alle. Piaget hat in seinem schönen Buch „Weltbild des Kindes“ das dargestellt. Er hat Kinder in bestimmten Altern so Sachen gefragt wie „Wissen die Wolken, dass sie jtzt da vor die Sonne ziehen und sie verdecken?“
Wer von uns hat nicht Reste animistischen Denkens in sich! Wenn ich mit meiner Gibson-Gitarre auftrete, sage ich schonmyal dem Publikum, dass die Martin-gitarre jetzt natürlich eifersüchtig ist, sich das aber nicht anmerken lässt, weil sie so introvertiert ist. (Sie klingt in der Tat leiser als die Gibson.)
Gruß,
Branden
Gruß,
Branden

Hallo

Es ist ja nicht so, dass ich einsam, oder ohne soziale
Kontakte wäre, aber irgendwie find ich das schon ein
bisschen ‚bescheuert‘. (ich hoffe ich muss mir jetzt
keine ernsthaften Sorgen um mich machen *lach*)

Alle Menschen scheinen das mehr oder weniger bewusst zu
machen, also alles im „Grüner Bereich“. Die „Psychologie“
(Branden) könnte das als „Animismus“ klassifizieren,
aber was ist schon damit ausgesagt :wink:

Mich interessiert, was da dahinter steckt. Gibt es hierfür
eine psychologische Deutung? Oder gar einen Fachbegriff?

Der Philosoph Anders hat einmal gesagt:

 Wir können uns \*Sein\* nicht anders vorstellen 
 als als \*Lebendes Sein\*

(damit spielt er auf Nietzsche an.)

Wir wissen, dass ein „lebloses Ding“ ein lebloses
Seiendes ist, aber dessen „Sein“ führt uns hintenrum
immer zum „Sein als Leben“. Wir haben offenbar nur
diesen Begriff dafür (Anhenerbe?.

Im weiteren würde mich interessieren, ob Fetischismus im
entfernten auch etwas damt zu tun hat. Darin könnte man ja
auch eine Art ‚Belebung eines Objektes‘ sehen.

Kaum.

Grüße

CMБ

Hallo Branden,

auch dir ein Dankeschön. Ich habe mir einige Texte zu Animismus ergoogelt.

Grüße Marion

Hallo Semjon.

jetzt wird es ja richtig philisophisch :wink:

So nach dem Motto:
Dem ‚denaturalisierten‘ Industrienationbewohner ist sein Auto, was dem naturverbundenen Indianer der beseelte Stein :wink:

Grüße Marion

Hallo Marion,

als ich mein erstes selbst gekauftes und mehrere Jahre glücklich gefahrenes Auto (einen roten Fiat Uno) verkaufte, hab ich ihm einen Kuss auf’s Lenkrad gegeben und mich bei ihm bedankt :wink:. Irgendwie tat’s mir in der Seele weh, aber ich woll so gern den Peugeot 205 haben…

Vermutlich sind wir krank :wink:

Grüße
Demenzia

Hi Demenzia,

Vermutlich sind wir krank :wink:

eindeutig!!
Denn sonst würden wir uns ja nicht in diesm Brett rumtreiben und uns über unsere Gespräche mit unseren Autos unterhalten :wink:

NG Marion

Moin -

mir wird ganz schwer ums Herz, wenn ich an meinen schönen Golf denk, der jetzt irgendwo in Moldavien rumkurvt…

schnief…

werd wohl mal bald ne Therapiestunde einläuten :wink:

Grüße
Demenzia

Personifikation
Hi, Marion,

Du personifizierst Dein Auto, und Dein Motorrad. Wenn man sich umschaut, muß man feststellen, dass nahezu jeder dazu neigt, unterschiedlichstes zu personifizieren. Das findet seine Anfänge in den Monologen, die PC-Anwender mit ihren Geräten führen, wenn sie nicht erwartungsgemäß funktionieren, über Musiker, die wie BB King ihrem Instrument einen Namen geben, bis hin zu jenen, die vollkommen imateriellen Größen Namen zuweisen. Es wäre Absurd, Gottesglaube mit ‚benamten‘ Kraftfahrzeugen zu vergleichen, doch eines haben beide Phänomene gemeinsam: Einen bestimmten Stellenwert im eigenen Leben.

