Hallo,
Dass bedeutet also, dass er mehr durch die Bild Fraktion
gepushed wird und das nicht gerade als Qualitaetskriterium
gewertet werden kann.
nein, gepushed wird er nicht von den rechten Seite, sondern von der linken, weil diese Seite in ihm eine rechte Gesinnung auszumachen meint und ihn als Gegner aufbaut.
Rhetorik ist ja auch nichts, was man widerlegen kann.
Wenn man rhetorische Figuren in einem Text geoutet hat, dann ist der Text logisch mehr oder weniger diskreditiert - jedenfalls grosso modo und in heutiger Bedeutung gemeint. Da meint Rhetorik nämlich nicht Überzeugen (weil die Logik stimmt), sondern Überreden (weil es irgendwie passt).
Logik eigentlich auch nicht, solange sie plausibel ist,
Ich sehe, dass du zuwenig von Logik weißt, mit Plausibilität hat sie jedenfalls nichts zu tun.
Vertrittst Du eigentlich Singer’s Ethik oder versuchst Du mich
nur davon zu ueberzeugen, dass ich Unrecht habe?
Ich bin nicht Singers Meinung, und ich will dich auch nicht von Singer überzeugen, sondern mir geht es darum, dass Singers Versuche - egal wie man sie wertet - ernstzunehmende Herausforderungen darstellen.
Nur, weil er sagt, dass er Argumenten gegenueber aufgeschlossen ist,
heisst das noch lange nicht, dass er’s wirklich ist.
Nein, so meinte ich das auch nicht, aber wenn du die beiden Auflagen der „Praktischen Ethik“ vergleichst, wirst du feststellen, dass Singer gewisse seiner Thesen revidiert bzw. überarbeitet hat, und zwar aufgrund von Gegenargumenten.
Ich habe nicht behauptet, dass Habermas das Maß aller Dinge
ist. Der Kyoto Preis ist, glaube ich, auch mit nichts zu
vergleichen, was im Dritten Reich auf nationaler Ebene
vergeben wurde.
Ich wollte nicht den Preis diskreditieren, sondern das Vertrauen in Preisverleihungen.
Ich kenne seine Homepage nicht, aber vielleicht ist er es
leid, immer wieder dasselbe zu sagen. Möglicherweise steht auf
der HP aber auch nicht alles, was S. sagen will? Hast du ihn
gefragt?Noe, Du?
Nein, das muss ich auch nicht, weil ich ihm ja das, was du ihm vorwirfst gerade nicht vorwerfe.
Gib mir mal die Adresse, bitte.
Address http://www.princeton.edu/~psinger/
Danke, ich schaue sie mir demnächst einmal an.
Wenn ich mich recht entsinne, ist bei der deduktiven
Beweisfuehrung der Schluss vom Ganzen auf das Einzelne
gefragt.
Das stimmt, so wird deduziert, aber das hier
Wenn ich also sage, dass alle Raben schwarz sind,
suche ich weiter und zwar ALLE Raben.
… ist Induktion: Ich sehe nur schwarze Raben und schließe darauf, dass ALLE Raben schwarz sind. Treffe ich auf einen nichtschwarzen Raben, habe ich zwei Möglichkeiten: Entweder ich sage, mein Schluss war falsch, oder ich behaupte, die nichtschwarzen Tiere seien keine Raben. Wenn ich nämlich meine Definition, nach der alle Raben schwarz sind, zum Ausgangspunkt mache, dann MUSS das Nichtschwarze zwingend kein Rabe sein. Das ist dann nämlich Deduktion, und die ist zwingend, jedenfalls unter der Voraussetzung, dass die Definition, also der Ausgangspunkt (die Prämisse) richtig ist.
Aber das ist ja was ich meinte. Die Ethik selbst legt
doch erst fest, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Aendert
sich die allgemein anerkannte Ethik und Moralvorstellungen,
dann aendern sich mit ihnen auch „richtig“ und „falsch“.
„Richtig“ und „falsch“ sind also keineswegs absolut.
Du verwechselst zweierlei, einmal Ethik und Moral und dann die beiden Bedeutungen von richtig und falsch.
Moral ist das, was du allgemein anerkannt nennst. Für die Hopi mag es angemessen sein, bestimmte Rituale wie die Mitbeerdigung von Ehefrauen durchzuführen, für Europäer aber nicht. Die Moral ist abhängig von der Gesellschaftsform und versucht daher auch nicht, Allgemeingültigkeiten aufzustellen. Ethik möchte das aber schon.
Zum anderen kann man richtig und falsch einmal praktisch verstehen, andererseits aber auch theoretisch. Praktisch beziehen sich die Begriffe „richtig“ und „falsch“ auf Verhaltensweisen und bezeichnen, was man tun soll oder zu lassen hat. Theoretisch haben die Begriffe eine andere Bedeutung: richtig heißt hier konsistent bzw. begründet, falsch heißt das Gegenteil (wobei Nichtkonsistenz nicht auch zwingend Falschheit bedeutet). Diese logische Richtigkeit gilt seit Aristoteles und ist nur hier und da erweitert, keineswegs aber grundlegend geändert worden.
Beispiel: Wenn jemand aus den zwei Sätzen „Die Tomate ist rot“ und „Die Ampel ist rot“ schließt, das eine Tomate eine Ampel ist, dann begeht er einen methodischen Fehler, den man formal nachweisen kann. Sein (theoretischer) Schluss ist falsch - aber mit Moral oder Ethik hat das nichts zu tun, wohl aber müssen sich auch die praktischen Gebiete, wenn sie argumentieren, an diese theoretische Logik halten.
Damals als es noch das Sternepunktesystem gab, glaube ich mich
erinnern zu koennen, dass Du immer weit vorne lagst. Das ist
kein Argument, sondern sollte ein Kompliment sein, weil Du
eine Bereicherung fuer jedes Forum bist.
Das ist nett von dir, es gibt nicht wenige, die das anders sehen, und daher freue ich mich besonders darüber, das du das sagst. Sternchenmäßig habe ich Federn gelassen, vermutlich weil ich für einige Zurechtweisungen hier „bestraft“ worden bin (allerdings bin ich mit meiner Zahl - etwas mehr als 2400 - trotzdem zufrieden
). Und ich hatte mich auch längere Zeit aus den Diskussionen ausgeklingt, weil ich einfach die Nase voll hatte, von den verschiedensten Seiten beschimpft zu werden. Ich halte nach wie vor dieses Forum für das beste und für schützenswert, obwohl ich an manchen Tagen mit einigen Usern sehr grolle. Ich gebe mir aber nach einer gewissen Zeit immer wieder eine Chance hier. Allerdings antworte ich inzwischen nicht mehr auf jedes Posting - das schont die Nerven … 
Herzliche Grüße
Thomas Miller