Ich habe den Eindruck, dass der Mensch überall nach einer gewissen ‚Vermenschlichung‘ strebt. Bewusst betrachtet klingt es bizarr, mit einem niedlichen, kleinen durch einen Unfall entstellten Fiat 500 etwas wie Mitleid zu empfinden - wohingegen uns ein 7er BMW als Totalschaden meist kalt lässt.

Die menschliche Koexistenz mit all diesen Industrieprodukten, die wir aus unterschiedlichsten Gründen brauchen, ist an sich wahrscheinlich eine Form der Entzweiung, der wir in bestimmten Fällen durch Personifikation zu entgehen gedenken.

Naturvölker, die in all ihren Dingen des täglichen Lebens durch ihre Spiritualität in ganz anderer Form das Göttliche zu finden glauben, sind uns vielleicht ähnlicher, als wir es für möglich halten.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr mögliche Ansätze fallen mir ein. Hab ich’s doch gewußt: Philosophie hat nichts mit dem Wissen über Philosophen zu tun.

Gruß,

PM

Hi Demenzia

mir wird ganz schwer ums Herz, wenn ich an meinen schönen Golf
denk, der jetzt irgendwo in Moldavien rumkurvt… schnief… werd wohl mal bald ne Therapiestunde einläuten :wink:

vielleicht bei (D)einem Golflehrer ?!

Hi Demenzia

vielleicht bei (D)einem Golflehrer ?

Golf? Ist das ne neue Therapieform?

ich steig lieber auf mein Mopped… danke!

Gruß
Demenzia

Hi Demenzia

ich steig lieber auf mein Mopped… danke!

Meins hieß Emma, wie heißt denn deins?

Und jetzt sag mir bloß nicht es hat noch keinen Namen, sonst wird deine Therapie abgelehnt!!!

Marion

Hi Demenzia,

Du warst es, die den Golf ins Spiel brachte . . .

mostly offtopic…
Hi Marion,

Meins hieß Emma, wie heißt denn deins?

üsch abbe ga kein auto… (mehr).

Nein und in der Tat, NAMEN hatten meine Autos wirklich nie! Scheinbar hast du dann doch eine andere Form der Erkrankung.

Und jetzt sag mir bloß nicht es hat noch keinen Namen, sonst
wird deine Therapie abgelehnt!!!

wie was wo… na gut, mein Mopped heißt Hörnchen, aber mit dem hab ich noch nicht gesprochen (komisch).

Grüße
Demenzia

Hi Gerry

NAMEN hatten meine Autos wirklich nie!
Scheinbar hast du dann doch eine andere Form der Erkrankung.

na gut, mein Mopped heißt Hörnchen

Im Fahrzeug-Bereich hatten bei mir nur die Schiffe bzw. Boote jeweils einen Namen.
Sprechen tue ich egentlich nicht mit den Fahrzeugen, soweit ich mich erinnere. Aber mit Pflanzen zuweilen.
Gruß,
Branden

Demenzia??? (bitte mach deinem Namn keine Ehre duck)

Warum hast du den 1. Satz von dir, auf den ich antwortete weggelassen???

Lies nochmal :wink:

Hi Demenzia

ich steig lieber auf mein Mopped… danke!

Meins hieß Emma, wie heißt denn deins?

Nein und in der Tat, NAMEN hatten meine Autos wirklich nie!

Meine auch nicht.

Scheinbar hast du dann doch eine andere Form der Erkrankung.

Neene, denn ich habe auch ab und zu temporäre Leseschwächen *gg*

wie was wo… na gut, mein Mopped heißt Hörnchen, aber mit dem
hab ich noch nicht gesprochen (komisch).

Na also dann passt es ja wieder. Dein Hörnchen, meine Emma :wink:
Und stimmt, mit Emma habe ich auch nie gesprochen *grübel*

Jetzt haben wir uns selbst therapiert. Mit den autos reden wir und die Moppeds bekommen nur Namen. Passt *g*

Grüße
Marion